Ich befasse mich bei meiner Seminararbeit mit dem Thema „Internationale Inklusionspolitik für Menschen mit Behinderung“. Ich habe mich für diese Thematik entschieden, weil ich bereits mit Menschen mit Behinderung gearbeitet habe und mir auch in Zukunft vorstellen könnte weiter in diesem Bereich tätig zu sein. Zudem finde ich es interessant, wie sich die internationale Politik mit dem Thema Inklusion auseinandersetzt. Neben der europäischen Ebene beschäftige ich mich auch mit Konzepten aus den USA wie dem „Supported Employment“ und dem „Independent Living movement“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffe und Definitionen
2.1. Behinderung
2.2. Inklusion
3. Soziale Inklusion auf europäischer Ebene
3.1. Die offene Methode der Koordination
3.2. Antidiskriminierungspolitik und Antidiskriminierungsgesetz in der EU
3.3. Umbau des Sozialstaates
3.4. Persönliche Assistenz im Ländervergleich
4. Supported Employment
5. Independent Living Movement
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Seminararbeit untersucht die internationale Inklusionspolitik für Menschen mit Behinderung und analysiert dabei sowohl europäische Ansätze als auch Konzepte aus den USA. Ziel ist es, den Wandel von institutionellen Versorgungsformen hin zu einer stärkeren gesellschaftlichen Teilhabe und Autonomie der Betroffenen aufzuzeigen.
- Europäische Sozialpolitik und die offene Methode der Koordination
- Strategien zur Antidiskriminierung und Arbeitsmarktintegration
- Der Transformationsprozess des Sozialstaates im Kontext individueller Budgets
- Vergleichende Analyse internationaler Modelle der persönlichen Assistenz
- Konzepte wie Independent Living Movement und Supported Employment
Auszug aus dem Buch
3.1. Die offene Methode der Koordination
1997 wurden der EU auf dem Gipfel von Amsterdam weitreichende Kompetenzen im Bereich der Beschäftigungspolitik übertragen. Ein Zusatzartikel gab grünes Licht für Maßnahmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstaaten im Kampf gegen soziale Ausgrenzung. Zur Koordinierung der einzelstaatlichen Maßnahmen wurde im Jahr 2000 die offene Methode der Koordination, kurz OMK, von Staats- und Regierungschefs initiiert. (Vgl. Daly 2010: 22f)
Die OMK befasst sich mit dem Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Die Ziele sind:
x Förderung der Teilnahme am Erwerbsleben und Zugang zu allen Ressourcen, Rechten und Dienstleistungen
x Vermeidung der Risiken der Ausgrenzung
x Maßnahmen zugunsten sozial stark gefährdeter Personen
x Mobilisierung aller AkteurInnen. (Vgl. Bautz / Harms / Thiede 2006: 27)
Im Kontext der politischen Neuorientierung reduzieren sich die Antidiskriminierungspolitik und die soziale Inklusion immer stärker auf den Bereich der Arbeitsmarktintegration. Kaum wird die Frage nach den Menschen gestellt, die den Anforderungen des Arbeitsmarktes nicht gewachsen sind und Unterstützungen benötigen, die nicht primär auf eine Erwerbstätigkeit fokussiert sind. Hier besteht die Gefahr, dass durch die Wirtschaftsversessenheit der Blick für die Lebenssituation für diejenigen verloren geht, die die Hochleistungserwartungen nicht erfüllen können. Deshalb sollten Strategien und Politiken gegen Diskriminierung und Ausgrenzung nicht primär nach den ökonomischen Notwendigkeiten ausgerichtet sein. Wichtig wäre es zudem, dass sich die Netzwerkbildung und die gemeinsame Lobbyarbeit für Benachteiligte auf europäischer Ebene verstärken. (Vgl. Bautz / Harms / Thiede 2006: 109f)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation zur Themenwahl aufgrund persönlicher Erfahrungen in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung sowie seinen Fokus auf US-amerikanische Inklusionskonzepte.
2. Begriffe und Definitionen: Hier werden die zentralen Begriffe Behinderung unter Rückgriff auf die WHO-Definition und Inklusion als gesamtgesellschaftlicher Leitgedanke definiert.
3. Soziale Inklusion auf europäischer Ebene: Dieses Kapitel behandelt die europäische Koordination, Antidiskriminierungsrecht, den Wandel des Sozialstaates und den internationalen Vergleich persönlicher Assistenzformen.
4. Supported Employment: Es wird das US-amerikanische Konzept des Supported Employment vorgestellt, welches ressourcenorientiert Menschen den Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht.
5. Independent Living Movement: Die Entstehungsgeschichte und die Philosophie der Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung durch das Independent Living Movement werden erläutert.
6. Resümee: Der Autor zieht Bilanz und betont die Notwendigkeit moderner, individueller Konzepte wie persönliche Budgets, um eine echte Voll-Inklusion zu erreichen.
Schlüsselwörter
Inklusion, Behinderung, Europäische Sozialpolitik, Offene Methode der Koordination, Antidiskriminierung, Sozialstaat, Persönliche Assistenz, Supported Employment, Independent Living Movement, Empowerment, Arbeitsmarktintegration, Teilhabe, Selbstbestimmung, Menschenrechte, Persönliches Budget
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der internationalen Inklusionspolitik für Menschen mit Behinderung und vergleicht dabei europäische sowie amerikanische Ansätze.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die soziale Inklusion in der EU, arbeitsmarktbezogene Integrationskonzepte und neue Modelle der persönlichen Assistenz.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Die Arbeit möchte den aktuellen Wandel von starren institutionellen Strukturen hin zu autonomiefördernden und inklusiven Lebensmodellen untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode nutzt der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und den Vergleich verschiedener internationaler sozialpolitischer Konzepte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Begriffe und Definitionen, die Analyse der EU-Inklusionspolitik, sowie die Vorstellung von Modellen wie dem Supported Employment und dem Independent Living Movement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Inklusion, Selbstbestimmung, persönliche Assistenz, Empowerment und soziale Teilhabe.
Wie unterscheidet sich die Situation in Schweden von der in Großbritannien bezüglich der persönlichen Assistenz?
Während in Schweden das Assistenzgeld unabhängig von der Art der Behinderung gewährt wird und je nach Stundenanzahl unterschiedliche Modelle greifen, setzt Großbritannien verstärkt auf Case-Manager und Budgets mit Direktzahlungen.
Warum wird im Resümee die Kritik an der "veralteten Institutionalisierung" geäußert?
Der Autor argumentiert, dass institutionelle Unterbringung eine hohe Abhängigkeit erzeugt, während individuelle Angebote wie persönliche Budgets eine echte Mitbestimmung ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Markus Dörn (Autor:in), 2011, Internationale Inklusionspolitik für Menschen mit Behinderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1326498