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Phänomene sozialer Ungleichheit in Gesundheitssystemen

Ein Vergleich der deutschen und kanadischen Gesundheitsversorgung

Title: Phänomene sozialer Ungleichheit in Gesundheitssystemen

Seminar Paper , 2022 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Health - Health system
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Diese Seminararbeit behandelt das Thema der Phänomene von sozialer Ungleichheit im Kontext der Gesundheit. Die Beantwortung der Forschungsfrage „An welchen Stellen lässt sich eine soziale Ungleichheit in den einzelnen Gesundheitssystemen nachweisen und wie sind diese darin verankert?“ dient als zentrales Ziel dieser Arbeit. Dabei erfolgt ein Vergleich der Gesundheitssysteme der Bundesrepublik Deutschland und von Kanada. Dabei werden theoretische Grundlagen der sozialen und gesundheitlichen Ungleichheit beleuchtet, welche einen Einblick und Verständnis in die komplexe Thematik geben sollen. Darüber hinaus werden die zwei Gesundheitssysteme anhand ihrer Struktur beleuchtet, um daraus Rückschlüsse zu gegebenen Vorkommen von sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit schließen zu können. Zur Beantwortung der Forschungsfrage in theoretischer Hinsicht wird sowohl erwiesene Literatur von Bourdieu, als auch neuere Modellansätze von Sperlich und Mielck verwendet. Zur empirischen Beleuchtung aktueller Gegebenheiten werden aktuelle Studien und weitere Publikationen verwendet. Weiterhin großes Potential ist im aktuellen empirischen Stand zu erkennen. Auf Grundlage dieser potentiellen Ergebnisse können notwendige zukünftige gesundheitspolitische Entscheidungen getroffen werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziale Ungleichheit

2.1. Begriffsbestimmungen

2.1.1. Soziale Ungleichheit

2.1.2. Klasse und Schicht

2.2. Das bourdieusche Sozialstrukturmodell

2.3. Gesundheitssysteme im Kontext sozialer Ungleichheit

3. Soziale Ungleichheit im deutschen Gesundheitssystem

3.1. Das Gesundheitssystem der Bundesrepublik Deutschland

3.2. Phänomene der sozialen Ungleichheit in Deutschland

4. Soziale Ungleichheit im kanadischen Gesundheitssystem

4.1. Das kanadische Gesundheitssystem

4.2. Phänomene der sozialen Ungleichheit in Kanada

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der sozialen Ungleichheit im Gesundheitswesen durch einen vergleichenden Blick auf Deutschland und Kanada. Das primäre Ziel besteht darin, die Forschungsfrage zu beantworten, an welchen Stellen soziale Ungleichheit in den jeweiligen Systemen nachweisbar ist und wie diese strukturell verankert sind.

  • Soziologische Grundlagen der sozialen Ungleichheit (Bourdieu, Klasse & Schicht)
  • Strukturen und Mechanismen der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung
  • Strukturen und Mechanismen des kanadischen "Medicare"-Systems
  • Analyse gesundheitlicher Barrieren für sozioökonomisch schwächere Gruppen
  • Vergleich von Finanzierungsmodellen und Auswirkungen auf die Versorgungsgerechtigkeit

Auszug aus dem Buch

2.2. Das bourdieusche Sozialstrukturmodell

Der Soziologe Pierre Bourdieu ging zu seinen Lebzeiten davon aus, dass Mechanismen der Verwendung und Anhäufung von Macht innerhalb eines sozialen Systems Ursache für soziale Ungleichheit in einer Gesellschaft ist. Der Begriff Kapital, welches sozial, ökonomisch und kulturell vorhanden ist, wird zur Erläuterung der Machtverteilung als Grundlage für ein Klassenmodell verwendet (vgl. ebd. 1983, S. 183). Das Sozialkapital bezeichnet Bourdieu als „[…] Gesamtheit der aktuellen und potentiellen Ressourcen, die mit dem Besitz einers dauerhaften Netzes von mehr oder weniger institutionalisierten Beziehungen gegenseitigen Kennes oder Anerkennens verbunden sind; oder, anders ausgedrückt, es handelt sich dabei um Ressourcen, die auf der Zugehörigkeit einer Gruppe beruhen“ (ebd. 1992 zitiert in: Bourdieu 200, S. 224).

Soziales, ökonomisches und kulturelles Kapital sind in der Lage unter bestimmten Bedingungen sich in andere Kapitalformen umzuwandeln und stehen miteinander in Wechselbeziehungen. Das kulturelle Kapital kann in drei Unterformen geteilt werden: objektiviertes Kapital, inkorporiertes Kapital und institutionalisiertes Kapital. In Verbindung mit Enzyklopädien, Büchern und anderen Instrumenten steht das objektivierte Kapital. Die genannten Güter werden auch als kulturelle Güter bezeichnet. Durch die Schul- bzw. Universitätsbildung sowie dem Elternhaus kann inkorporiertes Kapital generiert werden. Wenn aus den Bildungseinrichtungen Zeugnisse und Abschlüsse sowie Titel erworben werden, dann fallen diese unter das institutionalisierte Kapital. Dieses genießt eine hohe gesellschaftliche Anerkennung (vgl. ebd. 1992, 49 f. & Müller 2014, S. 27 ff.). Für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind Bildungschancen meist schlechter. Dieser Umstand zeigt, dass zwar kulturelles Kapital durch Bildung gewonnen werden kann, es jedoch bei geringerem sozioökonomischen Status weniger nachzuweisen ist (vgl. Hradil 2016, S. 257).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz sozialer Ungleichheit im Gesundheitswesen ein und beschreibt das Ziel, die Systeme Deutschlands und Kanadas vergleichend anhand von Leitfragen zu analysieren.

2. Soziale Ungleichheit: Dieser Teil legt die soziologischen Grundlagen dar, insbesondere durch das bourdieusche Kapitalmodell, und erläutert das gesundheitswissenschaftliche Mehrebenenmodell nach Sperlich und Mielck.

3. Soziale Ungleichheit im deutschen Gesundheitssystem: Kapitel drei untersucht die Struktur der deutschen Sozialversicherung und identifiziert Schwachstellen sowie Phänomene der Ungleichheit, bei denen finanzielle Barrieren bei der Leistungsübernahme eine Rolle spielen.

4. Soziale Ungleichheit im kanadischen Gesundheitssystem: Dieses Kapitel beschreibt das „Medicare“-Modell und arbeitet spezifische Herausforderungen heraus, wie z.B. geografische Distanzen und kulturelle Barrieren für indigene Völker.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass in beiden Ländern trotz unterschiedlicher Strukturen und Ansätze monetäre Barrieren bestehen, und plädiert für eine zukünftige, grenzüberschreitende Auseinandersetzung mit diesen Ungleichheiten.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Gesundheitssystem, Deutschland, Kanada, Pierre Bourdieu, Kapitaltheorie, Krankenversicherung, Medicare, Versorgungsbarrieren, Gesundheitsgerechtigkeit, sozioökonomischer Status, Gesundheitsökonomie, Bildung, Lebenserwartung, Versorgungsstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das komplexe Thema der Phänomene sozialer Ungleichheit im Kontext von Gesundheit sowie deren Einflussnahme auf die gesundheitliche Versorgung innerhalb verschiedener staatlicher Systeme.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Themenfelder umfassen soziologische Ungleichheitsmodelle, die Struktur des deutschen gesetzlichen Sozialversicherungssystems sowie das kanadische öffentlich finanzierte Gesundheitssystem.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel der Arbeit ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, an welchen spezifischen Stellen innerhalb der beiden Vergleichssysteme soziale Ungleichheit nachweisbar ist und wie diese in den jeweiligen Strukturen verankert ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit verwendet eine theoretische Fundierung durch soziologische Literatur (z.B. Bourdieu, Hradil) sowie eine empirische Beleuchtung durch die Analyse aktueller Studien und Publikationen zum Gesundheitswesen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Begriffe geklärt, bevor die beiden Gesundheitssysteme Deutschlands und Kanadas in jeweils eigenen Kapiteln strukturell vorgestellt und hinsichtlich ihrer Ungleichheitsphänomene untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Kernbegriffe sind Soziale Ungleichheit, Gesundheitssystemvergleich, Bourdieusches Kapitalsmodell, Krankenversicherung, Medicare und Versorgungsbarrieren.

Warum wurden genau Deutschland und Kanada für den Vergleich ausgewählt?

Die Länder wurden gewählt, da öffentliche Träger in beiden Systemen maßgeblich in Finanzierung und Gesetzgebung involviert sind und zudem eine regional strukturierte Aufteilung der Zuständigkeiten vorliegt.

Welche speziellen Barrieren für Patienten werden im kanadischen Kontext hervorgehoben?

Neben den finanziellen Belastungen durch zusätzliche Kosten (z.B. bei Krebstherapien) werden explizit die geografische Distanz in ländlichen Regionen sowie sprachliche und kulturelle Barrieren für indigene Völker als Hemmnisse identifiziert.

Wie unterscheidet sich die "Zwei-Klassen-Medizin" in der Analyse des deutschen Systems?

Die Arbeit verweist auf das zeitgleiche Dasein von gesetzlicher und privater Krankenversicherung, bei der insbesondere der ungleiche Leistungsumfang und die unterschiedliche Honorierung der Leistungserbringer als Faktoren für eine potenzielle Zwei-Klassen-Medizin identifiziert werden.

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Details

Title
Phänomene sozialer Ungleichheit in Gesundheitssystemen
Subtitle
Ein Vergleich der deutschen und kanadischen Gesundheitsversorgung
College
Dresden Technical University  (Institut für Berufspädagogik und Berufliche Didaktiken)
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2022
Pages
17
Catalog Number
V1328777
ISBN (PDF)
9783346817938
ISBN (Book)
9783346817945
Language
German
Tags
phänomene ungleichheit gesundheitssystemen vergleich gesundheitsversorgung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2022, Phänomene sozialer Ungleichheit in Gesundheitssystemen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1328777
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