Der vorliegenden Abschlussarbeit liegt die Forschungsfrage zugrunde, ob Achtsamkeit als mögliche Intervention zur Stressbewältigung bei Studierenden eingesetzt werden kann. In diesem Zusammenhangsoll untersucht werden, ob Achtsamkeit einen Einfluss auf das Wohlbefinden und auf die Selbstkontrollanforderungen von Studierenden einnimmt. Die Ergebnisse der Studie könnten Anhaltspunkte dafür liefern, dass Achtsamkeit als mögliche Intervention zur Stressbewältigung bei Studierenden eingesetzt werden kann. Träfe dies zu, kann im Achtsamkeitstraining eine ressourcenorientierte Intervention zum Zwecke der Prävention von studentischem Stress gesehen werden. Demzufolge würde ein relevanter Mehrwert für Handlungsempfehlungen resultieren, aus dem sich ableiten ließe, dass eine erhöhte Achtsamkeit bei Studierenden, eine Reduzierung bzw. Vorbeugung des Belastungsempfindens im Studium hervorruft.
Zu Beginn der Untersuchung werden im ersten Schritt die theoretischen Grundlagen vorgestellt, welche das Fundament für die Generierung der zu untersuchenden Hypothesen bilden. Die thematischen Schwerpunkte "Achtsamkeit", "Wohlbefinden" und
"Selbstkontrollanforderungen" werden erläutert und theoretisch fundiert. Aufbauend auf der Theorie sowie dem aktuellen Forschungsstand erfolgt in Kapitel 2.5 die Hypothesenformulierung. Mittels der in Kapitel 3 aufgeführten Methodik erfolgt die
Überprüfung der theoriefundierten Präsumtionen. Im vierten Kapitel werden die zentralen Forschungsergebnisse systematisch beleuchtet. Anschließend werden in Kapitel 5 die statistischen Ergebnisse vor dem Hintergrund, der eingangs beschriebenen Theorien diskutiert und interpretiert. Rückblickend auf die methodische Vorgehensweise endet das Diskussionskapitel, neben einer kritischen Reflexion der empirischen Arbeit, mit möglichen Implikationen für Praxis und Forschung. Die vorliegende Arbeit schließt mit einem Fazit, auf dessen Basis die Beantwortung der Forschungsfrage erfolgt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Achtsamkeit
2.1.1 Der Ursprung der Achtsamkeit
2.1.2 Komponenten der Achtsamkeit
2.1.3 Achtsamkeitsdefinition nach Brown & Ryan
2.1.4 Zwei Komponenten Modell
2.2 Wohlbefinden
2.2.1 Hedonisches & eudaimonisches Wohlbefinden
2.2.2 Mental Health Theory
2.2.3 Well-Being Theory
2.3 Selbstkontrollanforderungen
2.3.1 Konzept der Selbstkontrolle
2.3.2 Selbstregulationsmodell
2.3.3 Ressourcenmodell der Selbstkontrolle
2.4 Aktueller Forschungsstand
2.5 Hypothesenentwicklung
3 Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Untersuchungsdesign
3.3 Untersuchungsdurchführung
3.4 Erhebungsinstrumente
3.4.1 Mindful Attention Awareness Scale
3.4.2 Flourishing Scale
3.4.3 Self-Control Demands Questionnaire
4 Ergebnisse
4.1 Datenaufbereitung
4.2 Deskriptivstatistische Analyse
4.3 Inferenzstatistische Analyse
4.4 Weitere explorative Analysen
5 Diskussion
5.1 Interpretation der Ergebnisse
5.2 Limitation
5.3 Implikation für die Praxis und Ausblick
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Forschung untersucht mittels einer Online-Befragung den Einfluss von Achtsamkeit auf das Wohlbefinden und die Selbstkontrollanforderungen bei Studierenden, um zu klären, ob Achtsamkeit als Interventionsmethode gegen studienbedingten Stress eingesetzt werden kann.
- Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und Wohlbefinden
- Einfluss von Selbstkontrollanforderungen auf das studentische Wohlbefinden
- Moderierende Rolle der Achtsamkeit in Stressprozessen
- Analyse geschlechterspezifischer Unterschiede im Stresserleben
- Evaluation von Ansätzen zur Prävention bei Studierenden
Auszug aus dem Buch
2.1 Achtsamkeit
Das Konzept der Achtsamkeit gewinnt aufgrund seiner nachgewiesenen Wirksamkeit in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung. Anfang der 1990er Jahre war die Auseinandersetzung mit diesem Thema noch oft esoterisch, doch mit der Zeit konnten kontinuierlich qualitativ hochwertige Studien zu diesem Themenkomplex dokumentiert werden. Ebenso werden in den letzten Jahren achtsamkeitsbasierte Interventionen – wie die „Mindfulness Based Relapse Prevention“ oder die „Mindfulness Based Cognitive Therapy“ (MBCT) – erfolgreich in therapeutische Maßnahmen integriert. Darüber hinaus findet Achtsamkeit zunehmend Anwendung im Rahmen der Organisationsentwicklung (Au & Seidel, 2017). Dieser Aspekt stärkt die Auffassung des Zukunfts- und Trendforschers Matthias Horx (2016), dass sich Achtsamkeit im organisatorischen Umfeld zu einem Megatrend entwickelt. Seinen Prognosen zufolge wird diese in den nächsten 20 bis 30 Jahren in allen Bereichen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens präsent sein.
Nicht ohne Grund interessiert sich auch die Wirtschaft für das Thema Achtsamkeit. Der hohe Ökonomisierungsdruck auf die Unternehmen, lässt deren Führungskräfte und Mitarbeiter nicht gleichgültig, sondern bedroht unmittelbar deren psychosoziale Gesundheit. Daher ist die Prävention und das Management von Gesundheitsrisiken für Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Achtsamkeit eröffnet hier neue Möglichkeiten. Organisationen haben bereits damit begonnen, achtsamkeitsbasierte Trainingsprogramme anzubieten. Diese können jedoch nur effektiv sein, wenn die Mitarbeiter die darin vermittelten Übungen auch tatsächlich in ihre tägliche Arbeit einfließen lassen. Vor dem Hintergrund, dass Achtsamkeit nicht konsumiert werden kann, muss sie konsequent praktiziert werden, um effektiv zu sein (Hülsheger et al., 2018). Im Rahmen dieser Untersuchung wird Achtsamkeit nach Michalak et al. (2008) erfasst.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Stressproblematik von Studierenden ein und begründet die Relevanz der Untersuchung von Achtsamkeit und Selbstkontrolle als protektive Faktoren.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel fundiert epistemologisch die Konstrukte Achtsamkeit, Wohlbefinden und Selbstkontrollanforderungen und leitet auf Basis des Forschungsstandes die Hypothesen ab.
3 Methode: Hier werden das Untersuchungsdesign, die Stichprobenkonstruktion sowie die eingesetzten psychometrischen Erhebungsinstrumente (MAAS, Flourishing Scale, Self-Control Demands Questionnaire) detailliert beschrieben.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Bereinigung der Daten sowie die deskriptiven und inferenzstatistischen Analysen zur Hypothesenprüfung.
5 Diskussion: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse bewertet, methodisch reflektiert und Implikationen für eine praxisorientierte Umsetzung an Hochschulen abgeleitet.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und zieht eine Bilanz hinsichtlich der Eignung von Achtsamkeitstrainings zur studentischen Stressprävention.
Schlüsselwörter
Achtsamkeit, Psychisches Wohlbefinden, Selbstkontrollanforderungen, Studierende, Stressbewältigung, Online-Befragung, Flourishing, Mindful Attention Awareness Scale, Selbstregulation, Leistungsdruck, Empirische Untersuchung, Prävention, Akademischer Kontext, Quantitative Studie, Stressoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Achtsamkeit, dem Wohlbefinden und den bei Studierenden auftretenden Selbstkontrollanforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die psychologische Stressbewältigung durch Achtsamkeit sowie die Belastungsfaktoren der Selbstkontrolle im universitären Alltag.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, ob Achtsamkeit als effektive Intervention zur Stressbewältigung bei Studierenden fungieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem quantitativen Ansatz mit einer nicht-probabilistischen Stichprobe und nutzt standardisierte onlinebasierte Fragebögen sowie regressionsbasierte statistische Analysen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der untersuchten psychologischen Konstrukte und eine methodische Umsetzung inklusive statistischer Auswertung komplexer Zusammenhänge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Achtsamkeit, studentisches Wohlbefinden, Selbstkontrolle, Stress, quantitative Forschung und psychologische Ressourcen.
Was ergab die Untersuchung bezüglich weiblicher Studierender?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass weibliche Studierende geringeren Selbstkontrollanforderungen unterliegen als ihre männlichen Kommilitonen.
Moderiert Achtsamkeit den Stressprozess entscheidend?
Nein, die Moderationsanalyse ergab keinen signifikanten moderierenden Einfluss von Achtsamkeit auf den Zusammenhang zwischen Selbstkontrollanforderungen und Wohlbefinden.
Wie verändern sich Anforderungen mit dem Alter?
In der Studie konnte beobachtet werden, dass die Selbstkontrollanforderungen bei Studierenden mit ansteigendem Alter unabhängig vom Geschlecht sinken.
Ist Achtsamkeitstraining eine ressourcenorientierte Lösung?
Nach den Ergebnissen dieser Studie lässt sich das Achtsamkeitstraining nicht eindeutig als eine ressourcenorientierte Intervention zur Stressprävention im universitären Kontext bestätigen.
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- Anonym (Autor:in), 2022, Achtsamkeit versus Selbstkontrollanforderungen im Studium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1328242