Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Recht und Kriminalität

Ursachen von Kriminalität. Gegenüberstellung von klassischen und neuen Ansätzen und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit

Titel: Ursachen von Kriminalität. Gegenüberstellung von klassischen und neuen Ansätzen und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit

Hausarbeit , 2020 , 12 Seiten

Autor:in: Evelyn Dürhammer (Autor:in)

Soziologie - Recht und Kriminalität
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel der Hausarbeit ist, die Ursachen von Kriminalität durch Theorieklassiker nachzuvollziehen und im Anschluss auf die Rolle der Sozialen Arbeit einzugehen. Der Fokus der Hausarbeit liegt demnach einerseits auf Anomie- und Lerntheorien und anderseits auf der Selbstkontrolltheorie. Die Anomie-, und Lerntheorie gehören zu dem Mainstream der Kriminalsoziologie und haben gemeinsam, dass sie die Ursachen von Kriminalität in den sozialen Positionen und sozialen Beziehungen der Täter sehen, die quasi als Produkt ihrer Umwelt gesehen werden.

Alle Ansätze gehen jedoch von unterschiedlichen Menschenbildern aus. Leitend für die Hausarbeit soll das Zusammenwirken von Ursachen der Kriminalität und Handlungsanweisungen für die Soziale Arbeit sein. Bei den klassischen Theorieansätzen wird Kriminalität in erster Linie als Folge von Benachteiligungen und Sozialisationsdefiziten gesehen. Gemeinsamkeit der klassischen Methoden ist das „übersozialisierte Konzept“ des Menschen. Neue Theorieansätze stellen die individuellen Handlungsentscheidungen in den Mittelpunkt, zu der grundlegenden Annahme der Willensfreiheit bezogen darauf, dass sich Menschen trotz bestimmter äußerer Einflüsse für oder gegen einen Normbruch entscheiden können.

Welche Ursachen von Kriminalität lassen sich nach neuen und klassischen Theorien unterscheiden und was sind jeweils die Konsequenzen für die Soziale Arbeit? Der Mensch lernt schon in einem frühen Alter, welches Verhalten als konform gilt und welches nicht. Wie kommt es daher dazu, dass Menschen gegen das Normverhalten handeln und kriminell werden? Häufig ist Kriminalität auf verschiedene Faktoren zurückzuführen und kann ebenfalls verschiedene Formen annehmen. Um das Thema ideal einzugrenzen, stelle ich kriminologischen Theorien eine soziologische Sichtweise gegenüber, in Form von klassischen und neuen Ansätzen. Sozialarbeiter:Innen begleiten ihre Klient:Innen insbesondere in solchen schwierigen Lebensphasen. Es ist deshalb auch wichtig zu zeigen, inwiefern sich Kriminalität auf Sozialarbeiter:Innen auswirkt und wo möglicherweise die Grenzen der Sozialen Arbeit sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Klassische Ansätze

2.1 Anomietheorien

2.2 Lerntheorien

2.3 Die Rolle der Sozialen Arbeit

III. Neue Ansätze

3.1 Selbstkontrolltheorie

3.2 Die Rolle der Sozialen Arbeit

IV. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Hausarbeit analysiert die Ursachen von Kriminalität durch eine Gegenüberstellung klassischer soziologischer Ansätze (Anomie- und Lerntheorien) sowie neuerer Erklärungsmodelle (Selbstkontrolltheorie) und leitet daraus konkrete Handlungsfelder und Verantwortlichkeiten für die Soziale Arbeit ab.

  • Vergleich zwischen strukturbedingter Abweichung (Anomie) und prozesshaft erlerntem kriminellen Verhalten.
  • Untersuchung der Selbstkontrolltheorie als Erklärungsmodell für individuelles Wahlhandeln bei Normbrüchen.
  • Ableitung kriminalpolitischer Konsequenzen und präventiver Aufgabenbereiche für Fachkräfte der Sozialen Arbeit.
  • Reflexion über die Rolle der Sozialen Arbeit zwischen resozialisierender Unterstützung und systemischer Gerechtigkeit.
  • Kritische Würdigung der Wirksamkeit unterschiedlicher theoretischer Ansätze in der pädagogischen Praxis.

Auszug aus dem Buch

2.1 Anomietheorien

Anomietheorien beschreiben abweichendes Verhalten auf der Makroebene. Ich berufe mich im Folgenden auf einen der Hauptvertreter Robert King Merton, welcher die Annahmen von Durkheim erweiterte. Die Anomietheorie geht von einem grundlegendem Zusammenhang von sozialer Ungleichheit und Kriminalität aus, in Form von erstrebenswert akzeptierten Zielen eines hohen materiellen Lebensstandards und der strukturell verankerten sozialen Ungleichheit (vgl. Oberwittler 2012, S. 816). Die Theorie basiert darauf, dass sich ein Zustand der Anomie entwickelt, wenn Menschen der Zugang zu kulturell anerkannten und vorgegebenen Zielen („materieller Erfolg“) mit legitim anerkannten Mitteln verwehrt bleibt, dessen Folge abweichendes Verhalten ist (vgl. Wickert 2020). Bezogen auf das Menschenbild wird davon ausgegangen, dass Menschen an sich gute und konforme Absichten haben, welche erst durch Frustationserfahrungen zum Normbruch gebracht werden (vgl. Oberwittler, 2012, S. 816).

Der Begriff Anomie bezieht sich auf das individuelle, wie kollektive Erleben der „Regellosigkeit“ der Gesellschaft (vgl. Böhnisch 2017, S. 45). Bei dem Auseinanderklaffen des Ziel-Mittel Systems entsteht ein Zustand gestörter Integration, im Sinne einer von den Menschen so wahrgenommen sozialen Regellosigkeit (Anomie) (vgl. Böhnisch 2017, S. 45). Denn die Chancen, bestimmte Ziel zu erreichen sind ungleich verteilt, so entsteht eine große Kluft (vgl. Böhnisch 2017, S. 45). Merton fragt also insbesondere danach, wie in krisenanfälligen Gesellschaften abweichendes Verhalten erzeugt wird (vgl. Böhnisch 2017, S. 45). Das Auseinanderfallen von kultureller Struktur (Ziele und Normen) und sozialer Struktur (legitime Mittel) produziert einen anomischen Zustand relativer Formlosigkeit/Desorientierung und wird als Auslöser abweichenden Verhaltens begriffen (vgl. Lamnek 2013, S. 125).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung stellt die Problemstellung und die Forschungsfrage zur Unterscheidung von Ursachen der Kriminalität in klassischen und neuen Theorien vor und skizziert das Ziel der Arbeit.

II. Klassische Ansätze: Dieses Kapitel erläutert Anomietheorien und Lerntheorien als Mainstream-Kriminalsoziologie und diskutiert deren Bedeutung für die Soziale Arbeit.

III. Neue Ansätze: Hier wird die Selbstkontrolltheorie als individuelle Wahlhandlung thematisiert und abgeleitet, welche Rolle Erziehung und soziale Kontrolle spielen.

IV. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass der jeweilige Kontext entscheidet, welche Theorie zur Erklärung von Kriminalität am besten geeignet ist.

Schlüsselwörter

Kriminalität, Anomietheorie, Lerntheorien, Selbstkontrolltheorie, Soziale Arbeit, Abweichendes Verhalten, Resozialisierung, Kriminalitätsprävention, Soziale Ungleichheit, Normbruch, Sozialisation, Kriminalsoziologie, Devianz, Handlungsentscheidungen, Willensfreiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen von Kriminalität und stellt hierfür klassische Theorien wie die Anomie- und Lerntheorie den neueren Ansätzen, insbesondere der Selbstkontrolltheorie, gegenüber.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind der Vergleich der verschiedenen theoretischen Menschenbilder, die Entstehungsbedingungen von Kriminalität sowie die daraus resultierenden Aufgaben für die Soziale Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Ursachen von Kriminalität durch klassische und neue Theorien nachzuvollziehen und Handlungsanweisungen für die Soziale Arbeit in diesem Kontext abzuleiten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer Gegenüberstellung verschiedener kriminologischer Ansätze.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Anomie- und Lerntheorien sowie der Selbstkontrolltheorie, wobei bei jedem Ansatz auch die Rolle und die Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit explizit beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Anomietheorie, Kriminalität, Selbstkontrolltheorie, Soziale Arbeit, Devianz und Kriminalitätsprävention.

Wie unterscheidet sich die Selbstkontrolltheorie von klassischen Modellen?

Während klassische Ansätze Kriminalität oft als Resultat sozialer Benachteiligung oder Lernprozesse sehen, betont die Selbstkontrolltheorie das rationale Wahlhandeln des Individuums und Defizite in der frühkindlichen Verhaltenssteuerung.

Welche Rolle spielt die Soziale Arbeit laut der Anomietheorie?

Hier wird der Fokus darauf gelegt, sozialstrukturelle Ungleichheiten auszugleichen und durch gezielte Förderung der Frustrationstoleranz sowie Erschließung neuer Handlungsmöglichkeiten kriminelles Verhalten präventiv zu vermeiden.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ursachen von Kriminalität. Gegenüberstellung von klassischen und neuen Ansätzen und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit
Hochschule
Universität Kassel  (Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Kriminalität
Autor
Evelyn Dürhammer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
12
Katalognummer
V1326541
ISBN (PDF)
9783346813930
ISBN (Buch)
9783346813947
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kriminalität Abweichendes Verhalten Theorien Anomietheorien Lerntheorien Psychologie Soziale Arbeit Selbstkontrolltheorie Täter Normen Benachteiligungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Evelyn Dürhammer (Autor:in), 2020, Ursachen von Kriminalität. Gegenüberstellung von klassischen und neuen Ansätzen und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1326541
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  12  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum