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Frauen und Vormundschaft im Mittelalter im Frankenreich

Titel: Frauen und Vormundschaft im Mittelalter im Frankenreich

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Maida Kreimendahl (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, inwieweit sich diese vorgegebenen Strukturen der Herrschaftssicherung und des Herrschaftsverständnisses in der Art und Weiser der vormundschaftlichen Regierungen minderjähriger Thronfolger durch ihre Mütter widerspiegeln. Es wäre zu erwarten, dass sich das Verhalten der Frauen je nach Sippenangehörigkeit angesichts der vorgegebenen, oben skizzierten Prinzipien signifikant voneinander unterscheiden. Im Sinne einer Fallstudie wird diese Vermutung anhand von fünf merowingischen und vier karolingischen Herrscherinnen überprüft. Die Auswahl der untersuchten Personen richtet sich dabei nach der Aussagekraft, die ihr überliefertes Verhalten für die aufgeworfene Fragestellung hat. Die gewonnenen Ergebnisse werden in der Abschlussbetrachtung zusammengefasst und zur Beantwortung auf mögliche Divergenzen im oben erwähnten Sinne hin beleuchtet. Es zeigt sich, dass sich die Aussagekraft der Dokumente zu einer eindeutigen These verdichten lässt.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Merowingern und Karolingern besteht in der Art und Weise der Herrschaftssukzession. Während sich bei den Merowingern der Herrschaftsanspruch durch die Abstammung von Stammvater Chlodwig legitimierte, stand bei den Karolingern die durch den jeweiligen Vater vorgenommene Bestimmung des Nachfolgers im Zentrum der Nachfolgeregelung. Diese Praxis ging in erheblichem Umfang auf den christlich religiösen Einfluss zurück, dem die Dynastie der Karolinger unterlag. Die beiden großen Dynastien stützten sich bei der Herrschaftstradition also auf unterschiedliche Elemente. War es bei den Merowingern die auf Chlodwig zurückgehende Blutlinie, die Herrschaftsansprüche aufkommen ließ, sahen die Karolinger ihren Herrschaftsanspruch durch die vom Papst vorgenommene Salbungshandlung an Pippin des Jüngeren gegeben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ursprünge des fränkischen Reichs

3. Herrschaftssukzession

4. Stellung und Aufgaben der Frau am Hof

5. Vormundschaftliche Regierungen zur Zeit der Merowinger

5.1 Brunichild

5.2 Fredegunde

5.3 Nantechilda

5.4 Balthild

5.5 Der Hausmeier Ebroin

5.6 Chrodechilde

6. Vormundschaftliche Regierungen zur Zeit der Karolinger

6.1 Plektrud

6.2 Hiltrud

6.3 Bertrada

6.4 Judith

7. Abschlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die unterschiedlichen Herrschaftslegitimationen der Merowinger und Karolinger das politische Handeln der jeweiligen Königinwitwen während ihrer vormundschaftlichen Regentschaften für minderjährige Thronfolger beeinflussten.

  • Vergleich der merowingischen und karolingischen Herrschaftssukzession
  • Die Rolle und Handlungsspielräume der Frau am frühmittelalterlichen Hof
  • Analyse vormundschaftlicher Regierungsformen durch Fallstudien
  • Die Bedeutung politischer Beziehungsnetzwerke und des Adels für die Machtausübung
  • Strukturwandel der Monarchie durch den Aufstieg des Hausmeieramtes

Auszug aus dem Buch

5.1 Brunichild

Die erste fränkische Königin, die als vormundschaftliche Regentin auftrat, war die Merowingern Brunichild. Sie war die Frau des ostfränkischen Königs Sigibert I., der sie 556 geheiratet hatte. Gregor von Tours beschreibt Brunichild als „eine Jungfrau von feiner Bildung, schön von Angesicht, züchtig und wohlgefällig in ihrem Benehmen, klugen Geistes und anmutig im Gespräch“. Nach dem Tod Sigiberts übernahm Brunichild die Vormundschaft für ihren einzigen Sohn Childebert II., der beim Tod des Vaters noch im Kleinkindalter war, um in seinem Namen die Regierung zu führen.

Allerdings trat Brunichild nicht die Alleinherrschaft über das Reich an, sondern führte die Regierung zusammen mit dem merowingischen Senior König Guntram. Dabei zeigte Brunichild zum ersten Mal ihre politischen Ambitionen, die sich vor allem darin zu erkennen gaben, dass sie für ein starkes, zentralistisches Königtum eintrat. Ein erstarktes Königtum schwächte den Adel und die Großen und beschnitt diese in ihrer Macht. Um ihrem Sohn Childebert II. die Position des nominellen Machthabers zu sichern, ließ Brunichild ihn außerdem von Guntram adoptieren. Offergeld geht in diesem Zusammenhang davon aus, dass nicht Brunichild, sondern König Guntram die „treibende und einflussreiche Kraft in den Machtverhältnissen der Zeit“ war. So richtete Guntram sein Adoptionsgesuch nicht etwa an die Mutter Brunichild, sondern an die Großen des Reiches, was als eindeutiger Beleg für Brunichilds Mangel an alleiniger Verfügungsgewalt gelten darf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt die Forschungsfrage dar, welche Unterschiede in der vormundschaftlichen Regierung von Merowinger- und Karolingerinnen bestanden, bedingt durch ihre jeweilige Dynastiegeschichte.

2. Die Ursprünge des fränkischen Reichs: Dieses Kapitel skizziert die schwierige Quellenlage der frühen Frankenzeit und setzt den Beginn der Herrschaft auf das Jahr 482 n. Chr. fest.

3. Herrschaftssukzession: Die Darstellung vergleicht die merowingische Blutlinie als Legitimation mit dem frührittelalterlichen Aufstieg der Pippiniden und der zunehmenden Bedeutung des christlichen Königtums.

4. Stellung und Aufgaben der Frau am Hof: Hier wird erläutert, wie Königinwitwen durch individuelle Faktoren und politische Kontakte ihre Macht ohne feste verfassungsrechtliche Basis ausbauten.

5. Vormundschaftliche Regierungen zur Zeit der Merowinger: Untersuchung der Fallbeispiele Brunichild, Fredegunde, Nantechilda, Balthild, Ebroin und Chrodechilde hinsichtlich ihrer Versuche, Macht für ihre Söhne zu beanspruchen.

6. Vormundschaftliche Regierungen zur Zeit der Karolinger: Analyse der politischen Aktivitäten von Plektrud, Hiltrud, Bertrada und Judith als Vertreterinnen der karolingischenDynastie.

7. Abschlußbetrachtung: Das Fazit stellt fest, dass sich das politische Verhalten trotz formaler Unterschiede in der Legitimation ähnelte und die Abhängigkeit vom Adel stets zentral war.

Schlüsselwörter

Frühes Mittelalter, Frankenreich, Merowinger, Karolinger, Vormundschaft, Königinwitwe, Herrschaftssukzession, Hausmeier, Machtpolitik, Regentschaft, Adel, Dynastie, Herrschaftslegitimation, Thronfolge, Fallstudie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Agieren von merowingischen und karolingischen Königinwitwen, die als Vormünder ihrer minderjährigen Söhne die Regierungsgeschäfte im Frankenreich leiteten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Im Fokus stehen die unterschiedlichen Konzepte der Herrschaftslegitimation, die politische Rolle der Frau am Hof und der Einfluss des Adels auf die Stabilität von Regentschaften.

Welche Forschungsfrage verfolgt die Arbeit?

Es wird der Frage nachgegangen, ob sich das faktische politische Verhalten vormundschaftlich regierender Frauen signifikant zwischen den beiden Dynastien unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt die Methode der Fallstudie, wobei fünf merowingische und vier karolingische Herrscherinnen anhand historischer Quellen analysiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Erb- und Nachfolgepolitik sowie detaillierte biographische Fallanalysen der jeweiligen Königinnen.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Vormundschaft, frankischer Adel, Hausmeieramt, Herrschaftssukzession und dynastisches Machtstreben.

Wie unterscheidet sich die Rolle einer Königin nach dem Tod ihres Mannes?

Häufig übernahm die Königinwitwe die Rolle der de facto Herrscherin, da sie zwar über keine verfassungsrechtliche Position verfügte, jedoch durch persönliche Netzwerke und Einfluss am Hof agierte.

Welchen Einfluss hatte der Adel auf die Machtausübung der Königinnen?

Die Durchsetzung einer vormundschaftlichen Regentschaft war maßgeblich von der Akzeptanz und aktiven Unterstützung der Großen des Reiches abhängig, was politischen Verhandlungszwang bedeutete.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Frauen und Vormundschaft im Mittelalter im Frankenreich
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,3
Autor
Maida Kreimendahl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V1330165
ISBN (PDF)
9783346821096
ISBN (Buch)
9783346821102
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frauen vormundschaft mittelalter frankenreich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maida Kreimendahl (Autor:in), 2009, Frauen und Vormundschaft im Mittelalter im Frankenreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1330165
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Leseprobe aus  22  Seiten
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