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Soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht und die Frage der Intersexualität

Title: Soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht und die Frage der Intersexualität

Term Paper , 2008 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefanie Hagen (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Die Frage nach dem Geschlecht wirkt zunächst so, als läge die Antwort auf der Hand. „Ein Mann ist ein Mann und eine Frau ist eine Frau“, ist somit aber tautologisch und verdient es hinterfragt zu werden. Unsere heutige Gesellschaft, bestimmt durch soziale und kulturelle Konstruktion, Politik, Wissenschaft und Religion die Geschlechterdichotomie. Eine binäre Geschlechtlichkeit ist gegeben und von Geburt an werden Kinder und Heranwachsende, ihrem Geschlecht „gerecht“ sozialisiert. Mädchen spielen mit Puppen, Barbies, schminken sich und tragen rosafarbene Kleidung. Den Jungen hingegen wird internalisiert, dass „ein Indianer keinen Schmerz kennt“, Handwerken toll ist und Spielzeugautos das „richtige“ Spielzeug für einen Jungen sind. Diese Ansichten sind nur kleine Beispiele für die soziale Konstruktion von Geschlecht und zeigen, dass das Geschlecht auch in unserer Gesellschaft sozialen und kulturellen Stellenwert hat. Demnach scheint es ein gesellschaftlich fundiertes Interesse zu geben, welches Geschlecht ein Individuum hat und einen optionalen dritten Geschlechtseintrag gibt es nicht. Die Frage, ob es allerdings doch mehr als nur diese beiden Geschlechter gibt bleib offen. Diese Hausarbeit ver-sucht der sozialen und kulturellen Konstruktion von Geschlecht nachzugehen, betrachtet das Geschlecht vor dem Hintergrund Natur und Kultur, den Gender-Aspekt und schaut auch auf die „Grauzonen“ die sich beispielsweise bei der Intersexualität finden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziale Konstruktion von Geschlecht?

2.1 Geschlechterverhältnis und Geschlechterdifferenz

2.2 Geschlecht Natur oder Kultur

2.3 Sex und Gender

2.4 Geschlechterattribution und Geschlechtersozialisation

3. Intersexualität

3.1 Das Biologische Geschlecht

3.2 Geschlechtliche Norm

4. Wandel im Geschlechterverhältnis

5. Kritische Schlussbemerkung/ Zusammenfassung

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht und analysiert die daraus resultierende Problematik der binären Geschlechterdichotomie, insbesondere im Hinblick auf Intersexualität. Ziel ist es aufzuzeigen, wie geschlechtliche Normen konstruiert werden und welche Konsequenzen dies für Menschen hat, die nicht in dieses binäre Raster passen.

  • Soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht
  • Die Differenzierung zwischen Sex und Gender
  • Mechanismen der Geschlechterattribution und Sozialisation
  • Intersexualität als Herausforderung der Zweigeschlechterordnung
  • Historischer Wandel im Geschlechterverhältnis

Auszug aus dem Buch

3. Intersexualität

Allgemein wird angenommen, dass ausschließlich zwei biologische Geschlechter existieren, Frau und Mann. Die Akteure hinterfragen ihr Geschlecht nicht. Diese Grundannahme entwickelt sich aus dem Selbstverständnis davon, was das Geschlecht ausmacht, ergibt sich in dem speziellen kulturellen Hintergrund und zudem wird nicht näher differenziert und reflektiert. Die Zuordnung nach den Geschlechtsorganen, ist angeblich doch eindeutig beim jeweiligen Geschlecht angelegt: Eierstöcke oder Hoden. Genetisch werden Frauen und Männer auf die Chromosomen XX oder XY festgelegt. Dabei gab es schon immer Menschen, deren biologisches Geschlecht keine eindeutigen Merkmale trägt (Intersexuelle). Seit nahezu 50 Jahren werden sie einem der beiden Geschlechter chirurgisch und hormonell zugewiesen. Eltern sollen nicht in Verlegenheit kommen, sich mit gesellschaftlich definierten Anomalitäten auseinandersetzen zu müssen, da wie oben bereits geschildert Scham und Verwirrung bei problematischer Zuordnung, Folgen sind. Für die Betroffenen hingegen entstehen massive Folgeschäden.

Ein Hauptpunkt der Problematik intersexueller Menschen ist ihre Identität, die Gesellschaft erkennt diese nicht als solche an, geht von einer binären Geschlechterverteilung aus. Das Inter (lat.= zwischen), also das Zwischengeschlecht gibt es in unserem Kulturkreis einfach nicht. Kinder mit mehr als nur einem Geschlechtsmerkmal, werden oft schon sehr früh an ein Geschlecht angeglichen. Die Geschlechtsangleichung oder Probleme bezüglich der sozialen Akzeptanz sind üblich und daher bleibt Intersexualität weitgehend unbekannt oder wird in der westlichen Welt verborgen und verschleiert (vgl. LANG, 2006, S.12 ff).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der sozialen Konstruktion von Geschlecht ein, hinterfragt die binäre Geschlechterdichotomie und benennt die Intersexualität als zentralen Diskussionspunkt.

2. Soziale Konstruktion von Geschlecht?: Dieses Kapitel beleuchtet das Geschlechterverhältnis, die Unterscheidung zwischen Natur und Kultur, die Differenzierung von Sex und Gender sowie die Prozesse der Geschlechtersozialisation.

3. Intersexualität: Hier wird die Problematik intersexueller Menschen in einer binär geprägten Gesellschaft analysiert, wobei das biologische Geschlecht kritisch hinterfragt und die wirkmächtige Bedeutung geschlechtlicher Normen herausgearbeitet wird.

4. Wandel im Geschlechterverhältnis: Das Kapitel thematisiert die Dynamik und den schleichenden Wandel in den Geschlechternormen und -rollen, vorangetrieben durch gesellschaftliche und mediale Einflüsse.

5. Kritische Schlussbemerkung/ Zusammenfassung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass Geschlecht ein kulturelles und soziales Konstrukt ist, und plädiert für einen offeneren Umgang mit geschlechtlichen Zwischenformen.

6. Literatur: Das Verzeichnis listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Werke auf.

Schlüsselwörter

Soziale Konstruktion, Geschlecht, Intersexualität, Gender, Sex, Geschlechterdichotomie, Sozialisation, Geschlechterrollen, Anthropologie, Identität, Zweigeschlechtlichkeit, Geschlechterattribution, Biologie, Norm, Wandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht und analysiert, warum unsere Gesellschaft an einer strikten Zweigeschlechtlichkeit festhält.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Sex und Gender, die Mechanismen der Geschlechtersozialisation sowie die gesellschaftliche Ausgrenzung und Unsichtbarmachung intersexueller Menschen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Konstruiertheit des Geschlechts aufzuzeigen und zu hinterfragen, wie die Gesellschaft mit alternativen Geschlechtsidentitäten jenseits des binären Systems umgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis sozialwissenschaftlicher und anthropologischer Literatur, die durch die Analyse von Begrifflichkeiten und gesellschaftlichen Diskursen erfolgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Konzepte zur Geschlechterdifferenz, die Praxis der Geschlechterzuschreibung, die Problematik der Intersexualität und den Wandel der Geschlechterverhältnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Soziale Konstruktion, Intersexualität, Geschlechterdichotomie, Gender, Sozialisation und Identität.

Warum wird Intersexualität in dieser Arbeit als "gender-Problem" und nicht als medizinisches Problem betrachtet?

Die Autorin argumentiert, dass die Einordnung als Krankheit auf gesellschaftlichen Normen beruht, die Intersexualität als Abweichung stigmatisieren, anstatt die genitale Variabilität als natürlichen Teil menschlicher Vielfalt anzuerkennen.

Welchen Einfluss haben Medien auf den Wandel der Geschlechterverhältnisse laut der Arbeit?

Medien spielen eine verstärkende Rolle, indem sie neue Formen der Geschlechtsdarstellung publik machen und damit zur Aufweichung starrer Rollenbilder und des traditionellen sexuellen Kodex beitragen.

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Details

Title
Soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht und die Frage der Intersexualität
College
Ruhr-University of Bochum  (Sozialpsychologie und Sozialanthropologie)
Course
Praktische Anthropologie 2
Grade
1,0
Author
Stefanie Hagen (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V133105
ISBN (eBook)
9783640398959
ISBN (Book)
9783640398478
Language
German
Tags
Soziale Konstruktion Geschlecht Frage Intersexualität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Hagen (Author), 2008, Soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht und die Frage der Intersexualität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133105
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