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Kant über die Würde des Menschen in der "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten"

Title: Kant über die Würde des Menschen in der "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten"

Term Paper , 2022 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit zeichnet Kants Bestimmung eines reflexiv gewonnenen Würdebegriffs aus dem Prinzip der Autonomie nach. In einem ersten Teil geht es also darum, Aufgabe, Aufbau und Methode der GMS in ihren Grundzügen zu erläutern und die ethischen Grundbegriffe Kants mit Blick auf ihre Bedeutung für die Genese seines Würdebegriffs zu untersuchen. In einem zweiten Schritt kann dann auf Kants Begründung der Würde des Menschen durch sein Konzept der sittlichen Autonomie näher eingegangen werden. Kants Postulat der vernünftigen Natur des Menschen als existierendem Zweck an sich und dem sich daraus ergebendem absoluten Wert des Menschen steht in dieser Analyse freilich im Mittelpunkt.

Immanuel Kant (1724–1804) veröffentlichte 1785 mit der "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten" (GMS) sein erstes moralphilosophisches Hauptwerk, das die Vorarbeit für die nachfolgende Kritik der praktischen Vernunft (1788) und Metaphysik der Sitten (1797) darstellt. Mit der GMS tritt in Kants Schriften erstmals der Begriff der Würde des Menschen in Erscheinung. Die Leistung Kants mit Blick auf den Würdebegriff in der GMS besteht nicht in der Neuschöpfung, schließlich ist der Gedanke der Würde des Menschen bereits seit der Antike Gegenstand der Philosophie. Bedeutsam ist vielmehr Kants genuin neuzeitliche Bestimmung des Würdebegriffs, den er aus der Autonomie, als das die Praxis freiheitlicher Vernunftwesen vorrangig bestimmende Prinzip, ableitet.

Die Arbeiten von Dieter Schönecker und Allen W. Wood erweisen sich für eine derartige Analyse als ausgesprochen hilfreich. Mit ihnen lässt sich zeigen, dass sich der Mensch nach Kant aufgrund seiner Vernunft und seines freien Willens als Intelligenz beziehungsweise Glied der Verstandeswelt (homo noumenon) begreift und in diesem Status stets einen „vollkommenen Willen“ hat, der jederzeit gemäß des obersten Moralgesetzes bestimmt ist. Mit der von Kant angenommenen ontologischen Vorrangstellung des homo noumenon lässt sich demnach begründen, dass der Mensch, der zugleich empirisches Naturwesen (homo phaenomenon) ist und damit ebenso einer Willensbestimmung durch subjektive Neigungen unterliegt, trotzdem nach objektiven Prinzipien – moralisch – handeln kann und soll.

Abschließend soll ein Ausblick auf aktuelle biopolitische Debatten gegeben werden, in denen Kants Begrifflichkeiten der Autonomie und Würde nach wie vor von zentraler Bedeutung sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kants Projekt einer Ethik a priori

2.1 Aufgabe und Aufbau der Grundlegung

2.2 Begriffsexplikation

2.2.1 Der gute Wille

2.2.2 Pflicht

2.2.3 Kategorischer Imperativ

3 Die Würde des Menschen

3.1 Der Zweck an sich als Materie der moralischen Maxime

3.2 Der absolute Wert der Person

3.3 Der homo noumenon als Grund der Würde

4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Kants Bestimmung eines reflexiv gewonnenen Würdebegriffs aus dem Prinzip der Autonomie. Dabei wird primär analysiert, wie Kant die Würde des Menschen durch das Konzept des vernünftigen Wesens als „Zweck an sich“ begründet, um daraus die Voraussetzung für einen absoluten Wert des Menschen herzuleiten.

  • Grundlagen der Kantischen Moralphilosophie und Autonomie
  • Analyse des "guten Willens" und des kategorischen Imperativs
  • Die systematische Herleitung des Würdebegriffs als "Zweck an sich"
  • Der Status des Menschen als "homo noumenon" im Gegensatz zum "homo phaenomenon"
  • Aktuelle Relevanz in der Bioethik und Rechtsprechung

Auszug aus dem Buch

Der absolute Wert der Person

Horn führt zu Kants Verwendung von „Mensch“ oder „Menschheit“ im Zusammenhang mit der Zweckformel aus, dass hier nicht der Mensch als empirisches Wesen (homo phaenomenon), sondern als Glied der Verstandeswelt, also gesetzgebendes beziehungsweise moralisches Wesen (homo noumenon), begriffen werden muss. Er fährt fort, dass mit „Menschheit in der Person“ der Mensch als homo noumenon gemeint sei, dem in der Zweckformel ein absoluter innerer Wert zugesprochen wird. Dieser absolute Wert gebiete, ihn jederzeit zugleich als Zweck einer Handlung zu gebrauchen und verbiete, ihn bloß als Mittel zu instrumentalisieren, egal ob fremd- oder selbstinstrumentalisiert.74 Aus der Zweckformel wird deutlich, dass in der vernünftigen Natur „Objekt und Subjekt der Moral, Inhalt und Träger von Normen […] vollständig zur Deckung [gelangen].“75

Aus dem Begriffspaar „Zweck/Mittel“ bildet Kant in seinen Ausführungen zur Zweckformel die Begriffsgattung „Wert“. Ihre Arten „Preis“ und „Würde“ sind über die spezifische Differenz „relativer Wert“ und „absoluter (innerer) Wert“ zu unterscheiden.76 Vernunftlose Wesen (Tiere, Pflanzen) bezeichnet Kant als Sachen, die jederzeit als Mittel für einen subjektiven Zweck gebraucht werden können. Ihr Wert lasse sich in einem Preis ausdrücken; ihnen stünde also ein empirisches Äquivalent gegenüber. Sie haben, so Kant, demnach nur einen relativen Wert. Vernünftige Wesen seien dagegen Personen und als Zweck an sich selbst jeglichem willkürlichen Gebrauch (als Mittel) durch andere Personen entzogen.77 Sie haben Kant zufolge einen inneren oder absoluten Wert, der nicht durch einen Preis empirisch äquivalent ausgedrückt werden kann und besitzen im Vergleich zu Sachen daher eine Würde.78 Wenn die vernünftige Natur nicht als ein notwendiger und allgemeiner Zweck an sich existieren würde, dann wäre, so Kant weiter, aller Wert nur bedingt (also relativ) und die Vernunft könnte kein unbedingtes oberstes praktisches Prinzip antreffen, das ein absolutes Sittengesetz erst ermöglicht.79

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in Kants „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ ein und skizziert die wissenschaftliche Fragestellung bezüglich des neuzeitlichen Würdebegriffs.

2 Kants Projekt einer Ethik a priori: Hier werden die Grundlagen von Kants Moralphilosophie, insbesondere der gute Wille, die Pflicht und der kategorische Imperativ, als notwendige Voraussetzungen für seine Ethik erläutert.

3 Die Würde des Menschen: Dieses Kapitel expliziert die Kernargumentation, dass der Mensch als „Zweck an sich“ und als „homo noumenon“ einen absoluten Wert besitzt, der seine Würde begründet.

4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Anwendung des Kantischen Würdeverständnisses in aktuellen biopolitischen Debatten wie dem Embryonenschutz und der Sterbehilfe.

Schlüsselwörter

Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Würde, Autonomie, kategorischer Imperativ, homo noumenon, homo phaenomenon, Pflicht, guter Wille, Zweck an sich, Moralität, Vernunft, Bioethik, Selbstzweckhaftigkeit, Wert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Immanuel Kants Verständnis der Menschenwürde, wie es in seinem Werk „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ dargelegt ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Moralphilosophie, der Begriff der sittlichen Autonomie, die Unterscheidung zwischen Preis und Würde sowie die Stellung des Menschen als Vernunftwesen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Nachzeichnung von Kants Bestimmung der Würde als absoluten Wert, der aus dem Status des Menschen als „Zweck an sich“ und seinem Anteil an der Verstandeswelt entspringt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Begriffs- und Literaturanalyse, die zentrale Textpassagen Kants im Diskurs mit modernen Interpretationen wie denen von Schönecker und Wood auslegt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die ethischen Grundbegriffe Kants, die deduktive Herleitung des kategorischen Imperativs und die ontologische Sonderstellung des Menschen als homo noumenon.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Autonomie, Würde, kategorischer Imperativ, homo noumenon und Menschheit als Selbstzweck charakterisieren.

Wie unterscheidet Kant zwischen einem Preis und einer Würde?

Während Sachen einen relativen Wert haben und einen Preis besitzen, haben vernünftige Wesen als Personen einen inneren, absoluten Wert, den Kant als Würde bezeichnet.

Welche Bedeutung hat der homo noumenon für die Würde?

Als homo noumenon begreift sich der Mensch als Glied der Verstandeswelt, ist sittlich autonom und kann moralisch handeln, was ihn ontologisch über das reine Naturwesen (homo phaenomenon) erhebt.

Wie bezieht sich die Arbeit auf aktuelle biopolitische Debatten?

Die Arbeit diskutiert, wie Kants Würdekonzept in der aktuellen Debatte um assistierte Sterbehilfe und Embryonenschutz angewendet bzw. kritisch hinterfragt wird.

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Details

Title
Kant über die Würde des Menschen in der "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten"
College
University of Hagen  (Lehrgebiet Philosophie II)
Course
Einführung in die Praktische Philosophie
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2022
Pages
25
Catalog Number
V1327933
ISBN (PDF)
9783346822390
ISBN (Book)
9783346822406
Language
German
Tags
Menschenwürde Kant Grundlegung zur Metaphysik der Sitten Moralphilosophie
Product Safety
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Quote paper
Anonym (Author), 2022, Kant über die Würde des Menschen in der "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1327933
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