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Pro Choice. Argumente für eine Liberalisierung der Abtreibung

Titel: Pro Choice. Argumente für eine Liberalisierung der Abtreibung

Essay , 2022 , 10 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die jüngsten Entscheidungen des US-amerikanischen Supreme Courts haben der Pro-Choice Bewegung in den USA einen mächtigen Dämpfer gegeben. Die christlich-konservativen Richter des Obersten Gerichtshofs, welche eine Mehrheit im Gericht besitzen, stimmten gegen ein Bundesgesetz von 1973, welches Frauen das Recht auf Abtreibung sichert. Folglich haben einige republikanisch geführte Bundesstaaten nun eigene Gesetze eingeführt, die Abtreibungen verbieten. Dieses Beispiel zeigt, wie verwoben politische Systeme und die Kirche noch in der heutigen Zeit sind. Das deutsche politische System war und ist von den 16 Jahren CDU geführten Regierungen geprägt und weist einige Fragestellungen auf, mit der sich die SPD geführte Regierung auseinandersetzen muss bzw. dies schon getan hat. Dazu zählt beispielsweise der Paragraf 219a Strafgesetzbuch – das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche, welches im Juli 2022 abgeschafft wurde. Unbestritten erscheint daher der Fakt, dass die Liberalisierung rund um das Thema Schwangerschaftsabbrüche Teil des gesellschaftlichen Diskurses ist.
Zunächst wird die aktuelle rechtliche Lage von Abtreibungen in Deutschland dargelegt. Darin liegt auch die Problemstellung für diesen Essay, da grundsätzlich ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland strafbar ist. Folglich ergibt sich die Fragestellung: Sollen Schwangere ein Recht auf Abtreibung in Deutschland haben? Moralische Verpflichtungen spielen eine zentrale Roll, wenn es darum geht, eine Stellung zu Abtreibungen einzunehmen. Dazu zielt auch das bereits zu Beginn aufgeführte Zitat, welches von einer feministischen Theologin stammt, ab, da in der Diskussion Frauen zu wenig einbezogen werden. Danach wird die Rolle der Kirchen in aktuellen Gesetzen und im Umgang mit Schwangerschaftsabbrüchen beleuchtet. Drauffolgend versuchen Utilitaristische Ansätze zu erklären, wieso es wichtig ist, dass positive und negative Handlungen neu zu bewerten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Haupt- und Argumentationsteil

2.1 Rolle der Moral

2.2 Kirche vs. Utilitarismus

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ethischen und rechtlichen Argumente für eine Liberalisierung der Abtreibung vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftspolitischer Debatten. Ziel ist es, die bestehenden moralischen und kirchlichen Positionen kritisch zu hinterfragen und im Kontext utilitaristischer Ansätze eine zeitgemäße Perspektive zu entwickeln, die das Selbstbestimmungsrecht der Frau in den Mittelpunkt stellt.

  • Analyse der aktuellen rechtlichen Situation von Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland
  • Die moralphilosophische Debatte um den Status des ungeborenen Lebens
  • Kontrastierung kirchlicher Positionen mit utilitaristischen ethischen Ansätzen
  • Kritik an der mangelnden Einbeziehung weiblicher Perspektiven in der Debatte
  • Plädoyer für eine zukunftsorientierte Reform der Gesetzgebung

Auszug aus dem Buch

Rolle der Moral

Das Eingangs angeführt Zitat zielte darauf ab, dass die Frau bei Diskussionen nicht hinreichend beachtet wird. Vielmehr wird eine ‚moralische Keule‘ herausgeholt, wenn davon gesprochen wird, dass ein ‚ungeborenes Leben‘ bei einer Abtreibung zerstört wird und das moralisch nicht vertretbar ist. Georg Lohmann schrieb einen Text darüber, was Objekte sind, denen wir einer moralischen Verpflichtung schuldig sind. Mit diesem Ansatz widerlegt Lohmann Donald Marquis Theorie der ‚Valuable-future-ours‘.

Der Philosoph Donald Bagley Marquis gilt als ein nicht-religiöser Gegner der Abtreibung. Seiner Ansicht nach, gilt seine ‚Valuable-future-ours‘-Theorie oder im Deutschen ‚Theorie der wertvollen Zukunft wie unserer‘. Er geht dabei von der Annahme aus, dass jeder Mensch einsichtig ist, dass eine Tötung etwas grundsätzlich Falsches ist. Wesentlich dafür ist das Argument, dass dem Opfer die Zukunft genommen wird, was negativ bewertet wird. Daher sei eine Abtreibung der Schwangerschaft bis auf wenige Ausnahmen unmoralisch (vgl. Marquis 1989, S. 183 ff.).

Georg Lohmann hingegen legt noch eine Art ‚Schritt der Zwischenprüfung‘ ein. Eine moralische Rücksichtnahme ist nach Lohmann grundlegend die Tätigkeit der Rücksicht eines moralischen Subjekts auf ein moralisches Objekt. Oft wird dies über den ‚Zustand des Gutseins‘ einer Person charakterisiert, was in einer Gesellschaft auch bewertet wird und durch verschiedene Einwirkungen vermehrt oder vermindert werden kann. Die Objekte moralischer Verpflichtung können dabei moralisch gute Handeln werten und nachvollziehen – sie haben Einfühlungskönnen oder können affektiv Nachfühlen. Was für das Objekt gut ist, kann dieses sowohl extern (autopoietisch) als auch intern durch sich selbst bestimmen. Lohmann führt Tiere als Beispiel für Objekte moralischer Verpflichtungen an, da sie bewusst wahrnehmen, was oder wer ihnen gut oder schlecht tut. Tiere sind demnach auf Grund ihrer Leidensfähigkeit Objekte moralischer Verpflichtungen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet die Relevanz der Debatte anhand internationaler und nationaler politischer Entwicklungen und legt das Ziel und die Forschungsfrage der Arbeit fest.

Haupt- und Argumentationsteil: Dieser Abschnitt analysiert die aktuelle deutsche Rechtslage, erörtert moralphilosophische Positionen zum Lebensstatus und stellt kirchliche Dogmen utilitaristischen Ansätzen der Leidsvermeidung gegenüber.

Zusammenfassung: Das Fazit resümiert die Argumente für eine Liberalisierung der Abtreibungsgesetze und betont die Notwendigkeit, Frauen bei dieser Thematik stärker als Akteurinnen und Subjekte zu behandeln.

Schlüsselwörter

Abtreibung, Pro Choice, Schwangerschaftsabbruch, Moral, Ethik, Liberalisierung, Utilitarismus, Selbstbestimmungsrecht, Schwangere, Leben, Donald Lohmann, Donald Bagley Marquis, Rechtslage, Moralische Verpflichtung, Gesellschaftlicher Diskurs.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Argumenten für eine Liberalisierung der Abtreibung und kritisiert die aktuellen rechtlichen sowie moralischen Rahmenbedingungen, die die betroffenen Frauen oft in den Hintergrund drängen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die rechtliche Situation in Deutschland, moralphilosophische Konzepte bezüglich des Lebensstatus sowie die ethische Bewertung von Abtreibungen durch die Kirche im Vergleich zum Utilitarismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die derzeitige gesetzliche Lage reformbedürftig ist und bei der Diskussion um Schwangerschaftsabbrüche das Selbstbestimmungsrecht und die Perspektive der Frauen stärker gewichtet werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um einen essayistischen Ansatz, der auf der Analyse bestehender philosophischer Theorien, aktueller Gesetzeslagen und theologischer bzw. ethischer Positionen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit erläutert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Gesetzesgrundlage (§ 218 StGB), die philosophische Debatte zur Moral gegenüber Embryonen und die ethische Gegenüberstellung von kirchlichen Prinzipien und utilitaristischer Glücks- bzw. Leidkalkulation.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Abtreibung, Pro Choice, moralische Verpflichtung, Utilitarismus, Selbstbestimmung und Schwangerschaftsabbruch.

Wie unterscheidet sich die utilitaristische Sichtweise von der kirchlichen Position?

Während die Kirche primär ordnungspolitische und gottgegebene Gebote zum Lebensschutz vertritt, bewertet der Utilitarismus Handlungen nach ihren Konsequenzen hinsichtlich der Minimierung von Leid und der Maximierung von Glück für die Betroffenen.

Was kritisiert der Autor an der aktuellen Debatte?

Der Autor kritisiert, dass in der öffentlichen Debatte oft theoretische moralische Konzepte („die moralische Keule“) über das konkrete Befinden und die Situation der betroffenen Frauen gestellt werden, wodurch diese als Subjekte ausgeblendet werden.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Pro Choice. Argumente für eine Liberalisierung der Abtreibung
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Angewandte Ethik
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
10
Katalognummer
V1328773
ISBN (PDF)
9783346817969
Sprache
Deutsch
Schlagworte
choice argumente liberalisierung abtreibung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Pro Choice. Argumente für eine Liberalisierung der Abtreibung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1328773
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Leseprobe aus  10  Seiten
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