Auf Basis der theoretischen Grundlagen hegemonialer Männlichkeit befasst sich diese Arbeit mit der Darstellung von Männlichkeit und Geschlecht im Film, da Filmanalysen mit Blick auf die Geschlechterforschung, vor allem mit Fokus auf die Männlichkeitsforschung, innerhalb der Filmwissenschaft nur sehr spärlich zu finden sind. Wie wirkt sich das hegemoniale Männlichkeitsbild auf die Gesellschaft aus? Und welche Rolle spielt das Medium Film dabei, Stereotypen zu durchbrechen und neue Wege zu gehen?
Die vier Definitionen bzw. Ansätze zur Beschreibung von Männlichkeit, die essentialistische, positivistische und die normative Definition, sowie auch der semiotische Ansatz, werden in Kürze vorgestellt und Schwachpunkte beschrieben.
Männlichkeiten bei Raewyn Connell zeigt die verschiedenen Formen der Männlichkeit nach Connell auf, indem es die unterschiedlichen hegemonialen Männlichkeitstypen (Unterordnung, Komplizenschaft und Marginalisierung) darstellt. Zum besseren Verständnis wird hier zuerst der Begriff der Hegemonie vorgestellt.
Männlichkeit im Film zeigt anhand von zwei ausgewählten Filmbeispielen auf, wie Männlichkeiten und Geschlechterdefinitionen im Film dargestellt werden. Die beiden Regisseure vertreten dabei unterschiedliche Positionen von Männlichkeitsdarstellungen im Film und zeigen somit verschiedene Aspekte der Geschlechterrollen auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen hegemonialer Männlichkeit
2.1 Definition von Männlichkeit
2.2 Hegemoniale Männlichkeiten bei Raewyn Connell
3. Männlichkeit im Film
3.1 Alles über meine Mutter
3.2 Hass – La Haine
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Männlichkeit im Medium Film unter Berücksichtigung des Konzepts der hegemonialen Männlichkeit nach Raewyn Connell. Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Regisseure Männlichkeitsbilder inszenieren und inwiefern diese zur Hinterfragung oder Festigung gesellschaftlicher Geschlechternormen beitragen.
- Grundlagen der Männlichkeitsforschung und Definitionen von Männlichkeit
- Analyse des Konzepts der hegemonialen Männlichkeit nach Raewyn Connell
- Untersuchung der filmischen Darstellung von Männlichkeit anhand ausgewählter Beispiele
- Kritische Auseinandersetzung mit Identitätskonstruktionen und Geschlechterrollen
Auszug aus dem Buch
3.2 Hass – La Haine
In den Vorstädten von Paris regiert ein Gefühl vor allen anderen: Der Hass. Hass auf die Politiker, die sich nicht um die heruntergekommenen Wohnhäuser, Straßen und Einrichtungen kümmern. Hass auf die bessergestellte Gesellschaft in der Innenstadt von Paris. Aber vor allem Hass auf die Polizei, mit denen sich die Jugendlichen erbitterte Straßenschlachten liefern. Für den Juden Vincent, den Schwarzen Hubert und den Araber Said gehören Gewalt, Korruption und Aggression zu ihrem Alltag. Nach einem weiteren Kampf gegen die Staatsgewalt liegt ihr Freund, Abdel, lebensgefährlich verletzt im Koma. Die kommenden 24 Stunden werden das gesamte Leben der drei Jugendlichen verändern.
Der gewaltbereite Vince scheint kurz davor zu stehen, die Polizisten mit einer gefundenen Waffe anzugreifen. Während die Jugendlichen randalierend durch die Innenstadt von Paris ziehen, entwickelt sich zwischen dem vernünftigeren Hubert und Vince ein anhaltender Konflikt über den Gebrauch der Waffe. Auch der meist gut gelaunte Said kann nicht mehr zwischen den Beiden vermitteln. Die Situation scheint zu eskalieren, nachdem sie in der Nacht vom Tod ihres Freundes Abdel erfahren. Nach einer Schikane der Polizei gegen Said und Hubert, Ruhestörung einer Vernissage und dem misslungenen Versuch, ein Auto zu klauen, steht Vince nun kurz davor, tatsächlich von der Waffe Gebrauch zu machen. Doch nach einer weiteren Prügelei mit einer Gruppe von Neonazis, während der Vince seine Freunde durch das Hervorholen der 45er rettet, entwickelt sich die Situation in eine vollkommen andere Richtung als erwartet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Männlichkeitsforschung in der Filmwissenschaft und führt in die zentrale Fragestellung der Arbeit ein.
2. Theoretische Grundlagen hegemonialer Männlichkeit: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Ansätze zur Definition von Männlichkeit und stellt das theoretische Gerüst von Raewyn Connell zur hegemonialen Männlichkeit vor.
3. Männlichkeit im Film: Hier wird anhand der Filme "Alles über meine Mutter" und "Hass – La Haine" konkret analysiert, wie Geschlechterrollen und Männlichkeitskonstruktionen filmisch umgesetzt werden.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle des Films als Medium zur kritischen Hinterfragung von hegemonialen Männlichkeitsbildern.
Schlüsselwörter
Hegemoniale Männlichkeit, Raewyn Connell, Männlichkeitsforschung, Filmwissenschaft, Gender, Identitätskonstruktion, Alles über meine Mutter, Hass – La Haine, Geschlechterverhältnis, Marginalisierung, Patriarchat, Sozialwissenschaften, Geschlechterrollen, Diskurs, Film
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen hegemonialer Männlichkeit und deren praktische Darstellung innerhalb filmischer Narrative.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Männlichkeitsforschung, Gender-Theorien (insbesondere nach Connell) und filmische Analysen zur Geschlechterkonstruktion.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie hegemoniale Männlichkeitsbilder gesellschaftliche Strukturen stützen und auf welche Weise das Medium Film verwendet wird, um diese Stereotypen zu thematisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine Literaturanalyse theoretischer Konzepte sowie eine qualitative Filmanalyse zur Darstellung von Geschlechterverhältnissen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Neben der theoretischen Herleitung von Männlichkeitsformen werden zwei Fallbeispiele (Pedro Almodóvars "Alles über meine Mutter" und Mathieu Kassovitz' "Hass – La Haine") detailliert untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hegemoniale Männlichkeit, Gender, Identität, Machtverhältnisse und soziale Konstruktion.
Wie unterscheidet sich die Darstellung in "Alles über meine Mutter" von "Hass"?
Während Almodóvar die Eindeutigkeit von Geschlecht in einem "Screwball Drama" auflöst und Identitäten hinterfragt, dokumentiert "Hass" ein raues, gewalttätiges Umfeld in Pariser Banlieus, in dem die Protagonisten an ihren Möglichkeiten zur hegemonialen Männlichkeit scheitern.
Was bedeutet die "patriarchale Dividende" im Kontext der Arbeit?
Sie bezeichnet den allgemeinen Vorteil, den Männer aus der Unterdrückung von Frauen ziehen, auch wenn sie selbst nicht aktiv an der Spitze der hegemonialen Hierarchie stehen.
- Quote paper
- Moana Flamme (Author), 2020, Hegemoniale Männlichkeit im Film und ihre Auswirkung auf die Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1330329