Diese Diplomarbeit setzt sich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten auseinander, wie die Anwesenheit eines Teilnehmers und damit verbunden Presence Information dargestellt und manipuliert werden kann. Basierend auf den beiden SIP spezifischen Basismethoden SUBSCRIBE und NOTIFY wird versucht die unterschiedlichen Architekturen des SIP Event Frameworks darzustellen und die Struktur der dazu verwendeten XML Dokumente näher zu beschreiben. Das zugrunde liegende Presence Event Package definierte hierfür einen Standard, wie ein Watcher und ein Presence Agent miteinander Statusinformationen austauschen können. Im Weiteren wird durch die Verwendung des Presence Information Data Format Formates (PIDF) beschrieben, welche Möglichkeiten eine Presentity bezüglich deren Presence Information besitzt und welche Erweiterungen die Rich Presence Extension für das Presence Information Data Format (RPID) unterstützt. Durch Verwendung des Extensible Markup Language (XML) Configuration Access Protocol (XCAP) können des Weiteren gezielte Änderungen in einem Presence Dokument vorgenommen werden. XCAP verwendet hierfür die Methoden HTTP GET und PUT um gezielt auf einzelne Elemente und Attribute einer Resource zugreifen zu können. Der Einsatz von XCAP ermöglicht es zudem Resource Listen auf einem Resource List Server (RLS) zu generieren, um so effizienter den Status anderer Teilnehmer zu verwalten. Der praktische Teil der Diplomarbeit gibt abschließend Aufschluss über die Funktionalität der oben beschriebenen Thematik unter Verwendung des SIP Express Routers für SIP.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. SIP Event Framework
2.1. SUBSCRIBE
2.2. NOTIFY
3. Das Data Model für Presence und Instant Messaging
3.1. Überblick
3.2. Definitionen
3.3. Strukturaufbau
3.3.1. Person
3.3.2. Service
3.3.3. Device
4. Presence Information Data Format
4.1. Allgemeines
4.2. Das Data Model für Presence und PIDF
4.3. Elemente eines Presence Information Data Formates
4.3.1. Der XML Namespace für Presence Informationen
4.3.2. Das Presence Element
4.3.3. Das Tuple Element
4.3.4. Das Status Element
4.3.5. Status Erweiterungen
4.3.6. Das Contact Element
4.3.7. Das Note Element
4.3.8. Das Timestamp Element
4.3.9. URN Sub-Namespace Registration und XML Schema
5. Presence Architekturen
6. Das Presence Event Package
6.1. Definitionen
6.2. Ablauf
6.2.1. Lebensdauer einer Presence Subscription
6.2.2. Register
6.2.3. Die Presence URI
6.2.4. Authentifizierung und Autorisierung
6.2.5. Forking Request
7. Rich Presence Extension für das Presence Information Data Format (RPID)
7.1. Allgemeines
7.2. Aufbau
7.3. Elemente eines RPID Dokumentes
7.3.1. Das Activities Element
7.3.2. Das Mood Element
7.3.3. Das Place-is Element
7.3.4. Das Place-type Element
7.3.5. Das Privacy Element
7.3.6. Das Relationship Element
7.3.7. Das Service Class Element
7.3.8. Das Sphere Element
7.3.9. Das Status-Icon Element
7.3.10. Das Time Offset Element
7.3.11. User-Input Element
7.3.12. Beispiel eines RPID Dokumentes
8. Das Extensible Markup Language (XML) Configuration Access Protocol (XCAP)
8.1. Einführung in XCAP
8.2. Extensible Markup Language (XML)
8.2.1. Allgemeiner Überblick
8.2.2. Aufbau eines XML Dokumentes
8.2.3. Namespace (Namensraum)
8.3. Einsatzbereiche XCAP
8.3.1. Presence Rules
8.3.2. Presence Listen
8.4. Definitionen
8.5. XCAP Aufbau
8.5.1. XCAP Root
8.5.2. Document Selector
8.5.3. Node Selector
8.6. XCAP Basis Operationen
8.7. Client Operationen
8.7.1. Abrufen eines Dokumentes
8.7.2. Erstellen oder Ersetzten eines Dokumentes
8.7.3. Löschen eines Dokumentes
8.7.4. Abrufen eines Elementes
8.7.5. Erstellen oder Ersetzten eines Elementes
8.7.6. Löschen eines Elementes
8.7.7. Abrufen, Erstellen, Ersetzten und Löschen eines Attributes
8.8. Erweiterte XCAP Operationen und Bedingungen
8.9. XCAP-Diff
8.9.1. XCAP-Diff SIP Eventpackage
8.9.2. XCAP-Diff Dokumente
8.10. Serververhalten und Fehlerbehandlung
9. Resource Lists
9.1. Überblick
9.2. Definitionen
9.3. Ablauf
9.4. Aufbau einer Resource List
9.5. Beispiel eine List Subscription
10. Praktische Durchführung
10.1. Testumgebung und Plattform
10.2. Installationsquellen des SIP Express Routers (SER)
10.3. Voraussetzungen bei Verwendung von Linux
10.4. Installation des SER
10.5. Einrichten der MySQL Datenbank
10.6. Einrichten des Webservers Apache und PhpMyAdmin
10.7. Konfiguration SER
10.8. Modulkonfiguration und –beschreibung
10.8.1. Das XCAP Module
10.8.2. Das PA Module
10.9. Praktische Anwendungsmöglichkeiten
10.9.1. Watcher Information and Presence
10.9.2. Resource Lists
11. Ausblicke und Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die verschiedenen Aspekte von Presence-Informationen im Rahmen des SIP-Event-Frameworks, mit einem besonderen Fokus auf die Protokolle XCAP und die Verwendung von Resource List Servern (RLS). Ziel ist es, die verstreuten Standards der IETF zu vereinigen, ihre Funktionsweise zu erläutern und in einem praktischen Teil die Implementierung eines voll funktionsfähigen Presence-Systems unter Verwendung des SIP Express Routers (SER) zu demonstrieren.
- Grundlagen des SIP-Event-Frameworks und der Methoden SUBSCRIBE/NOTIFY
- Datenmodell für Presence und Instant Messaging (PIDF und RPID)
- Funktionsweise des Extensible Markup Language Configuration Access Protocol (XCAP)
- Struktur und Verwaltung von Resource Lists mittels Resource List Server (RLS)
- Praktische Implementierung und Konfiguration eines Presence-Servers auf Basis von SER
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Heutzutage besitzen die meisten Menschen eine Vielzahl von Kommunikationswege um jederzeit und überall für andere Teilnehmer erreichbar zu sein. Das Hauptproblem liegt jedoch darin, wie man seinen gewünschten Gesprächspartner zu einem bestimmten Zeitpunkt erreichen kann. Das nachfolgende Beispiel soll diesen täglich gewohnten Sachverhalt darstellen. Ein Teilnehmer wird in der Regel tagsüber versuchen einen anderen Teilnehmer über das normale PSTN Netz unter seiner Telefonnummer auf seinem Arbeitsplatz zu erreichen. Befindet sich der Gesprächspartner jedoch zu diesem Zeitpunkt gerade in einem Meeting, wird man üblicherweise an dessen Mailbox oder Stellvertreter bzw. an das Sekretariat weitergeleitet. In einem zweiten Schritt wird man das Anliegen in Form einer E-Mail verfassen und an dessen E-Mail Adresse versenden. Der gewünschte Kommunikationspartner verlässt jedoch nach dem Meeting sein Büro und begibt sich auf eine Geschäftsreise mit dem Auto. Nach einiger Zeit versucht man den Teilnehmer unter einer seiner Mobilnummern zu erreichen. Zunächst wird man versuchen den Gesprächspartner unter seiner vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Mobilnummer zu erreichen. Weil er das Gespräch während der Autofahrt nicht annimmt, wird man es unter seinem privaten Mobilanschluss probieren und da es sich in diesem Beispiel um einen dringenden Informationsaustausch handelt, versucht man diesen Vorgang abends nochmals.
Zu diesem Zeitpunkt aber ist der gewünschte Gesprächspartner in einem Restaurant und möchte nicht gestört werden. Weitere Kommunikationswege wie z.B. SMS oder Instant Messaging Services könnten ebenfalls noch benützt werden. Schließlich meldet sich der Teilnehmer nach dem Essen bei seinem Gesprächspartner, wobei in der Zwischenzeit ein ganzer Tag verging, bis man endlich zu einem erfolgreichen Verbindungsaufbau gelangt ist.
Hauptursache für die vergeblichen Versuche den Gesprächspartner zu erreichen liegt in diesem Beispiel darin, dass man keine Presence Informationen und die damit verbundene Erreichbarkeit des Anderen besitzt. Unter Verwendung einer eindeutigen SIP URI können mehrere Endgeräte einem Benutzerprofil zugeordnet werden und somit besitzt man die Möglichkeit entweder automatisiert über Kalendereinträge aus anderen Anwendungen oder manuell seine Erreichbarkeit anderen Teilnehmern zu signalisieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Problematik der Erreichbarkeit in der heutigen Kommunikation und führt in die Lösung durch Presence-Informationen und das SIP-Event-Framework ein.
2. SIP Event Framework: Erläutert die Grundlagen der ereignisbasierten Kommunikation in SIP mittels der Methoden SUBSCRIBE und NOTIFY.
3. Das Data Model für Presence und Instant Messaging: Definiert die theoretischen Grundlagen des Presence-Modells sowie die Rollen von Person, Service und Device.
4. Presence Information Data Format: Beschreibt das PIDF-Format zur Darstellung von Anwesenheitsinformationen im XML-Format.
5. Presence Architekturen: Vergleicht verschiedene Architekturansätze, wie Peer-to-Peer und zentralisierte Presence-Server.
6. Das Presence Event Package: Detailliert den Ablauf von Presence-Subscriptions, inklusive Lebensdauer und Authentifizierung.
7. Rich Presence Extension für das Presence Information Data Format (RPID): Erweitert das PIDF-Format um zusätzliche, kontextbezogene Informationen wie Aktivitäten oder Gemütszustände.
8. Das Extensible Markup Language (XML) Configuration Access Protocol (XCAP): Führt in das Protokoll zur Manipulation von XML-basierten Konfigurationsdaten auf Servern ein.
9. Resource Lists: Erklärt das Konzept der Bündelung von Presence-Informationen in Listen zur Reduzierung der Netzwerklast.
10. Praktische Durchführung: Dokumentiert die Installation und Konfiguration eines Presence-Servers basierend auf dem SIP Express Router (SER).
11. Ausblicke und Zusammenfassung: Bewertet die Relevanz der Presence-Standards und reflektiert über die Herausforderungen bei der Implementierung.
Schlüsselwörter
Presence, SIP, Event Framework, SUBSCRIBE, NOTIFY, XCAP, XML, PIDF, RPID, Resource List Server, RLS, Instant Messaging, Netzwerkkommunikation, Konfiguration, Open Source
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten zur Darstellung und Manipulation von Presence-Informationen (Anwesenheitsstatus) eines Teilnehmers mittels des SIP-Event-Frameworks.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den Protokollen SIP (für die Signalisierung) und XCAP (für die Datenmanipulation) sowie auf den Datenformaten PIDF und RPID, die zur Repräsentation des Status genutzt werden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, verstreute Standards zu Presence-Funktionalitäten zu vereinen und deren praktische Anwendbarkeit durch die Implementierung eines XCAP- und Resource-List-Servers auf Basis des SIP Express Routers (SER) zu verifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich primär um eine theoretische Analyse der IETF-RFCs und Internet-Drafts, die durch eine praktische Implementierung, Dokumentation und Testung der beschriebenen Szenarien ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Standards (Event Framework, Datenmodelle) und einen umfangreichen Praxisteil, der die Installation, Konfiguration und Modulbeschreibung des SIP Express Routers (SER) umfasst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Presence, SIP, XCAP, PIDF, RPID, Resource Lists und SIP Express Router (SER).
Wie wird in der Arbeit die Netzwerklast beim Presence-Monitoring reduziert?
Die Arbeit beschreibt den Einsatz von Resource List Servern (RLS), die es ermöglichen, mehrere Status-Abfragen zu bündeln, anstatt für jede einzelne Entität eine separate Subscription-Nachricht zu versenden.
Was ist die spezifische Rolle von XCAP in dieser Presence-Architektur?
XCAP ermöglicht es, Status-Daten und Konfigurationsregeln (wie White- oder Blacklists) als XML-Dokumente auf einem zentralen Server zu manipulieren, wobei für den Zugriff Standard-HTTP-Methoden verwendet werden.
- Quote paper
- Mag. Dipl.-Ing. (FH) Robert Enderle (Author), 2006, Presence Informationen und erweiterte Presence Funktionen im Speziellen XCAP und RLS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133063