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Die Bedeutung des Konsums psychoaktiver Substanzen für Jugendliche

Title: Die Bedeutung des Konsums psychoaktiver Substanzen für Jugendliche

Bachelor Thesis , 2019 , 94 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Moritz Nilßon (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Betrachtet man die 12-Monats-Prävalenz hinsichtlich des Konsums ausgewählter psychotroper Substanzen, und vergleicht die Werte der Erwachsenen mit denen von Jugendlichen im Alter von 15-24 Jahren, so fällt auf, dass die Prävalenz bei den Jugendlichen jeweils etwa doppelt so hoch ist wie bei den Erwachsenen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass jugendliche Personen solche Substanzen vor kurzer Zeit selbst konsumiert oder anderweitig Kontakt zu diesen Stoffen hatten, deutlich größer, als dies bei älteren Menschen der Fall ist.

Woran aber liegt es, dass gerade Jugendliche vergleichsweise oft psychotrope Substanzen konsumieren?
Um sich der Beantwortung dieser Frage zu nähern, gilt es, herauszuarbeiten, worin die Bedeutung des Substanzkonsums für Jugendliche liegt.

Zur Klärung wird zunächst die Lebenssituation Jugendlicher betrachtet, dabei wird insbesondere die Phase der Adoleszenz unter Berücksichtigung verschiedener entwicklungspsychologischer Sichtweisen im Mittelpunkt stehen (u.a. Erikson, Havighurst und Keupp).

Das anschließende Kapitel beschäftigt sich konkret mit gängigen psychoaktiven Substanzen. Nach einer Begriffsdefinition werden die einzelnen Substanzen vorgestellt, wobei neben typischer Wirkungen auch der Wirkmechanismus, Konsumformen, die Wirkdauer und der Rechtsstatus thematisiert werden, da alle diese Punkte zum Verständnis der Substanz und der Klärung möglicher Konsumgründe beitragen können.

Danach wird das genaue Ausmaß des aktuellen jugendlichen Substanzkonsums beleuchtet, indem anhand einschlägiger Studien herausgearbeitet
wird, wie unterschiedliche Parameter in Bezug auf verschiedene Substanzen ausfallen.

Die vorher gewonnenen Erkenntnisse werden dann mit unterschiedlichen Ansätzen, die den Konsum zu erklären versuchen, verbunden, um verschiedene mögliche Bedeutungen des Substanzkonsums für Jugendliche darzustellen. Dabei werden sowohl die Perspektive der Jugendlichen selbst als auch passende theoretische Erklärungsmodelle berücksichtigt (u.a. Risikoverhalten nach Hurrelmann, das Stress-Coping-Modell, Bewältigungshandeln nach Böhnisch sowie Devianztheorien).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jugendliche und Adoleszenz

2.1 Begriff der Adoleszenz

2.2 Entwicklungstheorien Freud und Erikson

2.3 Charakteristika der Adoleszenz

2.3.1 Adoleszenz bei Freud und Erikson

2.3.2 Adoleszenz bei Keupp

2.3.3 Übersicht Entwicklungsaufgaben nach Havighurst

2.4 Phasen der Adoleszenz nach Blos

2.5 Zusammenfassung Adoleszenz

3. Psychoaktive Substanzen

3.1 Einleitung

3.2 Einzelne psychoaktive Substanzen

3.2.1 Alkohol

3.2.2 Tabak

3.2.3 Cannabis

3.2.4 MDMA/Ecstasy

3.2.5 Amphetamin und Methamphetamin

3.2.6 Kokain und Crack

3.2.7 Opiate und Opioide

3.2.8 Halluzinogene

3.2.9 Neue Psychoaktive Substanzen

3.2.10 Inhalantien

3.2.11 Benzodiazepine und Z-Drugs

3.2.12 GHB

3.3 Abhängigkeitserkrankungen als mögliche negative Folge des Konsums

3.4 Zusammenfassung Psychoaktive Substanzen

4. Epidemiologische Daten zum Konsum psychoaktiver Substanzen durch Jugendliche

4.1 Einleitung

4.2 Prävalenz Alkohol

4.3 Prävalenz Tabak

4.4 Prävalenz Illegale Drogen

4.5 Prävalenz Medikamente

4.6 Zusammenfassung Epidemiologische Daten zum Konsum psychoaktiver Substanzen durch Jugendliche

5. Gründe für jugendlichen Substanzkonsum

5.1 Einleitung

5.2 Substanzkonsum aus Sicht befragter Jugendlicher

5.3 Substanzkonsum als Risikoverhalten

5.4 Substanzkonsum aus psychoanalytischer Sicht

5.5 Substanzkonsum als Bewältigungsversuch

5.6 Substanzkonsum als abweichendes Verhalten

5.7 Zusammenfassung Gründe für jugendlichen Substanzkonsum

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelor-Thesis untersucht die Bedeutung des Konsums psychoaktiver Substanzen für Jugendliche, indem sie die psychologischen, sozialen und biografischen Hintergründe analysiert. Ziel ist es, die zentralen Beweggründe für diesen Konsum zu identifizieren und in wissenschaftliche Erklärungsmodelle einzuordnen, um ein tieferes Verständnis für die Funktion des Substanzgebrauchs in dieser Lebensphase zu entwickeln.

  • Entwicklungspsychologische Charakteristika der Adoleszenz
  • Pharmakologische Wirkungsweisen verschiedener psychoaktiver Substanzen
  • Epidemiologische Daten zur Konsumprävalenz bei Jugendlichen
  • Psychologische und soziologische Erklärungsansätze für den Substanzkonsum
  • Bedeutung des Substanzkonsums als Bewältigungsstrategie oder Risikoverhalten

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Betrachtet man die 12-Monats-Prävalenz hinsichtlich des Konsums ausgewählter psychotroper Substanzen, und vergleicht die Werte der Erwachsenen mit denen von Jugendlichen im Alter von 15-24 Jahren, so fällt auf, dass die Prävalenz bei den Jugendlichen jeweils etwa doppelt so hoch liegt wie bei den Erwachsenen (vgl. Trabi; Müller 2019, S. 102).

Das heißt also, dass innerhalb des letzten Jahres vor der Befragung der Anteil an Jugendlichen, die bestimmte psychoaktive Substanzen konsumiert haben, doppelt so groß ist wie der Anteil bei älteren Menschen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit jugendliche Personen solche Substanzen vor relativ kurzer Zeit selbst konsumiert haben oder anderweitig Kontakt, zum Beispiel durch FreundInnen, zu diesen Stoffen hatten, deutlich größer, als dies bei älteren oder mutmaßlich auch jüngeren Menschen der Fall ist.

Woran aber könnte es liegen, dass Jugendliche mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit kürzlich Kontakt zu psychoaktiven Substanzen hatten bzw. diese häufig konsumiert haben? Um sich der Beantwortung dieser Fragestellung zu nähern, gilt es also, herauszuarbeiten, worin die Bedeutung des Substanzkonsums für Jugendliche liegt, genauer, welche Gründe zum Konsum psychotroper Substanzen führen.

Zur Klärung der Bedeutung des Konsums psychoaktiver Substanzen für Jugendliche soll zunächst die Lebenssituation Jugendlicher betrachtet werden, aus deren Merkmalen sich mutmaßliche Konsumgründe ableiten lassen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des überproportionalen Substanzkonsums bei Jugendlichen ein und formuliert die Forschungsfrage nach den zugrunde liegenden Ursachen.

2. Jugendliche und Adoleszenz: Hier werden die psychosozialen und biologischen Entwicklungsprozesse der Jugendphase nach verschiedenen Theoretikern wie Freud, Erikson, Keupp, Havighurst und Blos detailliert beleuchtet.

3. Psychoaktive Substanzen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der psychoaktiven Substanz und liefert einen Überblick über Wirkungsweisen, Konsumformen sowie medizinische und rechtliche Aspekte der gängigsten Drogen.

4. Epidemiologische Daten zum Konsum psychoaktiver Substanzen durch Jugendliche: Basierend auf Studien werden statistische Daten zur Lebenszeit- und 30-Tages-Prävalenz für legale und illegale Substanzen unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Bildungsstatus analysiert.

5. Gründe für jugendlichen Substanzkonsum: Es findet eine theoretische Einordnung der Konsumgründe statt, wobei Aspekte wie Risikoverhalten, psychoanalytische Motive, Bewältigungsversuche und abweichendes Verhalten diskutiert werden.

6. Zusammenfassung: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengeführt und die Bedeutung des Substanzkonsums als integraler, wenn auch gefährlicher Bestandteil der jugendlichen Identitätsarbeit diskutiert.

Schlüsselwörter

Adoleszenz, Psychoaktive Substanzen, Jugendlicher Substanzkonsum, Entwicklungsaufgaben, Prävalenz, Risikoverhalten, Suchtprävention, Identitätsentwicklung, Sozialisation, Bewältigungsstrategien, Drogenkonsum, Suchtforschung, Identitätsdiffusion, Psychoanalyse, Stress-Coping.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, warum Jugendliche psychoaktive Substanzen konsumieren und welche Funktionen dieser Konsum im Rahmen ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung erfüllt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den entwicklungstheoretischen Anforderungen der Adoleszenz, einer Übersicht der gängigen Substanzen und ihrer Wirkung sowie soziopsychologischen Erklärungsmodellen für den Konsum.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, die Motive und Hintergründe des jugendlichen Substanzkonsums wissenschaftlich zu ergründen, um zu verstehen, warum junge Menschen trotz gesundheitlicher Risiken zu Rauschmitteln greifen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die Auswertung bestehender epidemiologischer Studien, um die Lebenssituation Jugendlicher mit ihrem Konsumverhalten in Bezug zu setzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist in vier Teile gegliedert: Eine entwicklungspsychologische Einordnung der Jugendphase, eine sachliche Darstellung psychoaktiver Substanzen, eine statistische Analyse des Konsumverhaltens und eine fundierte psychologische Interpretation der Konsummotive.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Adoleszenz, Prävalenz, Risikoverhalten, Identitätsarbeit, Bewältigungsstrategien und psychoanalytische Wirkungsweisen.

Spielt der sozioökonomische Hintergrund bei der Prävalenz eine Rolle?

Ja, die Arbeit zeigt auf, dass Faktoren wie der Bildungsabschluss, die besuchte Schulform und ein eventueller Migrationshintergrund statistisch signifikante Unterschiede in der Konsumprävalenz von Alkohol, Tabak und illegalen Drogen bedingen.

Stellt der Substanzkonsum laut Arbeit immer eine Flucht dar?

Nicht zwingend. Während er einerseits als autoaggressiver Bewältigungsversuch oder Flucht vor Problemen dienen kann, wird er andererseits als funktionales Mittel zur sozialen Identitätsbildung oder als cooles Risikoverhalten im Kontext der Peergroup interpretiert.

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Details

Title
Die Bedeutung des Konsums psychoaktiver Substanzen für Jugendliche
College
Kiel University of Applied Sciences  (Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit)
Grade
1,7
Author
Moritz Nilßon (Author)
Publication Year
2019
Pages
94
Catalog Number
V1327917
ISBN (PDF)
9783346814944
ISBN (Book)
9783346814951
Language
German
Tags
Adoleszenz Drogen Psychoaktive Substanzen Soziale Arbeit Freud Alkohol Risikoverhalten Böhnisch Erikson Entwicklungspsychologie Persönlichkeitsentwicklung Bewältigungsaufgaben Opiate Epidemiologie Devianz Havighurst Keupp Abhängigkeit und Sucht Rausch Heroin Medikamente Benzodiazepine Neue Psychoaktive Substanzen Coping Stress Stressbewältigung Cannabis Bachelor Hurrelmann MDMA Kokain Tilidin Codein Tabak Nikotin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Nilßon (Author), 2019, Die Bedeutung des Konsums psychoaktiver Substanzen für Jugendliche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1327917
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