In der Hausarbeit werden die beiden filmischen Adaptionen 'Disney's Cinderella' (1950) und 'A Cinderella Story' (2004) analysiert, mit dem Ursprungsmärchen 'Aschenputtel' der Gebrüder Grimm verglichen und schließlich das Frauenbild der beiden Adaptionen herausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Grimm'sche Märchenversion
1.2. Historische und mündliche Verbreitung des Märchens
1.3. Variationen der Auflagen aus 1812 und 1858
2. Analyse Disneys Cinderella
3. Analyse A Cinderella Story
4. Vergleich beider Filme
4.1. Das Frauenbild
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Adaption des Grimm'schen Märchens „Aschenputtel“ in den Kinofilmen „Disney Cinderella“ (1950) und „A Cinderella Story“ (2004). Ziel ist es, die Transformation der literarischen Vorlage in moderne Medien zu analysieren und dabei insbesondere die dargestellten Frauenbilder und die zugrunde liegenden gesellschaftlichen Ideale kritisch zu hinterfragen.
- Transformation literarischer Märchenmotive in den modernen Film
- Vergleich der Rollenbilder von Aschenputtel in verschiedenen Epochen
- Analyse der Transformation des Frauenbildes (Passivität vs. Emanzipation)
- Bedeutung von gesellschaftlicher Anerkennung und Kapitalismus für die Protagonistinnen
- Die Rolle von väterlicher Unterstützung und emotionaler Entwicklung
Auszug aus dem Buch
1.3. Variationen der Auflagen aus 1812 und 1858
Vergleicht man die beiden Versionen der Auflagen aus den Jahren 1812 und 1858 miteinander, so fallen inhaltliche Differenzen auf, welche im Folgenden gegenübergestellt werden.
Die überarbeitete Version von 1857 scheint etwas ausgefeilter und damit belehrender angelegt zu sein, wie einige Kritiker feststellen, sei Wilhelm Grimm bei der Überarbeitung „bewusst pädagogischer vorgegangen“, er habe „die bürgerlichen Erziehungsvorstellungen verstärken wollen“, indem er die Tugend Aschenputtels stärker vorhob.
Auch wenn die Aufforderung der Mutter nach Fromm- und Gutheit bei beiden Versionen vorhanden ist, so fordert sie Aschenputtel noch auf, ihr Grab zu bepflanzen, wohingegen in der späteren Fassung die Episode des Vaters hinzugefügt wurde. Er fragt die Töchter vor seiner Reise nach ihren Wünschen, woraufhin die Schwestern sich edle und teure Dinge wünschen und Aschenputtel nur um einen Zweig bittet, den sie dann auf das Grab pflanzt. Dies zeigt sowohl Aschenputtels Bescheidenheit als auch, dass materielle Ansprüche gegenüber inneren Werten weniger bedeutsam sind. Der dadurch entstehende Wunderbaum zeigt auch, wie Aschenputtel ihren Kummer selbstständig sublimieren konnte, indem es den Baum liebevoll mit seinen Tränen goss. Aschenputtel zeigt in der späteren Version allgemein mehr Eigeninitiative und geht aktiv zur Mutter, um sie um Erlaubnis zu bitten, auf den Ball zu gehen, anstatt sie wie vorher von ihren gehässigen Schwestern abwinken zu lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung widmet sich der traditionellen Märchenüberlieferung sowie der Relevanz der Untersuchung des Aschenputtel-Stoffes im zeitgenössischen Film.
1.1. Grimm'sche Märchenversion: In diesem Teil wird die Märchenfassung der Brüder Grimm hinsichtlich ihrer inhaltlichen Struktur und der Rollenbeschreibung untersucht.
1.2. Historische und mündliche Verbreitung des Märchens: Dieser Abschnitt beleuchtet die historischen Ursprünge und die weltweite Tradierung des Aschenputtel-Narrativs.
1.3. Variationen der Auflagen aus 1812 und 1858: Hier werden die spezifischen Änderungen zwischen den frühen und späten Auflagen von Grimms Märchen auf ihre pädagogische Intention hin analysiert.
2. Analyse Disneys Cinderella: Dieses Kapitel untersucht die Disney-Adaption und deren Fokus auf ein eher traditionelles, jedoch ästhetisiertes Frauenbild.
3. Analyse A Cinderella Story: Hier steht die moderne Adaption des Stoffes im Zentrum, inklusive der Übertragung in einen zeitgenössischen High-School-Kontext.
4. Vergleich beider Filme: Dieser Teil setzt die beiden filmischen Umsetzungen in Beziehung und arbeitet Gemeinsamkeiten und Differenzen heraus.
4.1. Das Frauenbild: Dieses Unterkapitel fokussiert sich explizit auf die Emanzipationsbestrebungen der Protagonistinnen im Vergleich zu ihren Antagonistinnen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die dargestellten Rollenbilder kritisch vor dem Hintergrund des jeweiligen Zeitgeistes.
Schlüsselwörter
Aschenputtel, Märchen, Brüder Grimm, Cinderella, A Cinderella Story, Emanzipation, Rollenbild, Frauenbild, Filmanalyse, Adaption, Geschlechterrollen, Pädagogik, Disney, Gesellschaftsideale, Tugend.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht, wie sich die Darstellung von Aschenputtel von der historischen Grimm'schen Vorlage hin zu modernen Verfilmungen verändert hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Analyse von Frauenbildern, der Einfluss von Kapitalismus und gesellschaftlicher Anerkennung sowie der Wandel von der klassischen Märchenfigur zur emanzipierten Protagonistin.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob moderne Adaptionen den gesellschaftlichen Ansprüchen an weibliche Emanzipation gerecht werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine komparative Filmanalyse durchgeführt, die die filmischen Umsetzungen mit der überlieferten Märchenvorlage kontrastiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Märchenversion von 1812 und 1858, den Disney-Film aus 1950 und den Film von 2004, wobei der Fokus auf dem Vergleich der Frauenbilder liegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Aschenputtel, Emanzipation, Filmanalyse, Frauenbild und Rollenbild.
Warum spielt die Version von 1857 eine besondere Rolle?
Sie gilt als pädagogisch überarbeitete Form, in der bürgerliche Erziehungsvorstellungen stärker impliziert wurden als in der Ursprungsversion von 1812.
Was unterscheidet Sam Montgomery in „A Cinderella Story“ von der klassischen Cinderella?
Sam zeigt mehr Eigeninitiative und verfolgt das Ziel der höheren Bildung und Selbstständigkeit, anstatt auf ein Wunder zu hoffen.
- Quote paper
- Lucie Engert (Author), 2021, Filmische Adaption vom Märchen Aschenputtel. "Disneys Cinderella" und "A Cinderella Story" im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1332119