Wenn der Begriff „Wilder Westen“ fällt, denkt man meistens an mehr oder minder tapfere Männer wie indianische Häuptlinge, Krieger, Medizinmänner oder weiße Pioniere, Farmer,
Jäger, Soldaten, Sheriffs und Revolverhelden. Von tüchtigen Frauen ist in dieser Welt, in der Gewalt oft eine große und traurige Rolle spielte, weniger die Rede.
Doch in Wirklichkeit haben im Wilden Westen auch zahlreiche Frauen mutig „ihren Mann gestanden“ und manchmal sogar – wie die Meisterschützin Annie Oakley – Mitglieder des angeblich „starken Geschlechts“ übertroffen. Darauf weist das Taschenbuch „Superfrauen aus dem Wilden Westen“ in Wort und Bild hin.
Die Biografien der „Superfrauen aus dem Wilden Westen“ stammen mit wenigen Ausnahmen – nämlich Lozen, Mohongo und Queen Anne – aus drei Titeln der insgesamt 14-bändigen Taschenbuchreihe „Superfrauen“ von Ernst Probst. Nämlich „Superfrauen 1 – Geschichte“, „Superfrauen 2 – Religion“ und „Superfrauen 7 – Film und Theater“.
Als „Superfrauen aus dem Wilden Westen“ werden vorgestellt: die Scharfschützin Calamity Jane, die selige Katharina Tekakwitha, die Kriegerin Lozen, der Showstar Adah Isaacs Menken, die Sachen-Ehefrau Mohongo, die Anführerin Queen Anne, die Meisterschützin Annie Oakley, die Indianer-Prinzessin Pocahontas, die indianische Volksheldin Sacajawea, die „Banditenkönigin“ Belle Starr und die Zirkuspionierin Agnes Lake Thatcher.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Calamity Jane
Die Scharfschützin aus dem Wilden Westen
Katharina Tekakwitha
Die erste selige Indianerin
Lozen
Die tapfere Kriegerin der Apachen
Adah Isaacs Menken
Der Showstar im Wilden Westen
Mohongo
Die Indianerin, die in Europa tanzte
Annie Oakley
Die Meisterschützin aus dem Wilden Westen
Pocahontas
Die Indianer-Prinzessin aus Virginia
Cockacoeske
Die diplomatische „Königin der Pamunkey“
Sacajawea
Die indianische Volksheldin
Belle Starr
Die amerikanische „Banditenkönigin“
Agnes Lake Thatcher
Die amerikanische Zirkuspionierin
Zielsetzung und Themen
Diese Publikation beleuchtet die oft übersehenen Lebensgeschichten bedeutender Frauenpersönlichkeiten des amerikanischen Westens. Das Werk zielt darauf ab, die Rolle von Frauen in dieser historisch von Männern dominierten Pionierzeit aufzuzeigen und ihre individuellen Leistungen als Kämpferinnen, Künstlerinnen, Diplomatinnen und Pioniere in einem sozio-historischen Kontext zu würdigen.
- Die Darstellung weiblicher Lebenswege im Wilden Westen abseits bekannter männlicher Heldenmythen.
- Die Analyse der kulturellen Identität von Indianerinnen in Zeiten des Zusammentreffens mit europäischen Siedlern.
- Untersuchung von Frauenrollen in traditionellen Stammesgesellschaften im Vergleich zu ihrer Wahrnehmung in der Show- und Theaterwelt.
- Beleuchtung historischer Fakten im Spannungsfeld zwischen Legendenbildung und tatsächlichen Lebensläufen.
Auszug aus dem Buch
Katharina Tekakwitha
Als erste nordamerikanische Indianerin, die seliggesprochen wurde, ging Katharina Tekakwitha (1656–1680), eigentlich Katerí Tekakwitha, in die Geschichte der katholischen Kirche ein. Die tugendhafte junge Frau vom wildesten und grausamsten Stamm der Irokesen, den Móhawk, ließ sich nicht von ihrem christlichen Glauben abbringen. Nach ihrem frühen Tod nannte man sie die „Lilie der Móhawk“.
Katerí Tekakwitha kam im April 1656 als erstes Kind des Kriegshäuptlings Tsonitówa („Großer Biber“) und dessen Frau Kahónta („Wiese“) in der Siedlung Ossernénon – heute Auriesville im US-Bundesstaat New York (USA) – zur Welt. Der jetzige Ortsname Auriesville beruht auf dem letzten Mohawk namens Auries, der dort gelebt hatte.
Dort, wo einst das alte Ossernénon lag, befindet sich heute eine große Wallfahrtskirche zu Ehren der drei 1930 heilig gesprochenen Männer, die einst an diesem Ort von den Móhawk grausam gefoltert, als Sklaven gehalten und ermordet wurden: René Goupil (1608–1642), Isaak Jogues (1607–1646) und Jean de La Lande (1620–1646). René Goupil wurde am 29. September 1642 in Ossernénon mit Tomahawkschlägen auf den Kopf getötet, weil er einigen Kindern der Móhawk das Kreuzzeichen auf die Stirn gemacht hatte.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einleitende Betrachtung zur Unterrepräsentation tüchtiger Frauen im Wilden Westen und Einordnung des Taschenbuchs in die breitere Publikationsreihe des Autors.
Calamity Jane: Biografische Darstellung von Martha Jane Canarry, ihrer Rolle als Scharfschützin und Kundschafterin sowie ihrer Legendenbildung im Umfeld von „Wild Bill“ Hickok.
Katharina Tekakwitha: Dokumentation des Lebens der ersten seliggesprochenen nordamerikanischen Indianerin, ihrer Bekehrung zum Christentum und ihrem Wirken unter den Irokesen.
Lozen: Porträt der apachischen Kriegerin, Medizinfrau und Prophetin, die als Schwester von Victorio eine zentrale Figur im Überlebenskampf ihres Stammes war.
Adah Isaacs Menken: Rückblick auf die Karriere der Schauspielerin und Dichterin, deren Auftritte das Theaterleben im Wilden Westen maßgeblich prägten.
Mohongo: Bericht über die Osage-Indianerin, die als Tänzerin und Ehefrau eines Sachems Europa bereiste und dort sowie später in den USA hohe Aufmerksamkeit erregte.
Annie Oakley: Lebenslauf der meisterhaften Kunstschützin, die durch Buffalo Bills Wild-West-Show weltweite Bekanntheit erlangte.
Pocahontas: Historische Einordnung der berühmten Prinzessin aus Virginia, ihrer diplomatischen Rolle zwischen Kolonisten und Powhatan-Konföderation sowie ihrer Reise nach England.
Cockacoeske: Darstellung der „Königin der Pamunkey“ und ihres diplomatischen Geschicks in einer turbulenten Zeit kolonialer Aufstände.
Sacajawea: Würdigung der Shoshonen-Frau als zentrale Figur und Führerin während der legendären Lewis-und-Clark-Expedition.
Belle Starr: Lebensgeschichte der sogenannten „Banditenkönigin“ und ihrer Verstrickungen in die kriminelle Szene des amerikanischen Westens.
Agnes Lake Thatcher: Porträt der Zirkuspionierin und ihrer Karriere in der Manegenwelt des 19. Jahrhunderts.
Schlüsselwörter
Wilder Westen, Indianerinnen, Pioniere, Biografien, Irokesen, Apachen, Osage, Show Business, Zirkusgeschichte, Siedlerzeit, Christliche Mission, Frauenrollen, Grenzerfahrung, Historische Persönlichkeiten, Lebensdaten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Das Buch versammelt Porträts bedeutender historischer Frauenfiguren, die das Leben im Wilden Westen und den nordamerikanischen Grenzregionen maßgeblich beeinflusst haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf Biografie, Kulturgeschichte, der Rolle von Frauen in der Pionierzeit, indianischer Geschichte und dem Übergang von historischer Realität zur Legendenbildung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die oft im Schatten stehenden Leistungen von Frauen dieser Epoche herauszuarbeiten und ihre individuellen Beiträge zur Geschichte Nordamerikas sichtbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine detaillierte Recherche historischer Quellen, Dokumente und zeitgenössischer Berichte, um die Biografien möglichst faktengetreu nachzuzeichnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in individuelle, chronologische Kapitel zu den einzelnen Frauenpersönlichkeiten, von berühmten Scharfschützinnen bis zu indianischen Anführerinnen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Indianerinnen, Pioniere, Lebensgeschichten, Wildwest-Historie, Biografie, Frauenfiguren und kultureller Austausch.
Wie unterschied sich das Leben von Frauen wie Cockacoeske von dem der europäischen Siedlerinnen?
Cockacoeske agierte als diplomatisches Oberhaupt (Sachem) in einer strukturierten Stammesgesellschaft, während europäische Siedlerinnen in der Regel in traditionellen patriarchalen Familienstrukturen lebten.
Welche Rolle spielten die christlichen Missionare im Leben der behandelten indianischen Frauen?
Die Missionare hatten oft einen tiefgreifenden, bisweilen zwiespältigen Einfluss: Sie führten neue Glaubenssysteme ein, dienten aber teilweise auch als Bindeglied zwischen den Kulturen oder, wie im Fall von Katerí Tekakwitha, als zentrale Bezugspunkte für eine neue Spiritualität.
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- Ernst Probst (Author), 2008, Superfrauen aus dem Wilden Westen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133029