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Einführung in die Bilanzberichtigung und -änderung

Title: Einführung in die Bilanzberichtigung und -änderung

Research Paper (undergraduate) , 2001 , 50 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Kerstin Kiessler-Schmidt (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

Inhalt:
Sobald der Steuerpflichtige eine Steuerbilanz beim Finanzamt eingereicht hat, ist er an diese gebunden, das heißt (d.h.) sie dient als Besteuerungsgrundlage. Diese Bindung erstreckt sich auf die Aufnahme oder Nichtaufnahme von Wirtschaftsgütern in die Bilanz und ihre Bewertung. Eine „Änderung“ der eingereichten Bilanz ist nur unter den in § 4 Absatz (Abs.) 2 Einkommensteuergesetz (EStG) bezeichneten Voraussetzungen möglich, und dies auch nur bei Steuerpflichtigen die ihren Gewinn durch Betriebsvermögensvergleich (§ 4 Abs. 1 EStG) ermitteln. Dabei ist zu unterscheiden zwischen „Bilanzberichtigung“ und „Bilanzänderung“. In der Vorschrift des § 4 Abs.2 EStG wird nur von einer Änderung gesprochen. Jedoch hat es sich im steuerrechtlichen Sprachgebrauch durchgesetzt, daß bei einer Änderung im Sinne des Satzes 1 von Bilanzberichtigung und im Sinne des Satzes 2 von Bilanzänderung gesprochen wird. Während es sich bei der Berichtigung um die Beseitigung von Fehlern handelt, ist für eine Änderung keine zwingende Voraussetzung notwendig. In den nachfolgenden Ausführungen möchte ich auf die Problematik eingehen, wann eine Bilanzberichtigung möglich ist und welche Vorschriften dabei zu beachten sind. Außerdem soll auf die Vorschriften der Bilanzänderung eingegangen werden. Durch das Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002 haben sich wesentliche Änderungen hinsichtlich der Zulässigkeit einer Bilanzänderung ergeben. Hierauf wird in den folgenden Ausführungen ebenfalls eingegangen.

Die Hauptanwendungsfälle von Bilanzberichtigungen und – änderungen sind Korrekturen, die sich durch Betriebsprüfungen ergeben. Der Prüfer stellt eine Prüferbilanz auf, die von der beim Finanzamt eingereichten Bilanz abweicht. Der Steuerpflichtige muß aus diesem Grund die Bilanz berichtigen beziehungsweise (bzw.) anpassen. Die Unstimmigkeiten bei Betriebsprüfungen resultieren aus den unterschiedlichen Bewertungs- und Ansatzvorschriften nach § 5 fort folgende (ff) EStG. Die daraus resultierenden Bilanzänderungen bzw.–berichtigungen haben Auswirkungen auf den Gewinn des Steuerpflichtigen. Auch die Gewinnauswirkungen werden hier behandelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unterschied Bilanzänderung zu Bilanzberichtigung

2.1. Was ist unter Bilanzberichtigung zu verstehen

2.2. Was ist unter Bilanzänderung zu verstehen

3. Rechtsentwicklung

3.1. Gesetzesänderung durch das StEntlG 1999/2000/2002

3.2. Gesetzesänderung durch das StBereinG 1999

3.3. Darstellung der Bilanzänderung nach alter Rechtsprechung

4. Verfahrensrechtliche Voraussetzungen

4.1. Wann ist Bilanzberichtigung möglich

4.2. Wann ist Bilanzänderung möglich

4.3. Weitere Änderungsvorschriften der AO

5. Bilanzberichtigung

5.1. Befugter Personenkreis

5.2. Zeitpunkt der Bilanzberichtigung

5.2.1. Bilanzberichtigung erfolgt im Fehlerjahr

5.2.2. Bilanzberichtigung erfolgt nicht im Fehlerjahr

5.2.3. Erfolgswirksamer Fehler

5.2.4. Erfolgsneutraler Fehler

5.2.5. AfA-Fehler in nicht mehr berichtigungsfähigen Jahren

5.2.6. Abgrenzung: Fehlende Aktivierung

5.2.7. Fehler durch Verstöße gegen Treu und Glauben

5.3. Anpassung der laufenden Buchführung an die in einem Vorjahr vorgenommene Bilanzberichtigung

6. Bilanzänderung

6.1. Überblick

6.2. Wahlrechtsausübung

6.3. Bindung der Steuerbilanz an die Handelsbilanz

7. Gewinnauswirkungen von Bilanzberichtigungen und Bilanzänderungen

7.1. Auswirkung auf den Gewinn des abgelaufenen Jahres

7.2. Auswirkung auf den Gewinn der folgenden Geschäftsjahre

7.3. Berichtigung oder Änderung der Eröffnungsbilanz

7.4. Gewinnauswirkungen auf Grund der Berichtigung von Entnahmen/Einlagen

8. Mehr- und Weniger-Rechnung

8.1. Technik der Mehr- und Weniger-Rechnung

8.1.1. Typen der Mehr- und Weniger-Rechnung

8.1.1.1. Bilanzpostenmethode

8.1.1.2. GuV-Methode

8.1.2. Unterschied zwischen der GuV-Methode und der Bilanzpostenmethode

9. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen und Unterschiede zwischen Bilanzberichtigungen und Bilanzänderungen bei der Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich zu erläutern und deren korrekte methodische Durchführung darzulegen.

  • Abgrenzung der Begriffe Bilanzberichtigung und Bilanzänderung
  • Verfahrensrechtliche Voraussetzungen und Rechtsentwicklung unter Berücksichtigung aktueller Gesetzesänderungen
  • Methodik der Fehlerkorrektur und deren Auswirkungen auf den steuerlichen Gewinn
  • Techniken zur rechnerischen Verprobung mittels Mehr- und Weniger-Rechnung

Auszug aus dem Buch

2.1. Was ist unter Bilanzberichtigung zu verstehen

Eine Bilanzberichtigung ist die nachträgliche Berichtigung eines unrichtigen Bilanzansatzes, d.h. nach § 4 Abs.2 Satz 1 EStG darf der Steuerpflichtige die Bilanz auch nach Einreichung beim Finanzamt ändern, soweit sie den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) unter Befolgung der Vorschriften des EStG nicht entspricht. Aus diesem Wortlaut ist zu folgern, das die Vorschrift des § 4 Abs.2 Satz 1 EStG nur für die Steuerbilanz gilt und nicht für die Handelsbilanz. Außerdem besagt die Vorschrift, daß die aus dem Handelsrecht stammende GoB mit steuerrechtlichen Bilanzierungsvorschriften verknüpft werden.

Bei der Bilanzberichtigung werden handelsrechtlich und steuerrechtlich unzulässige oder fehlende Bilanzansätze durch den steuerlich richtigen Ansatz ersetzt. Dabei sind auch die handelsrechtlichen Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung durch die Maßgeblichkeit nach § 5 Abs.1 Satz 1 EStG zu beachten (Richtlinie (R)15 Einkommensteuerrichtlinien (EStR)). Ist ein Ansatz handelsrechtlich zulässig, verstößt dieser aber gegen eine zwingende steuerrechtliche Vorschrift (zum Beispiel (z.B.) § 6a EStG)), muß ebenfalls eine Bilanzberichtigung vorgenommen werden. „Ein Bilanzansatz ist fehlerhaft, wenn er objektiv gegen ein handelsrechtliches oder steuerrechtliches Bilanzierungsgebot oder –verbot verstößt (es darf also kein Wahlrecht bestehen) und der Steuerpflichtige diesen Verstoß nach den im Zeitpunkt der Bilanzerstellung bestehenden Erkenntnismöglichkeiten über die zum Bilanzstichtag gegebenen objektiven Verhältnisse bei pflichtgemäßer und gewissenhafter Prüfung erkennen konnte.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Bilanzbindung beim Finanzamt ein und differenziert zwischen Bilanzberichtigung sowie Bilanzänderung.

2. Unterschied Bilanzänderung zu Bilanzberichtigung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe und grenzt die Berichtigung eines Fehlers von der bloßen Änderung eines zulässigen Ansatzes ab.

3. Rechtsentwicklung: Hier werden die gesetzlichen Änderungen durch das StEntlG 1999/2000/2002 sowie das StBereinG 1999 und deren Auswirkungen auf die Zulässigkeit von Bilanzänderungen analysiert.

4. Verfahrensrechtliche Voraussetzungen: Dieses Kapitel erläutert die verfahrensrechtlichen Rahmenbedingungen der Abgabenordnung (AO), die für Korrekturen in jedem Stadium des Besteuerungsverfahrens maßgeblich sind.

5. Bilanzberichtigung: Hier werden detailliert der befugte Personenkreis, Zeitpunkte sowie verschiedene Fehlerkategorien und deren Berichtigungstechniken untersucht.

6. Bilanzänderung: Dieses Kapitel behandelt die Voraussetzungen für die Ausübung von Wahlrechten und die Bindung der Steuerbilanz an die Handelsbilanz bei einer Bilanzänderung.

7. Gewinnauswirkungen von Bilanzberichtigungen und Bilanzänderungen: Es wird analysiert, wie sich Berichtigungen und Änderungen auf den Gewinn des abgelaufenen sowie folgender Geschäftsjahre auswirken.

8. Mehr- und Weniger-Rechnung: Dieses Kapitel beschreibt die technische Umsetzung der Mehr- und Weniger-Rechnung als Kontrollinstrument der Betriebsprüfung.

9. Schlussbemerkung: Die Zusammenfassung unterstreicht die steuerrechtliche Natur dieser Instrumente und stellt klar, dass diese primär der Korrektur fehlerhafter Steuerbilanzen bei Betriebsprüfungen dienen.

Schlüsselwörter

Bilanzberichtigung, Bilanzänderung, Steuerbilanz, Handelsbilanz, Betriebsvermögen, Außenprüfung, Gewinnermittlung, Wahlrechtsausübung, Abgabenordnung, Bilanzzusammenhang, Mehr- und Weniger-Rechnung, GoB, Steuerfestsetzung, Fehlerkorrektur, AfA.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den steuerrechtlichen Möglichkeiten und Einschränkungen bei der nachträglichen Korrektur von Steuerbilanzen durch Bilanzberichtigung oder Bilanzänderung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Abgrenzung der Korrekturmöglichkeiten, die verfahrensrechtlichen Vorschriften der Abgabenordnung, die Auswirkungen auf den steuerlichen Gewinn sowie die Technik der Mehr- und Weniger-Rechnung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wann und unter welchen Voraussetzungen ein Steuerpflichtiger nach Einreichung seiner Bilanz beim Finanzamt Korrekturen vornehmen darf, um den steuerlichen Gewinn zutreffend zu ermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine systematische Analyse der einschlägigen steuerrechtlichen Gesetzesgrundlagen (EStG, AO), der Finanzrechtsprechung des Bundesfinanzhofs sowie gängiger Kommentarliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Differenzierung der Begriffe, die historische Entwicklung der gesetzlichen Regelungen, die verfahrensrechtlichen Voraussetzungen für Korrekturen sowie die methodische Durchführung der Mehr- und Weniger-Rechnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bilanzberichtigung, Bilanzänderung, Betriebsvermögensvergleich, Außenprüfung und Bilanzzusammenhang charakterisiert.

Was gilt bei einem erfolgsneutralen Fehler?

Erfolgsneutrale Fehler, die das steuerliche Ergebnis im Fehlerjahr nicht berührt haben und sich in der Anfangsbilanz des ersten berichtigungsfähigen Jahres befinden, sind unmittelbar erfolgsneutral über das Kapitalkonto zu korrigieren.

Wann ist eine Bilanzänderung gemäß neuerer Rechtsprechung nur noch zulässig?

Eine Bilanzänderung ist nach neuer Rechtslage nur noch dann zulässig, wenn sie in einem engen zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit einer Bilanzberichtigung erfolgt und auf die Höhe des durch die Berichtigung entstandenen Mehrgewinns begrenzt ist.

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Details

Title
Einführung in die Bilanzberichtigung und -änderung
College
University of Cooperative Education Dresden  (Staatliche Studienakademie Dresden)
Grade
2,5
Author
Kerstin Kiessler-Schmidt (Author)
Publication Year
2001
Pages
50
Catalog Number
V13284
ISBN (eBook)
9783638189750
ISBN (Book)
9783638721028
Language
German
Tags
Bilanzberichtigung/Bilanzänderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kerstin Kiessler-Schmidt (Author), 2001, Einführung in die Bilanzberichtigung und -änderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13284
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