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Kindheitskonstruktionen in Kinderbüchern der DDR

Schüler, Pionier, Rebell

Title: Kindheitskonstruktionen in Kinderbüchern der DDR

Thesis (M.A.) , 2008 , 119 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Isabel Carqueville (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Kindheit in der Deutschen Demokratischen Republik war stark beeinflusst von der sozialistischen Ideologie, die sich durch alle Ebenen der gesellschaftlichen Struktur zog. Auch das Bildungssystem blieb davon nicht verschont. Vielmehr war dies sogar der zentrale Ort um die jungen Generationen für den Sozialismus zu begeistern. Doch was verstand man in der DDR unter dem Begriff Kind? Wie sah das Kindheitsbild aus? Gab es nur das starre Konstrukt der sozialistischen Persönlichkeit, das von jedem Kind als Idealbild anerkannt und erreicht werden sollte? Dies sind zentrale Fragen, auf die diese Arbeit Antworten sucht. Es werden daher anhand einer Qualitativen Inhaltsanalyse von 15 Kinderbüchern, die im Literaturunterricht von den Schülern gelesen werden sollten, sieben Kindheitskonstruktionen aufgedeckt und untersucht. Im ersten Kapitel werden erst einmal unterschiedliche Ansätze zur allgemeinen Definition von Kindheit aufgezeigt um auf den Begriff der Kindheitskonstruktion zu kommen, der dieser Arbeit zugrunde liegt. Im zweiten Kapitel wird dann mit Hilfe der Forschungsliteratur geklärt, was Kindheit in der DDR ausmachte, welche Institutionen an der Erziehung beteiligt und welche Erziehungsziele vorherrschend waren. Das dritte Kapitel beschäftigt sich dann mit der Bedeutung von Kinderbüchern in der DDR und gibt einen Einblick in das Verständnis von Literatur als
persönlichkeitsentwickelndem Medium, welches im Literaturunterricht der DDR eine wichtige Rolle spielte. Im vierten Kapitel werden Anlage und Methode der Untersuchung kurz dar- und das Kategoriensystem aufgestellt, welches die Grundlage dieser Arbeit bildet. Im fünften Kapitel erfolgt dann die Darstellung der Kindheitskonstruktionen in den Kinderbüchern an Textbeispielen aus den untersuchten Büchern. Dabei werden sieben Unterkapitel, die mit den Kategorien der Untersuchung identisch sind, aufgemacht, und anhand der Textbeispiele die verschiedenen Kindheitskonstruktionen erläutert: Der Pionier, Das arbeitende Kind, Der Schüler, Kinder als Lehrer, Kinder in Geschlechterrollen, Der Rebell und Das Kind abseits der Gesellschaft. In der Schlussbetrachtung werden die Kindheitskonstruktionen noch einmal zusammengefasst und mit den Eigenschaften der sozialistischen Persönlichkeit, die im zweiten Kapitel beschrieben wurden, verglichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zu den Begriffen Kindheit und Kindheitskonstruktionen

2. Kindheit in der DDR

3. Zur Bedeutung von Kinderbüchern in der DDR

4. Anlage und Methode der Untersuchung

5. Kindheitskonstruktionen in den Kinderbüchern

5.1. Der Pionier

5.2. Das arbeitende Kind

5.3. Der Schüler

5.4. Kinder als Lehrer

5.5. Kinder in Geschlechterrollen

5.6. Der Rebell

5.7. Das Kind abseits der Gesellschaft

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse von 15 Kinderbüchern, wie Kindheit in der DDR literarisch konstruiert wurde und inwiefern diese Konstruktionen zur Erziehung der jungen Generation im Sinne der sozialistischen Ideologie beitrugen.

  • Kindheitsbilder in der DDR
  • Sozialistische Persönlichkeitsentwicklung
  • Funktion der Kinderliteratur im Bildungssystem der DDR
  • Das Kind als Pionier, Schüler und Akteur
  • Rolle des Kollektivs in der Kindheitskonstruktion

Auszug aus dem Buch

Der Pionier

Pioniere tauchen an einigen Stellen in den vorliegenden 15 Kinderbüchern auf, seien es die Gruppenratsnachmittage in „Ich bin die Nele“ oder die Arbeitsaufträge in „Käuzchenkuhle“ und „Insel der Schwäne“ oder auch das Pionierlager in „Salvi Fünf oder Der zerrissene Faden“. Interessanterweise werden in jedem dieser Bücher die Pioniere gleich definiert, einige dieser Charaktereigenschaften aber auch kritisch reflektiert. Die Ehrlichkeit spielt dabei in diesen vier Büchern eine zentrale Rolle wenn es um die Eigenschaften eines Pioniers geht, wie in den folgenden Textausschnitten zu sehen sein wird.

In „Ich bin die Nele“ wird auf einer Schulkonferenz diskutiert, ob ein Junger Pionier lügen darf, oder nicht:

„Aber Sie haben mir auch nicht geglaubt, daß ich zufällig dort war. Und wenn Anke sagt, ich hätte gleich die Wahrheit sagen müssen…“ „Hättest du ja auch“, bekräftigte Anke. „Eben nicht! Auch wenn man Pionier ist, kann man nicht immer die Wahrheit sagen.“ Jetzt wurde es unruhig. Wie sollte man das verstehen? „Aber hör mal, Nele.“ Konrad Würdinger stand nun doch auf. „Natürlich muß ein Pionier immer die Wahrheit sagen. Sollte er etwa lügen?“ „Nein, nicht lügen, aber…“ Es fiel Nele schwer, die richtigen Worte zu finden für das, was sie schon vom ersten Tag an sehr bewegt hatte. […] „Wenn ich bei der Brigade gleich die Wahrheit gesagt hätte…Sie haben uns so herzlich begrüßt, als ich mit in den Saal geschoben wurde, auch mich. Da konnt ich sie doch nicht enttäuschen und sagen, daß ich bloß Vogelfutter kaufen wollte. Ist bestimmt keine gute Wahrheit, hab ich gedacht.“ „Gute Wahrheit – schlechte Wahrheit…“ Konrad Würdinger wiegte den Kopf.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Arbeit analysiert die Kindheitskonstruktionen in 15 Kinderbüchern der DDR, um das vorherrschende Bild der sozialistischen Persönlichkeit zu untersuchen.

1. Zu den Begriffen Kindheit und Kindheitskonstruktionen: Hier werden unterschiedliche theoretische Ansätze zur Definition von Kindheit sowie das Konzept der Konstruktion von Kindheit durch Erwachsene erläutert.

2. Kindheit in der DDR: Dieses Kapitel beleuchtet die institutionelle Erziehung, die Bedeutung der sozialistischen Ideologie und die Rolle von Familie sowie staatlichen Organisationen wie der FDJ.

3. Zur Bedeutung von Kinderbüchern in der DDR: Es wird die staatliche Steuerung der Kinderliteratur und deren Funktion als Medium für die Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit thematisiert.

4. Anlage und Methode der Untersuchung: Dieses Kapitel legt die Methodik der qualitativen Inhaltsanalyse dar, die auf einem induktiv entwickelten Kategoriensystem basiert.

5. Kindheitskonstruktionen in den Kinderbüchern: Die zentralen Kindheitsbilder – Pionier, arbeitendes Kind, Schüler, Lehrer, Geschlechterrollen, Rebell und Außenseiter – werden anhand von Textbeispielen im Detail untersucht.

6. Schlussbetrachtung: Die Ergebnisse zeigen, dass trotz der ideologischen Aufladung und der Erziehung zum Kollektivbewusstsein Freiräume für Reflexion und Kritik in der Kinderliteratur existierten.

Schlüsselwörter

Kindheit, DDR, Kinderliteratur, Kindheitskonstruktion, Sozialistische Persönlichkeit, Qualitative Inhaltsanalyse, Erziehung, Kollektiv, Pionier, Schüler, Literaturunterricht, Politische Erziehung, DDR-Ideologie, Rollenbilder, Kindesbild

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Kindheit in Kinderbüchern der DDR konstruiert wurde und welche erzieherischen Intentionen die staatlichen Stellen damit verfolgten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören das Bild des Pioniers, die Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit, die Rolle des Kollektivs sowie der Einfluss politischer Ideologie auf die Literatur.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es, die spezifischen Kindheitsbilder aufzudecken, die in 15 ausgewählten Kinderbüchern enthalten sind, und diese im Kontext der damaligen DDR-Erziehungsziele zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, um induktiv ein Kategoriensystem zur Untersuchung der Kindheitskonstruktionen zu entwickeln.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der sieben identifizierten Kindheitskonstruktionen, wobei jede Kategorie (z.B. der Pionier, der Schüler, der Rebell) anhand von konkreten Textbeispielen analysiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie DDR-Kindheit, Kindheitskonstruktion, sozialistische Erziehung, Kollektiv und Kinderliteratur definieren.

Inwiefern beeinflusste das DDR-Bildungssystem die Kinderliteratur?

Die Literatur wurde nicht nur zur Unterhaltung, sondern explizit als Medium zur Vermittlung sozialistischer Werte und zur Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit eingesetzt, wobei eine staatliche Lenkung der Lektüre stattfand.

Können Kinder in der Literatur der DDR auch als kritische Rebellen auftreten?

Ja, die Arbeit zeigt, dass Kinderfiguren gegen Regeln und Erwartungen der Erwachsenen rebellieren können, wobei diese Handlungen oft im Zusammenhang mit dem Streben nach Gerechtigkeit oder der Flucht vor familiären Problemen stehen.

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Details

Title
Kindheitskonstruktionen in Kinderbüchern der DDR
Subtitle
Schüler, Pionier, Rebell
College
University of Kassel  (Erziehungswissenschaft)
Grade
2,0
Author
Isabel Carqueville (Author)
Publication Year
2008
Pages
119
Catalog Number
V132857
ISBN (eBook)
9783640384761
ISBN (Book)
9783640385133
Language
German
Tags
DDR Kindheit; Kindheitskonstruktion Kinderbücher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabel Carqueville (Author), 2008, Kindheitskonstruktionen in Kinderbüchern der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132857
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