Die Schüler erarbeiten die kriminelle Entwicklung des Protagonisten Jochen, problematisieren, unter
welchen Umständen er kriminell wurde, entwickeln Alternativen und erarbeiten in Gruppen ein
Rollenspiel (Gerichtsverhandlung).
Inhaltsverzeichnis
1. Reihenplanung
2. Lernvoraussetzungen
3. Lernziele
3.1. Grobziele
3.2. Feinziele
4. Verlaufsplanung
5. Didaktisch-methodischer Kommentar
Sitzplan
Zielsetzung und Themen
Ziel der vorliegenden Unterrichtsplanung ist es, die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b durch eine gezielte Auseinandersetzung mit dem Jugendroman "Rolltreppe abwärts" von Hans-Georg Noack dazu zu befähigen, die kriminelle Entwicklung des Protagonisten Jochen kritisch zu reflektieren, Hintergründe und Motive zu analysieren sowie durch eine szenische Erarbeitung in Form einer Gerichtsverhandlung ein eigenständiges, begründetes Urteil über Jochens Handeln zu fällen.
- Analyse der kriminellen Entwicklung des Protagonisten Jochen.
- Reflexion über soziale, familiäre und situative Einflüsse auf das Handeln von Jugendlichen.
- Anwendung kooperativer Lernformen (Platzdeckchen-Methode) zur Erarbeitung von Alternativen.
- Szenische Erarbeitung und Präsentation einer Gerichtsverhandlung zur Urteilsfindung.
Auszug aus dem Buch
Didaktisch-methodischer Kommentar
Themen des 1974 erschienenen Jugendromans „Rolltreppe abwärts“ von Hans-Georg Noack sind Kriminalität, Scheidung, Einsamkeit, Freundschaft und die Fehlerhaftigkeit des Menschen. Der Roman hat an Aktualität nichts verloren. Er schildert das Leben eines Jungen (Jochen), der in wichtigen Situationen seines Lebens keine Aufmerksamkeit erhält, der alleingelassen und nicht verstanden wird und der damit fast automatisch auf der „Rolltreppe“ seines Lebens „abwärts“ fährt. Nach verschiedenen von den erwachsenen Romanfiguren nicht erkannten „Hilferufen“ weiß er letztendlich aus seiner Verzweiflung heraus keinen anderen Ausweg, als durch eine Reihe von Straftaten auf sich aufmerksam zu machen und sich gegen das ihm zugefügte Unrecht zu wehren, was dazu führt, dass er (vorerst??) ins Gefängnis muss.
Für die Schüler der 7. Klasse, die sich gerade an der Schwelle von Kindheit zu Jugend befinden, sind die Themen des Jugendromans von Interesse. Jochen macht Fehler, aber damit ist er nicht der einzige. Jochen kann nicht zurechtkommen, „weil auch Menschen, die es gut mit ihm meinen, im jeweils entscheidenden Augenblick versagen, nicht da sind, nicht helfen“. Der männliche Protagonist bietet insbesondere deshalb für viele der Schüler eine Identifikationsfigur, da 3/4 der Klasse Jungen sind. Der 13-jährige Jochen bietet aufgrund seines Alters, seines Verhaltens und seiner Zielvorstellungen den jugendlichen Lesern genügend Identifikationsmöglichkeiten, aber auch Ansatzpunkte zu einer kritischen Auseinandersetzung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Reihenplanung: Übersicht über die geplante Unterrichtssequenz zum Jugendroman, inklusive Stundenthemen und didaktischer Schwerpunkte.
2. Lernvoraussetzungen: Analyse der Klassensituation, des Leistungsstands sowie der Rezeptionsvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler.
3. Lernziele: Definition der Grob- und Feinziele unterteilt in kognitive, methodische und sozial-affektive Lernzielbereiche.
4. Verlaufsplanung: Detaillierte tabellarische Darstellung der geplanten Unterrichtsphasen mit zeitlichem Ablauf, Lehr- und Schülertätigkeiten sowie Medieneinsatz.
5. Didaktisch-methodischer Kommentar: Pädagogische und fachliche Begründung der Unterrichtsstunde sowie methodische Analyse der geplanten Schritte.
Sitzplan: Erläuterung zum Fehlen eines Sitzplans aufgrund eines notwendigen Raumwechsels.
Schlüsselwörter
Rolltreppe abwärts, Jochen, Hans-Georg Noack, Jugendroman, Kriminalität, Sozialisation, Gerichtsverhandlung, Rollenspiel, Platzdeckchen-Methode, Unterrichtsplanung, Deutschunterricht, Identifikationsfigur, Motivation, Strafmaß, Ursachenanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsplanung?
Die Arbeit umfasst die Planung einer Deutschstunde zur Erarbeitung des Jugendromans „Rolltreppe abwärts“ von Hans-Georg Noack, bei der die kriminelle Entwicklung des Protagonisten Jochen im Fokus steht.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind Kriminalität bei Jugendlichen, familiäre Konflikte (Scheidung, Vernachlässigung), Suche nach Anerkennung sowie die Auseinandersetzung mit Schuld und Verantwortung.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Das Ziel ist, dass die Schüler durch eine Gerichtsverhandlung ein eigenständiges Urteil über Jochens Taten fällen, nachdem sie zuvor Motive und Handlungsalternativen erarbeitet haben.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es kommen insbesondere szenische Verfahren (Rollenspiel) und kooperative Lernformen wie die Platzdeckchen-Methode zum Einsatz, um das Textverständnis zu vertiefen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die didaktische Begründung, die Lernziele, der konkrete Verlaufsplan sowie die methodischen Überlegungen der Unterrichtsstunde detailliert dargelegt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Jugendbuchanalyse, krimineller Werdegang, Urteilsfindung, Rollenspiel und kooperatives Lernen geprägt.
Warum wird die Platzdeckchen-Methode eingesetzt?
Die Methode soll die Schüler aktivieren, ihre individuellen Ergebnisse zur Analyse von Jochen in einer Gruppe zusammenzuführen und so eine positive gegenseitige Abhängigkeit im Team fördern.
Welche Rolle spielt die Anklageschrift für den Unterricht?
Die Anklageschrift dient dazu, den Gerichtsprozess authentisch zu gestalten, die Situation für die Schüler greifbar zu machen und sie zur Motivation für die Rollenübernahme anzuregen.
Wie gehen die Schüler mit den verschiedenen Rollen im Gericht um?
Die Schüler wählen ihre Rollen (z.B. Richter, Staatsanwalt, Verteidiger) selbst aus, um eine höhere Identifikation zu ermöglichen und ihre Diskussionskompetenz in der Gruppe zu stärken.
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- Monique Schwertfeger (Author), 2009, Unterrichtsstunde: "Rolltreppe abwärts" von Hans Georg Noack - Prozess gegen Jochen vorbereiten und erarbeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132807