Filmmusik: Bedeutung und Wirkungsweise

Bezogen auf drei Filme des Regisseurs Tom Tykwer


Hausarbeit, 2008
17 Seiten, Note: 13 (1,3)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutung von Filmmusik
2.1 Funktionen von Filmmusik
2.2 Musik und Bild
2.2.1. Funktionale/Autonome Filmmusik
2.2.2. Musikalische Tableaus
2.2.3. Genrecharakterisierung
2.3 Musik und Handlung
2.3.1. Titelmusik/Finale
2.3.2. Leitmotive

3. Musik und Zuschauer: Stimmungserzäugung durch Filmmusik
3.1. Vergleich Akustisch/ Visuell
3.2. Schaffung von Atmosphäre
3.3. Rhythmus und seine Wirkung
3.4. Musikalische Emotionserzeugung

4. Schlussbetrachtung.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung und Wirkung von Filmmusik, speziell bezogen auf Tom Tykwers Filme Winterschläfer (1997), Lola rennt (1998) und Das Parfüm (2006).

Als erstes wird die Bedeutung von Filmmusik analysiert, ihre Funktionen und mit welchen Mitteln sie das filmische Bild und die Handlung des Filmes unterstützt. Im zweiten Teil der Arbeit, wird ermittelt, wie Filmmusik den Zuschauer beeinflusst und ins filmische Geschehen hineinzieht, welche Wirkung Musik im Film auf den Rezipienten hat.

Dieser Gegenstand wird behandelt, da obwohl Filmmusik ein bedeutendes gestalterisches filmisches Mittel ist, ihre Wichtigkeit oft in Filmanalysen übersehen wird, da in der menschlichen Wahrnehmung das Sehen eine größere Rolle spielt als das Hören. Die meisten Filmanalysen konzentrieren sich hauptsächlich auf den visuellen Teil eines Filmes und vernachlässigen die Analyse der Tonebene. Filmmusik ist zwar ein rein funktionales Medium und wird vom Zuschauer meistens nur unbewusst wahrgenommen, dennoch für die Illusionsherstellung in Filmen fast unverzichtbar. Der Regisseur Tom Tykwer hat die Wichtigkeit der Filmmusik erkannt und achtet in seinen Filmen ganz besonders auf den Einsatz von Filmmusik. Im Gegensatz zu den meisten anderen Filmen, wo die Musik erst nach Fertigstellung des Filmes hinzugefügt wird entsteht bei ihm das filmische Bild und die Filmmusik parallel Daher sind seine Filme Musterbeispiele für den wirkungsvollen Musikeinsatz im Film.

In dieser Arbeit soll die Wichtigkeit von Filmmusik ermittelt und betont werden. Es soll begründet werden, warum im Idealfall die Tonebene (und speziell die Musik als wichtiges Element dieser) und die Bildebene für den Film von gleicher Bedeutung sein sollen, an Filmen von Tom Tykwer, in denen die Filmmusik eine tragende Bedeutung hat und den Rezipienten in seiner filmischen Wahrnehmung beeinflussen.

2. Bedeutung von Filmmusik:

2.1. Funktion von Filmmusik:

„Musik tritt als eine selbständige Mitteilungsebene (Soundtrack) zu den Bildern, die Bedeutungen akzentuieren kann. Sie kann das visuell Gezeigte mit emotionalen Qualitäten versehen und in spezifischer Weise interpretieren.“[1]

Von den drei Tonebenen (Sprache, Geräusche und Musik) ist die Filmmusik die erste, die in Filmen schon in der Stummfilmzeit in Form von Klavier- oder sogar Orchesterbegleitung eingesetzt wurde.

Musik im Film dient zur Illusions- und zur Stimmungsverstärkung, indem sie den Zuschauer ins filmische Geschehen „hineinzieht“. Filmmusik wird vom Zuschauer meistens unbewusst wahrgenommen. Hierbei entsteht oft der Eindruck, dass sie erst bemerkt wird, wenn sie fehlt, da sie von dem visuellen Filmgeschehen, oder von der sprachlichen Ebene in der Regel überdeckt wird. Filmmusik ist also ein überhörbares, funktionales Medium, was für das Zusammenwirken mit den filmischen Bildern erzeugt wird, das visuell Gezeigte also lediglich unterstützen soll.[2]

Die Hauptfunktion von Filmmusik ist dramaturgisch zu funktionieren, sich mit dem Bild zu einem Ganzen zusammenzufügen. Sie kann von einem Thema zum anderen überleiten, schafft Stimmungsumbrüche, unterstreicht und verstärkt bestimmte Passagen im Film. Filmmusik schafft Emotionen, baut Atmosphäre auf, verdeutlicht Erzählzusammenhänge und kann auch Widersprüche erzeugen.

Es gibt unterschiedliche Formen von Musikeinsatz im Film. Im Folgenden werden die wichtigsten kurz aufgeführt:

„Musik eingesetzt werden um Bewegungsvorgänge und Naturphänomene zu beschreiben oder zu imitieren, zum Beispiel Gewitter oder Eisenbahnfahrten. Musik charakterisiert durch die Erzeugung musikalischer Tableaus Landschaften. Sie bedient sich Typisierungen, bei Zuschauern vorhandenen Klischees (nationale Musiktraditionen oder schauplatztypische Klangfarben), um so den Ort und die Zeit des filmischen Geschehens zu verdeutlichen. Filmmusik wird auch zur Genrecharakterisierung eingesetzt. Die unterschiedlichen Filmgenres haben unterschiedliche musikalische Stereotypen an denen sie sich bedienen, um so Stimmung zu erzeugen.“[3] Musik im Film ist folglich kein eigenständiges Merkmal, wird also als Teil eines umfassenden Kontextes erlebt, ist für das Funktionieren eines Filmes jedoch von prägnanter Bedeutung.

[...]


[1] Hickethier/Film u Fernsehanalyse S. 94

[2] Birger/Montage AV

[3] vgl. de la Motte/Emons/Filmmusik

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Filmmusik: Bedeutung und Wirkungsweise
Untertitel
Bezogen auf drei Filme des Regisseurs Tom Tykwer
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Veranstaltung
Einführung in die Filmästhetik
Note
13 (1,3)
Autor
Jahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V132955
ISBN (eBook)
9783640394920
ISBN (Buch)
9783640394524
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Filmmusik, Bedeutung, Wirkungsweise, Bezogen, Filme, Regisseurs, Tykwer
Arbeit zitieren
Sabine Kessel (Autor), 2008, Filmmusik: Bedeutung und Wirkungsweise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132955

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