Philosophie der Aufklärung - John Locke (1632-1704)


Hausarbeit, 2007

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A. Biographisches

B. Historische Einordung

C. Politische Lehre
1. Naturzustand
2. Eigentum
3. Gesellschaftsvertrag
4. Verfassungsgrundsätze
5. Widerstand und Toleranz
6. Naturrechtslehre
7. Fazit

Literaturverzeichnis

A. Biographisches

Das Leben des John Lock gilt als exemplarisch für das eines politisch engagierten Mannes im England des 17. Jahrhunderts. Am 29. August 1632 in Wrington geboren, entstammte Locke jenem puritanischen Milieu, das in England Handel und Gewerbe voran brachte. Locke wurde auf Grund seiner Herkunft die gediegenste Ausbildung zu Teil, die England in der damaligen Zeit bieten konnte. Er absolvierte sein Studium in der vorgesehenen Zeit, war 1658 Master of Arts und lehrte sodann als Tutor und Dozent für Moralphilosophie und Rhetorik an seinem College. Er schloss sich dem Naturforscher Boyle an und experimentierte mit ihm zusammen, nebenher betrieb er medizinische Studien. Im Jahre 1660, zu Beginn der Restauration[1], verfasste Locke seine ersten politischen Abhandlungen. Ob er in seinen jungen Jahren die calvinistische Auffassung seiner Eltern geteilt hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, jedoch kann festgehalten werden, dass er sich in seinen ersten Arbeiten als anglikanischer Royalist zeigte: Mit der Rückkehr Karls II. auf seinen angestammten Thron könne das geplagte Land nun endlich wieder Frieden und Sicherheit finden, Voraussetzung hierfür sei es allerdings, dass der Obrigkeit das Recht zustehe, alle Fragen des Gottesdienstes zu regeln.[2] Seine Thesen versucht Locke, wie es damals üblich war, mit Argumenten aus der heiligen Schrift und naturrechtlichen Grundsätzen zu beweisen. Bedeutend für seinen weiteren Werdegang ist seine Begegnung mit Lord Ashley, dem späteren Grafen von Shaftsbury und einen der einflussreichsten Männer seiner Zeit, dessen Arzt er wird. Erst unter seinem Einfluss entwickelt Locke seine liberalen politischen Lehren, für die er heute bekannt ist. 1667 entsteht seine erste Toleranzschrift, der Essay concerning toleration, der darlegen soll welches Maß an Freiheit und Bindung dem Menschen zukommt[3]. Hier revidiert er seine zuvor vertretene Meinung, dass der Staat alle Einzelheiten des Gottesdienstes regeln könne[4]. Aus gesundheitlichen Gründen, Locke litt an Asthma, trat er 1675 eine Frankreichreise an, jedoch ist anzunehmen, dass auch politische Gründe ihn dazu bewogen, das Land zu verlassen, da Shaftsbury zu jener Zeit in politische Schwierigkeiten geraten war. Auf seinen Frankreichreisen lernt er bedeutende Gelehrte kennen, darunter Anhänger Gassendis[5]. Es besteht Grund zu der Annahme, dass Locke vom Denken dieser Männer beeinflusst wurde[6]. Als Locke 1679 nach London zurück kehrte, hat sein früherer Dienstherr wechselvolle Zeiten mit einem Sturz und Towerhaft hinter sich.

Lange Zeit wurde angenommen, seine berühmte Schrift, die Two treatises of Government, wurde von Locke zur politischen Rechtfertigung der Glorious Revolution des Jahres 1689 geschrieben, jedoch haben Forschungen ergeben, dass die Entstehungsgeschichte dieser Schrift bis in das Jahr 1679 zurück reicht[7]. Shaftsbury stand damals im Kampf gegen das mit dem Katholizismus sympathisierende Königshaus. Unter den Royalisten waren die Lehren Filmers verbreitet, nach denen auf Grund einer göttlichen Vorschrift jeweils der nächste männliche Erbe eines Königs, also auch ein Katholik zur Erbfolge berechtigt ist. Da in dem Konflikt um die Thronfolge Shaftsbury unterlag, floh er in die Niederlande, in die ihm 1683 Locke folgte. Für einige Zeit stand dieser auf einer Fahndungsliste und war deshalb gezwungen unter einem anderen Namen zu arbeiten. Die Glorious Revolution hatte den Sieg der von Locke verfochtenen politischen Prinzipien mit sich gebracht. So war es ihm möglich nach England zurück zu kehren, wo ihm gleich nach der Ankunft das Amt des Botschafters angeboten wurde, was er jedoch ablehnte. Am 28. Oktober 1704 starb Locke.

B. Historische Einordung

Es stellt sich nun also die Frage, vor welchem historischen Hintergrund das Werk Lockes entstanden ist. Wir befinden uns in einer Zeit der Machtkämpfe zwischen König und Parlament in England, zwischen blutigen und „glorreichen“ Revolutionen. Nachdem Karl 15 Jahre ohne Parlament regiert hatte, musste er dieses 1640 einberufen, der er große Geldsummen benötigte, um gegen aufständische Schotten vorzugehen. Doch das Parlament wandte sich sofort gegen den König, ließ seine engsten Berater hinrichten und beschloss fortan selbst die Regierung zu übernehmen. Da der König damit nicht einverstanden war, spitzte sich die Lage zu und es kam 1642 um Bürgerkrieg. Die Truppen des Parlaments wurden von Oliver Cromwell geführt, einem radikalen Protestanten, der Pläne verfolgte, die sich gegen das gesamte Gesellschaftssystem richteten. 1648 besiegten seine Truppen das königliche Heer. Alle königstreuen Mitglieder des Parlaments wurden entlassen und das verbliebene „Rumpfparlament“ stellte den König unter Anklage. So wurde der König zum Tode verurteilt und öffentlich enthauptet. Damit war das Königtum abgeschafft und England seit 1649 Republik. Doch der lange Bürgerkrieg hatte das Land stark geschwächt. Kolonien sagten sich von England los und in Schottland und Irland brachen Aufstände aus. Dagegen ging Cromwell mit eiserner Hand vor. 1653 wurde Cromwell zum unumschränkten Regierungschef auf Lebenszeit. Er stellte sich fortan über das Parlament und regierte wie ein König. So blieb England zwar dem Namen nach eine Republik, tatsächlich herrschte jedoch die Diktatur Cromwells. Nach dessen Tod hatten die Engländer genug von der Republik und wünschten sich wieder einen König, der von einem starken Parlament kontrolliert werden sollte. 1660 kehrte der legitime Thronfolger aus dem französischen Exil zurück. Entgegen seiner Versprechungen ließ er immer häufiger politische Gegner einfach verhaften, was dazu führte, dass das Parlament 1679 ein Gesetz gegen den König durchsetzte, durch das seit dem jeder Bürger vor willkürlichen Verhaftungen geschützt wird. (Habeas Corpus-Akte). Nach dem Tod Karls wurde sein Sohn 1685 König, der Freund des absolutistischen Frankreichs war. 1688 veranlasste seine Indulgenzerklärung (Declaration of Indulgence), die den Dissentern[8] und Katholiken Religionsfreiheit zugestand, sowie die Geburt eines Sohnes, mit dem eine katholische Thronfolge begann, Jakobs Gegner dazu, Wilhelm von Oranien einzuladen. Er war Protestant und Statthalter der Niederlande. Außerdem war er der Ehemann Marias, der ältesten Tochter des Königs, und sollte Marias Erbe beschützen. Als Wilhelm in England landete, floh Jakob, nachdem seine Armee zu Wilhelm übergelaufen war. Wilhelm wurde kurzfristig die Regierungsführung übertragen. 1689 krönte das Parlament ihn und seine Frau Maria, nachdem sie die Liste der Bill of Rights bestätigt und den Missbrauch, den Jakob getrieben hatte, verurteilt hatten. Ein Toleration Act garantierte den protestantischen Dissentern Glaubensfreiheit. Diese Revolution wird als die Glorreiche Revolution bezeichnet, da sie im Gegensatz zu der von 1640 bis 1660 ohne Blutvergießen verlief; das Parlament erlangte die Oberhoheit, und England erlebte eine Blütezeit.

[...]


[1] Restauration, Wiederherstellung von Grundzügen einer alten Herrschaftsordnung nach einer gesellschaftlichen Umwälzung oder politischen Revolution.

[2] Euchner: John Locke in Klassiker des politischen Denkens II.,S.9f

[3] Specht: John Locke,S.11

[4] Euchner: John Locke in Klassiker des politischen Denkens II.,S.10

[5] Gassendi, Pierre (1592-1655), französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler

[6] Ebd.

[7] Euchner: John Locke in Klassiker des politischen Denkens II.,S.10

[8] Protestanten, die nicht der anglikanischen Kirche angehörten

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Philosophie der Aufklärung - John Locke (1632-1704)
Hochschule
Universität Erfurt  (Staatswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Rechtsphilosophische Deutung politischer Ordnung
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
11
Katalognummer
V133244
ISBN (eBook)
9783640399154
ISBN (Buch)
9783640398652
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Philosophie, Aufklärung, John, Locke
Arbeit zitieren
Alexandra Kloß (Autor), 2007, Philosophie der Aufklärung - John Locke (1632-1704), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133244

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