Der Bericht reflektiert ein vierwöchiges, im Rahmen des Studiums vorgesehenes Praktikum in einem Kontaktladen (niedrigschwellige Einrichtung der Drogen- und Suchthilfe). Es werden Erwartungen, Ziele, die besuchte Einrichtung und die ausgeführten Tätigkeiten beschrieben, zudem das beobachtete professionelle Handeln und die Rahmenbedingungen der Praxisstelle kritisch reflektiert, wobei Bezug genommen wird auf verschiedene Theorien und Modelle der Disziplin, in erster Linie Sigmund Freud, Norbert Elias und Hans Thiersch.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erwartungen, Ziele und Fragestellungen
3. Der Kontaktladen X
4. Eigene Aufgaben und Tätigkeiten
5. Kritische Reflexion
6. Theorien und Modelle
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung und kritische Reflexion eines vierwöchigen Praktikums in einer niederschwelligen Drogenhilfeeinrichtung. Dabei steht die Gegenüberstellung von theoretischen Wissensinhalten aus dem Studium und deren Anwendung in der beruflichen Praxis der Suchthilfe im Vordergrund, flankiert durch eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen professionellen Rolle.
- Praxisalltag in einer niederschwelligen Einrichtung der Drogenhilfe
- Reflexion der professionellen Distanz und Näheverhältnisse zu KlientInnen
- Anwendung von Theorien der Lebensweltorientierung in der Suchthilfe
- Stigmatisierungsprozesse und Machtverhältnisse in sozialen Beziehungen
- Psychoanalytische Ansätze zur Übertragungsarbeit
Auszug aus dem Buch
3. Der Kontaktladen X
Das X ist eine niederschwellige Anlaufstelle für volljährige KonsumentInnen illegaler Drogen und Substituierte in der Stadt Y und Umgebung.
Im Vordergrund steht dabei, den KlientInnen bei ihrer Alltagsbewältigung zu helfen und den negativen Folgen des Konsums entgegenzuwirken. Dafür werden zahlreiche konkrete Hilfen angeboten, unter anderem Spritzentausch, Kondomvergabe, Essen und Trinken zum Selbstkostenpreis, Dusch- und Waschmöglichkeiten, medizinische Erstversorgung, lebenspraktische Hilfen, sozialrechtliche Hilfen sowie Unterstützung und Beratung bei sonstigen behördlichen oder medizinischen Angelegenheiten, beispielsweise bei der Suche nach Entgiftungsplätzen und PSB bei Substituierten. Dabei stehen die Bedürfnisse der KlientInnen im Mittelpunkt und ihr Selbsthilfepotenzial wird gestärkt, der Ansatz ist akzeptanzorientiert.
Die Lage in der Straße Z ist relativ zentral in der Innenstadt, die Anbindung per ÖPNV ist durch mehrere Buslinien gewährleistet, der Bahnhof ist fußläufig etwa 10-15 Minuten entfernt. Auch das Amtsgericht ist zu Fuß sehr schnell erreichbar, ebenso mehrere Vergabepraxen für die Substitutionstherapie. Der Park W liegt direkt nebenan und ist ein beliebter Szenetreffpunkt.
Der Eingang des Kontaktladens ist über einen Hinterhof zugänglich, wodurch ein gewisser Schutz und Ruhe entstehen. Im Parterre befinden sich das Café und ein Büro, im ersten Stock ein weiteres Büro, die Toiletten und ein Behandlungszimmer für die Erstversorgung. Im Keller werden Vorräte und Spritzen aufbewahrt, stehen Waschmaschine, Trockner und ein Tischkicker. Außerdem gibt es dort Spinde, um z.B. Kleidung zu lagern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Bericht über die Intention des Praktikums und die Beweggründe für die Wahl der Einrichtung im Rahmen des Bachelor-Studiengangs Soziale Arbeit.
2. Erwartungen, Ziele und Fragestellungen: Darlegung der persönlichen Erwartungen an den Berufsalltag sowie der Zielsetzung, erste Einblicke in das Feld der Drogenberatung zu gewinnen.
3. Der Kontaktladen X: Beschreibung der institutionellen Rahmenbedingungen, des Angebotsportfolios und der fachlichen Ausrichtung der Einrichtung.
4. Eigene Aufgaben und Tätigkeiten: Detaillierte Darstellung des täglichen Tätigkeitsbereichs, inklusive der Übernahme operativer Aufgaben und der Unterstützung von KlientInnen bei Behörden- und Alltagsthemen.
5. Kritische Reflexion: Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle, den gemachten Erfahrungen bezüglich Nähe und Distanz sowie eine Evaluation des akzeptanzorientierten Ansatzes.
6. Theorien und Modelle: Theoretische Fundierung des Praktikums durch Konzepte der Lebensweltorientierung, Stigmatisierungstheorien und psychoanalytische Übertragungsmechanismen.
7. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Erfüllung der Lernziele und Reflexion über die gewonnenen Erkenntnisse für die weitere berufliche Laufbahn.
Schlüsselwörter
Drogenhilfe, Soziale Arbeit, Praktikum, Kontaktladen, Akzeptanzorientierung, Lebensweltorientierung, Suchtberatung, Reflexion, Stigmatisierung, Substituierte, Alltagshilfe, Nähe und Distanz, Sozialpädagogik, Klientenarbeit, Empowerment
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Praktikumsbericht?
Der Bericht dokumentiert ein vierwöchiges Praktikum in einem Kontaktladen für Drogenkonsumenten und reflektiert dabei sowohl die praktischen Tätigkeiten als auch die theoretische Auseinandersetzung mit der sozialen Arbeit in diesem spezifischen Hilfe-Sektor.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Zentrale Themen sind die Arbeit in einer niederschwelligen Drogenhilfe, die Balance zwischen professioneller Distanz und Nähe sowie die Herausforderungen des akzeptanzorientierten Arbeitens.
Welches Ziel verfolgte die Autorin/der Autor mit dem Praktikum?
Das primäre Ziel war es, ein tieferes Verständnis für den Berufsalltag in der Suchthilfe zu entwickeln und die theoretischen Inhalte des Studiums in der Praxis zu erproben.
Welche wissenschaftlichen Bezüge werden für die Reflexion genutzt?
Die Arbeit bezieht sich auf Ansätze von Hans Thiersch (Lebensweltorientierung), Norbert Elias (Etablierte-Außenseiter-Studie zur Stigmatisierung) sowie Sigmund Freud (Übertragung und Gegenübertragung).
Was umfasst der praktische Hauptteil der Tätigkeit?
Der Hauptteil beschreibt die gastronomische Unterstützung am Tresen, die Begleitung von KlientInnen zu Terminen, EDV-Dokumentation sowie die direkte beratende Unterstützung im Alltag.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselwörter sind insbesondere Suchthilfe, Lebensweltorientierung, Akzeptanzorientierung und professionelle Rolle.
Wie bewertet der/die Praktikant/in die praktische Umsetzung des akzeptanzorientierten Ansatzes?
Der Ansatz wird als gut verwirklicht bewertet, da die KlientInnen ohne Stigmatisierung und bevormundungsfrei unterstützt werden, wobei jedoch die Partizipation der Klienten teilweise begrenzt erscheint.
Wie geht die Autorin/der Autor mit der persönlichen emotionalen Belastung um?
Es wird reflektiert, dass die Entwicklung von Sympathie gegenüber bestimmten Klienten eine Herausforderung für die berufliche professionelle Distanz darstellt, weshalb die Abgrenzung ein zentrales Lernfeld blieb.
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- Anonym (Autor:in), 2018, Praktikumsbericht Kontaktladen (niedrigschwellige Einrichtung der Drogen- und Suchthilfe), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1329601