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Herrmann Hesses "Der Steppenwolf". Der Doppelgänger als Figuration der Selbstauflösung

Titel: Herrmann Hesses "Der Steppenwolf". Der Doppelgänger als Figuration der Selbstauflösung

Hausarbeit , 2022 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Analyse der Figur des Doppelgängers in Hermann Hesses Roman "Der Steppenwolf" geht nicht nur auf den in der Forschung häufig zitierten Bezug zu seinem Psychotherapeuten Carl Gustav Jung ein, sondern auch auf den Einfluss Arthur Schopenhauers auf Hesse.

In einem ersten Schritt soll dafür die Ausgangssituation der Hauptfigur Harry Haller analysiert werden. Dabei stellt sich auch die Frage, inwieweit der Roman in Anbetracht seines Sujets und seines Erzählstils zur Neuen Sachlichkeit gezählt werden kann. In einem weiteren Schritt geht die Analyse auf die vom Autor erzeugte Leserlenkung ein, die u. a. durch die Offenheit des Textes sowie zahlreiche Perspektivwechsel bedingt wird.

Der letzte Teil der Hausarbeit widmet sich der Funktion des Doppelgängers. Hierbei wird die Doppeldeutigkeit des Doppelgängermotivs herausarbeiten und das jeweilige Verhältnis möglicher Doppelgänger zueinander untersucht. Anschließend wird der Roman auf seine tiefenpsychologische Dimension hin untersucht. Schließlich wird gezeigt, dass das Doppelgängermotiv nicht nur auf ein pathopsychologisches, sondern ein philosophisches Problem Harrys verweist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Darstellung des Doppelgängers

2.1. Zwischen den Stühlen

2.2. Neue Sachlichkeit

2.3. Aspekte der Leserlenkung

3. Die Funktion des Doppelgängers

3.1. Die Doppelgänger

3.2. Die Pathologisierung des Doppelgängers

3.3. Schopenhauers philosophischer Einfluss

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv des Doppelgängers in Hermann Hesses Roman Der Steppenwolf. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit das Doppelgängermotiv als Figuration der Selbstauflösung im Sinne der Philosophie Arthur Schopenhauers gedeutet werden kann, anstatt es rein tiefenpsychologisch als Scheitern des Protagonisten Harry Haller zu interpretieren.

  • Analyse der literarischen Darstellung des Doppelgängers in Bezug auf Zeitgeist und Neue Sachlichkeit.
  • Untersuchung der narrativen Strategien zur Leserlenkung und multiperspektivischen Erzählweise.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der tiefenpsychologischen Pathologisierung der Hauptfigur.
  • Interpretation des Romans unter Berücksichtigung von Schopenhauers Philosophie als Prozess der Entindividualisierung.

Auszug aus dem Buch

Die Funktion des Doppelgängers

Harrys innere Zerrissenheit resultiert aus einem mentalen Dualismus zwischen Mensch und Steppenwolf. Der erste und wichtigste Doppelgänger wird durch diese „Mensch-Wolf-Dichotomie“ bestimmt:

Der Wolf als Symbol des Tieres im Menschen ist in der Literatur und der Sage nahezu aller Zeiten und Völker präsent. [...] Das der Melancholie (acedia) zugeordnete Symboltier ist der Hund. Dessen nicht in menschlicher Gemeinschaft lebende Wildform wiederum ist der Wolf. So symbolisiert dieses Tier nicht nur die Melancholie, sondern auch Vereinsamung und gesellschaftliche Isolation.

Im Steppenwolf repräsentiert die menschliche Seite Harrys die Werte der bürgerlichen Gesellschaft, unter deren Repressionen Harry leidet: „dies haßte, verabscheute und verfluchte ich von allem doch am innigsten: diese Zufriedenheit, diese Gesundheit, Behaglichkeit, diesen gepflegten Optimismus des Bürgers, diese fette gedeihliche Zucht des Mittelmäßigen, Normalen, Durchschnittlichen.“ Der Wolf hingegen steht für die künstlerische und triebhafte Seite Harrys, die von der bürgerlichen Gesellschaft nicht toleriert wird: „während der Professor vom Vaterlandsverräter Haller sprach, verdichtete sich in mir das schlimmste Gefühl von Depression und Verzweiflung“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt das philosophische Fundament der Analyse und definiert das Doppelgängermotiv als zentralen Ausgangspunkt für die Untersuchung von Harry Hallers Entwicklung.

2. Die Darstellung des Doppelgängers: Dieser Abschnitt beleuchtet die literarische Einordnung des Romans im Kontext der Neuen Sachlichkeit und analysiert die strategische Leserlenkung durch multiperspektivisches Erzählen.

3. Die Funktion des Doppelgängers: Hier werden die verschiedenen Doppelgängerfiguren untersucht, die Pathologisierung Harrys reflektiert und der Einfluss Schopenhauers als philosophischer Deutungsansatz herausgearbeitet.

4. Schluss: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass Harrys Entwicklung nicht als Scheitern, sondern als erfolgreiche Entindividualisierung zu werten ist.

Schlüsselwörter

Hermann Hesse, Der Steppenwolf, Doppelgänger, Arthur Schopenhauer, Neue Sachlichkeit, Harry Haller, Identitätskrise, Tiefenpsychologie, Carl Gustav Jung, Entindividualisierung, Leserlenkung, Moderne, Selbsterkenntnis, Literaturwissenschaft, Selbstauflösung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Doppelgängermotiv in Hermann Hesses Roman Der Steppenwolf und analysiert, wie dieses Motiv zur Identitätssuche und existenziellen Entwicklung der Hauptfigur Harry Haller beiträgt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der literarischen Verortung des Romans, den psychologischen Deutungsmustern des Doppelgängers sowie dem philosophischen Einfluss Schopenhauers auf die Interpretation des Handlungsverlaufs.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die herkömmliche tiefenpsychologische Interpretation des Romans als "Scheitern" zu hinterfragen und stattdessen eine Interpretation anzubieten, die den Prozess als eine befreiende Selbstauflösung bzw. Entindividualisierung begreift.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine textanalytische Untersuchung, die literaturwissenschaftliche Methoden des werkimmanenten Vergleichs mit psychologischen und philosophischen Theorien kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Doppelgängers, die Analyse der Leserlenkung und Erzähltechniken sowie die detaillierte Funktionsweise der Doppelgängerfiguren und deren philosophische Bedeutung.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören neben dem Titel und dem Autor vor allem der Begriff des Doppelgängers, Schopenhauers Wille-Konzeption, Identitätsfindung und Entindividualisierung.

Warum bezieht sich die Arbeit auf Arthur Schopenhauers Konzept der Welt als Wille und Vorstellung?

Die Arbeit nutzt Schopenhauers Philosophie, um zu zeigen, dass die vermeintliche Individualität nur eine Täuschung ist. Dies erlaubt eine positivere Deutung von Harry Hallers Entwicklung gegenüber einer reinen psychologischen Pathologisierung.

Welchen Stellenwert nimmt die Figur der Hermine in der Analyse ein?

Hermine wird als zentrale Doppelgängerfigur des Protagonisten identifiziert, deren Funktion es ist, Harrys unterdrückte Wesenszüge zu spiegeln und ihn somit weiter zur Überwindung seines dualistischen Weltbildes herauszufordern.

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Details

Titel
Herrmann Hesses "Der Steppenwolf". Der Doppelgänger als Figuration der Selbstauflösung
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Philologische Fakultät - Deutsches Seminar)
Veranstaltung
Literarische Doppelgänger-Figuren von der Romantik bis zur Gegenwart
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
19
Katalognummer
V1331597
ISBN (PDF)
9783346826299
ISBN (Buch)
9783346826305
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Doppelgänger Romantik Neuromantik Hermann Hesse Gegenwartsliteratur Der Steppenwolf
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Herrmann Hesses "Der Steppenwolf". Der Doppelgänger als Figuration der Selbstauflösung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1331597
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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