Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen

Ein Vergleich von öffentlich-rechtlichen und privaten Formaten


Hausarbeit, 2009

15 Seiten, Note: 13 (1,3)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung:

2 Allgemeines zu deutschen Nachrichtensendungen:
2.1 Definition von Nachrichtensendungen:
2.2 Geschichtliche Entwicklung von Fernsehnachrichten in der Nachkriegszeit:
2.2.1 Frühphase:
2.2.2 Einführung der dualen Rundfunkordnung:

3 Nachrichtenvergleich:
3.1 Die Tagesschau und RTL Aktuell im Vergleich:
3.1.1 Aufbau und Gestaltung
3.1.2 Themen und Sendeablauf
3.1.3 Sprache und Verständlichkeit
3.2 Exemplarische Analyse vom 23.02.2009

4 Schlussbetrachtung:

Literaturverzeichnis:

1 Einleitung:

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit Nachrichtensendungen im Deutschen Fernsehen und soll einen Vergleich zwischen den öffentlich-rechtlichen und den privaten Formaten anstellen. Speziell analysiert werden hierbei die Formate „die Tagesschau“ auf der ARD und „RTL Aktuell“ auf RTL.

Zu Beginn werden einige allgemeine Daten angeführt. Es wird eine Definition von Nachrichtensendungen gegeben und die drei Kategorien von Nachrichtenformaten benannt und erklärt. Im Anschluss wird ein geschichtlicher Abriss von Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen nach 1945 gegeben und besonders auf die Einführung des dualen Rundfunksystems und dessen Folgen eingegangen.

In einem weiteren Schritt werden die Sendungen „die Tagesschau“ und „RTL Aktuell“ besonders im Hinblick auf Aufbau und Gestaltung, Inhalt und Sendeablauf und Sprache der Formate miteinander verglichen.

Im Anschluss wird dann ein exemplarischer Vergleich dieser Sendungen vom 23.02.2009 geliefert.

Dieser Gegenstand wird behandelt, da sich Nachrichtenformate im Fernsehen in Deutschland zur wichtigsten Informationsquelle für die Menschen entwickelt haben, aber an der Qualität vor allem der privaten Sender oftmals gezweifelt wird.

In dieser Arbeit wird ermittelt werden, ob Nachrichtensendungen heutzutage immer noch informieren oder zu so genannten „Infotainment“ Formaten geworden sind, die Information und Unterhaltung miteinander verbinden und sich danach richten, was der Zuschauer sehen möchte und ob dies eher beim öffentlich-rechtlichen oder beim Privatfernsehen der Fall ist. Die Analyse der beiden Nachrichtensendungen dient der Klärung, wer wirklich eine „qualitativere“ Berichterstattung liefert und inwiefern es Unterschiede in den Nachrichtenformaten beim öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehen gibt.

2 Allgemeines zu deutschen Nachrichtensendungen:

2.1 Definition von Nachrichtensendungen:

„Fernsehnachrichten gelten oft als ideologiefreier informatorischer Rohstoff über Ereignisse, der – in den ´richtigen Proportionen´ verteilt - von den Empfängern regelmäßig zur eigenen gesellschaftlichen und politischen Orientierung verarbeitet werden kann“[1]

Bei fast jedem Sender in Deutschland finden sich täglich mindestens eine, meistens mehrere aktuelle Berichterstattungen des Tages. Bei den meisten Menschen sind die Nachrichten ein fester Bestandteil ihres Tagesablaufes und die primäre Quelle aktueller Information.[2] Eine Nachrichtensendung ist ein Format, welches primär die Funktion hat, den Rezipienten über das aktuelle Tagesgeschehen zu informieren; so verlangen es Rundfunkgesetze und Programmrichtlinien.[3] In der Regel dauert eine Sendung fünf Minuten, bis zu einer halben Stunde, je nach Sender und Tageszeit. Verschiedene Darstellungselemente einer Nachrichtensendungn können sein:

„(verlesene) Textnachrichten, durch Photos, Grafiken, Schrifteinblendungen, Karten illustrierte Textnachrichten, Nachrichtenfilme, Berichte, Reporter-Berichte, Live-Reportagen, Statements, Interviews und Kommentare.“[4]

Diese Elemente werden in einen festen Rahmen einer Sendung eingebunden. Jede Sendung beginnt mit dem gleichen Vorspann und endet mit der Verabschiedung durch den Sprecher, dem Wetterbericht und dem akustischen Leitmotiv der Sendung.[5]

Es haben sich im laufe der Jahre drei verschiedene Arten von Nachrichtenformaten mit unterschiedlichen Präsentationsweisen herausgebildet, die im Folgenden kurz aufgelistet werden:

1. Die Sprechersendung:

Bei der Sprechersendung handelt es sich um eine traditionelle Art der Fernsehnachrichten, die man hauptsächlich vom öffentlich-rechlichten Fernsehen kennt. Ein so genannter Nachrichtensprecher führt neutral, ohne Kommentare und Ausschmückungen durch die Sendung. Während der gesamten Sendung wird von der Kamera eine frontale Grundeinstellung gehalten, da nichts vom Inhalt ablenken soll. Die Sprache und das Vokabular, welches verwendet wird, ist sehr anspruchsvoll, es wird ein formeller Sprachstil benutzt und komplexe Sätze gebildet. Inhaltlich dominiert die „klassische Aktualität“, es wird hauptsächlich „Hard News“, das heißt über politische und wirtschaftliche Themen berichtet und die Dramaturgie folgt dem Prinzip der abfallenden Wichtigkeit.[6] Andreas Wittwen schreibt hierzu:

„Das Repertoire journalistischer Präsentationsformen ist stark eingeschränkt, da die Sprechersendung vorwiegend Ereignis- und Ergebnisberichterstattung betreibt, ohne diese zu kommentieren oder in grössere Zusammenhänge zu stellen. Dem entspricht, dass die traditionelle und neutrale Sprechermeldung überproportional vertreten ist.“[7]

Ein Beispiel für eine klassische Sprechersendung im deutschen Fernsehen ist „die Tagesschau“ auf der ARD, auf die im weiteren Verlauf der Arbeit explizit eingegangen wird.

2. Das Nachrichtenjournal

Das Nachrichtenjournal, auch Nachrichtenmagazin genannt, hat den Anspruch, die aktuellen Tagesereignisse zu vertiefen und zusätzlich Hintergrundinformationen zu den Themen zu liefern. Es gibt einen oder auch mehrere Moderatoren, welche Ereignisse nicht nur melden, sondern auch bewerten und einordnen und sich dem Rezipienten als wichtige Bezugsperson anbieten, dabei aber immer eine bestimmte Seriösität beibehalten. Es werden besonders originelle Überleitungen und eine angestrengte Lockerheit vermieden, die Moderatoren können zwar in Ansätzen untereinander kommunizieren, jedoch wird der geschwätzige Austausch von Banalitäten vermieden. Der Studioraum ist hier optisch angedeutet, die Moderatoren können in verschiedenen Kameraeinstellungen erfasst werden, diese hat aber keine eigentliche Funktion. Im Gegensatz zur Sprechersendung muss das relevanteste Thema nicht unbedingt am Anfang stehen, sondern es werden Zwischenhöhepunke gesetzt. Die thematischen Inhalte sind gemischter, es herrscht ein größerer Spielraum bei der Themenauswahl, auch die Attraktivität von Nachrichten spielt eine Rolle, es werden auch kulturelle- und Populärthemen angesprochen. Beispiele für typische Nachrichtenjournale sind das „heute journal“ auf ZDF und die „Tagesthemen“ auf der ARD.[8]

3. Die News Show

Die News Show, die ursprünglich aus den USA kommt, selektiert ihre Themen nach ganz anderen Kriterien als die Sprechersendung. Gefragt sind hier aktuelle Nachrichten hauptsächlich aus dem Inland, die für den Rezipienten leicht verständlich und interessant sind. Sie werden nicht nach Relevanz, sondern nach Zuschauerinteresse geordnet. Die Meldungen sind weniger komplex und das Sprachniveau wird vereinfacht. Die wichtigsten Themen hierbei sind so genannte Spot und Soft News, das heißt Sport, Wetter, Unfälle und Verbrechen spielen eine bedeutende Rolle. Dieter Lesche ein ehemaliger RTL Aktuell Chefredakteur (1988-1994) sagte hierzu:

[...]


[1] Geyer M.: Nachrichten und gesellschaftliche Interessen- Überlegungen zu einer öffentlich-rechtlichen Misere. In Schmidt. H./ Paetzoldt U.: Solidarität gegen Abhängigkeit- auf dem Weg zur Mediengesellschaft. S. 78

[2] Vgl: Buchwald M.: Nachrichtensendungen. In: Schult G./ Buchholz A.: Fernsehjournalismus: Ein Handbuch für Aufbildung und Praxis S. 243

[3] Vgl. Wittwen A.: Infotainment. Fernsehachrichten zwischen Information und Unterhaltung S.9.

[4] Lesche D.: Nachrichtensendungen. In: Schult G./ Buchholz A.: Fernsehjournalismus: Ein Handbuch für Aufbildung und Praxis S. 243

[5] Vgl. Buchwald M..: Nachrichtensendungen. In: Schult G./ Buchholz A.: Fernsehjournalismus: Ein Handbuch für Aufbildung und Praxis S. 243

[6] Vgl. Wittwen A.: Infotainment. Fernsehnachrichten zwischen Information und Unterhaltung S.30

[7] Wittwen A.: Infotainment. Nachrichten zwischen Information und Unterhaltung S.30

[8] Vgl. Wittwen A.: Infotainment. Nachrichten zwischen Information und Unterhaltung S. 31-33

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen
Untertitel
Ein Vergleich von öffentlich-rechtlichen und privaten Formaten
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Veranstaltung
Öffentlich-rechtliches Fernsehen in Deutschland
Note
13 (1,3)
Autor
Jahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V132959
ISBN (eBook)
9783640397310
ISBN (Buch)
9783640396979
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachrichtensendungen, Fernsehen, Vergleich, Formaten
Arbeit zitieren
Sabine Kessel (Autor), 2009, Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132959

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