In Zeiten des sich verschärfenden Wettbewerbes, sowie steigendem Kostendruckes z.B. durch Globalisierung und immer kürzer werdende Innovationszyklen, sollten alle Unternehmensbereiche permanent auf ihre Wirtschaftlichkeit sowie mögliche Verbesserungen überwacht werden. In einem Hochlohnland wie Deutschland rücken daher die Personalkosten als wesentlicher Kostenfaktor in den Fokus. Umsatz und Ertrag sind harte Fakten und klar messbar, das Human-Kapital bedarf allerdings zusätzlich einer weichen, qualitativen Messung.
Aufgrund dieser Entwicklung ist es nötig, mögliche Potenziale zur Kosteneinsparung sowie zur Steigerung der Produktivität hinsichtlich des Personalfaktors auszuschöpfen. Dies kann durch eine klassische Personalabteilung so nicht mehr alleine geleistet werden. Als Querschnittsfunktion erhält deshalb seit etwa den 1980er Jahren das Personalcontrolling eine steigende Relevanz. Ein Teil des Personalcontrollings beschäftigt sich mit dem Thema Humankapital. Im Rahmen dieser Arbeit soll erarbeitet werden, anhand von welchen zuverlässigen Faktoren das Messen der Mitarbeiterleistung am Unternehmenserfolg durchführbar ist, und ob dadurch der Wert der Mitarbeiter in Form von Personalkosten sichtbar gemacht werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Gestaltung der Arbeit
2 Personalcontrolling
2.1 Definition Personalcontrolling
2.2 Aufgaben des Personalcontrollings
2.3 Operatives und Strategisches Personalcontrolling
2.4 Ziele des Personalcontrollings
2.5 Instrumente des Personalcontrollings
2.5.1 Instrumente des ergebnisorientierten Personalcontrollings
2.5.1.1 Personalkostenstrukturanalyse
2.5.1.2 Humanvermögensrechnung
2.5.1.3 Kennzahlen
2.5.1.4 Budgetierung
2.5.2 Instrumente des prozessorientierten Personalcontrollings
2.5.2.1 Auditierung
2.5.2.2 Prozesskostenrechnung
2.5.2.3 Target Costing
2.5.2.4 Benchmarking
3.1 Definition Humanvermögensrechnung
3.2 Kostenorientierte Verfahren
3.2.1 Anschaffungskostenverfahren
3.2.2 Wiederbeschaffungskostenverfahren
3.2.3 Opportunitätskostenverfahren
3.2.4 Fazit zu kostenorientierten Verfahren
3.3 Wertorientierte Verfahren
3.3.1 Firmenwertverfahren
3.3.2 Leistungsbeitragsverfahren
3.3.3 Fazit zu wertorientierten Verfahren
4 Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendungsmethoden des Personalcontrollings in einem modernen wirtschaftlichen Umfeld. Ziel ist es zu analysieren, wie der Beitrag von Mitarbeitern zum Unternehmenserfolg messbar gemacht werden kann und inwiefern der Wert des Human-Kapitals durch verschiedene betriebswirtschaftliche Verfahren in Personalkosten quantifiziert werden kann.
- Grundlagen und Aufgaben des Personalcontrollings
- Differenzierung zwischen operativem und strategischem Personalcontrolling
- Instrumente zur Analyse von Personalkosten und Prozessleistungen
- Verfahren der Humanvermögensrechnung (kostenorientiert vs. wertorientiert)
- Kritische Würdigung der Messbarkeit von Humankapital
Auszug aus dem Buch
3.2.3 Opportunitätskostenverfahren
Das Opportunitätskostenverfahren von Hekimian und Jones bewertet den Mitarbeiter anhand einer fiktiven Versteigerung. D.h. verschiedene Abteilungen geben Gebote für einzelne Mitarbeiter ab, dadurch wird dann ein Wertindikator gebildet. In Anbetracht des Systems des Marktes werden beim Opportunitätskostenverfahren allerdings nur „knappe“ Mitarbeiter einen hohen Wert erhalten, welcher über das bestehende Arbeitsentgelt hinausgeht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die steigende Bedeutung des Personalcontrollings durch verschärften Wettbewerb und die Notwendigkeit, das Human-Kapital als qualitativen Faktor neben harten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zu messen.
2 Personalcontrolling: Definiert Personalcontrolling als Steuerungs- und Planungsinstrument und erläutert dessen operative sowie strategische Aufgabenbereiche sowie verschiedene Instrumente.
3 Humanvermögensrechnung als Instrument des Personalcontrollings: Untersucht die beiden Hauptansätze der Humanvermögensrechnung – kostenorientierte und wertorientierte Verfahren – auf ihre Eignung, das Mitarbeiterpotenzial abzubilden.
4 Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Zieht das Fazit, dass Humankapital zwar ein zentraler Erfolgsfaktor ist, die bisherigen Verfahren jedoch aufgrund hoher Variabilität und mangelnder Zurechenbarkeit nur als theoretische Modelle unter Vorbehalt anwendbar sind.
Schlüsselwörter
Personalcontrolling, Humankapitalmanagement, Humanvermögensrechnung, Kostenrechnung, Prozesskostenrechnung, Benchmarking, Investition, Personalkosten, Mitarbeiterleistung, Unternehmenswert, Target Costing, operative Steuerung, strategische Planung, Leistungsbeitragsverfahren, Effektivität.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kerninhalt dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Grenzen des Personalcontrollings bei der Messung des Wertes von Mitarbeitern und deren Beitrag zum Unternehmenserfolg.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind Definitionen und Instrumente des Personalcontrollings sowie die detaillierte Untersuchung der Humanvermögensrechnung mittels kosten- und wertorientierter Methoden.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es zu erarbeiten, welche Faktoren eine Messung der Mitarbeiterleistung ermöglichen und ob der Wert dieser Leistung präzise in Personalkosten sichtbar gemacht werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine Literaturanalyse bestehender Konzepte und vergleicht diese hinsichtlich ihrer rechnerischen Transparenz und theoretischen Anwendbarkeit für die Praxis.
Was behandelt der Hauptteil der Publikation?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Controlling-Instrumente (ergebnis- und prozessorientiert) und die Analyse spezifischer Verfahren der Humanvermögensrechnung.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Humanvermögensrechnung, Personalkostenanalyse, Prozesskostenrechnung und Wertorientierung geprägt.
Warum wird das Opportunitätskostenverfahren gesondert diskutiert?
Das Verfahren wird diskutiert, da es durch eine fiktive marktbasierte Versteigerung versucht, einen Wertindikator zu bilden, jedoch stark von der subjektiven Einschätzung der "Knappheit" eines Mitarbeiters abhängt.
Wie schätzt die Autorin die Anwendung des Leistungsbeitragsverfahrens ein?
Die Autorin bewertet es als interessanten Ansatz, warnt jedoch davor, dass es aufgrund der notwendigen Wahrscheinlichkeitsprognosen und der Unabsehbarkeit zukünftiger Potenziale "scheingenau" ist.
Was ist das Hauptproblem bei der Erfassung von Humankapital im Controlling?
Das Hauptproblem besteht darin, dass Humankapital aufgrund unkalkulierbarer Variablen schwer quantifizierbar ist und eine direkte Zurechenbarkeit von individuellen Mitarbeiterleistungen zum gesamten Unternehmenserfolg methodisch kaum belegbar ist.
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- Anonym (Author), 2019, Personalcontrolling und Humankapitalmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1331145