Das Ziel der Arbeit ist es, dass Gedächtnis in seinen zeitlichen und inhaltlichen Dimensionen aufzuzeigen und auf den Prozess des Lernens, Abrufen und des Vergessens näher einzugehen. Im weiteren Schritt wird gezeigt, wie sich in einem Unternehmen, durch die neusten Erkenntnissen der Gedächtnisforschung, nachhaltiges Lernen in einer beruflichen Weiterentwicklung, nutzen lässt. Im letzten Teil der Arbeit wird die Entwicklung bei der Gestaltung vor der coronapandemiebedingten Veränderungen, kritisch angesehen und die Chancen, wie auch Risiken von Online-Weiterbildungen aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Gliederung der Arbeit
2. Gedächtnis in seiner zeitlichen Dimension
2.1 Sensorisches Gedächtnis
2.2 Kurzzeitgedächtnis
2.2.1 Arbeitsgedächtnis
2.3 Langzeitgedächtnis
3. Gedächtnis in seiner inhaltlichen Dimension
3.1 Explizites Gedächtnis
3.2 Implizites Gedächtnis
3.3 Abrufen
3.4 Vergessen
3.5 Strategien der Verarbeitung
4. Nachhaltiges Lernen im Unternehmen
4.1. WIFI-Lernmodell LENA
4.2. High Performance
5. Kritische Diskussion zu Online Weiterbildungen
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit zielt darauf ab, die zeitlichen und inhaltlichen Dimensionen des menschlichen Gedächtnisses sowie die zugehörigen Lern-, Abruf- und Vergessensprozesse theoretisch fundiert darzulegen. Darauf aufbauend wird analysiert, wie wissenschaftliche Erkenntnisse der Gedächtnisforschung genutzt werden können, um nachhaltiges organisationales Lernen zu fördern und die Herausforderungen von Online-Weiterbildungen zu bewerten.
- Grundlagen der Gedächtnissysteme (sensorisch, Kurzzeit-, Langzeitgedächtnis)
- Prozesse des Wissenserwerbs, der Wissensspeicherung und des Abrufens
- Methoden zur gezielten Steigerung der Gedächtnisleistung (z. B. Mnemotechniken)
- Implementierung nachhaltiger Lernmodelle (WIFI LENA, High Performance) im Unternehmenskontext
- Chancen und Risiken digitaler Lernumgebungen in der beruflichen Weiterbildung
Auszug aus dem Buch
3.2 Implizite Gedächtnis
Das implizite Gedächtnis wird auch non-deklaratives Gedächtnis genannt und ruft unbewusste, automatische Inhalte ab. Dadurch benötigt das implizite Gedächtnis beim Abrufen weniger Aufmerksamkeitsressourcen. (Gruber 2018, S.49) Des Weiteren kann sich das implizite Gedächtnis an verhaltensbezogene Phänomene erinnern, die kaum oder gar nicht verbalisiert werden können und dadurch nicht deklarativ sind. Dazu gehören Verhaltensweisen, wie auch wahrnehmungsbezogene, motorische und automatisch kognitive Fertigkeiten. (Urhahne 2019, S.32)
Zu dem impliziten Gedächtnis wird das prozedurale Gedächtnis zu geordnet. Hier werden Informationen, wie etwas getan wird, wie das Spielen eines Musikinstrument oder andere motorische Fähigkeiten, abgespeichert. Das prozeduralen Gedächtnis beinhaltet nach Anderson & Funk auch wiederkehrende Abläufe von Handlungsweisen, wie der Einsatz von Suchheurismen, Beschaffen von Informationen, Lösungsalgorithmen bei kognitiven Aufgaben. (Urhahne et al. 2019, S.31)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz betrieblicher Weiterbildung in Zeiten voranschreitender Digitalisierung und definiert die Zielsetzung sowie die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2. Gedächtnis in seiner zeitlichen Dimension: Dieses Kapitel erläutert das Mehrspeichermodell nach Atkinson und Shiffrin unterteilt in sensorisches Gedächtnis, Kurzzeitgedächtnis (inklusive Arbeitsgedächtnis) und Langzeitgedächtnis.
3. Gedächtnis in seiner inhaltlichen Dimension: Hier werden die Inhalte des Langzeitgedächtnisses in explizite und implizite Systeme gegliedert sowie Prozesse wie Abrufen, Vergessen und verschiedene Verarbeitungsstrategien detailliert behandelt.
4. Nachhaltiges Lernen im Unternehmen: Dieses Kapitel transferiert die theoretischen Grundlagen in die Unternehmenspraxis und stellt das WIFI-Lernmodell LENA sowie High Performance Konzepte vor.
5. Kritische Diskussion zu Online Weiterbildungen: Es werden die spezifischen Herausforderungen wie Aufmerksamkeitssteuerung und körperliche Ermüdung bei Bildschirmarbeit gegen die Flexibilitätsvorteile von Online-Formaten abgewogen.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz der Gedächtnisforschung für die Gestaltung effektiver Weiterbildungen zusammen und resümiert das Potenzial digitaler Lernformen unter Berücksichtigung der untersuchten psychologischen Faktoren.
Schlüsselwörter
Gedächtnisforschung, Arbeitsgedächtnis, Langzeitgedächtnis, Nachhaltiges Lernen, Weiterbildung, Erwachsenenbildung, WIFI-Lernmodell, Online-Seminare, Mnemotechniken, Wissenserwerb, Lernprozesse, Abrufhilfen, Digitale Transformation, Personalentwicklung, Kognitive Psychologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit exploriert die psychologischen Grundlagen des Gedächtnisses und leitet daraus Strategien ab, wie betriebliche Lernprozesse in modernen Unternehmen effektiver und nachhaltiger gestaltet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die zeitliche und inhaltliche Gliederung des Gedächtnisses, Strategien zur Informationsverarbeitung sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse in der beruflichen Weiterbildung, vermehrt mit Fokus auf digitale Formate.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Funktionsweise des Gedächtnisses aufzuzeigen und zu untersuchen, wie durch Erkenntnisse aus der psychologischen Forschung nachhaltige Lernkonzepte in Unternehmen optimiert und in Online-Weiterbildungen integriert werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich primär um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse aktueller psychologischer Forschung und pädagogischer Modelle (wie dem WIFI-Lernmodell LENA) basiert, um praktische Handlungsempfehlungen für die Personalentwicklung abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Systematik des Gedächtnisses, geht auf Formen des Lernens, Abrufens und Vergessens ein, führt kognitive Strategien zur Unterstützung des Lernens ein und diskutiert diese im Kontext betrieblicher Lernumgebungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind Gedächtnisforschung, Nachhaltiges Lernen, Arbeitsgedächtnis, Online-Weiterbildung, Personalentwicklung, Mnemotechniken und Wissenskonsolidierung.
Was unterscheidet das explizite vom impliziten Gedächtnis laut dieser Arbeit?
Das explizite Gedächtnis speichert Fakten und Ereignisse bewusst ab, während das implizite Gedächtnis für unbewusste, automatische Fertigkeiten wie motorische Abläufe zuständig ist und weniger Aufmerksamkeitsressourcen beansprucht.
Worin liegen laut der Untersuchung die größten Risiken bei Online-Weiterbildungen?
Zentrale Risiken sind die durch externe Reize und Bildschirmarbeit verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, eine leichtere Ermüdung sowie Beeinträchtigungen der Aufnahmefähigkeit durch negative emotionale Verfassungen bei längeren Lernphasen.
Wie kann das LENA-Lernmodell die Nachhaltigkeit von Wissen erhöhen?
Durch die Integration von S.P.A.S.S.-Elementen (selbstgesteuert, produktiv, aktivierend, situativ, sozial) wird sichergestellt, dass Lernende nicht nur passiv Wissen aufnehmen, sondern dieses aktiv durch Reflexion und Praxisbezug dauerhaft im Langzeitgedächtnis verankern.
Welche Rolle spielt der sogenannte Spacing-Effekt für die berufliche Bildung?
Der Spacing-Effekt besagt, dass verteilte Lerneinheiten über einen längeren Zeitraum effektiver sind als kurzfristige, massierte Lerneinheiten; dies begünstigt die langfristige Behaltensleistung in beruflichen Trainings maßgeblich.
- Arbeit zitieren
- Julia Adib (Autor:in), 2022, Das Gedächtnis in seiner zeitlichen und inhaltlichen Dimension und wie sich die Gedächtnisforschung im Rahmen eines Unternehmens umsetzen lässt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1327762