Die Arbeit behandelt die Kathedrale von Gloucester ausführlich in ihrer Gestalt und Baugeschichte. Auf besondere Neuerungen und die verschiedenen Stilelemente besonders der englischen Gotik wird ebenso eingegangen wie auf verschiedene Vorbild- und Nachfolgebauten.
Kapitelübersicht
1. Baubeschreibung
1.1 Außenbau
1.1.1 Grundriss
1.1.2 Westfassade
1.1.3 Eingangshalle
1.1.4 Langhaus
1.1.5 Vierungsturm
1.1.6 Querhausarme mit Kapellen
1.1.7 Chor mit Umgang und Radialkapellen
1.1.8 Lady Chapel
1.2 Innenbau
1.2.1 Eingangshalle
1.2.2 Mittelschiff des Langhauses
1.2.3 Seitenschiffe
1.2.4 Querhausarme mit Kapellen
1.2.5 Krypta
1.2.6 Vierung
1.2.7 Chor und Chorumgang mit Kapellen
1.2.8 Lady Chapel
2. Baugeschichte
3. Kunstgeschichtliche Einordnung
3.1 Neuerungen
3.1.1 Gewölbeformen
3.1.2 Ostfenster
3.1.3 Grabmal König Edwards II.
3.1.4 Tudorbogen
3.2 Stilrichtungen
3.2.1 Early English
3.2.2 Decorated Style
3.2.3 Perpendicular Style
3.3 Vorbilder und Nachfolger
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Architektur der Kathedrale von Gloucester und untersucht deren kunsthistorische Bedeutung im Kontext der Entwicklung der englischen Gotik. Ziel ist es, die spezifischen Bauformen und stilistischen Innovationen, die an diesem Bauwerk erstmals auftraten oder maßgeblich geprägt wurden, detailliert zu dokumentieren.
- Detaillierte architektonische Baubeschreibung von Außen- und Innenbau
- Chronologische Aufarbeitung der wechselvollen Baugeschichte
- Analyse innovativer Gewölbeformen wie dem Liernen- und Fächergewölbe
- Untersuchung des Entstehungsortes und der Bedeutung des Perpendicular Style
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Gewölbeformen
In Gloucester begegnet man drei verschiedenen Gewölbeformen: Kreuzrippengewölbe, Liernengewölbe und Fächergewölbe. Die beiden erstgenannten Formen sind in einer frühen wie auch in einer späteren Form vertreten. So zeigt das Kreuzrippengewölbe im nördlichen Seitenschiff eine frühe, normannische Form dieser Gewölbeart, der eine Tonne zugrunde liegt. Ähnliche Wölbungen, jedoch ohne Kreuzrippen, findet man im Chorumgang. Im Mittelschiff und im südlichen Seitenschiff dagegen tritt die gotische Ausprägung mit einer Spitztonne und feiner profilierten Rippen in Erscheinung. Liernengewölbe finden sich im südlichen Querhausarm in ihrer Frühform ohne Schlusssteine und im nördlichen Querhausarm, den Westjochen des Langhauses, Vorhalle, Vierung und vor allem in Chor und Lady Chapel in ihrer kunstvollsten Ausprägung mit unzähligen Liernen, reichen Schlusssteinen und Scheitelrippen. Dieses Motiv wird im Chor entwickelt und in den anderen Bauteilen übernommen. Das Gewölbe der Vierung ist eines der ersten Liernengewölbe Englands und weist damit schon auf eine gewisse Vorliebe der Baumeister für Neuerungen hin.
Ihren Höhepunkt erreicht diese Neigung allerdings im Großen Kreuzgang von Gloucester. Über mit prachtvollem Perpendicular-Maßwerk überzogenen Wänden spannt sich das ebenso geschmückte, erste vollgültige Fächergewölbe überhaupt auf – zumindest das erste Erhaltene. Es gibt Ansätze, dass im Kapitelhaus von Hereford von 1364-70, das allerdings nicht mehr existiert, das Fächergewölbe entwickelt und danach in Gloucester übernommen wurde. Welander zufolge war es umgekehrt und der Architekt des Kreuzganges in Gloucester könnte das Fächergewölbe nach Hereford gebracht haben. Die verschiedenen Autoren widersprechen sich also, und auch wenn die große Mehrheit sich für Gloucester ausspricht bleibt dennoch unklar, wo diese neuartige Gewölbeform erfunden wurde. Sicher ist jedoch, dass das früheste erhaltene Beispiel in Gloucester zu finden ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Baubeschreibung: Detaillierte Analyse der baulichen Strukturen des Außenbaus und Innenraums von Gloucester Cathedral, unterteilt in einzelne Baukörper.
2. Baugeschichte: Chronologischer Abriss der Entwicklung der Kathedrale von der Klostergründung im Jahr 681 bis hin zum 900-jährigen Jubiläum.
3. Kunstgeschichtliche Einordnung: Untersuchung spezifischer architektonischer Neuerungen, der Anwendung verschiedener gotischer Stilrichtungen und der Bedeutung von Gloucester als Inspirationsquelle für andere Kathedralbauten.
Schlüsselwörter
Gloucester Cathedral, englische Gotik, Architektur, Baubeschreibung, Baugeschichte, Liernengewölbe, Fächergewölbe, Perpendicular Style, Decorated Style, Early English, Kathedralbau, Kirchengeschichte, Gewölbeformen, Strebepfeiler, Maßwerk
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende architektonische und kunsthistorische Untersuchung der Kathedrale von Gloucester, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Entwicklung neuer gotischer Stile liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der detaillierten Baubeschreibung der unterschiedlichen Gebäudeteile, der historischen Entwicklung des Baus über Jahrhunderte hinweg sowie der innovativen Rolle der Kathedrale bei der Entstehung des englischen Perpendicular Style.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Status von Gloucester als eines der wichtigsten und zugleich rätselhaftesten Baudenkmäler der Kunstgeschichte durch eine strukturierte Analyse seiner Architektur und Stilentwürfe zu untermauern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kunsthistorische Analyse, die auf einer deskriptiven Baubeschreibung und der Auswertung fachspezifischer Literatur zur englischen Sakralarchitektur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die physische Beschreibung der Außen- und Innenbereiche (Baubeschreibung), eine chronologische Zusammenfassung der Bauphasen (Baugeschichte) sowie die kunstgeschichtliche Einordnung und stilistische Bewertung der innovativen Elemente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Gloucester Cathedral, englische Gotik, Perpendicular Style, Fächergewölbe und Kathedralarchitektur beschreiben.
Welche Rolle spielt das Grabmal von König Edward II. für die Kathedrale?
Das Grabmal war ein entscheidender finanzieller Impulsgeber: Durch die Einnahmen aus Pilgerströmen, die das Grabmal anzog, konnten die aufwendigen gotischen Umbauten in Gloucester erst realisiert werden.
Inwiefern beeinflusste Gloucester den sogenannten Perpendicular Style?
Gloucester gilt als einer der maßgeblichen Entwicklungsorte dieses Stils, insbesondere durch die baulichen Umgestaltungen am südlichen Querhaus und im Chor, die später in ganz England übernommen wurden.
Was zeichnet das Fächergewölbe in Gloucester besonders aus?
Der Kreuzgang von Gloucester enthält das früheste erhaltene Beispiel eines vollendeten Fächergewölbes, das für die spätere englische Architektur, wie etwa bei der King’s College Chapel, als direktes Vorbild fungierte.
- Quote paper
- Sarah-Katrin Haskamp (Author), 2005, Gloucester Cathedral, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132919