Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Sachsenspiegel als eine mögliche Quelle von Bildern für den Einsatz im Geschichtsunterricht. Dabei soll zu Beginn der wissenschaftlich inhaltliche Teil der mittelalterlichen Rechtsquelle Beachtung finden, um einen Überblick über die Thematik der Quelle zu geben. Der daran anschließende zweite Teil wird sich mit dem Einsatz von Bildern als Informationsquelle im Unterricht auseinandersetzen. Anhand der Bildgattung mittelalterlicher Abbildungen wird zunächst der didaktische Sinn und Nutzen von Darstellungen diskutiert. Zusätzlich wird eine Abgrenzung der mittelalterlichen Illustration von anderen Darstellungsarten vorgenommen. Im Anschluss daran wird aufgezeigt, inwieweit die Anforderungen der aktuellen, kompetenzorientierten Lehrpläne mit Bildquellen im Allgemeinen und mit Abbildungen des Sachsenspiegels im Besonderen vereinbar sind und sich im Unterricht methodisch realisieren lassen. Dabei wird besonders der Tatsache Rechnung getragen, dass innerhalb des Kurrikulums eine Verschiebung vom inhaltlichen Schwerpunkt hin zum Kompetenzerwerb stattgefunden hat, die den Fokus nicht mehr primär auf Informationsvermittlung im Sachbereich legt, sondern den Schülern geistige Werkzeuge zum kritisch-historischen Denken an die Hand geben will. Abschließend folgt die Darstellung eines verbreiteten Bildanalyseschemas, anhand dessen sich Abbildungen anschaulich untersuchen lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Sachsenspiegel
2.1 Autorschaft und Verbreitung
2.2 Inhalt und Bedeutung
3. Das Bild im Unterricht
3.1 Der Nutzen des Bildes als Quelle
3.2 Kompetenzerwerb anhand von Bildern
3.3 Bildanalyseschema nach Panofsky
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Sachsenspiegel als historische Bildquelle für den Geschichtsunterricht und analysiert, wie mittelalterliche Illustrationen unter Berücksichtigung kompetenzorientierter Lehrpläne methodisch in den Unterricht integriert werden können.
- Historische Einordnung und Bedeutung des Sachsenspiegels
- Didaktischer Nutzen von Bildquellen im Geschichtsunterricht
- Entwicklung historischer Kompetenzen durch Bildarbeit
- Anwendung des Bildanalyseschemas nach Panofsky
- Herausforderungen bei der Interpretation mittelalterlicher Ikonographie
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Nutzen des Bildes als Quelle
Um eine solche Quelle wie den Sachsenspiegel für Schüler zugänglich zu machen, eignet sich, besonders für jüngere Klassen in der Sekundarstufe 1, der Zugang über die zahlreichen Abbildungen und Illustrationen, die in den Bilderhandschriften überliefert sind. Den Überlegungen zu Auswahl und Einsatz der Bilder steht die Frage voran, was ein Bild im Unterricht leisten kann und worin der Nutzen von Bildern im Geschichtsunterricht liegt. Laut Bergmann/Schneider ist ein Bild in der Lage, zur „Konkretisierung, Vergegenwärtigung und Verlebendigung abstrakter oder unbekannter Sachverhalte bei(zu)tragen, Betroffenheit bei den Betrachtenden aus(zu)lösen und (so) Lernerfolge (zu) sichern.“ Die Arbeit mit einem Gemälde, einem Comic oder einer Postkarte spricht Schüler also auf einer affektiven Ebene an, auf der komplexe Sachverhalte häufig verständlicher transportiert werden können als durch strukturierte, theoriebeladene Texte.
So können Schüler jeden Alters von einem Bild oder einer Darstellung zum besseren Verständnis der schriftlichen Quellen profitieren. Allerdings gilt zu beachten, dass die Funktion des Bildes im Unterricht nicht primär darin besteht, „zutreffende Informationen über die Vergangenheit zu erwerben, […] sondern Operationen historischen Denkens – Kritik und Interpretation – zu lernen.“ Für den Historiker steht bei der Analyse eines Bildes der Wert als historische Quelle, und nicht der ästhetisch künstlerische Aspekt, im Vordergrund. So fragt er vorrangig nach der Intention des Künstlers, dem historischen Kontext des Bildes, dem Aufraggeber und nach dem Verständnishorizont, in dem es rezipiert wurde und überlässt die Beurteilung der Farbkomposition oder der Maltechnik dem Kunsthistoriker. Diese Herangehensweise an eine Bildquelle stellt einen „unverzichtbaren Teil des Prozesses der Konstituierung „reflektierten und (selbst-)reflexiven Geschichtsbewusstseins“ durch den Geschichtsunterricht dar“ und befähigt die Schüler, auch der alltäglichen Bilderflut der Medien Herr zu werden und diese kritisch einzuordnen und zu bewerten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, den Sachsenspiegel als Bildquelle für den kompetenzorientierten Geschichtsunterricht nutzbar zu machen.
2. Der Sachsenspiegel: Das Kapitel behandelt die Entstehung, Autorschaft und Verbreitung der Rechtssammlung sowie deren inhaltliche Gliederung in Land- und Lehnsrecht.
3. Das Bild im Unterricht: Dieser Abschnitt erörtert den methodischen Mehrwert von Bildern im Geschichtsunterricht, die Bedeutung der Kompetenzorientierung und die Anwendung des Panofsky-Schemas.
4. Resümee: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, wie die methodische Bildarbeit zur Förderung kritischen historischen Denkens bei Schülern beitragen kann.
Schlüsselwörter
Sachsenspiegel, Geschichtsunterricht, Bildquelle, Kompetenzorientierung, Mittelalter, Lehnswesen, Eike von Repgow, Medienkompetenz, Bildanalyse, Panofsky, historische Bildung, Quellenarbeit, Rechtsgeschichte, Unterrichtsmethodik, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Anliegen dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie das mittelalterliche Rechtsbuch Sachsenspiegel als Bildquelle effektiv und fachdidaktisch sinnvoll im Geschichtsunterricht an Schulen eingesetzt werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die historische Bedeutung des Sachsenspiegels, der didaktische Wert von Bildanalysen sowie die Verknüpfung dieser Inhalte mit modernen, kompetenzorientierten Lehrplänen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine gezielte methodische Einbindung von Bildern bei Schülern historische Kompetenzen wie Kritik- und Interpretationsfähigkeit gefördert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Bildanalyse vorgeschlagen?
Die Arbeit stellt primär das dreischrittige Bildanalyseschema nach Erwin Panofsky vor, bestehend aus vorikonografischer Bildbetrachtung, ikonografischer Analyse und ikonologischer Interpretation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Quelle (Sachsenspiegel), die Diskussion des Nutzens von Bildquellen für den Unterricht und die konkrete Anwendung historischer Analysemethoden.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Sachsenspiegel, Kompetenzorientierung, Bildanalyse, historische Quellen, Lehnswesen und fachdidaktische Methodenkonzepte.
Warum eignet sich der Sachsenspiegel besonders für den Unterricht?
Seine reichhaltigen Abbildungen bieten eine anschauliche Materialgrundlage, um abstrakte mittelalterliche Rechtsverhältnisse und gesellschaftliche Strukturen für Schüler greifbar zu machen.
Wie unterscheidet sich die Arbeit mit Bildern von der Arbeit mit Textquellen?
Bilder sprechen Schüler auf einer affektiven Ebene an und fordern zur historischen Interpretation heraus, während sie gleichzeitig die notwendige Kompetenz zur kritischen Dekonstruktion von Medien durch die Lernenden trainieren.
Welche Rolle spielen die Lehrpläne der G8 für diese Ausarbeitung?
Die Lehrpläne fordern einen kompetenzorientierten Unterricht, in dem fachspezifische Inhalte nur noch als Basis dienen, um den Schülern Werkzeuge zum kritisch-historischen Denken zu vermitteln.
Welches Fazit zieht die Autorin hinsichtlich der Einsetzbarkeit der Bilder?
Bilder sind als alleinige Quellen meist ungeeignet, da sie Kontext benötigen; sie sollten daher immer methodisch begleitet und mit anderen Quellen kombiniert werden, um ein vertieftes Verständnis zu ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Maida Kreimendahl (Autor:in), 2012, Mittelalterliche Abbildungen als Unterrichtsmedien. Szenen aus dem Sachsenspiegel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1331162