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Goethes Verhältnis zur Sprache. Sprachliche Freiheiten als unabdingbare Voraussetzung sprachlicher Gestaltungsräume

Titel: Goethes Verhältnis zur Sprache. Sprachliche Freiheiten als unabdingbare Voraussetzung sprachlicher Gestaltungsräume

Diskussionsbeitrag / Streitschrift , 2023 , 19 Seiten

Autor:in: Dr. Christopher Schulz (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit werden zuerst Goethes kritische Äußerungen über die Unzulänglichkeiten der deutschen Sprache unter Beachtung diverser Schwierigkeiten untersucht. Im Anschluss daran werden Äußerungen über die positiven Möglichkeiten der deutschen Sprache behandelt, da dies einen direkten Blick auf das Verhältnis negativer, oder besser: kritischer, zu positiven Aussagen über die Sprache ermöglicht. Danach wird Goethes Auffassung über den Dialekt und dessen Stellung bezüglich der Schauspielerei Gegenstand der Untersuchung, bevor abschließend das Verhältnis des Dichters zum Gebrauch von Fremdwörtern erläutert wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Kritische Äußerungen über die deutsche Sprache

3. Positive Äußerungen über die deutsche Sprache

4. Äußerungen über den Dialekt

5. Äußerungen über den Gebrauch von Fremdwörtern

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das differenzierte Verhältnis Johann Wolfgang von Goethes zur deutschen Sprache zwischen 1770 und 1830, um ein repräsentatives Gesamtbild seiner sprachlichen Einstellung zu zeichnen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Wechselwirkung zwischen Goethes kritischen und positiven Reflexionen sowie auf die Bedeutung einer korrekten, bewussten Handhabung der Sprache als prägendes Werkzeug seines literarischen Schaffens.

  • Kritische Analyse von Goethes Aussagen zu Unzulänglichkeiten der Sprache
  • Untersuchung des produktiven Sprachpotentials und positiver Ausdrucksmöglichkeiten
  • Bewertung der Rolle des Dialekts im Kontext von Dichtung und Schauspielkunst
  • Reflexion über den Gebrauch von Fremdwörtern und puristische Bestrebungen

Auszug aus dem Buch

2. Kritische Äußerungen über die deutsche Sprache

Werden kritische Äußerungen Goethes über die deutsche Sprache Gegenstand einer Untersuchung, so impliziert dies eine besondere Sorgfalt bei der Deutung der verschiedenen Aussagen. Es stellt sich nämlich die Frage, inwiefern sich Goethe über sein „[...] beste[s] Werkzeug [...]“ ,die Sprache, negativ äußern kann, ohne dabei in Widersprüche zu geraten. Ein negatives Verhältnis Goethes zur Sprache wäre ein Widerspruch in sich selbst: Genau wie ein Musiker sein Instrument oder ein Sportler seine Sportart mögen muss, so ist das generell positive Verhältnis des Dichters zu seiner Sprache eine unabdingbare Voraussetzung für ein gelungenes Schaffen auf einem derart hohem Niveau, wie es Goethe erreicht hat. Aus dieser Problematik ergibt sich die Notwendigkeit, zwischen kritischen Äußerungen über die Sprache i. e. S. und kritischen Äußerungen i. w. S. (im weitesten Sinne) zu unterscheiden.

Unter kritischen Äußerungen i. e. S. (im engeren Sinne) verstehe ich solche, die sich direkt auf Unzulänglichkeiten der Sprache beziehen. Kritische Äußerungen i. w. S. sind hingegen jene, die entweder auf die Personen, welche die Sprache benutzen, bezogen sind oder solche, die auf eine Art Metaebene zutreffen. Sie betreffen demnach Sprachdefizite, die in Folge falscher bzw. unsachgemäßer Anwendung von Sprache entstehen. Josef Mattausch spricht beispielsweise von einer „[...] zunehmende[n] Überzeugung von der Begrenztheit von Sprache und Mitteilungsvermögen [...]“, wenn er folgende Passage aus Wilhelm Meisters Lehrbrief zitiert: „Die Worte sind gut, sie sind aber nicht das Beste. Das Beste wird nicht deutlich durch Worte.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in Goethes literarisches Schaffen ein und begründet die Notwendigkeit der Untersuchung seines Sprachverhältnisses trotz der enormen philologischen Materialfülle.

2. Kritische Äußerungen über die deutsche Sprache: Es wird differenziert zwischen Kritik an der Sprache selbst und der Kritik an deren fehlerhafter Anwendung durch den Sprachanwender, wobei besonders Goethes produktive Sprachskepsis betont wird.

3. Positive Äußerungen über die deutsche Sprache: Hier wird Goethes Vertrauen in das Potential der deutschen Sprache als Ausdrucksmittel für poetische Gestaltung und seine Wertschätzung der eigenen sprachschöpferischen Freiheit beleuchtet.

4. Äußerungen über den Dialekt: Das Kapitel behandelt Goethes ambivalentes, aber letztlich strukturierte Einstellung zum Dialekt, den er als lebendig lobt, jedoch in der hohen Dichtung und auf der Bühne zugunsten einer reinen Hochsprache ablehnt.

5. Äußerungen über den Gebrauch von Fremdwörtern: Die Untersuchung zeigt Goethes Ablehnung radikaler Sprachreinigung und sein Plädoyer für einen pragmatischen Einsatz von Fremdwörtern zur Bereicherung des Ausdrucks.

Schlüsselwörter

Goethe, deutsche Sprache, Sprachwissenschaft, Sprachskepsis, Dialekt, Fremdwortgebrauch, Poetik, Literatursprache, Sprachwandel, Sprachpflege, Philologie, Geniezeit, Ausdruckvermögen, Sprachgebrauch, Werther.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis von Johann Wolfgang von Goethe zur deutschen Sprache anhand von dessen eigenen Äußerungen im Zeitraum von 1770 bis 1830.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf Goethes Kritik an Sprachdefiziten, seiner Wertschätzung der Sprache, seiner Haltung gegenüber Dialekten sowie seinem Umgang mit Fremdwörtern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Erstellung eines repräsentativen Gesamtbildes von Goethes Spracheinstellung, um ein tieferes Verständnis für die sprachlichen Bedingungen der Goethezeit zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologische Analyse von Goethes Primärtexten und Werkzitaten, ergänzt durch eine systematische Einordnung in den kultur- und sprachgeschichtlichen Kontext.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Untersuchungen zu kritischen und positiven Sprachäußerungen, der Rolle des Dialekts und der Einstellung zum Gebrauch von Fremdwörtern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Sprachskepsis, poetische Gestaltung, Sprachgebrauch, Fremd- und Mundart sowie die Rolle des Dichters als aktiver Sprachanwender.

Wie unterscheidet Goethe zwischen kritischen Äußerungen i. e. S. und i. w. S.?

Kritik im engeren Sinne bezieht sich auf tatsächliche Unzulänglichkeiten der Sprache selbst, während Kritik im weitesten Sinne Sprachdefizite thematisiert, die durch den inkompetenten Gebrauch der Anwender entstehen.

Warum lehnte Goethe den Dialekt für die Schauspielerei ab?

Goethe fürchtete, dass Provinzialismen das Verständnis gefährden und die Qualität der tragischen Dichtung durch die Beschränkung auf einen begrenzten Sprachkreis mindern könnten.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Goethes Verhältnis zur Sprache. Sprachliche Freiheiten als unabdingbare Voraussetzung sprachlicher Gestaltungsräume
Hochschule
Universität Basel  (Sprach - und Literaturwissenschaft)
Autor
Dr. Christopher Schulz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
19
Katalognummer
V1330943
ISBN (PDF)
9783346833518
ISBN (Buch)
9783346833525
Sprache
Deutsch
Schlagworte
goethes verhältnis sprache sprachliche freiheiten voraussetzung gestaltungsräume
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Christopher Schulz (Autor:in), 2023, Goethes Verhältnis zur Sprache. Sprachliche Freiheiten als unabdingbare Voraussetzung sprachlicher Gestaltungsräume, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1330943
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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