In dem Scientific Essay werden die Grenzen und Möglichkeiten der Prozesskostenrechnung in Dienstleistungsunternehmen beschrieben. Im ersten Teil dieser Arbeit werden Grundlagen der Prozesskostenrechnung vorgestellt. Der zweite Teil befasst sich mit dem Aufbau und ihrer Anwendung. Im dritten Teil werden Grenzen und Möglichkeiten der Prozesskostenrechnung in Dienstleistungsunternehmen kritisch diskutiert, auf Basis einer persönlichen Stellungnahme.
In den letzten Jahrzehnten sind aufgrund des zunehmenden Wettbewerbsdrucks immer mehr Trends in der Produktionsautomatisierung und Rationalisierung zu beobachten. Dies hat dazu geführt, dass die Einzelkosten, die direkt von den Kostenträger getragen werden zu einem Plan der Senkung der Betriebskosten geworden sind. Dies hat zu erheblichen Kosteneinsparungen in diesem Bereich geführt. Da das Automatisierungspotential indirekter Bereiche stark reduziert wurde, wurde den Gemeinkosten zunächst wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Aufgrund des zunehmenden Automatisierungsgrades und der zunehmenden Bedeutung von Planungs-, Steuerungs- und Überwachungsaktivitäten in indirekten Leistungsbereichen wie Forschung und Entwicklung, Qualitätssicherung oder dem Vertrieb, stieg der Anteil der Gemeinkosten weiter an.
Um hier eine Kostendeckung zu erreichen, musste der Zuschlagssatz für Gemeinkosten stetig erhöht werden, um die indirekten Kosten den Kostenträgern zuzuordnen. Die Gemeinkostenquote von mehreren hundert Prozent zeigt jedoch, dass herkömmliche Kostenrechnungsverfahren nur bis zu einem gewissen Grad geeignet sind, die Kostensituation moderner Unternehmen realistisch abzubilden. Als Reaktion auf diese Situation wurde ein neues Kostenrechnungssystem entwickelt, welches heute die Prozesskostenrechnung darstellt. Als Methode des strategischen Kostenmanagements versucht die Prozesskostenrechnung, diese Probleme zu lösen. Somit stellt sich die Frage, wo die Grenzen und Möglichkeiten der Prozesskostenrechnung bezogen auf Dienstleistungsunternehmen liegen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Grundlagen der Prozesskostenrechnung
1.1 Entstehung der Prozesskostenrechnung
1.2 Aufgaben und Ziele der Prozesskostenrechnung
2 Aufbau und Anwendung der Prozesskostenrechnung
2.1 Tätigkeitsanalyse
2.2 Prozessdefinition und Bildung einer Prozesshierarchie
2.3 Bestimmung prozessbezogener Kostentreiber
2.4 Kostenzuordnung zu Prozessen
2.5 Berechnung von Prozesskostensätzen
2.6 Aggregation von Teilprozess- zu Hauptprozesskosten
3 Einsatzmöglichkeiten und Grenzen der Prozesskostenrechnung in Dienstleistungsunternehmen und abschließende Betrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der Prozesskostenrechnung in Dienstleistungsunternehmen, mit dem Ziel, die Möglichkeiten und Grenzen dieses Instruments zur Transparenzsteigerung und Kostensteuerung in indirekten Leistungsbereichen kritisch zu bewerten.
- Grundlagen und Entstehung der Prozesskostenrechnung
- Methodischer Aufbau und Anwendungsschritte
- Bestimmung von Kostentreibern und Prozesshierarchien
- Strategische Kostenbeeinflussung in Dienstleistungsunternehmen
Auszug aus dem Buch
1.2 Aufgaben und Ziele der Prozesskostenrechnung
Als neue Kalkulationsmethode möchte die Prozesskostenrechnung, dass aussagekräftige Leistungsgrößen verwendet werden, um Gemeinkosten in indirekte Leistungsbereiche zu planen, zu steuern und zuzuordnen. Auf diese Weise sollte die Buchhaltung nicht mehr hauptsächlich über Kostenstellen, sondern über kostenstellenübergreifende Prozesse erfolgen (Sachse, 2006, S. 321). Für die Prozesskostenrechnung ist der wichtigste Prozess, ein Prozess, der einer grundsätzlich festen Struktur folgt und hauptsächlich standardisierte Leistungen umfasst. Mit dieser Prozessreferenz sollte die Prozesskostenrechnung die wirtschaftliche Beziehung zwischen Ressourcen, Prozessen und Produkten aufzeigen, um eine strategische Kostenbeeinflussung zu erreichen, während herkömmliche Kostenrechnungssysteme dieses Ziel nicht erreichen können (Olfert, 2001, S. 373). Abbildung 2 veranschaulicht die Hauptziele der Prozesskostenrechnung. Die Abbildung zeigt, dass zwei Ziele entscheidend sind. Einerseits die Steigerung der Effektivität und Effizienz. Andererseits die Verursachungsgerechte Kostenverrechnung für eine strategische Kalkulation (Horsch, 2018, S. 279). Um die Prozesseffizienz zu verbessern, beschränkt sich die Prozesskostenrechnung nicht nur auf die einfache Kostenzuordnung, sondern bietet auch einen Ausgangspunkt und eine Verbindung für das Prozessmanagement (Plinke, 2015, S. 229).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den zunehmenden Wettbewerbsdruck und die steigende Bedeutung von Gemeinkosten, die zur Entwicklung der Prozesskostenrechnung als strategisches Instrument führten.
1 Grundlagen der Prozesskostenrechnung: Dieser Abschnitt beschreibt die historische Entstehung der Methode als Antwort auf die Schwächen klassischer Systeme sowie deren zentrale Aufgaben und Zielsetzungen.
2 Aufbau und Anwendung der Prozesskostenrechnung: Hier werden die methodischen Schritte von der Tätigkeitsanalyse über die Prozesshierarchie bis hin zur Ermittlung der Prozesskostensätze detailliert aufgeführt.
3 Einsatzmöglichkeiten und Grenzen der Prozesskostenrechnung in Dienstleistungsunternehmen und abschließende Betrachtung: Das Kapitel bietet eine kritische Analyse der Anwendbarkeit des Konzepts in Dienstleistungssektoren und schließt mit einer persönlichen Stellungnahme zum instrumentellen Nutzen.
Schlüsselwörter
Prozesskostenrechnung, Gemeinkosten, Dienstleistungsunternehmen, Tätigkeitsanalyse, Prozesshierarchie, Kostentreiber, Prozessmanagement, Effizienz, Kostensteuerung, Kostenstellenrechnung, Strategische Kalkulation, Leistungsbereiche, indirekte Kosten, Prozesskosten, Unternehmensführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert die Eignung und Anwendungsmöglichkeiten der Prozesskostenrechnung speziell innerhalb von Dienstleistungsunternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Berechnungsmethode, deren praktischer Aufbau sowie die spezifischen Chancen und Probleme beim Einsatz in indirekten Leistungsbereichen.
Was ist das übergeordnete Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, inwiefern die Prozesskostenrechnung die Transparenz erhöhen und eine strategische Kostenbeeinflussung in Dienstleistungsunternehmen ermöglichen kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um einen "Scientific Essay", der auf einer fundierten Literaturrecherche und der strukturierten Darstellung methodischer Konzepte zur Prozesskostenrechnung basiert.
Was wird im methodischen Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erläutert technisch-operativ, wie ein Unternehmen Prozesshierarchien bildet, Kostentreiber bestimmt und Prozesskostensätze berechnet.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Prozessorientierung, Gemeinkostentransparenz, Strategisches Kostenmanagement und betriebliche Effizienz definieren.
Wie unterscheidet sich die Prozesskostenrechnung nach Ansicht des Autors von klassischen Systemen?
Sie ermöglicht eine prozessorientierte anstelle einer rein kostenstellenorientierten Sichtweise, was besonders in indirekten Bereichen zu einer verursachungsgerechteren Kostenzuordnung führt.
Warum ist die Implementierung in Dienstleistungsunternehmen besonders anspruchsvoll?
Aufgrund der hohen Dienstleistungsintensität, der oft komplexen Konnektivität zwischen Prozessen und einer häufig fehlenden direkten Verbindung zwischen Prozess und Produkt gestaltet sich die Datenerfassung und Zuordnung schwierig.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich des Nutzens?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Nutzen der Methode bei korrekter Anwendung überwiegt und sie ein wertvolles Instrument für Unternehmen darstellt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Prozesskostenrechnung in Dienstleistungsunternehmen. Einsatzmöglichkeiten und Grenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1328240