Ziel der vorliegenden Arbeit ist es herauszufinden, wie sich eine Internetnutzungsstörung auf Basis der Störungsbilder Social Media Nutzungsstörung, Online-Shoppingstörung, Computerspielstörung, Online-Glücksspielstörung und Pornografie-Nutzungsstörung spezifizieren lassen kann. Zur Überprüfung der Forschungsfrage wurden Hypothesen in Form eines formativen und eines reflektiven Messmodells aufgestellt. Die Erhebung erfolgte mittels des Online-Panels Appinio und es konnten n = 1600 Probanden rekrutiert werden. Das formative Modell wurde mittels multipler Regression und das reflektive mittels konfirmatorischer Faktorenanalyse überprüft.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Computerspielstörung
2.1.1 Diagnosekriterien und Symptome
2.1.2 Epidemiologie
2.1.3 Risikofaktoren & Korrelate
2.2 Online-Glücksspielstörung
2.2.1 Diagnosekriterien und Symptome
2.2.2 Epidemiologie
2.2.3 Risikofaktoren & Korrelate
2.3 Social Media Nutzungsstörung
2.3.1 Screening-Kriterien und Symptome
2.3.2 Epidemiologie
2.3.3 Risikofaktoren & Korrelate
2.4 Pornografie-Nutzungsstörung
2.4.1 Screening-Kriterien und Symptome
2.4.2 Epidemiologie
2.4.3 Risikofaktoren & Korrelate
2.5 Online-Shoppingstörung
2.5.1 Screening-Kriterien und Symptome
2.5.2 Epidemiologie
2.5.3 Risikofaktoren & Korrelate
2.6 Ätiologie und Störungsmodelle
2.7 Das Konstrukt Internetnutzungsstörung
3 Zentrale Fragestellung und Hypothesen
4 Methoden
4.1 Untersuchungsdesign und Stichprobe
4.2 Auswahl der Messinstrumente
4.2.1 Messinstrumente Computerspielstörung
4.2.2 Messinstrumente Online-Glücksspielstörung
4.2.3 Messinstrumente Social Media Nutzungsstörung
4.2.4 Messinstrumente Pornografie-Nutzungsstörung
4.2.5 Messinstrumente Online-Shoppingstörung
4.2.6 Messinstrumente Internetnutzungsstörung
4.3 Fragebogen
4.4 Auswertung und Gütekriterien
5 Ergebnisse
5.1 Itemanalyse und Messgenauigkeit
5.2 Überprüfung des formativen Modells
5.3 Überprüfung des reflektiven Modells
5.4 Nebenergebnisse
5.4.1 Prävalenzen der Internetnutzungsstörungen
5.4.2 Untersuchung auf Geschlechterunterschiede
6 Diskussion
6.1 Interpretation der Ergebnisse und Einordnung in den aktuellen Stand der Forschung
6.2 Limitationen
6.3 Empfehlungen für weiterführende Forschung
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, ob spezifische Störungsbilder (Computerspielstörung, Online-Glücksspielstörung, Social-Media-Nutzungsstörung, Pornografie-Nutzungsstörung, Online-Shoppingstörung) als formative oder reflektive Subtypen unter ein übergeordnetes Konstrukt der "Internetnutzungsstörung" gefasst werden können, um eine validere Klassifikation zu ermöglichen.
- Empirische Überprüfung der dimensionalen Struktur von Internetnutzungsstörungen
- Vergleich von formativen versus reflektiven Messmodellen
- Klassifikation spezifischer Internetnutzungsstörungen
- Analyse psychometrischer Gütekriterien der verwendeten Messinstrumente
Auszug aus der Arbeit
2.1 Computerspielstörung
Videospiele sind Spiele, die mittels eines digitalen Mediums konsumiert werden (Florack & Illy, 2018). Das können sowohl Konsolen, PCs, Smartphones oder ähnliche Geräte sein (Florack & Illy, 2018). Heutzutage kann zwischen online- und offline Spielen sowie zwischen verschiedenen Genres wie MOBAS, MMORPGs und Ego-Shootern unterschieden werden (Bavilier & Green, 2019; Florack & Illy, 2018).
Schon vor 20 Jahren wurden die ersten Forschungsarbeiten zum Thema Computerspielstörung publiziert (Bauernhofer et al., 2016; DHS, 2020). Zu dieser Zeit gab es weder theoretische Rahmenkonzepte, validierte diagnostische Ansätze noch Daten über Betroffene aus der psychiatrischen Versorgung (DHS, 2020). Dementsprechend unpräzise sind die Veröffentlichungen aus heutiger Sicht (DHS, 2020; Leo & Lindenberg, 2021). Allerdings lieferten sie die ersten Ansätze zur Definition des Störungsbildes (DHS, 2020; Leo & Lindenberg, 2021).
In den folgenden acht Jahren wurde die Forschung wesentlich präziser und ausdifferenzierter, außerdem verbesserte sich die Güte der Forschung deutlich (DHS, 2020). Diese Entwicklung hatte zur Folge, dass die American Psychiatric Association 2013 überzeugt war, es liege genügend Evidenz vor, um die Internet Gaming Disorder als Forschungsdiagnose in das DSM-V zu inkludieren (DHS, 2020; Wölfling et al., 2017). Darauf wurde die Aufnahme der Gaming Disorder in das ICD-11 kontrovers diskutiert (Király & Demetrovics, 2017; Leo & Lindenberg, 2021; Rumpf & Mann, 2017).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese führt in die Verbreitung digitaler Kommunikationstechnologien ein und thematisiert die Entstehung und Diskussion der "Internetnutzungsstörung" als Sammelkonstrukt.
2 Theoretischer Hintergrund: Hier werden die fünf spezifischen Störungsbilder, deren Symptomatik, Epidemiologie und Risikofaktoren sowie aktuelle Störungsmodelle detailliert erläutert.
3 Zentrale Fragestellung und Hypothesen: Die Arbeit leitet aus dem Forschungsstand die Fragestellung ab, ob die spezifischen Störungen formativ oder reflektiv als Subtypen der Internetnutzungsstörung abbildbar sind.
4 Methoden: Dieses Kapitel beschreibt das Untersuchungsdesign (Querschnitt), die Stichprobengewinnung via Appinio sowie die eingesetzten psychometrischen Messinstrumente und statistischen Auswertungsmethoden.
5 Ergebnisse: Die statistischen Analysen (Itemanalyse, Regression, konfirmatorische Faktorenanalyse) zu den Modellen werden vorgestellt und auf ihre Güte hin geprüft.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, Limitationen der Online-Befragung aufgezeigt und Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze formuliert.
7 Fazit: Das Fazit schlussfolgert, dass die Bildung eines übergeordneten Konstrukts der Internetnutzungsstörung auf Basis der untersuchten Daten nicht haltbar ist.
Schlüsselwörter
Internetnutzungsstörung, Computerspielstörung, Online-Glücksspielstörung, Social Media Nutzungsstörung, Pornografie-Nutzungsstörung, Online-Shoppingstörung, Verhaltenssüchte, I-PACE-Modell, formative Messmodelle, reflektive Messmodelle, psychometrische Evaluation, Diagnostik, Epidemiologie, Suchtverhalten, Klassifikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob verschiedene spezifische Internetsucht-Phänomene in ein gemeinsames, übergeordnetes Konstrukt ("Internetnutzungsstörung") zusammengefasst werden können oder ob sie als unabhängige Phänomene zu betrachten sind.
Welche Störungsbilder stehen dabei im Fokus?
Die Autor untersucht Computerspielstörung, Online-Glücksspielstörung, Social-Media-Nutzungsstörung, Pornografie-Nutzungsstörung und Online-Shoppingstörung innerhalb des Internet-Kontexts.
Was ist das zentrale Forschungsziel?
Das Ziel ist die statistische Überprüfung, ob diese spezifischen Störungen als formative oder reflektive Indikatoren für eine allgemeine Internetnutzungsstörung fungieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Untersuchung gewählt?
Es wurde eine quantitative Querschnittsstudie mittels Online-Panel-Befragung durchgeführt. Diese Daten wurden anschließend sowohl mittels multipler Regression als auch konfirmatorischer Faktorenanalyse (KFA) statistisch ausgewertet.
Was deckt der theoretische Hauptteil ab?
Der Hauptteil liefert eine umfassende Darstellung der aktuellen Forschungslage zu Symptomen, Epidemiologie und Risikofaktoren der einzelnen spezifischen Störungen gestützt auf das Trias-Modell.
Welches Fazit zieht der Autor?
Die statistischen Daten stützen das Modell einer generalisierten Internetnutzungsstörung nicht. Die spezifischen Störungen sollten daher eher als voneinander unabhängige Phänomene betrachtet werden.
Wie wurde die Datengüte der Online-Befragung sichergestellt?
Die Datengüte wurde unter anderem durch den Einsatz von Kontrollfragen im Fragebogen gesichert, um unaufmerksame Teilnehmer zu identifizieren und aus dem Datensatz zu filtern.
Warum wurden formative und reflektive Messmodelle verglichen?
Der Vergleich ist notwendig, um zu entscheiden, ob die spezifischen Störungen die Internetnutzungsstörung verursachen (formativ) oder ob die Internetnutzungsstörung die spezifischen Auffälligkeiten als Symptome hervorbringt (reflektiv).
- Arbeit zitieren
- Fritz Rueben (Autor:in), 2022, Subtypen von Internetnutzungsstörungen und ihre Klassifikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1330443