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Phantastik. Der literaturwissenschaftliche Multipluralismus des Genrebegriffs "Phantastik"

Title: Phantastik. Der literaturwissenschaftliche Multipluralismus des Genrebegriffs "Phantastik"

Term Paper , 2008 , 66 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Tina Hofmann (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Phantastik. Man hört oft Aussagen wie „Phantastik ist wieder in.“ oder „Die Phantastik hat eine lange Tradition in Lateinamerika.“ sowie den Ausdruck „Phantastisches Wesen“. Was bedeutet aber dieser Begriff in der Literatur eigentlich? Mit den folgenden Zeilen dieser Arbeit möchte ich sie, lieber Leser, dazu einladen sich mit mir auf die Suche nach der Antwort auf die Frage Was ist phantastische Literatur? zu begeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der literaturwissenschaftliche Methodenpluralismus vor dem Hintergrund der Forschungsansätze zur phantastischen Literatur

3. Die Angst und Verstörung als wirkungsästhetische Bestimmung phantastischer Literatur

3.1. Das Erklärungsmodell zur Wirkungskonstituente Angst, welches sich auf Kriterien bezieht, die nicht primär an die Immanenz der Darstellungsebene selbst gebunden sind – die Angst vor dem fremden Ich

3.2. Das Erklärungsmodell zur Wirkungskonstituente Angst, welches sich auf Kriterien bezieht, die primär an die Immanenz der Darstellungsebene gebunden sind – die Angst vor der fremden Instanz

4. Die maximalistische Definitionsweise phantastischer Literatur

4.1. Der Forschungsansatz, welcher phantastische Literatur allein über das bloße Auftreten des Fremden definiert

4.2. Der Forschungsansatz, welcher phantastische Literatur über all jenes Fremde definiert, was beim Rezipienten eine Reaktion der Verstörung und Angst verursacht

4.2.1. Der inhaltlich- stoffliche Ansatz

4.2.2. Der strukturell orientierte Ansatz

5. Die Minimalistische Definitionsweise

5.1. Die Phantastikdefinition nach Tzvetan Todorov

5.1.1. Die Konditionen eines phantastischen Textes

5.1.2. Die Konditionen, die ein Leser beim Rezipieren phantastischer Literatur aufweisen sollte

5.1.3. Die Unschlüssigkeit des Protagonisten beispielsweise Rezipienten als Definitionskriterium phantastischer Literatur

5.1.4. Das Fantastisch- Unheimliche

5.1.5. Das Fantastisch- Wunderbare

5.1.6. Das Unvermischt- Unheimliche

5.1.7. Das Unvermischt- Wunderbare

5.2. Das Problem mit dem Begriff der „Realität“

5.3. Uwe Durst und seine Theorie phantastischer Literatur

5.3.1. Die Textebene als eigene abgeschlossene Welt

5.3.2. Das Realitätssystem

5.3.3. Das reguläre und das wunderbare Realitätssystem

5.3.4. Der Begriff des Rätsels

5.3.5. Der Systemsprung

5.3.6. Das Nichtsystem als genredefinierendes Merkmal phantastischer Literatur

5.3.7. Die durstsche Gleichung zur Darstellung textinterner Systemtrukturen

5.3.8. Immobile Texte

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Genre der Phantastik, indem sie verschiedene theoretische Ansätze zur Definition und Wirkungsweise phantastischer Literatur vergleicht und kritisch bewertet. Dabei verfolgt sie das Ziel, eine fundierte Bestimmung dessen zu finden, was phantastische Literatur konstituiert, und hinterfragt dabei insbesondere die Bedeutung von Angst und Realitätsbegriffen.

  • Wirkungsästhetische Bestimmungen phantastischer Literatur (Angst und Verstörung)
  • Maximalistische vs. minimalistische Definitionsweisen des Phantastischen
  • Die Rolle von Realitätssystemen und Nichtsystemen in der Theorie von Uwe Durst
  • Bedeutung der Unschlüssigkeit des Rezipienten nach Tzvetan Todorov
  • Kritische Reflexion des literaturwissenschaftlichen Realitätsbegriffs

Auszug aus dem Buch

3. Die Angst und Verstörung als wirkungsästhetische Bestimmung phantastischer Literatur

Lovecraft beobachtete bei seinen Untersuchungen der Texte Hoffmanns vorrangig eine Reaktion der Verstörung und der Angst des Rezipienten als Wirkungskonstituenten und definierte diese als Merkmal für die Phantastik. Demnach sollten zunächst alle literarischen Texte, die dieses Phänomen aufwiesen, zum Genre phantastischer Erzählungen gezählt werden. Dieser Ansatz zieht sich, obwohl, wie oben schon erwähnt, ein Methodenpluralismus im Hinblick auf die Genreforschung existiert, durch die meisten, wenn nicht sogar alle Theorien der letzten Jahrzehnte. Das bedeutet, dass sich eine Unmenge von Wissenschaftlern mit dem Merkmal Angst und Verstörung auseinandergesetzt haben und sich trotz spannenden Diskussionen über die richtige Phantastikdefinition in diesem Punkt einig zu sein scheinen. In diesem Sinne vermischen sich oftmals die Grenzen zwischen verschiedenen Ideen und Ansätzen. Es ergab sich jedoch die Frage, welche Instanz diese Angst und Verstörung auslöst und hier, in der Begründung der Angst und Verstörung, liegt der Unterschied zwischen den Ansätzen. Viele Theoretiker der Phantastikforschung haben sich mit diesem Phänomen auseinandergesetzt und sind bei Versuchen dieses zu ergründen auf verschiedene Antworten gekommen. Auf der Suche nach der Lösung des Rätsels der Angst sind dabei im Allgemeinen zwei übergeordnete Ansatztendenzen zu verzeichnen. So rekurriert zum einen ein Forschungsstrang auf Kriterien, die nicht primär selbst an die Immanenz der Darstellungsebene gebunden sind, ein andere auf denen, die primär an diese gebunden sind. Dabei hat man unter letzterem ein Verfahren zu verstehen, bei dem der Blickpunkt nicht zuerst auf Vertextungsverfahren gerichtet ist, diesbezüglich also nicht die Besonderheit phantastischer Texte über bestimmte Motive oder strukturelle Besonderheiten zu definieren versucht, wie dies beim ersteren der Fall ist, sondern sein Hauptaugenmerk auf textexterne Instanzen wie zum Beispiel den Autor oder den Leser lenkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ursprünge des Begriffs „Phantastik“ in der Literaturgeschichte und führt in die Fragestellung ein, wie sich ein neues Genre methodisch erforschen lässt.

2. Der literaturwissenschaftliche Methodenpluralismus vor dem Hintergrund der Forschungsansätze zur phantastischen Literatur: Dieses Kapitel erläutert die lange Vernachlässigung des Phantastischen durch die Literaturwissenschaft und zeigt die Entwicklung einer intensiven theoretischen Auseinandersetzung auf.

3. Die Angst und Verstörung als wirkungsästhetische Bestimmung phantastischer Literatur: Es wird die These untersucht, dass die Wirkung von Angst und Verstörung auf den Leser ein zentrales Merkmal für phantastische Texte darstellt, wobei zwischen psychologischen und textimmanenten Erklärungsmodellen unterschieden wird.

4. Die maximalistische Definitionsweise phantastischer Literatur: Dieses Kapitel analysiert Forschungsansätze, die phantastische Literatur breit definieren, entweder durch das bloße Auftreten des Fremden oder durch die damit verbundene Verstörung des Lesers.

5. Die Minimalistische Definitionsweise: Es werden differenzierte Theorien, insbesondere von Tzvetan Todorov und Uwe Durst, vorgestellt, die das Phantastische über spezifische Kriterien wie die Unschlüssigkeit des Rezipienten oder textinterne Realitätssysteme eingrenzen.

6. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Erkenntnisse der theoretischen Reise zusammen und konstatiert, dass trotz einzelner Lücken in den Theorien ein Fortschritt im Verständnis des Phantastischen erzielt wurde.

7. Quellenverzeichnis: Hier werden die verwendeten gebundenen Quellen sowie die Internetquellen aufgeführt.

Schlüsselwörter

Phantastik, Literaturwissenschaft, Angst, Verstörung, Unheimliche, Realitätssystem, Todorov, Durst, Caillois, Fiktion, Rezipient, Gattungsforschung, Methode, Fremdes, Textanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit widmet sich der theoretischen Bestimmung des Genres der phantastischen Literatur und untersucht, wie verschiedene Wissenschaftler versucht haben, dieses Genre fundiert zu definieren und abzugrenzen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die wirkungsästhetische Bestimmung durch Angst, die Unterscheidung zwischen maximalistischen und minimalistischen Definitionsweisen sowie die Rolle von Realitäts- und Nichtsystemen in der modernen Phantastikforschung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, auf Basis der vorhandenen Literaturtheorien zu ergründen, was phantastische Literatur eigentlich ausmacht, und die Entwicklung der Definitionsansätze von Lovecraft bis hin zu modernen Systemtheorien nachzuvollziehen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit nutzt die Methode des Literaturvergleichs und der theoretischen Analyse, indem sie existierende Konzepte zur Phantastik aufeinander bezieht, deren Stärken und Schwächen diskutiert und anhand von Textbeispielen prüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von wirkungsästhetischen Ansätzen, die Untersuchung der maximalistischen Genredefinition, die ausführliche Darstellung der minimalistischen Ansätze (insb. Todorov und Durst) sowie eine kritische Reflexion des Realitätsbegriffs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Phantastik, Realitätssystem, Unschlüssigkeit des Lesers, Wirkung der Angst und die Abgrenzung von Norm und Abnorm charakterisiert.

Warum spielt der Begriff der „Realität“ eine so große Rolle für die Definition von Phantastik?

Weil die meisten Definitionen des Phantastischen darauf beruhen, dass etwas „Nicht-Reales“ oder „Abnormes“ in eine „reale“ oder „normale“ Welt einbricht. Ohne eine klare Definition dessen, was als Realität gilt, wird die Abgrenzung des Phantastischen zu anderen Genres sehr schwierig.

Was ist das „Nichtsystem“ nach Uwe Durst?

Das Nichtsystem ist das zentrale Merkmal, mit dem Durst phantastische Literatur definiert. Es beschreibt einen Zustand im Text, in dem keine der konkurrierenden Realitätssysteme (regulär oder wunderbar) die Oberhand gewinnt, wodurch der Leser in einer permanenten Unschlüssigkeit verbleibt.

Warum hält der Autor die „Risstheorie“ von Roger Caillois für wichtig?

Die Risstheorie wird als wichtiger struktureller Ansatz angesehen, da sie das Übernatürliche nicht nur als inhaltliches Element, sondern als strukturelle Störung bzw. „Riss“ innerhalb einer ansonsten realistischen Textwelt begreift.

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Details

Title
Phantastik. Der literaturwissenschaftliche Multipluralismus des Genrebegriffs "Phantastik"
College
University of Leipzig  (Romanistik)
Course
(Neo-)Phantastik in lateinamerikanischen Erzählungen
Grade
1.0
Author
Tina Hofmann (Author)
Publication Year
2008
Pages
66
Catalog Number
V133057
ISBN (eBook)
9783640396009
ISBN (Book)
9783640395545
Language
German
Tags
Literaturwissenschaft Phantastik Neophantastik Fantastik Neofantastik Hispanistik Uwe Durst Todorov Genre Unheimliche Märchen Fabel Horror Freud Kafka Die Verwandlung Poe Systemsprung Nichtsystem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tina Hofmann (Author), 2008, Phantastik. Der literaturwissenschaftliche Multipluralismus des Genrebegriffs "Phantastik", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133057
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