Rembrandt van Rijns "Große Kreuzigung" - Die Stadien der Radierung


Seminararbeit, 2005

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitendes

2. Rembrandt van Rijn – Biografie

3. Die Radierung „Die Drei Kreuze“, genannt „Große Kreuzigung“
3.1 Einordnung ins Gesamtwerk Rembrandts und Entstehungsumstände
3.2 Bildbeschreibungen der fünf Entstehungsphasen
3.2.1 Erster Zustand
3.2.2 Zweiter Zustand
3.2.3 Dritter Zustand
3.2.4 Vierter Zustand
3.2.5 Fünfter Zustand
3.3 Weiterführende Analyse und Vergleich
3.3.1 Inhalt der Darstellungen.
3.3.2 Stimmung der Darstellungen
3.3.3 Inspirationsquellen

4. Abschließendes

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitendes

Die Radierung „Die drei Kreuze“, die auch als „Große Kreuzigung“ bekannt ist, ist eines von Rembrandt van Rijns druckgraphischen Hauptwerken.[1] Es gibt fünf verschiedene Fassungen der Darstellung, da der Künstler die Platte mehrfach in unterschiedlich weitreichender Art und Weise überarbeitete.[2]

Im Folgenden soll das Werk in Leben und Schaffen Rembrandts eingeordnet werden, ich möchte die verschiedenen Zustände beschreiben und zuletzt auf Unterschiede in Inhalt und Stimmung der Darstellungen sowie auf Vorbilder, an denen der Künstler sich bei der Ausführung verschiedener Figuren orientierte, eingehen.

2. Rembrandt van Rijn - Biographie

Rembrandt Harmensz van Rijn wird am 15.07.1606 als Sohn eines Müllers in Leiden/ Holland geboren.[3] Eigentlich soll er Gelehrter werden, und so genießt er sieben Jahre lang eine humanistische Erziehung[4] am Kollegium zu Leiden[5]. 1620 schreibt er sich an der Universität Leiden ein, bricht das Studium jedoch bald wieder ab,[6] um Maler zu werden. Sein Vater willigt schließlich ein und gibt ihn für die folgenden drei Jahre bei Jakob Isaacsz. van Swanenburgh in die Lehre.[7] Es folgt ein sechsmonatiger Lehrgang bei Pieter Lastman in Amsterdam und wahrscheinlich ein Weiterer bei Jakob Pynas. Um 1625 kehrt Rembrandt nach Leiden zurück und beginnt eine selbstständige künstlerische Tätigkeit. Er trifft auf Jan Lievens, die beiden Künstler arbeiten gelegentlich zusammen.

Ein Schuldbekenntnis des Hendrik van Uylenburgh zugunsten Rembrandts aus dem Jahr 1631 bezeugt sowohl die Vermarktung seiner Werke als auch eine Verbindung nach Amsterdam.[8] 1631 lässt er sich endgültig dort nieder und findet Bewunderer und reichen Lohn.[9] Rembrandt wird zum Modemaler und eröffnet bald eine eigene Werkstatt, um die Aufträge zu bewältigen.[10] 1634 heiratet er Hendricks Base Saskia van Uylenburgh, fünf Jahre später erwirbt der Künstler ein Haus in der Breestraat. Er ist aufgrund eigener Erfolge und des Vermögens seiner Gattin ein wohlhabender Mann und so war es ihm möglich, einer der bedeutendsten Kunstsammler seiner Zeit zu werden.

Das Paar bekommt drei Kinder, die bereits in frühem Alter sterben. Ein Jahr nach der Geburt des einzig überlebenden Sohnes Titus 1641, stirbt Saskia.[11] 1645 lernt Rembrandt Hendrickje Stoffels kennen, die seine zweite Partnerin wird. Ein Sohn der beiden stirbt 1652, zwei Jahre später wird eine Tochter, Cornelia, geboren.[12] Kurz darauf erleidet Rembrandt einen finanziellen Zusammenbruch, da die Zahl seiner Bildnisaufträge zurückgeht[13] und er sein Vermögen für seine Kunstsammlung ausgegeben hat[14]. Er kann die Abzahlungen für sein Haus nicht mehr leisten[15] und wird für zahlungsunfähig erklärt, sein Besitz soll versteigert werden. Dazu wird 1656 ein Verzeichnis seiner Besitztümer angefertigt,[16] das erst das volle Ausmaß und die Bedeutung seiner Kunstsammlung deutlich werden lässt.

Hendrickje und Titus nehmen Rembrandt 1660 als „Angestellten“ in ihren 1658 begonnenen Kunsthandel auf, um ihn den Forderungen seiner Gläubiger zu entziehen. 1662 stirbt Hendrickje, 1668 heiratet Titus Magdalena von Loo und stirbt ebenfalls kurz darauf. Die im folgenden Jahr geborene Tochter des jungen Mannes, Titia, und Rembrandts Tochter Cornelia begleiten den Künstler als einzig Überlebende der Familie bis zu seinem Tod im Oktober 1669.[17]

Künstlerisch gesehen kann man Rembrandts Leben in drei Schaffensphasen einteilen. Seine Frühzeit bilden die Leidener Jahre von etwa 1626 – 31. Sie sind geprägt von biblischen Bildern kleinen Formats, die starke Hell-Dunkel-Gegensätze aufweisen, und einem starken Interesse an Studien des „physiognomischen Ausdruck[s] in all seiner Vielfältigkeit“[18] und in ungemildertem Naturalismus.

Die zweite Periode beginnt mit der ‚Anatomie des Dr. Tulp’ und endet mit der ‚Nachtwache’. Der harte Naturalismus und die übertriebene Hell-Dunkel-Gestaltung der Dinge wird nun mehr und mehr abgemildert, außerdem ist eine zunehmende Farbigkeit charakteristisch für diese Zeit. Die bisher nicht beachtete Landschaft wird in den Bereich der Darstellung einbezogen. „Die Radierung wird zum Träger der ganzen Gewalt und Tiefe von R.s Darstellungskunst“[19]. Es entstehen viele Bildnisse, da Rembrandt nun bekannt ist und viele Aufträge erhält.

Rembrandts Spätzeit wird eingeleitet durch den ‚Jakobssegen’. Er ist nun zu „einer letzten Vergeistigung gelangt und hat auch seine farbigen Mittel zu neuer Ausdruckskraft gewandelt“[20]. Dramatische Höhepunkte bedeuten ihm nichts mehr, es gibt nur wenige Radierungen und die Landschaft ist wieder ganz aus seinem Werk verschwunden.

[...]


[1] Vgl. Holm Bevers / Peter Schatborn / Barbara Welzel, Rembrandt: Der Meister und seine Werkstatt. Zeichnungen und Radierungen. München/ Paris/ London 1991, S. 264.

[2] Vgl. Woldemar von Seidlitz, Die Radierungen Rembrandts. Leipzig 1922, S. 132.

[3] Vgl. Hans Vollmer (Hg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Bd. 29. Leipzig 1934, S. 259.

[4] Vgl. Vollmer (1934), S. 259.

[5] Vgl. Georg Kaspar Nagler, Neues allgemeines Künstler-Lexikon oder Nachrichten von dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Lithographen, Formschneider, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter etc. Bd. 14. 3. Aufl. Leipzig 1924, S. 109.

[6] Vgl. Vollmer (1934), S. 259.

[7] Vgl. A. v. Bertzen, Rembrandt (1606 – 1669). Auf: http://www.uni-stuttgart.de/idg1/aquarell/Seminarbeitraege/Rembrandt_5.html am 23.09.2005. Stuttgart, o.J.

[8] Vgl. Vollmer (1934), S. 259.

[9] Vgl. v. Bertzen (o.J.).

[10] Vgl. Nagler (1924), S. 109.

[11] Vgl. Vollmer (1934), S. 259.

[12] Vgl. v. Bertzen (o.J.).

[13] Vgl. Vollmer (1934), S. 259.

[14] Vgl. v. Bertzen (o.J.).

[15] Vgl. Vollmer (1934), S. 260.

[16] Vgl. v. Bertzen (o.J.).

[17] Vgl. Vollmer (1934), S. 260.

[18] Vgl. Johannes Jahn / Robert Heidenreich, Wörterbuch der Kunst. 2. durchgesehene und erweiterte Aufl. Stuttgart 1940, S. 557.

[19] Jahn/ Heidenreich (1940), S. 558.

[20] Jahn/ Heidenreich (1940), S. 558.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Rembrandt van Rijns "Große Kreuzigung" - Die Stadien der Radierung
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Kunstgeschichte)
Veranstaltung
Proseminar "Bilder für alle. Form und Verwendung graphischer Medien zwischen Spätgotik und Moderne."
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V132921
ISBN (eBook)
9783640392803
ISBN (Buch)
9783640393107
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rembrandt, Große Kreuzigung, 3 Kreuze, Drei Kreuze, Radierung, Graphik, Grafik, Kreuzigung
Arbeit zitieren
Sarah-Katrin Haskamp (Autor), 2005, Rembrandt van Rijns "Große Kreuzigung" - Die Stadien der Radierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132921

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