Eigenkapitalveränderungsrechnung im IFRS-Abschluss


Seminararbeit, 2009

22 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen

3 Arten von Eigenkapitalveränderungen
3.1 Ergebniswirksame und ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderungen
3.2 Transaktionen mit Anteilseigner
3.3 Änderungen von Bilanzierung-/Bewertungsmethoden und Fehlerkorrekturen (IAS 8)

4 Gesamtperiodenergebnisrechnung

5 Eigenkapitalveränderungsrechnung
5.1 Eigenkapitalkomponente
5.2 Änderungsursachen der Eigenkapitalkomponenten

6 Kritische Würdigung

7 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Eigenkapitalveränderungen im IFRS-Abschluss

Abbildung 2: Gesamtperiodenergebnisrechnung

Abbildung 3: Darstellungsbeispiel einer Eigenkapitalveränderungsrechnung nach IAS 1

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die unaufhaltsame Internationalisierung der Kapitalmärkte hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Die inländischen Unternehmen sind einerseits zur Wachstumsfinanzierung auf ausländische Investoren angewiesen. Anderseits sind diese Investoren auf der Suche nach lukrativen Investitionsmöglichkeiten. Um den Investoren eine Vergleichbarkeit der Informationen zu gewährleisten, sind die bör-sennotierten Unternehmen zur Aufstellung ihrer (Konzern-)Jahresabschlüsse nach internationalen Rechnungslegungsnormen verpflichtet, da die Jahresabschlüsse nach HGB im internationalen Umfeld keinen besonders guten Ruf genießen1. Da-bei hat sich in Europa IAS/IFRS2 (International Accounting Standards / International Financial Reporting Standards) durchgesetzt. Der wesentliche Unterschied zwi-schen HGB und IFRS liegt darin, dass bei Abschlüssen nach HGB der Gläubiger-schutz und die Kapitalerhaltung als primäre Ziele im Vordergrund stehen und der Grundsatz des Vorsichtsprinzips befolgt wird. Die Jahresabschlüsse nach IFRS dienen vorrangig der Informationsvermittlung für Adressaten nach dem Grundsatz des "fair presentation"3.

Beim Vergleich bzw. Analyse der Jahresabschlüsse ist die Höhe des Eigenkapitals nicht nur für Investoren von hoher Bedeutung. Auch Kreditinstitute schauen sich bei der Vergabe von Krediten diesen Posten genau an. Denn die Höhe des Eigenkapi-tals, die als Maß der Sicherheit der Unternehmensfinanzierung betrachtet werden kann, verändert sich von Periode zu Periode sowohl negativ als auch positiv. Die Veränderungen des Eigenkapitals werden durch eine Vielzahl von Geschäftsvorfäl-len ausgelöst die im Laufe eines Geschäftsjahres entstehen. Daraus erwirtschafte-te Gewinne oder Verluste werden mit dem Eigenkapital verrechnet. Allerdings er-klären diese Gewinne oder Verluste nicht alle Veränderungen im Eigenkapital. Die wertmäßigen Änderungen im Eigenkapital können auch Sachverhalte bewirken, die auf Transaktionen mit Anteileigner beruhen (z. B. Kapitalerhöhungen, Kapitalhe-rabsetzungen und Dividendenauszahlungen). Diese Eigenkapitalveränderungen müssen in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt werden. Der Sinn einer Eigenkapitalveränderungsrechnung besteht darin, dem Bilanzleser aufzuzei- gen, welche Sachverhalte in welcher Höhe die Veränderungen im Eigenkapital be-wirkt haben. Mit dieser Kenntnis kann der Bilanzleser die Veränderungen im Eigen-kapital nachvollziehen und daraus für ihn wichtige Informationen entnehmen. Aus diesem Grund sind die kapitalmarktorientierten Unternehmen verpflichtet, eine Ei-genkapitalveränderungsrechnung in jedem Abschluss zu veröffentlichen.

Die Zielsetzung dieser Seminararbeit ist die Darstellung möglicher Eigenkapitalver-änderungen und dessen Ausweis in der Eigenkapitalveränderungsrechnung. Dabei wird die neue am 17.12.2008 von der EU angenommene Standardversion IAS 1 (rev. 2007)4 bei der Darstellung der Eigenkapitalveränderungsrechnung be-rücksichtigt. Zunächst wird in dieser Arbeit auf die Grundlagen in Bezug auf das Eigenkapital und die Eigenkaitalveränderungsrechnung eingegangen und im Kapi-tel 3 werden verschiedene Arten der Eigenkapitalveränderungen aufgezeigt. Bevor das zum Schluss ausführlich dargestelltes Rechenwerk der Eigenkapitalverände-rungsrechnung dargestellt wird, wird zum Verständnis der Zusammenhänge in der Eigenkapitalveränderungsrechnung im Kapitel 4 die Gesamtperiodenerfolgsrech-nung kurz beschrieben.

2 Grundlagen

In diesem Teil der Arbeit wird der Leser mit einigen Grundlagen vertraut gemacht, die für das Verständnis der weiteren Ausführungen erforderlich sind. Zuerst wird der Begriff des Eigenkapitals definiert. Im Anschluss daran werden dem Leser die Notwendigkeit und die Erstellungspflicht einer Eigenkapitalveränderungsrechnung erläutert.

Der Begriff „Eigenkapital“(equity) wird durch das Rahmenkonzept (Framework) als ein Restbetrag definiert, der nach Abzug aller Schulden (liabilities) von Vermö-genswerten (assets) eines Unternehmens verbleibt5. Daraus ergibt sich das Rein-vermögen, das von den Anteileignern finanziert wird und ihnen im Falle einer Inso-lenz oder Auflösung zusteht. Somit erfüllt das Reinvermögen eine Haftungs- und Verlustausgleichsfunktion für das Unternehmen. Darüberhinaus kann die Höhe des Eigenkapitals als Maß der Sicherheit der Unternehmensfinanzierung betrachtet werden. Mit steigender Höhe dieser Bilanzposition verbessert sich die Möglichkeit der Aufnahme von Fremdkapital, da dass Reinvermögen als eine der wesentlichen Merkmale der Bonitätsprüfung von Fremdkapitalgebern betrachtet werden kann.

Die Eigenkapitalveränderungsrechnung (statement of changes in equity for the pe­riod) ist gem. IAS 1.10c ein eigenständiger Bestandteil des IFRS-Abschlusses und ist als Rechungslegungsinstrument von hoher Bedeutung. Dieses Rechenwerk – in Verbindung mit der Gesamtperiodenerfolgsrechnung – ist zum Zwecke einer trans-parenten Berichtserstattung und ausführlichen Darstellung der Veränderung des Eigenkapitalpostens unerlässlich6. Für eine genaue Bilanzanalyse ist es daher zwingend erforderlich, die Ursachen von Eigenkapitalveränderungen nachzuvoll-ziehen und aufzuzeigen. Dies erfolgt durch die Betrachtung der Veränderungen des Eigenkapitals zwischen zwei Bilanzstichtagen. Die Veränderungen entstehen einerseits aufgrund der Transaktionen mit Eigentümer bzw. Anteilseigener und an-derseits durch die Erfassung des Periodenergebnisses im Eigenkaptal. In der Rea-lität entstehen jedoch Sachverhalte, die die Eigenkapitalgröße beeinflussen und dabei in keinem Zusammenhang mit der unternehmerischen Betätigung stehen. Diese Geschäftsvorfälle sollten in dem Periodenerfolg nicht erfasst werden, um ein möglichst realistisches Bild des Unternehmenserfolges darzustellen. Daher werden erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge zu einem sonstigen Ergebnis kumuliert, das dann wiederum mit dem Periodenergebnis zu einem Gesamtperiodenerfolg summiert wird. Eine realistische Aussage kann bei dieser Handhabung jedoch nur dann erfolgen, wenn die Eigenkapitalveränderungsrechnung diese Sachverhalte berücksichtigt und somit die Veränderungen des Eigenkapitals aufgezeigt. Damit unterstützt diese die Informationsfunktion des Jahresabschlusses und ermöglicht dem Leser, sich ein Bild über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unter-nehmens zu verschaffen7.

3 Arten von Eigenkapitalveränderungen

Es gibt verschiedene Sachverhalte, die die wertmäßige Veränderung des Eigenka-pitals auslösen können. Diese werden in drei verschiedene Gruppen eingeteilt. Zum einen wird die Höhe des Eigenkapitals durch sämtliche Gewinne und Verluste beeinflusst, die sich während einer Periode ergeben. Daneben entstehen weitere Veränderungen, die auf Transaktionen mit den Eigentümern oder auf retrospektive Anpassungen beruhen. Die nachfolgende Abbildung gibt einen Überblick, welche Veränderungen im Eigenkapital während einer Periode auftreten können und wer-den in den nachfolgenden Kapiteln kurz dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Eigenkapitalveränderungen im IFRS-Abschluss

(Quelle: Adler / Düring / Schmaltz (Internationale Standards 2007), Abschn. 22, Rn. 12; Kütting (Gewinn 2006), S. 1448; Pellens u. a. (2008), S. 124 und 170 angelehnte Dar-stellung an Reuter (2008), S. 57)

3.1 Ergebniswirksame und ergebnisneutrale Eigenkapitalver-änderungen

In der IFRS-Rechnungslegung wird zwischen den ergebniswirksamen und ergeb-nisneutralen Aufwendungen und Erträgen unterschieden. Bei den erstgenannten handelt es sich um die Erfolge, die aufgrund der Abwicklung von Kerngeschäfte realisiert und in Gewinn oder Verlust berücksichtigt wurden. Als Beispiele können an dieser Stelle die Personalkosten, Materialkosten oder Umsatzerlöse genannt werden. Analog zu Rechnungslegungsnormen nach HGB beeinflusst das Ergebnis aus dem Periodenerfolg die Höhe des Eigenkapitals8.

Jedoch gibt es nach IFRS, im Gegensatz zu HGB, eine Besonderheit in Bezug auf den Eigenkapitalposten. Verschiedene Standards erlauben bzw. schreiben sogar vor, bestimmte unrealisierte Aufwendungen und Erträge nicht in der Periodener-folgsrechnung zu berücksichtigen, sondern diese ergebnisneutral im sonstigen Er- gebnis – sog. Other Comprehensive Income (OCI) – zu erfassen und im Eigenkapital zu kumulieren9.

[...]


1 Vgl. Leibfried / Weber (2003), S. 13.

2 Im weiteren Verlauf der Arbeit wird für beide Begriffe nur der Oberbegriff „IFRS“ synonym verwandt, da dieser neben eigentlichen IFRS auch die IAS umfasst, vgl. Ruhnke (2008), S. 8.

3 Vgl. Ruhnke (2008), S. 9 und 19.

4 Vgl. Küting / Reuter (2009b), S. 112.

5 Vgl. Framework 49c.

6 Vgl. Coenenberg (2005), S. 357.

7 Vgl. Aschfalk-Evertz (2008), S. 493; Pellens u. a. (2008), S. 180.

8 Vgl. Lüdenbach / Hoffmann (2008), § 20 Rn. 42.

9 Vgl. Küting / Reuter (2009a), S. 172.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Eigenkapitalveränderungsrechnung im IFRS-Abschluss
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V132667
ISBN (eBook)
9783640394722
ISBN (Buch)
9783640394357
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eigenkapitalveränderungsrechnung, IFRS-Abschluss, IFRS, Eigenkapitalveränderungen, ergebniswirksam, ergebnisneutral, Bilanzierungsmethoden, Bewertungsmethoden, IAS, Gesamtperiodenergebnisrechnung, Eigenkapital
Arbeit zitieren
Denis Remha (Autor), 2009, Eigenkapitalveränderungsrechnung im IFRS-Abschluss, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132667

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