Das Leben des John Lock gilt als exemplarisch für das eines politisch engagierten Mannes im England des 17. Jahrhunderts. Am 29. August 1632 in Wrington geboren, entstammte Locke jenem puritanischen Milieu, das in England Handel und Gewerbe voran brachte. Locke wurde auf Grund seiner Herkunft die gediegenste Ausbildung zu Teil, die England in der damaligen Zeit bieten konnte. Er absolvierte sein Studium in der vorgesehenen Zeit, war 1658 Master of Arts und lehrte sodann als Tutor und Dozent für Moralphilosophie und Rhetorik an seinem College. Er schloss sich dem Naturforscher Boyle an und experimentierte mit ihm zusammen, nebenher betrieb er medizinische Studien. Im Jahre 1660, zu Beginn der Restauration, verfasste Locke seine ersten politischen Abhandlungen. Ob er in seinen jungen Jahren die calvinistische Auffassung seiner Eltern geteilt hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, jedoch kann festgehalten werden, dass er sich in seinen ersten Arbeiten als anglikanischer Royalist zeigte: Mit der Rückkehr Karls II. auf seinen angestammten Thron könne das geplagte Land nun endlich wieder Frieden und Sicherheit finden, Voraussetzung hierfür sei es allerdings, dass der Obrigkeit das Recht zustehe, alle Fragen des Gottesdienstes zu regeln. Seine Thesen versucht Locke, wie es damals üblich war, mit Argumenten aus der heiligen Schrift und naturrechtlichen Grundsätzen zu beweisen. Bedeutend für seinen weiteren Werdegang ist seine Begegnung mit Lord Ashley, dem späteren Grafen von Shaftsbury und einen der einflussreichsten Männer seiner Zeit, dessen Arzt er wird. Erst unter seinem Einfluss entwickelt Locke seine liberalen politischen Lehren, für die er heute bekannt ist. 1667 entsteht seine erste Toleranzschrift, der Essay concerning toleration, der darlegen soll welches Maß an Freiheit und Bindung dem Menschen zukommt. Hier revidiert er seine zuvor vertretene Meinung, dass der Staat alle Einzelheiten des Gottesdienstes regeln könne. Aus gesundheitlichen Gründen, Locke litt an Asthma, trat er 1675 eine Frankreichreise an, jedoch ist anzunehmen, dass auch politische Gründe ihn dazu bewogen, das Land zu verlassen, da Shaftsbury zu jener Zeit in politische Schwierigkeiten geraten war. Auf seinen Frankreichreisen lernt er bedeutende Gelehrte kennen, darunter Anhänger Gassendis . Es besteht Grund zu der Annahme, dass Locke vom Denken dieser Männer beeinflusst wurde. [...]
Inhaltsverzeichnis
A. Biographisches
B. Historische Einordung
C. Politische Lehre
1. Naturzustand
2. Eigentum
3. Gesellschaftsvertrag
4. Verfassungsgrundsätze
5. Widerstand und Toleranz
6. Naturrechtslehre
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der politischen Philosophie von John Locke auseinander, wobei der Fokus auf der Herleitung staatlicher Ordnung aus dem Naturzustand sowie der Begründung von Eigentumsrechten und Widerstandsrechten liegt.
- Biographische Einbettung und persönlicher Werdegang Lockes
- Historischer Kontext der englischen Machtkämpfe und der Glorious Revolution
- Analytische Untersuchung des Naturzustands und der Eigentumstheorie
- Grundlagen des Gesellschaftsvertrages und der Gewaltenteilung
- Bedeutung der Toleranz und der Naturrechtslehre für moderne Demokratien
Auszug aus dem Buch
3. Gesellschaftsvertrag
Zum Schutz seines Eigentums ist der Mensch nun gern bereit sich zu einer Gesellschaft zusammenzuschließen. Voraussetzung hierfür ist es, dass die Menschen die wichtigsten Rechte, die sie im Naturzustand besaßen aufgeben, so das Recht auf Selbsterhaltung und das Recht auf eigene Bestrafung von Rechtsbrechern und in die Hände der Gemeinschaft legen. So ist für Locke die politische Gewalt des Civil Government nichts anderes, als die Gewalt der zum politischen Körper zusammen getretenen Staatsbürger selbst, die sie den politischen Organen der Gemeinschaft anvertraut haben. Zwischen den Untertanen und den obersten politischen Gewalten, der Legislative und der daraus abgeleiteten Executive, wird ein Verhältnis des Vertrauens hergestellt. Wenn dieses verletzt wird, so können Legislative und Executive vom Volk zu Recht gewaltsam abgesetzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Biographisches: Darstellung des Lebenslaufs von John Locke unter Berücksichtigung seiner Ausbildung, seiner politischen Entwicklung und der maßgeblichen Einflüsse seiner Zeit.
B. Historische Einordung: Analyse der politischen Umbrüche im England des 17. Jahrhunderts, insbesondere der Konflikte zwischen Parlament und König sowie der Auswirkungen der Glorious Revolution.
C. Politische Lehre: Systematische Untersuchung der zentralen Thesen Lockes zur politischen Philosophie.
1. Naturzustand: Herleitung des menschlichen Zusammenlebens aus einem natürlichen Zustand der Freiheit und Gleichheit unter dem Gesetz der Natur.
2. Eigentum: Analyse der Entstehung von Privateigentum durch Arbeit und der begrenzenden Faktoren der Aneignung.
3. Gesellschaftsvertrag: Begründung des Übergangs vom Naturzustand in den staatlichen Zustand zum Schutz der individuellen Grundrechte.
4. Verfassungsgrundsätze: Erläuterung der Souveränität, der Mehrheitsregel und der funktionalen Trennung von Legislative und Executive.
5. Widerstand und Toleranz: Diskussion der Legitimationsgrundlagen für Widerstand gegen die Staatsgewalt und der Grenzen staatlicher Einmischung in religiöse Fragen.
6. Naturrechtslehre: Einordnung von Freiheit, Gleichheit und dem Recht auf Leben als zentrale Bestandteile von Lockes Rechtsphilosophie.
7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der globalen Wirkungsgeschichte von Lockes politischen Theorien, besonders hinsichtlich moderner Demokratien.
Schlüsselwörter
John Locke, Aufklärung, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Eigentum, Legislative, Executive, Widerstandsrecht, Toleranz, Naturrecht, Glorious Revolution, politische Philosophie, Souveränität, Mehrheitsregel, repräsentative Demokratie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die politische Philosophie von John Locke und untersucht, wie er politische Ordnung, staatliche Gewalt und individuelle Rechte herleitet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören das Eigentumsverständnis, der Naturzustand, die Konstruktion des Gesellschaftsvertrages sowie die Verfassungsgrundsätze und Toleranzansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Lockes politisches Denken in seinen historischen Kontext einzuordnen und die theoretische Fundierung des liberalen Rechtsstaates aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die geisteswissenschaftliche Analyse von Primärtexten und politiktheoretischen Standardwerken zur Interpretation von Lockes Hauptwerken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der politischen Konzepte Lockes, von der Begründung des Staates bis hin zur Erläuterung der Gewaltenteilung und Widerstandsrechte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Naturzustand, Eigentumstheorie, Gesellschaftsvertrag und das liberale Staatsverständnis charakterisiert.
Wie unterscheidet sich Lockes Naturzustand von dem des Hobbes?
Locke sieht den Naturzustand nicht als Kriegszustand aller gegen alle, sondern als einen Zustand der Freiheit, in dem Menschen bereits natürlichen Gesetzen folgen und grundsätzlich friedlich interagieren können.
Welchen Stellenwert hat der Eigentumsbegriff bei Locke?
Das Eigentum, entstanden durch die Vermischung von Arbeit mit Naturgegenständen, ist ein zentrales Grundrecht, dessen Schutz die Hauptaufgabe und Legitimation staatlichen Handelns darstellt.
Warum ist das Widerstandsrecht für Locke essenziell?
Das Widerstandsrecht dient als notwendiges Korrektiv für den Fall, dass Legislative oder Executive ihr Vertrauensverhältnis zum Volk missbrauchen und gegen die vereinbarten Staatszwecke handeln.
Hat Lockes Philosophie heute noch Relevanz?
Ja, Lockes Ideen gelten als fundamentale Basis der modernen repräsentativen Demokratie und beeinflussten maßgeblich die amerikanische Unabhängigkeitserklärung sowie europäische Verfassungsberatungen.
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- Alexandra Kloß (Author), 2007, Philosophie der Aufklärung - John Locke (1632-1704), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133244