Die Einführung des dualen Rundfunksystems und fortschreitende Digitalisierung haben nicht nur zu den programmlichen und wirtschaftlichen Veränderungen innerhalb der deutschen Medienlandschaft geführt. Auch die Anforderungen an die Journalistinnen und Journalisten haben sich gewandelt. Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit diesen Wandelprozessen.
Im ersten Teil werden die Grundlagen nachfolgender Analyse gelegt. Die entscheidenden Begriffe, wie Rundfunk und Rundfunkjournalisten, werden definiert. Weiterhin werden typische Merkmale des Rundfunkjournalismus unter die Lupe genommen und von ihnen darauf geschlossen, wohin der Wandel eigentlich gehen soll: Welche Eigenschaften sollen in der Zukunft weiter gestärkt und welche geschwächt werden.
Im zweiten Teil geht es erstens darum, unter welchen Rahmenbedingungen sich dieser Wandel vollzieht. Darunter fallen neue gesellschaftliche Entwicklungen, aktuelle wirtschaftliche Situation in der Medienlandschaft und nicht zuletzt der technologische Fortschritt und die damit verbundene Digitalisierung des Rundfunks. Zweitens wird untersucht, wie sich diese Veränderungen auf die Programmtendenzen und Arbeitsorganisation in den Rundfunkredaktionen auswirken. Da diese gravierenden Veränderungen neue Berufsbilder ins Leben rufen, wird an dieser Stelle ein neues Berufsbild jeweils aus dem Hörfunk- und Fernsehenbereich vorgestellt und seine Vorzüge bzw. Mängel kontrovers diskutiert. Last but not least, werden die Kompetenzen der Rundfunkjournalisten behandelt. Es wird herausgearbeitet, welche Qualifikationen die Kernkompetenzen der Rundfunkjournalisten waren und immer noch sind und welche im Rahmen der Wandelprozesse dazu kommen.
Inhaltsverzeichnis
0. Vorwort
1. Rundfunk, Rundfunkjournalisten und Rundfunkjournalismus
1.1. Begriff Rundfunk
1.2. Berufsbilder im Rundfunk
1.3. Besonderheiten des Rundfunkjournalismus
1.4. Prognose für Weiterentwicklung
2. Wandel im Rundfunkjournalismus
2.1. Wandel der Programminhalte und neue Trends im Privatfernsehen
2.1.1. Kommerzialisierung
2.1.2. Segmentierung des Publikums und Individualisierung der Programme
2.1.3. Neue Trends bei den Programminhalten
2.2. Wandel der Arbeitsweisen und Organisationsstrukturen
2.2.1. Outplacement
2.2.2. Outsourcing
2.2.3. Redaktionsmanagement
2.2.4. Technisierung der Arbeit
2.3. Neue Berufsbilder
2.3.1. Im Radio
2.3.2. Im Fernsehen
2.4. Neue Qualifikationen und Kompetenzen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Wandelprozesse innerhalb des Rundfunkjournalismus. Ziel ist es, den Einfluss von technologischen Fortschritten, wirtschaftlichem Druck und sich ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen auf die tägliche journalistische Arbeit, die Organisationsstrukturen der Sender sowie die Anforderungen an das Berufsbild zu analysieren.
- Grundlagen des Rundfunks und Definition der journalistischen Rollen.
- Analyse des Wandels in Programminhalten und der zunehmenden Kommerzialisierung.
- Untersuchung neuer Arbeitsweisen durch Technisierung, Outsourcing und Videojournalismus.
- Herausarbeitung notwendiger Kernkompetenzen und Qualifikationen für Journalisten in der Zukunft.
Auszug aus dem Buch
2.3.2. Im Fernsehen
Mit der Entwicklung elektronischer Berichterstattung und dem Einsatz tragbarer Geräte mit integriertem Rekorder für Einpersonenteams begann die Entestehung von neuen Berufsbildern im Fernsehjournalismus. Die fortschreitende Technisierung bewirkte die Entstehung vom sogenannten Videojournalisten (VJ). Das ist die „eierlegende Wollmilchsau“, die Aufgaben eines Journalisten, Kameramannes und Cutters in einer Person vereint.
Zumeist zählen dazu junge, taffe Leute, „die alles selber können und alles selber machen: Sie recherchieren das Thema, fahren zum Termin, stellen die Fragen, nehmen die Antworten auf, handhaben die Kamera, pegeln den Ton, machen Schnittbilder, sorgen fürs Licht; schneiden, texten und mischen das fertige Stück“ (Mischel, 2005).
Zalbertus (2003) ist der Meinung, dass ein VJ seine Kamera genauso benutzt wie ein Zeitungsmann seinen Notizblock. Diese Aussage stammt von Michael Rosenblum, der zu der ersten Welle der „Selbt-Dreh-Reporter“ gehörte, die in den 60ern begann. Der Wendepunkt in der Verbreitung des Videojournalismus kam aber erst 2001, als die BBC alle Regionalbüros auf Videojournalismus umstellte. Im selben Jahr begann auch die deutsche TV-Produktionsfirma AZ Media, die u.a. mit einer Drittsendelizenz Sendezeiten auf dem RTL-Programmplatz bespielt, mit der Ausbildung von zunächst 14 Videojournalisten (vgl. Zalbertus, 2003). Im Jahre 2004 übernahm der Hessische Rundfunk Videojournalisten in den Regelbetrieb. Dazu äußerte sich der Intendant Helmut Reitze folgendermaßen: „In Zeiten sinkenden Budgets müssen wir entweder Programme kürzen oder nach Alternativen suchen“(Mischel, 2005).
Zusammenfassung der Kapitel
0. Vorwort: Es wird der Fokus auf die Auswirkungen des dualen Rundfunksystems und der Digitalisierung auf die Anforderungen an Journalisten sowie die Struktur der Hausarbeit dargelegt.
1. Rundfunk, Rundfunkjournalisten und Rundfunkjournalismus: Dieses Kapitel definiert den Rundfunk, beleuchtet die verschiedenen Berufsrollen im Rundfunkjournalismus und arbeitet die Besonderheiten gegenüber dem Printbereich heraus.
2. Wandel im Rundfunkjournalismus: Hier werden die dynamischen Veränderungen durch Digitalisierung und ökonomischen Druck auf Programminhalte, Arbeitsorganisation und Berufsrollen detailliert analysiert und die Notwendigkeit neuer Kompetenzen diskutiert.
Schlüsselwörter
Rundfunkjournalismus, Digitalisierung, Berufsbilder, Videojournalist, Kommerzialisierung, Medienökonomie, journalistische Kompetenzen, Rundfunk, Programminhalte, Arbeitsorganisation, Medienmarkt, Spartenprogramme, Technisierung, Informationsgesellschaft, Mediennutzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den grundlegenden Wandelprozessen im Bereich des Rundfunkjournalismus in Deutschland und deren Auswirkungen auf die journalistische Tätigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Programminhalte, die Veränderung der Arbeitsstrukturen in Rundfunkredaktionen, die Entstehung neuer Berufsbilder sowie die Anpassung der Qualifikationsanforderungen an Journalisten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen das Berufsbild des Rundfunkjournalisten verändern und welche Kompetenzen für die Zukunft entscheidend sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Analyse auf Basis von Fachliteratur, Studien und Expertenmeinungen, um die Entwicklungen im Rundfunksektor zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Trends wie Kommerzialisierung, Digitalisierung, Outsourcing, den Einsatz von Videojournalisten sowie die notwendigen Kompetenzerweiterungen bei Fach-, Sach- und Vermittlungswissen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Digitalisierung, Videojournalist, Kompetenzwandel, ökonomische Verwertung und Strukturwandel im Rundfunk charakterisiert.
Warum wird der Videojournalist als „eierlegende Wollmilchsau“ bezeichnet?
Die Metapher verdeutlicht, dass ein Videojournalist heute eine Vielzahl an Aufgaben (Recherche, Kamera, Ton, Schnitt, Text) in Personalunion vereinen muss.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung für den Wandel im Rundfunk?
Die Digitalisierung ist ein Haupttreiber, da sie sowohl Produktionskosten senkt und neue Sendeformate (Spartensender, Video-on-Demand) ermöglicht als auch die technischen Anforderungen an das journalistische Personal grundlegend verändert hat.
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- Ksenia Danilova (Author), 2008, Berufsbilder im Wandel: Rundfunkjournalisten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133268