Die Diagnose Krebs erhalten jährlich rund 436.000 Menschen in Deutschland (vgl. RKI, GEKID 2008:12). Bislang können nur etwa 45% dieser Menschen durch operative, strahlen- und/ oder chemotherapeutische Behandlungen geheilt werden. Folglich gelten 55% aller an Krebs erkrankten Menschen als nicht heilbar (vgl. KLASCHIK, NAUCK 1996: 17). Diese Erkrankten bilden die größte
Patientengruppe in der Palliativmedizin.
Der erste Teil dieser Arbeit befasst sich mit einem Einblick in das Themengebiet der Epidemiologie von Krebserkrankungen und beschreibt Risikofaktoren für deren Entstehung. Nach einem Überblick über die Inzidenz, Überlebensraten und Mortalität der häufigsten Krebserkrankungen in der BRD werden die individuellen Krankheitsfolgen für die Betroffenen, ihr soziales Umfeld und die Gesellschaft beschrieben.
Im zweiten Teil der Arbeit wird die Palliativstation als eine Möglichkeit zur Versorgung schwerstkranker und sterbender Krebspatienten vorgestellt. Auf einer Palliativstation werden neben Patienten mit onkologischen Erkrankungen auch Patienten mit AIDS, chronisch progredienten neurologischen und internistischen oder geriatrischen Krankheitsbildern betreut. Die vorliegende Arbeit bezieht sich allerdings nur die onkologischen Patienten. Das Palliative Care- Konzept zeigt, dass in einer Lebens- und Krankheitsphase, in der medizinisch keine Heilung mehr erreicht werden kann, doch eine Möglichkeit besteht, die verbleibende Lebenszeit des Erkrankten auf die bestmöglicher Lebensqualität auszurichten.
Abschließend folgt nach einer kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte der Arbeit ein Ausblick über Herausforderungen an die Pflege, die aufgrund der Zunahme der Zahl von Krebskranken entstehen werden.
Inhaltsverzeichnis
Abgrenzung der Themenstellung
1 Epidemiologie
1.1 Aufgaben der Epidemiologie in der Onkologie
1.2 Entstehung von Krebserkrankungen
1.3 Risikofaktoren für die Krebsentstehung
1.3.1 Unbeeinflussbare Risikofaktoren
1.3.2 Beeinflussbare/ vermeidbare Risikofaktoren
1.4 Inzidenz
1.5 Überlebensraten
1.6 Mortalität
1.7 Krankheitsfolgen
1.8 Situation der Betroffenen
1.9 Prävention in der Onkologie
2 Die Palliativstation
2.1 Definitionen und Begriffserklärungen
2.1.1 Palliative Care
2.1.2 Palliativmedizin
2.1.3 Palliativpflege
2.1.4 Palliative Therapie
2.2 Statistische Kennzahlen von Palliativstationen
2.3 Was unterscheidet Palliativstationen von anderen Stationen im Krankenhaus?
2.3.1 Räumliche und personelle Voraussetzungen
2.3.2 Multiprofessionelles und interdisziplinäres Team
2.3.3 Aufnahmekriterien
3 Zusammenfassung und Ausblick für die Pflege
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die epidemiologischen Grundlagen von Krebserkrankungen in Deutschland sowie die spezifische Versorgungssituation von schwerstkranken und sterbenden Patienten im Rahmen der palliativmedizinischen stationären Pflege.
- Epidemiologie und Entstehung von Krebserkrankungen
- Risikofaktoren, Inzidenz und Mortalitätsraten
- Konzepte der Palliative Care und Palliativmedizin
- Struktur und Arbeitsweise von Palliativstationen
- Herausforderungen für die moderne Pflege
Auszug aus dem Buch
1.2 Entstehung von Krebserkrankungen
Die Entstehung von Krebs beruht meist nicht auf einer einzigen Ursache, sondern ist ein multifaktorielles Geschehen. Unterschiedliche Belastungen wirken im Laufe eines Lebens in vielfältiger Weise zusammen, so dass die Festlegung auf eine vermutete Ursache nur selten möglich ist (vgl. RKI, GEKID 2008: 17f.).
Krebs entsteht, wenn Zellen ihr Wachstum nicht mehr kontrollieren können. Störungen der Wachstumskontrolle können auf einer gestörten Zellteilung oder Zellvermehrung (Proliferation), einer gestörten Spezialisierung oder Ausreifung der Zelle (Differenzierung) oder auf einem gestörten Zelltod (Apoptose) beruhen (vgl. MARGULIES et al. 2006:4).
Zusammenfassung der Kapitel
Epidemiologie: Dieses Kapitel erläutert die quantitative Verteilung von Krebserkrankungen, identifiziert Risikofaktoren und analysiert statistische Daten zu Inzidenz, Mortalität sowie die sozioökonomischen Folgen für Betroffene.
Die Palliativstation: Das Kapitel definiert den Begriff der Palliativstation und das Palliative-Care-Konzept, beleuchtet statistische Kennzahlen zur Belegung und beschreibt die strukturellen sowie personellen Anforderungen an ein multiprofessionelles Team.
Zusammenfassung und Ausblick für die Pflege: Hier werden die Kernergebnisse reflektiert und zukünftige Anforderungen an die professionelle Pflege angesichts der demografischen Entwicklung und veränderter Familienstrukturen diskutiert.
Schlüsselwörter
Krebserkrankungen, Epidemiologie, Palliative Care, Palliativstation, Sterbebegleitung, Lebensqualität, Tumorbiologie, Prävention, Krankenhaus, multidisziplinäres Team, Onkologie, Pflegebedürftigkeit, Mortalität, Inzidenz, Krankheitsfolgen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der epidemiologischen Situation von Krebserkrankungen in Deutschland und der spezialisierten Versorgung von sterbenden Menschen auf Palliativstationen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Risikofaktoren für Krebs, den statistischen Entwicklungen der Neuerkrankungen sowie den Anforderungen an die stationäre Palliativversorgung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die epidemiologischen Grundlagen zu schaffen und die Notwendigkeit sowie Arbeitsweise einer Palliativstation im Gesundheitssystem darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Fachpublikationen, Statistiken von Krebsregistern und Institutionen wie dem Robert Koch-Institut.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die epidemiologische Analyse der Krebsentstehung und die detaillierte Darstellung der Palliativstation als Versorgungsmöglichkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Begriffe sind Onkologie, Palliative Care, Mortalität, Lebensqualität und interdisziplinäre Teamarbeit.
Wie unterscheidet sich die Palliativmedizin von der kurativen Medizin?
Während die kurative Medizin auf Heilung und Lebensverlängerung zielt, konzentriert sich die Palliativmedizin auf die Linderung von Symptomen und die Erhaltung einer bestmöglichen Lebensqualität.
Welche Rolle spielt das multiprofessionelle Team auf einer Palliativstation?
Es integriert Ärzte, Pflegekräfte, Psychologen, Sozialdienst und Therapeuten, um den Patienten ganzheitlich in seiner körperlichen, psychosozialen und spirituellen Situation zu betreuen.
Welche Rolle spielt die Prävention laut der Autorin?
Die Autorin betont die Wichtigkeit der primären und sekundären Prävention, um Inzidenzraten und Mortalität langfristig zu senken.
Was ist die Kernbotschaft bezüglich der zukünftigen Pflege?
Angesichts der zunehmenden Zahl an Krebserkrankungen und veränderter Familienstrukturen müssen Palliative-Care-Kenntnisse verstärkt in die Ausbildung und den Versorgungsalltag integriert werden.
- Quote paper
- Martina Elser (Author), 2009, Zur Epidemiologie von Krebserkrankungen und zur Versorgungssituation von schwerstkranken und sterbenden Krebspatienten auf einer Palliativstation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132875