In dieser Portfolioarbeit soll die Möglichkeit für die rechtlichen Betreuer aufgezeigt werden, wie bei der Arbeit mit ihren Klienten im Zwangskontext, die Wertschätzung, Transparenz und Klarheit über den institutionellen Auftrag und deren Konsequenzen eine große Rolle spielen kann. Um in der rechtlichen Betreuungsarbeit den inneren Antrieb, die Eigenmotivation von Klienten mit der Möglichkeit der systemischen Beratung wieder mehr zu fördern, mit dem langfristigen Ziel, das die Betreuten ihre Angelegenheiten wieder selbst in die Hand nehmen, würde sich u. a. die Möglichkeit der systemischen Beratung durch die rechtliche Betreuung als am Beispiel des Coachings anbieten. In der Portfolioarbeit soll dabei die rechtliche Betreuung als Coach und Berater/in vorrangig im Focus stehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition
2.1 Berufsbetreuung
2.2 Zwangskontext
3. Literaturarbeit/ Forschungsstand
4. Systemisches Coaching
4.1 Vorgehensweise im Coaching
4.1.1 Fallbezogenheit
4.1.2 Ablauf eines Coachingprozesses
4.1.3 Der Coachingprozess im detaillierten Überblick
5. Ziele und Erwartungen im Praxistransfer
5.1 Problemlösung durch Perspektivenwechsel
5.2 Problemdefinition
5.3 Problemlösungsorientierung
5.3.1 Problemlösung durch Kompetenzförderung
5.3.2 Problemlösung durch anwaltschaftliche Unterstützung
6. Praxistransfer
6.1 Schlüsselerlebnis
6.2 Beruflicher Praxisfall
6.3 Transfer in die Praxis
6.4 Coachinginterview
6.5 Fallanalyse
6.6 Evaluation
7. Resümee
8. Literatur
8.1 Aufsätze
8.2 Internet
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit zielt darauf ab, die Relevanz und Anwendbarkeit systemischer Coachingansätze im Bereich der rechtlichen Berufsbetreuung zu untersuchen, um Klienten trotz gesetzlich verordneter Betreuung („Zwangskontext“) wieder stärker zur Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zu motivieren.
- Integration systemischer Methoden in den beruflichen Alltag von Betreuern.
- Umgang mit Klienten im Zwangskontext unter Berücksichtigung von psychischen Erkrankungen.
- Stärkung der Autonomie und Selbsthilfepotenziale der Betreuten.
- Analyse und Strukturierung von Coachingprozessen anhand praktischer Fallbeispiele.
- Evaluierung der Wirksamkeit durch spezifische Fragekataloge und Checklisten.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
In der rechtlichen Berufsbetreuung (vormals Vormundschaft genannt) ist die rechtliche Betreuung durch die sich weiter verändernden Klientenstrukturen und dessen wandelnden familiären Verhältnissen sowie den sich vermehrt auftretenden, diagnostizierten diversen psychiatrischen Krankheitsbildern der Klienten (z. B. chron. paranoide Schizophrenie mit Halluzinationen, Borderlinestörung, Persönlichkeitsstörung, Bipolare Störung (ehem. Manisch-Depressiv), Depressionen, etc.), im beruflichen Zwangskontext gegenübergestellt.
Da für dieses Klientel im sog. Zwangskontext (die Betreuung wurde vom Amtsgericht gegen den Willen des Betroffenen bestellt), eine systemische Vorgehensweise im Bereich der rechtlichen Berufsbetreuung durch diesen noch zu wenig dargestellt und angewandt wird, soll somit aufgezeigt werden, wie relevant eine systemische Vorgehensweise bei der rechtlichen Betreuung von Klienten im Zwangskontext mit insbes. psychiatrischen Erkrankungen sein könnte, um diese u. a. wieder in den Alltag integrieren zu können.
Der Betreuer fungiert hierbei in der Portfolioarbeit als Beratung und Coach, und der Klient ist der sog. Auftraggeber. Hierbei soll zudem die Tätigkeit in der rechtlichen Berufsbetreuung reflektiert werden, ob die Anwendung eines systemischen Coachings zwischen der Betreuung als Beratung und des Klienten als Auftraggeber im Zwangskontext funktionieren könnte, ob die Betreuungsarbeit als Beratungsarbeit verbessert und weiterentwickelt werden sowie abschließend gelingen kann, um sie evtl. als langfristigere Methode in der Betreuungsarbeit einführen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Herausforderungen in der rechtlichen Betreuung von Klienten in Zwangskontexten und begründet die Notwendigkeit, systemische Coachingmethoden zur Motivationsförderung zu etablieren.
2. Begriffsdefinition: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen der Berufsbetreuung gemäß BGB sowie der Begriff des wissenschaftlich-soziologischen Zwangskontexts definiert.
3. Literaturarbeit/ Forschungsstand: Das Kapitel reflektiert den aktuellen Forschungsstand, der zeigt, dass der Einsatz systemischer Ansätze in der gesetzlichen Betreuung bisher unterrepräsentiert ist.
4. Systemisches Coaching: Es wird die Theorie des systemischen Coachings als potenzialorientierte Dienstleistung erläutert und die spezifische Vorgehensweise in diesem Arbeitsfeld skizziert.
5. Ziele und Erwartungen im Praxistransfer: Dieses Kapitel beschreibt die Zielsetzung des Coachings hinsichtlich der Re-Autonomisierung von Klienten durch Perspektivenwechsel und Kompetenzförderung.
6. Praxistransfer: Anhand einer Fallanalyse einer betreuten Klientin wird der praktische Transfer des theoretisch erarbeiteten Coachings inklusive Interviewleitfäden und Evaluation dargestellt.
7. Resümee: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die Sinnhaftigkeit des Coachingansatzes als ergänzendes Instrument in der täglichen Betreuungsarbeit.
8. Literatur: Auflistung der verwendeten Fachmedien, Aufsätze und Internetquellen zur wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Systemisches Coaching, Rechtliche Berufsbetreuung, Zwangskontext, Autonomie, Eigenverantwortung, Fallanalyse, Psychiatrische Erkrankungen, Kompetenzförderung, Kommunikation, Casemanagement, Ressourcenorientierung, Vertrauensbasis, Selbstwirksamkeit, Lebenspraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Einführung und Anwendung systemischer Coachingmethoden innerhalb der rechtlichen Berufsbetreuung, insbesondere bei Klienten, die sich in einem gesetzlich verordneten Zwangskontext befinden.
Welche Themenfelder werden zentral behandelt?
Zentral sind die Vereinbarkeit von rechtlicher Betreuung und beratender Coaching-Rolle, der Umgang mit psychiatrischen Krankheitsbildern sowie die Ressourcenaktivierung der Klienten.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Betreuer durch Coachingtechniken die Stigmatisierung des Zwangskontexts mildern und die Eigenverantwortung der Betreuten fördern können, um langfristige Selbstständigkeit zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturarbeit sowie einen praktischen Praxistransfer in Form einer Einzelfallanalyse (Fall 6.2), bei der Coaching-Instrumente und Interviewformen angewendet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Coachings, Strategien für den Praxistransfer und die konkrete Anwendung systemischer Fragenkataloge in der Betreuungsarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Systemisches Coaching, Rechtliche Betreuung, Zwangskontext, Autonomie, Selbstwirksamkeit und Fallmanagement.
Wie unterscheidet sich das systemische Coaching vom Standard-Betreuungsalltag?
Während klassische Betreuung oft administrative Verwaltung bedeutet, zielt das systemische Coaching darauf ab, den Klienten wieder als aktiven „Auftraggeber“ für sein eigenes Leben zu gewinnen und seine Selbststeuerungsfähigkeit zu stärken.
Welches konkrete Fallbeispiel wird als Analyse herangezogen?
Die Arbeit analysiert den Fall einer 72-jährigen Klientin (Frau H.), die unter verschiedenen körperlichen und psychischen Belastungen leidet und bei der durch gezielte systemische Interventionen versucht wird, ihre Lebensqualität und soziale Teilhabe zu verbessern.
Gibt es spezifische Instrumente für die Praxis?
Ja, die Arbeit enthält spezielle Fragekataloge für das Erstinterview sowie Checklisten zur Evaluation des Coaching-Erfolgs, die direkt auf die Berufsbetreuung angepasst wurden.
- Arbeit zitieren
- Marion Blum (Autor:in), 2021, Systemisches Coaching im Zwangskontext der rechtlichen Berufsbetreuung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1330484