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Die politikwissenschaftliche und politikdidaktische Bedeutung der Beschäftigung mit Politikerbiographien und den Biographien von „Namenlosen“

Title: Die politikwissenschaftliche und politikdidaktische Bedeutung der Beschäftigung mit Politikerbiographien und den Biographien von „Namenlosen“

Examination Thesis , 2008 , 112 Pages , Grade: 1,0 (mit Auszeichnung)

Autor:in: Marc Partetzke (Author)

Didactics - Politics, Political Education
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Summary Excerpt Details

Biographische und autobiographische Texte erleben seit längerer Zeit einen regelrechten Boom. Dabei scheint das biographische Verlangen, von dem R. Barthes einst sprach, nicht nur auf den alltagsweltlichen Bereich beschränkt zu sein; auch im akademischen Bereich ist "Biographie" kein Fremdwort mehr. So beschäftigen sich u.a. die Soziologie, die Kulturwissenschaft oder die Geschichtswissenschaft seit ca. 30 Jahren eingängiger mit den o.g. Phänomenen. Davon nahezu unberührt ist bisher jedoch die Politikdidaktik!
Vor diesem Hintergrund soll mit der vorliegenden Arbeit folgendes erreicht werden: 1. Nach einer terminologischen Klärung, soll 2. die Bedeutung der Biographie für die Politikwissenschaft und die Geschichtswissenschaft analysiert werden. In einem 3. Schritt wird sodann die politikdidaktische Bedeutung der Beschäftigung mit Politikerbiographien und den Biographien von s.g. Namenlosen herauszustellen sein, wodurch ein neuer politikdidaktischer Ansatz begründet werden soll: der biographisch-personenbezogene. Da dieser Ansatz auch zur Etablierung eines völlig neuen politikdidaktischen Arbeitsfeldes beitragen kann, der politikdidaktischen (Auto-)Biographieforschung, werden deren Grundpfeiler in einem 4. Arbeitsschritt zu skizzieren sein. Dafür wurden zwei biographisch-narrative Interviews geführt und entsprechend aufgearbeitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Zielstellung der Arbeit

1.1 Erhobene Daten/ Erhebungsmethoden

1.1.1 Experteninterview

1.1.2 (Auto-)biographisch-narratives Interview

1.2 Verwendete Literatur

2 Die Biographie als wissenschaftliches Konzept

2.1 Lebenslauf, Memoire, Autobiographie und Biographie – Definitionen und notwendige Abgrenzungen

2.1.1 Memoiren, Autobiographie und Biographie als Textsorten

2.1.2 Die Biographie als soziologisches Konzept

2.2 Zur Bedeutung der Biographie in der deutschen Politikwissenschaft

2.2.1 Die Person als Politiker – politische Führung und politischer Stil

2.2.2 Gründe für die Vernachlässigung/ Vermeidung der Biographie innerhalb der deutschen Politikwissenschaft – Drei Thesen

2.3 Die Biographie in der deutschen Geschichtswissenschaft

2.3.1 Die historisch-politische Biographie „großer Persönlichkeiten“ als konstitutiver Bestandteil der Historiographie

2.3.2 Oral History und die Biographien von „Namenlosen“

3 Die politikdidaktische Bedeutung der Beschäftigung mit Politikerbiographien und den Biographien von „Namenlosen“ oder: Zur Begründung des biographisch-personenbezogenen Ansatzes in der politischen Bildung

3.1 Das Verhältnis zwischen Fachwissenschaft und Fachdidaktik

3.2 Das Ziel der politischen Bildung

3.3 Demokratisch-politisches Bewusstsein

3.4 Politische Sozio- und Deutungskultur sowie politisches Ordnungs- und Deutungswissen

3.5 Demokratisch-politische Identität

3.6 Zur politikdidaktischen Begründung des biographisch-personenbezogenen Ansatzes

3.6.1 Exemplarität

3.6.2 Kategoriale Bildung

3.6.3 Alltagsweltbezug

3.6.4 Betroffenheit und Bedeutsamkeit

3.6.5 Zukunftsbedeutung/ -orientierung und Handlungsorientierung I

3.6.6 Chancen für die Ausbildung eines demokratisch-politischen Bewusstseins/ einer demokratisch-politischen Identität

3.6.7 Methodische Implikaturen – Handlungsorientierung II

3.6.7.1 Textanalyse

3.6.7.2 Entdeckendes/ Forschendes Lernen

3.7 Grenzen und mögliche Probleme bei der Beschäftigung mit Biographien im Rahmen politischer Bildung

4 Politikdidaktische Autobiographie- und Biographieforschung

4.1 Beispiel 1: Perspektive einer Herrschaftsunterworfenen – (Kurz-)Biographie von Angelika Fischer

4.2 Beispiel 2: Perspektive einer Entscheidungsträgerin – (Kurz-)Biographie von Tina Müller

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politikwissenschaftliche und politikdidaktische Bedeutung der Beschäftigung mit Biographien, sowohl von politisch exponierten Personen als auch von sogenannten "Namenlosen", für die politische Bildung. Zentrales Ziel ist es zu belegen, dass die Arbeit mit biographischen Dokumenten einen entscheidenden Beitrag zur Befähigung zur aktiven Wahrnehmung der Bürgerrolle leisten kann.

  • Die theoretische Einordnung und Abgrenzung verschiedener biographischer Textsorten.
  • Analyse des Stellenwerts der Biographie innerhalb der deutschen Politikwissenschaft und Geschichtswissenschaft.
  • Begründung eines biographisch-personenbezogenen Ansatzes für die politikdidaktische Praxis.
  • Untersuchung der Chancen für die Ausbildung demokratisch-politischer Identität und politischen Bewusstseins.
  • Diskussion von Grenzen, Problemen und methodischen Anforderungen an die Biographieforschung im Unterricht.

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung und Zielstellung der Arbeit

Nicht nur die jährlich stattfindenden Buchmessen in Leipzig und in Frankfurt, sondern auch die Spalten der Feuilletons namhafter Tageszeitungen sowie die Beiträge der Kultursendungen in Rundfunk und Fernsehen belegen auf eine eindrucksvolle Art und Weise, dass das oben stehende Eingangszitat nach wie vor nichts in der Tragweite seines Gültigkeitsanspruches eingebüßt hat. Es kann und müsste sogar noch um die Begriffe „Memoiren“ und „Autobiographien“ erweitert werden.

Wie sich dieser „literarische Kannibalismus“ (RAULFF) allerdings erklären lässt, darüber können und sollen – zumindest in dieser Arbeit – keine validen Aussagen getroffen werden. Wissensdurst oder reiner Voyeurismus seitens der Rezipienten, ökonomische Interessen seitens der Autoren von Biographien oder vielleicht der Glaube von Autobiographieproduzenten, der Nachwelt unbedingt etwas vom eigenen Leben hinterlassen zu müssen, selbst dann, wenn sie nicht das „Lebensalter erreicht [haben], das eine bedeutsame Retrospektive rechtfertigen würde“ (LAMNEK 2005: 680) – ich begäbe mich unweigerlich in das seichte Fahrwasser der Spekulation, wollte ich diese Fragen hier zugunsten der einen oder der anderen Möglichkeit beantworten wollen. Fest steht allerdings, dass einerseits das „biographische Verlangen“ (BARTHES, zit. in: GALLUS 2005: 40) stetig wächst, andererseits und möglicherweise damit verbunden ein inflationärer Gebrauch des Begriffes „Biographie“ zu verzeichnen ist. So werden neuerdings selbst prähistorische Fossilien „mit einer ‚Kurzbiographie‘“ (BREHM 2008: 51) bedacht.

Zunächst nur zu vermuten bleibt auch, dass sich dieses schier grenzenlose Verlangen v.a. auf den alltagsweltlichen Bereich erstreckt, zumal viele der erscheinenden Biographien eher journalistisch-publizistischer denn wissenschaftlicher Provenienz sind. Gleichwohl heißt dies nicht, dass deshalb die Biographie der akademischen Welt unbekannt ist. Allen voran ist sie der Literaturwissenschaft ein wohl vertrautes Sujet. Aber auch in der Geschichtswissenschaft, der Volkskunde, der Kulturanthropologie, der Kulturgeschichte, der Pädagogik, der Psychologie und nicht zuletzt in der Soziologie hat sie einen mehr oder weniger hohen Stellenwert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und Zielstellung der Arbeit: Diese Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die wachsende Bedeutung biographischer Texte und formuliert die zentrale These der Arbeit, dass Biographien einen Beitrag zum Leitziel der aktiven Bürgerrolle leisten können.

2 Die Biographie als wissenschaftliches Konzept: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende Definition und Abgrenzung biographischer Textsorten und untersucht kritisch den Stellenwert der Biographie in der deutschen Politikwissenschaft und der Geschichtswissenschaft.

3 Die politikdidaktische Bedeutung der Beschäftigung mit Politikerbiographien und den Biographien von „Namenlosen“ oder: Zur Begründung des biographisch-personenbezogenen Ansatzes in der politischen Bildung: Der Hauptteil untermauert theoretisch, wie Biographien als fachdidaktisches Mittel eingesetzt werden können, um das politische Bewusstsein, die Identität und die Urteilsfähigkeit von Lernenden zu fördern.

4 Politikdidaktische Autobiographie- und Biographieforschung: Dieses Kapitel expliziert Anforderungen an ein neues Arbeitsfeld der Politikdidaktik und konkretisiert an zwei Beispielbiographien die praktische Auswertung und didaktische Aufbereitung.

5 Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die theoretischen Ergebnisse zusammen, reflektiert die Stärken und Herausforderungen des biographisch-personenbezogenen Ansatzes und plädiert für dessen Integration in den fachdidaktischen Diskurs.

Schlüsselwörter

Politische Bildung, Politikdidaktik, Biographieforschung, Biographie, Autobiographie, politisches Bewusstsein, politische Identität, Bürgerrolle, Alltagsweltbezug, Exemplarität, Handlungsorientierung, Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Oral History, politischer Stil.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potenzial von Politikerbiographien und Biographien "Namenloser" als methodisches und didaktisches Instrument im Sozialkundeunterricht zur Förderung der politischen Bildung.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Themenfelder umfassen die Definition von Biographien als wissenschaftliches Konzept, die kritische Analyse ihres Stellenwerts in den Bezugswissenschaften (Politikwissenschaft und Geschichtswissenschaft) sowie ihre didaktische Legitimierung für die schulische Praxis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu belegen, dass die Auseinandersetzung mit Biographien einen entscheidenden Beitrag zur Befähigung zur aktiven Wahrnehmung der Bürgerrolle leisten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine theoretische Analyse durch, evaluiert vorhandene wissenschaftliche Positionen und ergänzt diese durch ein Experteninterview sowie zwei eigene (auto-)biographisch-narrative Interviews als beispielhafte Grundlage für die politikdidaktische Forschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der politikdidaktischen Begründung des biographisch-personenbezogenen Ansatzes, wobei Kriterien wie Exemplarität, kategoriale Bildung, Alltagsweltbezug, Betroffenheit und Zukunftsbedeutung analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Politische Bildung, Politikdidaktik, Biographieforschung, politisches Bewusstsein und politische Identität.

Welche Bedeutung kommt der "Kontrastfolie" bei den Beispielbiographien zu?

Die Gegenüberstellung von Biographien von Herrschaftsunterworfenen und Entscheidungsträgern dient dazu, Schülern unterschiedliche Perspektiven auf politische Prozesse und Strukturen zu vermitteln und ein einseitiges Verständnis zu verhindern.

Wie unterscheidet sich die Politikdidaktik in ihrem Erkenntnisinteresse von der Politikwissenschaft?

Während die Politikwissenschaft politische Sachverhalte analysiert, fokussiert die Politikdidaktik auf die Bedeutung dieser Sachverhalte für die Lernenden und wie diese Bedeutung im Bildungs- und Identitätsbildungsprozess wirksam gemacht werden kann.

Warum spielt die Biographie in der deutschen Politikwissenschaft eine eher untergeordnete Rolle?

Der Autor führt dies auf historische Gründe, wie die fachgeschichtliche Entwicklung und das wissenschaftliche Selbstverständnis der Politikwissenschaft als empirisch-analytische Disziplin, sowie auf Vorbehalte gegenüber hermeneutischen Methoden zurück.

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Details

Title
Die politikwissenschaftliche und politikdidaktische Bedeutung der Beschäftigung mit Politikerbiographien und den Biographien von „Namenlosen“
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
-
Grade
1,0 (mit Auszeichnung)
Author
Marc Partetzke (Author)
Publication Year
2008
Pages
112
Catalog Number
V133258
ISBN (eBook)
9783640400270
ISBN (Book)
9783640400089
Language
German
Tags
Bedeutung Beschäftigung Politikerbiographien Biographien Auszeichnung)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Partetzke (Author), 2008, Die politikwissenschaftliche und politikdidaktische Bedeutung der Beschäftigung mit Politikerbiographien und den Biographien von „Namenlosen“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133258
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