In der Hausarbeit werden die beiden Gedichte „Die Wollust“ und „Die Tugend“ von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau zu einem Vergleich herangezogen werden.
Gedichte sind wie Momentaufnahmen, so dienen sie als Projektionsfläche jeglicher Emotionen, Weltvorstellungen sowie historischen Konflikten. Dabei können sie unter anderem auch das gesellschaftliche Zeit- und Lebensgefühl ihrer Entstehungszeit spiegeln. Um einen Eindruck von dem Gemütszustand der Menschen im turbulenten Kriegszeitalter des siebzehnten Jahrhunderts zu bekommen, sollen in der folgenden Hausarbeit die beiden Gedichte „Die Wollust“ und „Die Tugend“ von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau zu einem Vergleich herangezogen werden. Als Grundlage der Analyse dienen die Gedichte selbst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse Die Wollust
3. Analyse Die Tugend
4. Gedichtvergleich
5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit setzt sich zum Ziel, die Gedichte „Die Wollust“ und „Die Tugend“ von Christian Hofmann von Hoffmannswaldau in einem vergleichenden Analysedurchgang gegenüberzustellen, um die barocken Lebensanschauungen und die damit verbundene innere Zerrissenheit des Menschen in dieser turbulenten Epoche zu verdeutlichen.
- Literarische Einbettung in die Epoche des Barock
- Analyse der sprachlichen Gestaltung und Metaphorik
- Gegenüberstellung von hedonistischen Lebenszielen und moralisch-ethischen Ansprüchen
- Untersuchung der Natur als Projektionsfläche
- Vergleich der philosophischen Implikationen (u.a. Position zu Epikur)
Auszug aus dem Buch
Die Wollust als Lebenselixier im Barock
In der ersten Strophe wird die Wollust als wertvoller und förderlicher Aspekt des Lebens dargelegt. Der metaphorische Vergleich „Die Wollust bleibt doch der Zucker dieser Zeit“ des ersten Verses beinhaltet die Kernaussage des Gedichts, dass es die Begierde und Hingabe seien, die das menschliche Leben erst lebenswert und munter machten. Darauf folgt eine rhetorische Frage, welche diese noch einmal hervorhebt. Dass die Zeit in diesem Kontext erwähnt wird, zeigt, wie das lyrische Ich mit dem Gedicht versucht, eine Anregung, wenn nicht gar Anweisung zu geben, wie man mit der Zeit auf Erden umzugehen und diese zu füllen habe. Zur Beschreibung und Verbildlichung der Wollust dienen mehrere Metaphern wie „Zucker“, „Gold“, „Tuberosen“. Die Metapher des trinkbaren Golds, welches die Wollust in die „Kehle fließen“ (V.3) lasse, könne auch eine Anspielung auf den Genuss alkoholischer Getränke bedeuten, womit die Wollust nicht auf erotischer, sondern allgemeiner Ebene einbezogen wäre. Nichtsdestotrotz wird der Gedanke an ein wohlschmeckendes Getränk und damit ein Bedürfnis erweckt, wodurch die Worte einfacher nachgefühlt und sinnlich aufgreifbar werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Bedeutung der Lyrik im Barock als Ausdruck der Zerrissenheit und stellt die zwei zu vergleichenden Werke von Hoffmannswaldau vor.
2. Analyse Die Wollust: Dieses Kapitel untersucht die metrischen sowie inhaltlichen Merkmale des Gedichts „Die Wollust“ und identifiziert es als Appell für einen hedonistischen Lebensstil.
3. Analyse Die Tugend: Hier wird das Gegenstück „Die Tugend“ analysiert, das moralische Festigkeit und tugendhaftes Handeln als Wegweiser für den Menschen propagiert.
4. Gedichtvergleich: Der Vergleich offenbart, dass beide Werke trotz ihrer inhaltlichen Gegensätzlichkeit eine ähnliche formale Struktur und Metaphorik (Natur, Epikur) nutzen, um ihre jeweilige Haltung zum Leben zu vermitteln.
5. Fazit: Die abschließende Betrachtung resümiert, dass beide Gedichte die antithetische Natur des barocken Lebensgefühls repräsentieren und den Leser vor die Wahl zwischen Lebensgenuss und moralischer Tugend stellen.
Schlüsselwörter
Barock, Christian Hofmann von Hoffmannswaldau, Gedichtvergleich, Wollust, Tugend, Epikur, Hedonismus, Metaphorik, Lyrik, Lebenswelt, Sinnlichkeit, Natur, Tugendethik, Lebensführung, Literaturwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden Gedichtvergleich der Werke „Die Wollust“ und „Die Tugend“ des barocken Dichters Christian Hofmann von Hoffmannswaldau.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die barocke Antithetik zwischen Sinnenlust und Tugend, der Umgang mit dem Leben im Diesseits versus Jenseits sowie die Rolle der Natur und antiker Philosophie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Lebensphilosophien innerhalb einer Epoche nebeneinander existieren und welche rhetorischen Mittel der Autor nutzt, um den Leser zu einer Auseinandersetzung mit diesen Lebensweisen zu bewegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die formale Kriterien, rhetorische Stilmittel und motivgeschichtliche Vergleiche kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die getrennte Analyse beider Gedichte sowie einen vergleichenden Abschnitt, der Gemeinsamkeiten und Differenzen in Struktur und Aussage herausarbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Barock, Hedonismus, Tugendethik, Epikur, Metaphorik und das barocke Lebensgefühl.
Warum spielt der Philosoph Epikur eine wichtige Rolle in beiden Gedichten?
Epikur dient dem lyrischen Ich in beiden Werken als Referenzpunkt, um entweder das strebende Leben nach sinnlicher Freude (Wollust) oder nach einem maßvollen, tugendhaften Leben zu legitimieren.
Wie bewertet die Arbeit die unterschiedliche Behandlung der „Natur“ in beiden Texten?
Die Arbeit stellt fest, dass die Natur im Gedicht „Die Wollust“ als reiches Reservoir für menschliche Bedürfnisse fungiert, während sie im Gedicht „Die Tugend“ eher als Gefahr wahrgenommen wird, die Kanalisierung und vernunftbasierte Lenkung durch den Menschen erfordert.
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- Lucie Engert (Author), 2021, Gedichtvergleich zwischen Christian Hofmann von Hoffmannswaldaus Werken "Die Wollust" und "Die Tugend", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1332123