Unternehmensgründungen und ihr Beitrag zum Erfolg von Regionalwirtschaften


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002

22 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine und spezielle Probleme bei der Erhebung und Interpretation der Datenlage

3. Theoretische Erklärungsansätze zum Erfolg einer Unternehmensgründung
3.1 Charakteristikum (Definition) eines Unternehmers
3.2 Personenzentrierte Ansätze
3.2.1 Wirtschaftliche Humankapitaltheorie
3.3 Betriebszentrierte Ansätze
3.4 Umfeldzentrierte Ansätze

4. Struktur der Unternehmensgründungen
4.1 Anzahl der Gründungen zwischen 1983 und 1997
4.2 Branchenstruktur der Gründungen
4.3 Räumliche Verteilung der Gründungen

5. Überlebenschancen der Unternehmen (Faktoren)
5.1 Überblick über die Gesamtsituation
5.2 Person des Gründers (Humankapital)
5.3 Startgröße des Unternehmens
5.4 Branche
5.5 Region

6. Auswirkungen der Unternehmensgründungen auf eine Regionalwirtschaft

7. Literatur

1. Einleitung

Nicht nur unsere, sondern auch nahezu alle Regierungen der EU gehen davon aus, dass die Gründung neuer Unternehmen und deren Förderung neue Arbeitsplätze schafft. Gerade die Situation der letzten zehn Jahre ist bislang noch nicht hinreichend erforscht, und es bleibt daher abzuwarten, ob die allgemeine Annahme der Regierungen noch Bestand hat.

Grund für eine Veränderung dieser These könnte zum einen die veränderte Wettbewerbssituation oder auch die fortschreitende Nutzung der IuK-Technologien in Bezug auf Unternehmensorganisation sein.

Außerdem ist bisweilen wenig erforscht, welchen Einfluss die Unternehmensgründungen der letzten Jahre auf die heutige, dass heißt also grundsätzlich gesehen auf die längerfristige, Beschäftigtensituation genommen haben. In letzter Zeit sind zudem noch Zweifel aufgekommen, ob nicht alle hochgelobten Beschäftigungszahlen der späten 70er sowie der 80er Jahre unter reinen Fehlschlüssen, die auf einer Fehlinterpretation der Datenlage beruhen, entstanden sind. Einen entscheidenden Beitrag für diesen Enthusiasmus lieferte die Untersuchung von BIRCH (1979). Seitdem wurden Unternehmensgründungen als Allheilmittel für Beschäftigungsprobleme angesehen.

Sind Unternehmensgründungen vielleicht doch kein Allheilmittel gegen Beschäftigungsprobleme?

Erst in den letzten Jahren sind es Untersuchungen wie diese von BRÜDERL/PREISENDÖRFER/ZIEGLER (1996), die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Gründungserfolge in Deutschland hinsichtlich ihrer Beschäftigungseffekte, Überlebenschancen, Gründungsbranchen usw. genauer unter die Lupe zu nehmen.

Es bleibt also im Rahmen dieses Referates grundsätzlich zu klären, ob die Neugründungen von Betrieben bzw. Unternehmen tatsächlich einen positiven Einfluss auf die Beschäftigungsquote nehmen. Dies heißt ferner, ob die Überlebenschancen der Unternehmen überhaupt so groß sind, um sich längerfristig am Markt zu behaupten. Folge einer solchen Marktbehauptung könnte eine mögliche Expansion des Unternehmens sein, welche mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze einhergeht, und somit auch einen entscheidenden Beitrag für den Erfolg der Regionalwirtschaft leistet. Damit einhergehend stellt sich die Frage, ob Faktoren wie das Potential des Gründers, die Gründungsbranche, die anfängliche Betriebsgröße und ähnliches Unterschiede in den Überlebenschancen aufzeigen. Tiefergehend soll herausgearbeitet werden, ob es eben diese Neugründungen sind, die Einfluss haben auf den Erfolg einer Regionalwirtschaft. Oder sind es die alt eingesessenen Betriebe, die sich schon seit geraumer Zeit auf dem Markt behauptet haben, und vielleicht aufgrund dieser Erfahrungen ein größeres Potential haben?

2. Allgemeine und spezielle Probleme bei der Erhebung und Interpretation der Datenlage:

Wie schon in der Einleitung angesprochen, sind zahlreiche empirische Daten mit methodischen Problemen behaftet. Ich möchte direkt am Anfang meines Referates darauf eingehen und damit eventuell auch schon einige Ergebnisse vorweg nehmen. Ich sehe es jedoch als äußerst wichtig an, auf solche Probleme schon in der Eingangsphase einzugehen, um die im Laufe meines Referates erwähnten Zahlen und Ergebnisse auch mit einem kritischen Auge zu betrachten.

Ein einfaches Beispiel zeigt, wie schnell man in Gefahr gerät bei ungenauer Betrachtung von z.B. Statistiken die falschen Schlüsse zu ziehen.

Angenommen ein Betrieb mit 1020 Mitarbeitern entlässt davon 40. Ab dem Moment verliert die Betriebsgrößenklasse „1000 Beschäftigte und mehr“ genau 1020 Beschäftigte; gleichzeitig gewinnt jedoch die Betriebsgrößenklasse „500 – 999 Beschäftigte“ 980 Beschäftigte. Folge ist, dass auf dem Papier die kleineren Betriebe deutlich an Arbeitsplätzen zulegen, die Großbetriebe aber nur Arbeitsplätze abbauen. Faktisch wurden aber nur 40 Stellen in einem Großbetrieb gestrichen und nicht etwa 980 Neueinstellungen in einem kleinen Betrieb durchgeführt.

Neuere Analysen, die nicht solchen Fehlurteilen unterliegen zeigen deutlich auf, dass kleinere und mittlere Unternehmen nicht nur für ein großen Teil der neu geschaffenen Arbeitsplätze verantwortlich sind, sondern auf der anderen Seite auch für einen großen Teil der abgebauten Arbeitsplätze. Für die Netto-Arbeitsplatzeffekte hingegen, also der Saldo aus neu geschaffenen Arbeitsplätzen abzüglich der zerstörten Arbeitsplätze, ergeben sich jedoch keine signifikanten Merkmale hinsichtlich der Unternehmensgröße.

Eine weitere, in Deutschland abermals gewählte Herangehensweise zur Diskussion des Zusammenhangs zwischen Firmengröße und Wachstum ist die Überprüfung von

Gibrat’s Law. Dieses Gesetz besagt, dass der Wachstumsprozess eines Unternehmens einem Zufallsprozess (random walk) folgt, also weder ein Zusammenhang zwischen Firmengröße, Wachstumsrate, Gründerpotential, Region oder anderen ähnlichen Faktoren besteht. Gibrat’s Law wird allerdings in den meisten (heutigen) Untersuchungen abgelehnt.

3. Theoretische Erklärungsansätze zum unternehmerischen Erfolg

3.1 Charakteristikum (Definition) eines Unternehmers

Um den Verlauf des Referates sinnvoll Folgen zu können, ist es notwendig, den eigentlichen Begriff des Unternehmers genauer zu erläutern.

Welche Funktionen muss ein Unternehmer leisten? Die von einem Unternehmer abverlangten Fähigkeiten werden oft mit den Schlagwörtern Koordination, Bewältigung von Ungewissheit, Arbitrage und Innovation erklärt.

In der Funktion des Koordinators muss der Unternehmer die verschiedenen Produktionsfaktoren (Arbeit, Kapital, usw.) sinnvoll und vor allen Dingen wirtschaftlich verwalten.

Aus der Sicht der Bewältigung von Ungewissheit lässt sich der Schluss ziehen, dass ein erfolgreicher Unternehmer sich dadurch auszeichnet, dass er in der Lage ist, und das zumeist besser als andere Unternehmer, auf Änderungen einzugehen und zu reagieren. Dies könnten Änderungen zum Beispiel im Bereich der Kundenwünsche sein, die eine Umstellung der Produktion zur Folge erfordern würden. Aufgabe des Unternehmers ist eine schnelle Reaktion in Bezug auf sein von ihm angebotenes Produkt, um diesen veränderten Marktbedingungen gerecht zu werden.

Eine enge Verbundenheit mit dieser Sicht pflegt auch die sogenannte „Österreichische Schule“. Sie nimmt die Fähigkeit des Unternehmers, Gewinnmöglichkeiten zu orten und zu nutzen (Arbitrage), als Pflichtrepertoire, um ein Unternehmen erfolgreich am Markt behaupten zu können.

Bei dem Schlagwort Innovation wird an den Arbitragegedanken angeknüpft. Es wird davon ausgegangen, dass der Unternehmer in der Lage ist, neue Kombinationen zu entwickeln und vor allen Dingen umzusetzen. Die zielt besonders auf den Abgleich zwischen Kundenwünschen und möglichen Produktionsverfahren ab.

Alle diese Fähigkeitsmerkmale fließen ineinander über. Sie geben also schon einen kurzen Eindruck darüber, welche Fähigkeiten ein erfolgreicher Unternehmer mitbringen sollte. Da diese Faktoren natürlich nicht nur wichtig sind im Hinblick auf das erfolgreiche Führen eines Unternehmens, sondern schon vielmehr ausschlaggebend bei der Gründung sind, die ein Unternehmen erst erfolgreich machen.

3.2 Personenzentrierte Ansätze

Die Person des Gründers ist ohne Zweifel ein zentraler Faktor für die Erfolgschancen der Unternehmensgründung (vgl. SZYPERSKI & NATHASIUS, 1977).

In vielen Bereichen der Forschung hat man sich damit auseinandergesetzt, welche Faktoren es genau sind, die einen Unternehmer erfolgreich werden lassen.

Ich möchte jedoch bei diesem Punkt von vornhinein erwähnen, dass sämtliche Untersuchungen und die aus Ihnen entstandenen Theorien auf großen Einfluss empirischer Gesichtspunkte beruhen. In manchen Literaturbeiträgen ist die Forschungsrichtung zusammenfassend dargestellt (KLANDT, 1984). Es lässt sich eine Liste von erfolgrelevanten Faktoren bilden.

Diese Faktoren lassen sich zum einen in eine Klasse einteilen, die die Unternehmerperson selbst betreffen, zum anderen in eine andere Klasse, die sich eher auf das mikrosoziale Umfeld des Unternehmers bezieht.

In der Ersten, die Unternehmerperson selbst betreffenden Klasse, spielen Dimensionen wie Charaktereigenschaften (Leistungswille und Erfolgswille), Geschlecht und Alter, sowie physiologische (Krankheitsgeschichte) Faktoren eine Rolle. Fähigkeiten wie Intelligenz, oder im Leben erworbene Fertigkeiten, sind ebenfalls als signifikante Merkmale anzusehen.

In der zweiten Klasse sind es eher Sozialisierungsfaktoren (vorgelebte Selbständigkeit in der Familie, Erziehung, Zugehörigkeit einer Minorität), berufliche Erfahrungen und das bis zum Beginn der Selbständigkeit eigens erarbeitete soziale Netzwerk.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Unternehmensgründungen und ihr Beitrag zum Erfolg von Regionalwirtschaften
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Beiträge zum Erfolg von Regionalwirtschaften
Note
1,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
22
Katalognummer
V13283
ISBN (eBook)
9783638189743
Dateigröße
802 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmensgründungen, Beitrag, Erfolg, Regionalwirtschaften, Beiträge, Erfolg, Regionalwirtschaften
Arbeit zitieren
Marc Altena (Autor), 2002, Unternehmensgründungen und ihr Beitrag zum Erfolg von Regionalwirtschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13283

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