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Frühe Hilfen. Modellprojekte in den Ländern zum Schutz vor Kindeswohlgefährdung

Titel: Frühe Hilfen. Modellprojekte in den Ländern zum Schutz vor Kindeswohlgefährdung

Diplomarbeit , 2009 , 133 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Denise Hornberger (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In den letzten Jahren wird die Öffentlichkeit vermehrt mit dramatischen Medienberichten über misshandelte sowie vernachlässigte Kinder konfrontiert. Manche dieser Fälle endeten tödlich und nicht selten waren die eigenen Eltern die Täter. „Vater misshandelt Baby fast zu Tode“ , „Eltern kommen wegen Mordes vor Gericht“ , „Lea Sophie ist verhungert und verdurstet“ sind nur einige der Schlagzeilen, welche in den Zeitungsberichten auftauchten. Die Berichte schockieren und gleichzeitig steigt der Druck auf die Politiker, Maßnahmen zu treffen, um Kinder vor diesen Gefahren zu schützen. Nach der Vergleichsstudie „Child Maltreatment Deaths in Rich Nations“ im August 2003, sterben jedes Jahr 3500 Kinder aus den OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) -Ländern an den Folgen von Misshandlung und Vernachlässigung. Wie viele Fälle von nicht tödlichen Misshandlungen in Deutschland vorliegen, ist aus der Studie nicht erkennbar. Ein Artikel der Zeit beruft sich auf Zahlen des Bundeskriminalamtes. Danach sollen im Jahr 2005 2905 Kinder Opfer von Misshandlungen und 1178 Kinder Opfer von Vernachlässigung geworden sein. Die Experten sind sich jedoch sicher, dass die Dunkelziffer über 90 % ausmacht. Im Jahr 2007, während meines Praktikums beim Jugendamt, habe ich mir die Frage gestellt was auf politischer Ebene unternommen wird, um Kinder besser vor Gefährdungen zu schützen. Ich wurde dabei auf das Aktionsprogramm der Bundesregierung „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“ aufmerksam, welches im selben Jahr ins Leben gerufen wurde. Im Rahmen des Aktionsprogramms starteten in ganz Deutschland zehn Modellprojekte, die wissenschaftlich begleitet werden. Diese streben eine bessere Vernetzung zwischen Gesundheitshilfe und Jugendhilfe an, um rechtzeitig Belastungen in Familien zu erkennen und somit präventiv gegen Misshandlung und Vernachlässigung von Kindern vorzugehen. In Anlehnung an verschiedene Nachrichtenblätter, war der Tod des zweieinhalbjährigen Kevin, im Oktober 2006 in Bremen, Auslöser für die Initiierung des Programms. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtete am 13.10.2006 „die Bundesregierung beschleunigt angesichts des Falls des tot aufgefundenen Bremer Jungen ihre Aktivitäten zum Schutz vor Vernachlässigten Kindern.“

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Begriffsbestimmungen

1.1 Kindeswohlgefährdung

1.2 Kindesmisshandlung

1.2.1 Vernachlässigung

1.2.2 Psychische Misshandlung

1.2.3 Physische Misshandlung

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Folgen von Vernachlässigung und Misshandlung

2.2 Risiken für eine Gefährdung

2.3 Mannheimer Risikostudie

2.4 Bedürfnisse des Kindes

3 Rechtliche Grundlagen

3.1 Rechte der Kinder

3.2 Interventionsmöglichkeiten der Jugendhilfe

4 Ausgangslage des Aktionsprogramms

4.1 Vereinbarungen der Bundesregierung

4.2 Aktivitäten der Länder

4.3 Diskussion um verbindliche Früherkennungsuntersuchungen

5 Erläuterung Frühe Hilfen und soziale Frühwarnsysteme

5.1 Frühe Hilfen

5.2 Soziale Frühwarnsysteme

6 Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen

7 Kooperation im Bereich Frühe Hilfen

7.1 Kooperation Gesundheitssystem und Jugendhilfe

7.2 Datenschutzrechtliche Aspekte

7.2.1 Datenermittlung und -weitergabe in der Jugendhilfe

7.2.2 Datenermittlung und -weitergabe im Gesundheitswesen

7.2.3 Bestandaufnahme zu Kooperationsformen im Bereich Frühe Hilfen

8 Anforderungen an Frühe Hilfen und soziale Frühwarnsysteme

8.1 Die Bekanntmachung

8.2 Die Anforderungen der Bundesregierung

8.3 Das Netzwerk Frühe Hilfen

9 Die Modellprojekte

9.1 „Soziale Frühwarnsysteme in NRW“ und „Schutzengel für Schleswig-Holstein“

9.1.1 Allgemeines

9.1.2 Die Elternberatungsstelle der Stadt Gütersloh

9.1.3 Fazit

9.2 Keiner fällt durchs Netz: Saarland, Hessen

9.2.1 Allgemeines

9.2.2 Ziele und Zielgruppen

9.2.3 Angebote

9.2.4 Die wissenschaftliche Begleitung

9.2.5 Fazit

9.3 Guter Start ins Kinderleben: Baden Württemberg, Rheinland- Pfalz, Bayern, Thüringen

9.3.1 Allgemeines

9.3.2 Ziele und Zielgruppen

9.3.3 Angebote

9.3.4 Die wissenschaftliche Begleitung

9.3.5 Fazit

9.4 Pro Kind: Niedersachsen, Bremen, Sachsen

9.4.1 Allgemeines

9.4.2 Ziele und Zielgruppen

9.4.3 Angebote

9.4.4 Die wissenschaftliche Begleitung

9.4.5 Fazit

9.5 Wie Elternschaft gelingt: Wiege – STEEPTM: Brandenburg, Hamburg

9.5.1 Allgemeines

9.5.2 Ziele und Zielgruppen

9.5.3 Angebote

9.5.4 Die wissenschaftliche Begleitung

9.5.5 Fazit

9.6 Übersicht über die Modellprojekte in den Ländern

10 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die bundespolitischen Maßnahmen des Aktionsprogramms „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“ zum Schutz vor Kindeswohlgefährdung. Ziel ist es, die Konzepte hinter „Frühen Hilfen“ und „sozialen Frühwarnsystemen“ zu klären, die an Modellprojekte gestellten Anforderungen zu analysieren und deren bisherige Umsetzung in den Bundesländern zu bewerten.

  • Theoretische Grundlagen von Kindeswohlgefährdung und Prävention.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Interventionsmöglichkeiten.
  • Ausgangslage und Ziele des Aktionsprogramms der Bundesregierung.
  • Analyse und Vergleich ausgewählter Modellprojekte.
  • Kooperation zwischen Gesundheitssystem und Jugendhilfe als Schlüsselfaktor.

Auszug aus dem Buch

1.2.2 Psychische Misshandlung

Die psychische Misshandlung stellt die zweithäufigste Form der Kindeswohlgefährdung dar. Sie tritt meistens nicht alleine, sondern im Zusammenspiel mit anderen Formen von Kindeswohlgefährdung auf. Nach Kindler ist die folgende Definition von psychischer Misshandlung weit verbreitet, auch das NZFH hat diese übernommen. Psychische Misshandlung wird demnach als „wiederholtes Verhaltensmuster der Betreuungsperson oder Muster extremer Vorfälle, die Kindern zu verstehen geben, sie seien wertlos, voller Fehler, ungeliebt, ungewollt, sehr in Gefahr oder nur dazu nütz , die Bedürfnisse eines anderen Menschen zu erfüllen,“ definiert. Aus dieser Definition lässt sich ableiten, dass bewusst und aktiv Verhaltensweisen eingesetzt werden, welche für das Kind schädlich sind. Dies macht den Unterschied zur Vernachlässigung deutlich, wo die Eltern bewusst oder unbewusst passives Verhalten zeigen, indem sie die Bedürfnisse des Kindes ignorieren. Kindler verweist auf eine Kategorisierung von Frank und Räder (1994), welche anlehnend an die World Health Organisation (WHO) psychische Kindesmisshandlung noch einmal aufspalten, indem sie wie bei der Vernachlässigung zwischen aktiver und passiver Misshandlung differenzieren. Bei beiden Formen wird vorausgesetzt, dass sie ein fester Bestandteil in der Erziehung darstellen, was bedeutet, dass es sich nicht um ein einmaliges Geschehen, sondern um ein fortlaufendes Verhalten der Eltern gegenüber ihrem Kind handelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Kindeswohlgefährdung, Vernachlässigung sowie physische und psychische Misshandlung, um eine Grundlage für die weitere Analyse zu schaffen.

2 Theoretische Grundlagen: Hier werden Folgen von Misshandlung, Risikofaktoren und die kindlichen Grundbedürfnisse beleuchtet, ergänzt durch Ergebnisse der Mannheimer Risikostudie.

3 Rechtliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Kinderrechte und die Interventionsbefugnisse der Jugendhilfe, insbesondere im Kontext von § 8a SGB VIII.

4 Ausgangslage des Aktionsprogramms: Hier werden die politischen Vereinbarungen der Bundesregierung, die Notwendigkeit von Prävention und die Aktivitäten der Länder sowie die Diskussion um Früherkennungsuntersuchungen dargestellt.

5 Erläuterung Frühe Hilfen und soziale Frühwarnsysteme: Dieses Kapitel definiert und erläutert die Konzepte der Frühen Hilfen und Frühwarnsysteme, einschließlich ihrer Funktionen und Elemente.

6 Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen: Vorstellung der Aufgaben, Ziele und Strukturen des NZFH als Servicebüro des Bundes.

7 Kooperation im Bereich Frühe Hilfen: Analyse der Zusammenarbeit zwischen Gesundheitswesen und Jugendhilfe sowie datenschutzrechtlicher Herausforderungen.

8 Anforderungen an Frühe Hilfen und soziale Frühwarnsysteme: Detaillierte Beschreibung der Anforderungen an die Modellprojekte, basierend auf der Bekanntmachung und einer Kurzevaluation.

9 Die Modellprojekte: Detaillierte Darstellung und Analyse fünf ausgewählter Modellprojekte in verschiedenen Bundesländern im Hinblick auf deren Umsetzung und Effektivität.

10 Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, Diskussion der Kooperationsherausforderungen und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Kinderschutzes.

Schlüsselwörter

Frühe Hilfen, soziale Frühwarnsysteme, Kindeswohlgefährdung, Kindesmisshandlung, Vernachlässigung, Prävention, Jugendhilfe, Gesundheitshilfe, Kinderschutz, Modellprojekte, Kooperation, Bindungstheorie, Elternberatung, Risikofaktoren, Schutzfaktoren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Aktionsprogramm der Bundesregierung „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“, das als präventive Strategie zum Schutz vor Kindeswohlgefährdung implementiert wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Kindeswohlgefährdung, die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Kinderschutz, die Kooperation zwischen Jugend- und Gesundheitshilfe sowie die praktische Umsetzung durch verschiedene Modellprojekte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu klären, was unter Frühen Hilfen und sozialen Frühwarnsystemen zu verstehen ist, welche Anforderungen an die Projekte gestellt werden und wie deren Umsetzung in den Bundesländern bisher erfolgt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse, ergänzt durch praktische Erfahrungen der Autorin aus einem Praktikum beim Jugendamt und im Gesundheitsamt sowie Informationen der Akteure in den Modellprojekten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Begriffe, Risikofaktoren, Bedürfnisse), eine rechtliche Analyse, die Erläuterung des Aktionsprogramms sowie die detaillierte Darstellung und kritische Würdigung ausgewählter Modellprojekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Frühe Hilfen, Kinderschutz, Prävention, soziale Frühwarnsysteme, Kooperation zwischen Jugend- und Gesundheitshilfe und Vernachlässigung.

Welche Rolle spielt die Mannheimer Risikostudie in der Argumentation der Autorin?

Die Studie dient als wissenschaftlicher Beleg dafür, dass sowohl organische als auch psychosoziale Belastungen gravierende Folgen für die geistige, körperliche und soziale Entwicklung von Kindern haben und somit präventive Maßnahmen zwingend erforderlich sind.

Warum ist die Kooperation zwischen Jugend- und Gesundheitshilfe laut der Autorin so schwierig?

Die Schwierigkeiten liegen in mangelnden Informationen über die jeweils anderen Arbeitsbereiche, Vorurteilen gegenüber der Jugendhilfe, Unsicherheiten bezüglich datenschutzrechtlicher Bestimmungen und der ärztlichen Schweigepflicht.

Ende der Leseprobe aus 133 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Frühe Hilfen. Modellprojekte in den Ländern zum Schutz vor Kindeswohlgefährdung
Hochschule
Hochschule RheinMain
Note
1,3
Autor
Denise Hornberger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
133
Katalognummer
V132771
ISBN (eBook)
9783656960683
ISBN (Buch)
9783656960690
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frühe hilfen modellprojekte ländern schutz kindeswohlgefährdung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Denise Hornberger (Autor:in), 2009, Frühe Hilfen. Modellprojekte in den Ländern zum Schutz vor Kindeswohlgefährdung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132771
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  133  Seiten
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