Inwieweit die Problematik der Sklaverei mit der Union zusammenhängt und wie sich Lincolns Motive und Ziele dazu in seiner Politik äußerten und veränderten, soll Ziel dieser Arbeit sein. Dabei wird zunächst die Zeit und die Präsidentschaft Lincolns vor dem Bürgerkrieg behandelt. Im Anschluss sollen Lincolns zentralen Entscheidungen zur Sklavenhaltung und Union während des Krieges erläutert und in einem Schluss zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Abraham Lincolns Präsidentschaft
2.1 Der Wahlkampf zum Sieg
2.2 Die Präsidentschaft bis zum Bürgerkrieg
2.3 Lincolns Politik im Bürgerkrieg
2.4 Die Wiederwahl 1864 bis zu Lincolns Tod
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung von Abraham Lincolns Haltung zur Sklavenfrage und zur Union während des amerikanischen Bürgerkriegs. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich seine politischen Motive im Kontext des kriegerischen Konflikts wandelten und inwiefern der Erhalt der Union stets sein primäres politisches Bestreben blieb, während die Sklavenbefreiung zunehmend als militärisches und politisches Mittel diente.
- Politische Haltung von Abraham Lincoln im Vorfeld und während des Bürgerkriegs
- Die Auswirkungen der Sklavereidebatte auf die Union und die Sezession der Südstaaten
- Lincolns Strategie im Umgang mit den sogenannten Border States
- Bedeutung und Hintergründe der Emancipation Proclamation
- Der Wandel vom politischen Kompromiss hin zur militärischen Konfrontation
Auszug aus dem Buch
2.3 Lincolns Politik im Bürgerkrieg
Präsident Lincoln und sein Kabinett entschlossen sich dafür, den Beschuss von Fort Sumter nicht als eine Kriegerklärung, sondern als den Beginn einer Rebellion zu betrachten. Damit konnte er sich auf das Milizgesetz aus dem Jahr 1795 berufen, das dem Präsidenten erlaubt für 90 Tage ein Milizheer aufzustellen, um einen Aufstand zu zerschlagen. So wurden in einer Proklamation 75.000 Männer einberufen, um die Rebellion zu bekämpfen.32
Um weitere Truppentransporte zu unterbinden, erteilte Lincoln Ende April das Kriegsrecht über Maryland und erlaubte seinem General, die habeas corpus - Bestimmung der Verfassung außer Kraft zu setzen. Dieses Gesetzt besagt, dass einem Gefangenen eine Überprüfung der Gründe für die Inhaftierung durch ein unabhängiges Gericht zustehe. Zwar war es umstritten, dass Lincoln dieses Grundrecht aushebeln durfte, jedoch er sah er diesen Schritt als notwendig an, um jegliche Sabotageversuche der border states zu blockieren.33
In den ersten Sitzungen während des Krieges am 4. Juli 1861 begründete der Präsident den Krieg und seine Politik vor dem Kongress. Lincoln zielte darauf ab, die Abgeordneten zur Zustimmung für die nötigen Finanzierung des Kriegs zu überreden, was ihm letztlich auch gelang. Der Kongress sprach sich mehrheitlich für eine Fortsetzung des Krieges aus. Allerdings gab es im Norden auch einige Forderungen wegen den ersten verlorenen Schlachten mit den Rebellen Frieden zu schließen und sogar die Konföderation anzuerkennen.34
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel skizziert die gesellschaftlichen und politischen Spannungen des 19. Jahrhunderts in den USA, die im Bürgerkrieg gipfelten, und definiert die Forschungsfrage bezüglich Lincolns Motiven.
2. Abraham Lincolns Präsidentschaft: Das Kapitel analysiert den Wahlkampf 1860, die prekäre Situation zu Amtsbeginn nach der Sezession der Südstaaten und Lincolns anfängliche politische Strategien.
2.1 Der Wahlkampf zum Sieg: Hier wird Lincolns Weg zur Präsidentschaft mittels seiner moderaten Haltung zur Sklaverei und der Spaltung der Demokraten erläutert.
2.2 Die Präsidentschaft bis zum Bürgerkrieg: Das Kapitel behandelt Lincolns Bemühungen zur Wahrung der Union durch Kompromissbereitschaft einerseits und Strenge in Sezessionsfragen andererseits sowie die Eskalation bei Fort Sumter.
2.3 Lincolns Politik im Bürgerkrieg: Der Fokus liegt auf der Mobilisierung der Unionstruppen, der Aushebelung von Grundrechten und der strategischen Entwicklung der Emancipation Proclamation.
2.4 Die Wiederwahl 1864 bis zu Lincolns Tod: Zusammengefasst werden die politische Konsolidierung im Jahr 1864, die militärischen Erfolge, die Verabschiedung des 13. Zusatzartikels und das Attentat auf Lincoln.
3. Schluss: Dieses Fazit resümiert die drastische Veränderung in Lincolns Positionierung zur Sklaverei und stellt fest, dass der Erhalt der Union stets das übergeordnete Ziel vor einer moralischen Befreiungsmission darstellte.
Schlüsselwörter
Abraham Lincoln, Amerikanischer Bürgerkrieg, Sklaverei, Union, Konföderation, Sezession, Emancipation Proclamation, Border States, 13. Zusatzartikel, US-Verfassung, Politik, Geschichte der USA, Abolitionismus, Fort Sumter, Kriegsrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der politischen Entwicklung von Abraham Lincoln während des amerikanischen Bürgerkriegs, mit besonderem Fokus auf seinen Wandel in der Einstellung zur Sklaverei und seinem alles überragenden Ziel des Erhalts der Union.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Präsidentschaftswahlen von 1860, die kriegsbedingte Gesetzgebung, die Rolle der Grenzstaaten (Border States) sowie die strategische Bedeutung der Emanzipationserklärung.
Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Arbeit untersucht, inwieweit Lincolns Motive und Zielsetzungen hinsichtlich der Sklaverei und der Einheit der Vereinigten Staaten im Laufe des Bürgerkriegs stetigen Anpassungen unterworfen waren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und historischer Abhandlungen basiert, um Lincolns politische Biografie in den Kontext des Bürgerkriegs zu setzen.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Lincolns Handeln als Präsident, angefangen von seinem Wahlkampf über die ersten Maßnahmen zur Sezessionsbekämpfung bis hin zur Wiederwahl 1864 und den Schritten zur verfassungsrechtlichen Abschaffung der Sklaverei.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Typische Schlüsselbegriffe sind: Abraham Lincoln, Union, Sklaverei, Bürgerkrieg, Sezession, Emancipation Proclamation und der Erhalt der amerikanischen Verfassung.
Warum zögerte Lincoln zu Beginn des Krieges mit einer klaren Position gegen die Sklaverei?
Lincoln agierte aus taktischen Gründen vorsichtig, um die politisch ambivalenten Border States nicht an die Konföderation zu verlieren und den drohenden Krieg möglicherweise noch abzuwenden.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Sklavenbefreiung?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Abschaffung der Sklaverei für Lincoln mehr ein Mittel zum Zweck war, um die Union militärisch und politisch zu retten, statt primär durch eine tiefe moralische Überzeugung motiviert zu sein.
- Citar trabajo
- Berthold Huber (Autor), 2020, Abraham Lincolns Haltung zur Sklaverei im amerikanischen Bürgerkrieg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1330304