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Der Aufstieg der Online-Lieferdienste und der Rhythmus des städtischen Raumes

Title: Der Aufstieg der Online-Lieferdienste und der Rhythmus des städtischen Raumes

Term Paper , 2022 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sebastian Just (Author)

Communications - Multimedia, Internet, New Technologies
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Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, inwiefern der Rhythmus des städtischen Raumes durch den Aufstieg der Online-Lieferdienste – und die mit ihm verbundenen neuen logistischen Choreografien – beeinflusst wird. Dazu soll die Stadt zunächst als Ort zyklischer und linearer Rhythmen betrachtet werden, in welchem die Bewegungen der Menschen Parallelen zum Tanz und zur Choreografie aufweisen. Anschließend wird die Online-Lieferbranche mit Clare Lysters Konzept der "storage flows" sowie mit Moritz Frischkorns Konzept der "choreologistics" in Beziehung gesetzt, wobei der Fokus auf dem Zusammenspiel aus (Echtzeit-)Logistik und städtischem Rhythmus liegen soll. Ferner wird anhand des Aufstiegs der Online-Lieferdienste untersucht, inwieweit die Mediatisierung der städtischen Rhythmen die Logistik – und damit das Leben – in der Stadt verändert hat und verändern wird.

„Stadt ist immer etwas, das passiert“ – diese von Florentina Hausknotz in der Einleitung zu ihrem Buch "Stadt denken" aufgestellte Behauptung verdeutlicht: Der städtische Raum lässt sich nicht durch seine Bebauung oder Verortung beschreiben, sondern durch seine Dynamik, welche jeden Tag aufs Neue durch das Zusammenspiel aus Mensch, Architektur, Natur und (digitaler) Technik konstituiert wird. Das urbane Netz aus sich ge- genseitig beeinflussenden Strukturen lässt einen Rhythmus entstehen, in dessen Takt die Stadt durch den „Tanz aller ihrer Teile“ alltäglich ihre Dynamik entfaltet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Rhythmus der Stadt

3. Logistische Choreografien

4. Mediatisierte Rhythmen

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der städtische Rhythmus durch den Aufstieg von Online-Lieferdiensten und deren spezifische logistische Choreografien beeinflusst wird. Dabei steht die Transformation des städtischen Lebens durch Echtzeit-Logistik und die zunehmende Mediatisierung urbaner Prozesse im Mittelpunkt.

  • Die Stadt als Raum zyklischer und linearer Rhythmen.
  • Die Anwendung des Konzepts der "choreologistics" auf moderne Logistikprozesse.
  • Die Auswirkungen der "last-mile-delivery" auf den urbanen Rhythmus.
  • Der Einfluss von Mediatisierung und Echtzeit-Technologien auf die urbane Konsumkultur.
  • Die Konsequenzen für den öffentlichen Raum und soziale Interaktionen.

Auszug aus dem Buch

3. Logistische Choreografien

Wie die Architektin Clare Lyster in ihrem Buch Learning from Logistics feststellt, haben neuartige Raum-Zeit-Netzwerke das urbane Leben in den letzten 50 Jahren grundlegend verändert. Die moderne Logistik wird von der Fantasie einer reibungslosen, fließenden Zirkulation von Materialien, Produkten, Informationen und Menschen angetrieben – einer Idee, die Lyster als storage flow bezeichnet. Das Ziel dieser im Zeichen des Kapitalismus stehenden Vorstellung ist es, die Menschen durch die Verringerung des Spalts zwischen Angebot und Verbrauch zu einem erhöhten Konsumverhalten zu animieren.

Um profitable storage flows zu orchestrieren, indem beispielsweise die Lagerung so dynamisch und effizient wie nur möglich gestaltet wird, organisieren sich Logistikanbieter in choreografieähnlichen Prozessen. Der Schwerpunkt der Logistikbranche hat sich im Zuge dessen von der Komponente des Raumes zu der der Zeit verschoben; nichts darf stillstehen, alles muss stetig fließen. Die Choreografie steht dabei laut Moritz Frischkorn für die „organizational faculty that needs to be in place for an almost infinite number of processes and movements“, welche in der heutigen Logistik anfallen. Mit seinem Konzept der choreologistics verdeutlicht Frischkorn darüber hinaus, wie im Rahmen der storage flows alle ökonomischen Prozesse auf einer zeitkritischen Ebene miteinander verbunden sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, den städtischen Raum als ein durch Dynamik und Rhythmen konstituiertes Netz aus Mensch und Technik zu verstehen.

2. Der Rhythmus der Stadt: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Rhythmusbegriffs nach Henri Lefebvre und das Konzept der Stadt als urbane Choreografie, geprägt durch menschliche Bewegungen.

3. Logistische Choreografien: Hier wird analysiert, wie Online-Lieferdienste als Echtzeitunternehmen durch Konzepte wie "storage flows" und "choreologistics" den urbanen Rhythmus stetig beschleunigen.

4. Mediatisierte Rhythmen: Dieses Kapitel behandelt die Rolle mobiler Technologien und des Smartphones bei der Entstehung eines "on-demand urbanism", der traditionelle urbane Rhythmen transformiert.

5. Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Stadt heute von einem mediatisierten Rhythmus geprägt ist, in welchem Konsumprozesse den öffentlichen Raum und soziale Interaktionen maßgeblich umstrukturieren.

Schlüsselwörter

Urbane Choreografie, Logistik, Online-Lieferdienste, Rhythmusanalyse, Choreologistics, Storage Flows, Mediatisierung, Instant City, On-demand Urbanism, Echtzeit-Logistik, Urbaner Raum, Digitale Transformation, Konsumverhalten, Last-mile-delivery, Raum-Zeit-Netzwerke.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Publikation untersucht, wie moderne Online-Lieferdienste und ihre logistischen Arbeitsweisen den Rhythmus und die Struktur des städtischen Raumes verändern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind urbane Dynamik, die logistische Organisation von Warenströmen (Logistik), der Einfluss digitaler Medien auf das städtische Leben und soziologische Konzepte des Rhythmus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich durch den "logistical turn" und neue Lieferkonzepte die zeitlichen und räumlichen Abläufe in der Stadt und das Konsumverhalten transformieren.

Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden kommen zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit urbanistischen Konzepten (z.B. Lefebvres Rhythmanalyse) und der Anwendung von Modellen wie "choreologistics" und "storage flows" auf gegenwärtige logistische Prozesse.

Was wird im Hauptteil analysiert?

Im Hauptteil wird beleuchtet, wie Logistikfirmen als Akteure ("space invaders") den urbanen Raum besetzen und durch technologische Überwachung sowie Effizienzsteigerung ein neues soziales und physisches Gefüge schaffen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind urbane Choreografie, Mediatisierung, Echtzeit-Logistik, Konsumgesellschaft und das Konzept der "instant city".

Wie verändert sich nach dem Autor das Verhältnis zwischen öffentlichem und privatem Raum?

Der Autor argumentiert, dass durch Online-Lieferdienste der Konsum verstärkt in den privaten Raum verlagert wird, wodurch die Notwendigkeit des Aufenthalts im öffentlichen Raum abnimmt und soziale Interaktionen im Außenraum seltener werden.

Welchen Einfluss hat die "allsehende Plattform" auf die Logistik?

Die Plattform ermöglicht eine metergenaue Überwachung der Fahrer und Waren, was laut der Arbeit einerseits effiziente Steuerungsmechanismen schafft, andererseits die Logistikprozesse wie auf einer Bühne zur Schau stellt und somit die Parallele zwischen Logistik und Tanz verdeutlicht.

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Details

Title
Der Aufstieg der Online-Lieferdienste und der Rhythmus des städtischen Raumes
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft)
Course
Medien der Logistik
Grade
1,0
Author
Sebastian Just (Author)
Publication Year
2022
Pages
18
Catalog Number
V1328614
ISBN (PDF)
9783346815484
ISBN (Book)
9783346815491
Language
German
Tags
Lieferando Lieferdienst Lieferdienste Delivery Stadt Urban Rhythmus Choreografie Logistik Medien Choreologistics Uber Eats Instant City Storage Flows Clare Lyster
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Just (Author), 2022, Der Aufstieg der Online-Lieferdienste und der Rhythmus des städtischen Raumes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1328614
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