Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Fremdheitserfahrungen der Figur Medea in Christa Wolfs Roman "Medea. Stimmen"

Titel: Fremdheitserfahrungen der Figur Medea in Christa Wolfs Roman "Medea. Stimmen"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2021 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Julia Müller (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Christa Wolf setzt sich in ihrem Werk "Medea.Stimmen" mit einem Urtext der abendländischen Zivilisation auseinander, und zwar mit dem Medea-Mythos. Seit Euripides "Medea" ist in den Köpfen der Menschen das Bild einer grausamen Frau verankert, die ihren Bruder, eine vermeintliche Freundin und schließlich ihre eigenen Kinder ermordet. Christa Wolf hegte berechtigte Zweifel an dieser von Männerperspektiven geprägten Version und schrieb kurzerhand ihre eigene Medea-Figur, mit der sich diese Arbeit näher beschäftigen soll. Schwerpunkt dabei werden die Fremdheitserfahrungen der wolfschen Medea darstellen.

Ziel der Arbeit ist es, die Fremdheitserfahrungen der Medea in Korinth sowohl nach außen als auch nach innen gerichtet, nachvollziehen zu können, denn diese zeichnen sie maßgeblich als Person und Figur aus. Abschließend soll die Frage beantwortet werden, inwiefern die gemachten Erfahrungen die Identität und die Positionierung in der Gesellschaft der Figur Medea beeinflusst haben. Da dies auf einer theoretischen Grundlage geschehen soll, wird zunächst der Fremdheitsbegriff behandelt und verschiedene für das Ziel dieser Arbeit relevante Perspektiven diesbezüglich beleuchtet, nämlich die soziologische, die kulturanthropologische und die psychologische. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den Fremdheitserfahrungen Medeas.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

2.1 Soziologische Perspektive

2.2 Kulturanthropologische Perspektive

2.3 Psychologische Perspektive

3. Fremdheitserfahrungen in Christa Wolfs Roman Medea. Stimmen

3.1 Die Kolcher als fremdes Volk in Korinth

3.2 Christa Wolfs Medea als Projektionsfigur der Fremdheit

3.2.1 Das Frauenbild in Korinth und Kolchis

3.2.2 Medea als ambivalente Figur zwischen Faszination und Ablehnung

3.2.3 Medea als Individuum am Rande zweier Kulturen

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Fremdheitserfahrungen der Figur Medea in Christa Wolfs Roman „Medea. Stimmen“ vor dem Hintergrund soziologischer, kulturanthropologischer und psychologischer Theorien. Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie diese Erfahrungen Medeas Identität und ihre soziale Positionierung im Spannungsfeld zwischen Kolchis und Korinth beeinflusst haben.

  • Analyse des Fremdheitsbegriffs aus soziologischer, kulturanthropologischer und psychologischer Sicht.
  • Untersuchung der Perspektive der Kolcher als kulturelle Minderheit in der korinthischen Aufnahmegesellschaft.
  • Deutung von Medea als Projektionsfigur der Fremdheit im Kontext divergierender Frauenbilder.
  • Reflektion der ambivalenten Dynamik zwischen Faszination und Ablehnung gegenüber der Protagonistin.
  • Beurteilung der Identitätsfindung Medeas als Individuum am Rande zweier Kulturen.

Auszug aus dem Buch

3.2 Christa Wolfs Medea als Projektionsfigur der Fremdheit

Christa Wolf verfolgt mit ihrer neuen Version der Medea die Intention, die von den vorhergehenden Bearbeitungen des Mythos verdrängte, weibliche Perspektive sichtbar zu machen und stellt die bisherige Verarbeitung in Frage. Während Wolf an der Version der Medea als Mörderin bzw. Kindsmörderin erhebliche Zweifel erhebt, überträgt sich das Bild von Medea als eine wilde Frau auch in ihrer Umsetzung des Mythos in die Vorstellung des Rezipienten. Die Identifikation als wilde Frau ist Teil der Fremdheitserfahrungen, die Medea in Korinth macht. Aus diesem Grund ist eine genauere Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Frauenbild der beiden gegenüberstehenden Kulturen für das Erfassen der Fremdheitsmuster, welche Wolfs Medea auszeichnen, unerlässlich.

Im Rahmen der Nacherzählung der Reise der Argonauten in den ersten beiden Kapiteln des Romans schildert Jason seine erste Begegnung mit Medea in Kolchis. Während seinen Ausführungen fällt auf, wie frei sich Medea in Kolchis bewegt und wie gering der Einfluss männlicher Autorität auf sie ist. Dies wird zum Beispiel in der Situation deutlich, in der Jason König Aietes trifft, und dieser seiner Tochter Medea den Befehl gibt, zu bleiben, welchem sie sich ohne viel Aufhebens widersetzt und geht. Eine solche Freiheit wird in Korinth mit Wildheit gleichgesetzt, denn hier ist der Übergang von Matriarchat zu Patriarchat bereits weiter fortgeschritten als zum Zeitpunkt des Weggang Medeas in Kolchis. Da Medea auch weiterhin als stolze und selbstständige Frau in Korinth auftritt, stößt dies dort auf Ablehnungsreaktionen und Fremdheitszuschreibungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Neuinterpretation des Medea-Mythos durch Christa Wolf ein, umreißt die Relevanz von Fremdheitserfahrungen und definiert das Ziel, Medeas Identität und Positionierung wissenschaftlich zu untersuchen.

2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen der Arbeit durch soziologische, kulturanthropologische und psychologische Perspektiven auf das Phänomen der Fremdheit.

3. Fremdheitserfahrungen in Christa Wolfs Roman Medea. Stimmen: Dieser Hauptteil analysiert das konkrete Erleben von Fremdheit, unterteilt in die Perspektive der Kolcher, die Rolle des Frauenbilds und die individuelle Positionierung Medeas.

4. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass die wolfsche Medea trotz gesellschaftlicher Stigmatisierung und Heimatlosigkeit eine bewahrte, starke Identität besitzt.

Schlüsselwörter

Medea, Christa Wolf, Fremdheit, Identität, Soziologie, Kulturanthropologie, Psychologie, Kolcher, Korinth, Interkulturalität, Marginalität, Frauenbild, Mythos, Zivilisationskritik, Zugehörigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Fremdheitserfahrungen der Protagonistin in Christa Wolfs Roman „Medea. Stimmen“ und untersucht, wie diese Erfahrungen die Identität der Figur formen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind das kulturelle Aufeinandertreffen von Kolchern und Korinthern, die Konstruktion von Fremdheit sowie die Auswirkungen gesellschaftlicher Zuschreibungen auf das Individuum.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie Medea sowohl nach außen als auch nach innen gerichtete Fremdheitserfahrungen verarbeitet und wie dies ihre Identität und Positionierung in der Gesellschaft beeinflusst hat.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit nutzt einen theoretischen Rahmen aus Soziologie (Georg Simmel), Kulturanthropologie und Psychologie, um literaturwissenschaftliche Analysen des Romans vorzunehmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Erfahrungen der Kolcher als Minderheit beleuchtet, anschließend wird Medea als Projektionsfigur der Fremdheit durch den Vergleich von Frauenbildern und ihrer ambivalenten sozialen Position analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fremdheit, Identität, Interkulturalität, Marginalität, das soziale Konstrukt des „Fremden“ und die spezifische mediale Deutung des antiken Mythos.

Welche Rolle spielt das Frauenbild für die Fremdheitserfahrung der Medea?

Das korinthische, patriarchale Frauenbild steht in direktem Kontrast zu Medeas kolchischer Sozialisation. Ihre Weigerung, sich dem unterwürfigen Ideal anzupassen, führt zu Stigmatisierung und verstärkt ihr Gefühl des Fremdseins.

Wie unterscheidet sich Medea von ihrer Umgebung am Ende der Analyse?

Medea unterscheidet sich durch ihre hohe Reflexionsfähigkeit. Während ihre Umgebung in Vorurteilen verharrt, erkennt Medea die universelle Natur der Unmenschlichkeit beider Kulturen, was sie zwar staatenlos, aber keineswegs identitätslos macht.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Fremdheitserfahrungen der Figur Medea in Christa Wolfs Roman "Medea. Stimmen"
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur mit historischem Schwerpunkt)
Veranstaltung
Hauptseminar: Flucht, Migration und Integration in der Literatur
Note
1,0
Autor
Julia Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
23
Katalognummer
V1328818
ISBN (eBook)
9783346816139
ISBN (Buch)
9783346816146
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medea Christa Wolf Fremdheit Fremdheitserfahrungen Stimmen Identität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Müller (Autor:in), 2021, Fremdheitserfahrungen der Figur Medea in Christa Wolfs Roman "Medea. Stimmen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1328818
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  23  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum