Inwieweit ist das Metaverse aus Neal Stephensons Science-Fiction-Roman „Snow Crash“ heute – 30 Jahre später - Realität? Im Oktober 2021 änderte einer der größten Social-Media-Konzerne der Welt seinen Firmennamen von Facebook in Meta. Hintergrund sei der Aufbau eines sogenannten Metaverses (oder auch Metaversums): Eine neue digitale 3D-Internet-Welt, in der wir arbeiten, Freunde treffen, anderen alltäglichen Dingen nachgehen oder sogar Veranstaltungen und Konzerte besuchen können. Und das alles bequem vom eigenen Sofa in der physischen Welt aus. Im selben Jahr kündigte Fortnite-Entwickler Epic Games an. ebenfalls eine Milliarde Dollar in ein Metaverse-Projekt zu investieren und auch Microsoft arbeitet an einem „Enterprise-Meta“.
Die Firma Must hat am 11. Mai 2022 den ersten „Metaverse-Day“ ausgerufen. Das Metaverse sei das „next big thing“, die „nächste Stufe des Internets“. "Meta" kommt aus dem Griechischen und bedeutet „darüber hinaus“, „danach“ bzw. eine neue Stufe der Abstraktion und universum (lateinisch für „das Ganze, das Gesamte bzw. „das in eins (unum) zusammengefasste (versus)“). Wenn Tech-Giganten jedoch gefragt werden, wie genau sie sich das Metaversum konkret vorstellen oder wer oder was sie dazu inspiriert hat, fällt immer wieder ein Name: „Snow Crash“. In dem 1992 erschienen Science-Fiction-Roman von Neal Stephenson wurde zum ersten Mal der Begriff „Metaverse“ als Beschreibung einer virtuellen, realen Parallel- Welt genutzt. In diesem Metaversum spielt ein großer Teil der Geschichte, jedoch ist die beschriebene Zukunftsvision eher eine dystopische.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Virtualität & Metaversum
3. Der Roman „Snow Crash“
4. Vergleich mit der Realität
5. Zusammenfassung und Ausblick
6. Literaturverzeichnis
6.1 Wissenschaftliche Artikel
6.2 Romane
6.3 Internetquellen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Science-Fiction-Vision des „Metaverse“, wie sie Neal Stephenson 1992 in seinem Roman „Snow Crash“ entwarf, dreißig Jahre später in der heutigen Realität bereits umgesetzt wurde oder als Vorläufer für aktuelle technologische Entwicklungen dienen kann.
- Analyse des Begriffs Virtualität und seiner theoretischen Einordnung.
- Untersuchung der zentralen Merkmale des Metaversums nach Neal Stephenson.
- Vergleich aktueller technischer Plattformen (z. B. Meta Horizon, Fortnite, Decentraland) mit der Romanvorlage.
- Diskussion der soziotechnischen Implikationen, wie Identität, Ökonomie und Infrastruktur im virtuellen Raum.
Auszug aus dem Buch
3. Der Roman „Snow Crash“
Der 1992 erschienene Science-Fiction Roman „Snow Crash“ wurde von Neal Stephenson verfasst. Zusammen mit dem Grafiker Tony Sheeder plante Stephenson die Geschichte zuerst als computergenerierten Graphic Novel, was jedoch über erste Entwürfe nicht hinauskam und schließlich in einem Roman mündete, der in einem vom Konsumismus zerfressenen Los Angeles in der nahen Zukunft lokalisiert ist.
Die Hauptperson Hiro Protagonist arbeitet als Programmierer und Pizza-Lieferant für die Mafia-Organisation Cosa Nostra. Diese garantiert eine maximale Zustellungszeit von 30 Minuten, bei deren Überschreitung der Lieferant getötet wird und Onkel Enzo, der Chef der Cosa Nostra, sich persönlich bei den Kunden entschuldigt. Jegliche gesellschaftliche Infrastruktur, wie zum Beispiel Gerichte, Polizei und Staaten, ist privatisiert. Generell herrscht eine sehr extreme soziale Ungleichheit.
Nach dem Zusammenbruch der US-Regierung und den nationalen Bibliotheken entstand die private „Central Intelligence Corporation“. Dort kann jeder als Informant Daten hochladen und Konzerne können diese dann kaufen. Außerdem gibt es immer noch die Feds, die zwar eine Regierungsorganisation sind, aber praktisch keine Macht haben und deren Aufgaben vor allem aus sinnloser Bürokratie bestehen. Die gesellschaftliche Organisation strukturiert sich durch Franchisemäßig Organisierte Quasi-Nationale Entitäten, kurz FOQNES, zum Beispiel „Mr. Lees Groß-Hongkong“, „Narkolumbien“, „Mateazania“ und „Neu-Südafrika“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den aktuellen Hype um das Metaversum und stellt die grundlegende Forschungsfrage nach der Übereinstimmung der Romanvorlage „Snow Crash“ mit der heutigen digitalen Realität.
2. Virtualität & Metaversum: Das Kapitel widmet sich der philosophischen Definition von Virtualität sowie der technologischen Einordnung des Metaversums anhand moderner Kriterien.
3. Der Roman „Snow Crash“: Hier werden die dystopische Welt, das Gesellschaftssystem und die technologischen Konzepte von Neal Stephensons Roman detailliert beschrieben.
4. Vergleich mit der Realität: Dieser Teil führt einen kritischen Abgleich zwischen den Visionen des Romans und aktuellen Entwicklungen wie Horizon Worlds, Fortnite oder Dezentralisierung durch Blockchain-Anwendungen durch.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit resümiert, dass die Vision von 1992 zwar technisch noch nicht identisch, jedoch in ihren Grundzügen in der heutigen Tech-Industrie als Leitbild verankert ist.
6. Literaturverzeichnis: Zusammenstellung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen, Romane und Internetressourcen.
6.1 Wissenschaftliche Artikel: Auflistung der genutzten Fachpublikationen.
6.2 Romane: Auflistung der verwendeten fiktionalen Literatur.
6.3 Internetquellen: Auflistung der verwendeten digitalen Informationsquellen.
Schlüsselwörter
Metaversum, Snow Crash, Virtualität, Science-Fiction, Neal Stephenson, Avatar, Blockchain, NFTs, Decentraland, Fortnite, Meta, Virtuelle Realität, Digitale Transformation, Soziale Interaktion, Cyber-Ökonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Science-Fiction-Vision eines Metaversums aus dem Jahr 1992 und stellt sie der technologischen Realität im Jahr 2022 gegenüber.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition von Virtualität, das Konzept des Avatars, die gesellschaftliche Organisation in virtuellen Räumen und die Entwicklung interoperabler Online-Welten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das in „Snow Crash“ beschriebene Metaversum nach 30 Jahren zur Realität geworden ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einem komparativen Vergleich zwischen soziotechnischen Konzepten der Science-Fiction und realen technologischen Umsetzungen von Tech-Unternehmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Virtualität und Metaversum, beschreibt die Welt aus „Snow Crash“ und vergleicht diese mit heutigen Plattformen wie Facebooks Meta, Epic Games' Fortnite und Web3-Projekten wie Decentraland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit dreht sich um zentrale Begriffe wie Metaversum, Virtualität, Blockchain, Avatare und die gesellschaftliche Relevanz digitaler Räume.
Inwiefern hat sich die Vision des „Metaverse“ seit 1992 verändert?
Während Stephenson eine dystopische, von Konzernen dominierte Welt beschrieb, versuchen heutige Unternehmen, dies als neues „next big thing“ und wirtschaftliche Chance zu vermarkten, wobei Interoperabilität die größte aktuelle Herausforderung bleibt.
Welche Herausforderungen behindern aktuell die Entstehung eines echten, einheitlichen Metaversums?
Es fehlt vor allem an technischer Interoperabilität zwischen verschiedenen Plattformen, an standardisierter Hardware und an einer Einigung über rechtliche, steuerliche und datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen.
- Arbeit zitieren
- Lara Katharina Schneider (Autor:in), 2022, Der Begriff des Metaverse heute. Analyse des Science-Fiction-Romans "Snow Crash" von Neal Stephenson, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1326617