"Warum ist das Unternehmen besser als der Markt? Eine Frage, die nicht einfach zu beantworten ist, besonders in Anbetracht der Tatsache, dass Markt und Unternehmung nicht eindeutig voneinander zu trennen sind und eine Firma ausschließlich durch ihre Beziehung zum Markt analysiert wird. Auch ist die Fragestellung an sich schwer fassbar, da es nicht das Unternehmen und den Markt gibt, sondern von beidem diverse in verschiedenen Bereichen existieren. Dennoch werde ich in der vorliegenden Arbeit versuchen, eine Antwort auf diese Frage zu finden.
Um dieses zu erreichen, werde ich zunächst die Begriffe von Markt und Unternehmen definieren, um die Ausgangsinformation zu schaffen. Daraufhin erkläre ich im Hauptteil dieser Arbeit die wichtigsten Aspekte des Transaktionskostenansatzes – laut R.H. Coase die Existenzbegründung von Unternehmungen. Dazu gehören erstens die Definition von Transaktionskosten an sich, zweitens die Verhaltensmuster der Akteure und drittens die Variablen, welche die Kosten einer Transaktion beeinflussen.
Da der Arbeitstitel eine gewisse Überlegenheit des Unternehmens gegenüber dem Markt voraussetzt und dieses gängigerweise am Unternehmenserfolg gemessen wird, darf ein kleiner Einblick in die internen unternehmerischen Handlungsabläufe nicht fehlen, die zu eben diesem Erfolg beitragen. Aus diesem Grund gehe ich jeweils kurz auf die Motivationstheorie und die wissensbasierte Unternehmenssicht ein, die Ansätze liefern, wie es zu Wettbewerbsvorteilen kommen kann.
Daraufhin komme ich auf die schon angesprochene Interdependenz der beiden Institutionen zurück, was zu einer Darstellung der unternehmerischen Marktmacht führt. Abschließend werde ich die Voraussetzungen, unter welchen Gegebenheiten das Unternehmen besser ist als der Markt, nochmals konkret zusammenfassen. (...)"
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen von Markt und Unternehmen
3. Die Vorteile des Unternehmens
3.1. Transaktionskostentheorie
3.1.1. Verhaltensannahmen im Transaktionskostenansatz
3.1.2. Kostenvariablen im Transaktionskostenansatz
3.2. Motivationstheorie
3.3. Wissensbasierte Unternehmenssicht
4. Unternehmerische Marktmacht
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Gründe für die Existenz und Überlegenheit von Unternehmen gegenüber dem Marktmechanismus. Dabei wird analysiert, unter welchen Bedingungen die Internalisierung von Transaktionsprozessen effizienter ist als deren Abwicklung über den Markt.
- Transaktionskostentheorie als Existenzbegründung von Unternehmungen
- Verhaltensannahmen: Begrenzte Rationalität, Risikoneutralität und Opportunismus
- Einfluss der Motivationstheorie auf die Effizienz der Unternehmensführung
- Wissensbasierte Ansätze und deren Bedeutung für Wettbewerbsvorteile
- Zusammenhang zwischen unternehmerischer Marktmacht und institutioneller Struktur
Auszug aus dem Buch
3.1. Transaktionskostentheorie
R.H. Coase beschrieb schon im Jahre 1937 in seinem Essay „The Nature of the Firm“ die Transaktionskostentheorie als Basis für die Existenz von Unternehmungen. Diese Erkenntnis wurde aber zunächst vernachlässigt und erst Jahre später durch den US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Oliver Williamson wieder aufgenommen, ergänzt und verfeinert.
Der Transaktionskostenansatz geht davon aus, dass jegliche Handlungen auf dem Markt mit Kosten verbunden sind und die Gründung einer Organisation Teile dieser Ausgaben einsparen kann. Diese Kosten entstehen durch die Übertragung von Verfügungsrechten und dem damit verbundenen Aufwand.
Genauer betrachtet gliedern sich diese Transaktionskosten in ex ante und ex post Aufwendungen. Unter ex ante fallen die Informations-, Such-, Verhandlungs- und Vertragskosten. Hierunter wird beispielsweise die Zeit gerechnet, die ein Individuum investiert, um sich über Produkte zu informieren, oder die Kosten, die durch Vertragsaufsetzung und -abschließung (z.B. Anwälte, Berater, Notar) anfallen. Nach dem Abschluss eines Vertrages können nun Durchführungs-, Kontroll- und Anpassungs- oder Änderungskosten folgen. Es muss darauf geachtet werden, dass die Vertragspartner sich an die Vereinbarungen aus dem Vertrag halten, Maßnahmen ergriffen werden, die aus dem Vertrag hervorgehen oder das Produkt nach den Wünschen des Kunden gefertigt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problemstellung der Abgrenzung von Markt und Unternehmen ein und erläutert die methodische Herangehensweise über den Transaktionskostenansatz.
2. Definitionen von Markt und Unternehmen: Dieses Kapitel definiert Markt und Unternehmen als unterschiedliche institutionelle Arrangements und hebt die Rolle von Hierarchie und Macht in Unternehmen hervor.
3. Die Vorteile des Unternehmens: Hier werden die Gründe analysiert, warum Unternehmen bei Marktversagen als alternativer Koordinationsmechanismus fungieren können.
3.1. Transaktionskostentheorie: Das Kapitel erläutert die Grundlagen des Transaktionskostenansatzes und unterscheidet zwischen ex-ante und ex-post Kosten bei Vertragsschlüssen.
3.1.1. Verhaltensannahmen im Transaktionskostenansatz: Die Analyse konzentriert sich auf die Annahmen der begrenzten Rationalität, Risikoneutralität und insbesondere des Opportunismus als Treiber für Marktversagen.
3.1.2. Kostenvariablen im Transaktionskostenansatz: Es werden Unsicherheit, Spezifität von Investitionen und Häufigkeit als entscheidende Variablen für die Höhe der Transaktionskosten behandelt.
3.2. Motivationstheorie: Das Kapitel erörtert die Bedeutung der intrinsischen gegenüber der extrinsischen Motivation für den Unternehmenserfolg.
3.3. Wissensbasierte Unternehmenssicht: Es wird dargestellt, wie Unternehmen durch gemeinsames Wissen und implizite Lernprozesse Koordinationsvorteile gegenüber dem Markt erzielen.
4. Unternehmerische Marktmacht: Das Kapitel beleuchtet die wechselseitige Abhängigkeit von Unternehmen und Markt sowie den Einfluss von Unternehmen auf Konsumverhalten und politische Rahmenbedingungen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Unternehmen vor allem durch ihre hierarchische Struktur und den Aufbau relationaler Verträge bei hoher Transaktionsspezifität überlegen sind.
Schlüsselwörter
Transaktionskostentheorie, Marktversagen, Hierarchie, Opportunismus, begrenzte Rationalität, Institutionen, Motivationstheorie, Marktmacht, Wissensmanagement, Transaktionskosten, Unternehmensorganisation, Verfügungsrechte, Wettbewerbsvorteile
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Gründe für die Existenz von Unternehmen und untersucht, warum diese Institutionen in bestimmten Situationen effizienter als der Markt funktionieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Transaktionskostentheorie, den verhaltensökonomischen Annahmen, der Rolle von Motivation in Unternehmen sowie dem Einfluss unternehmerischer Marktmacht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Voraussetzungen zu identifizieren, unter denen das Unternehmen als Organisationsform dem Marktmechanismus überlegen ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Anwendung des institutionenökonomischen Transaktionskostenansatzes.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit Transaktionskosten, Verhaltensmustern der Akteure, der Motivationstheorie und der wissensbasierten Unternehmenssicht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Transaktionskosten, Opportunismus, Wissensasymmetrie, institutionelle Arrangements und Marktmacht.
Welche Rolle spielt die Motivation in diesem Kontext?
Die Arbeit betont, dass intrinsische Motivation innerhalb eines Unternehmens ein wichtiger Faktor für Effizienz und Wettbewerbsvorteile ist, der auf dem Markt durch das reine Preissystem schwerer zu erreichen ist.
Wie ist der Zusammenhang zwischen Markt und Unternehmen laut der Autorin?
Die Autorin verdeutlicht, dass Markt und Unternehmen keine reinen Gegensätze darstellen, sondern in einer engen Interdependenz stehen, da Unternehmen sowohl auf den Markt angewiesen sind als auch diesen durch ihre Marktmacht beeinflussen.
- Quote paper
- Sonja Blum (Author), 2008, Warum ist das Unternehmen besser als der Markt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133167