Emotionale Störungen des Kindesalters bezeichnen eine Gruppe von Störungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, bei der Angst durch bestimmte, im Allgemeinen ungefährliche Objekte, die sich außerhalb der Person befinden, hervorgerufen wird. Sie sind ähnlich einer „richtigen“ Angststörung und werden definiert als Verstärkung normaler Entwicklungsprobleme, jedoch mit besseren Prognosen: Viele ängstliche Kinder sind als Erwachsene unauffällig.
Zu der Gruppe von Störungen, nach dem ICD-10, werden Störungen gezählt, die eine Verstärkung normaler Entwicklungen darstellen. Darin unterscheiden sie sich von den Phobien. Bei den Emotionalen Störungen steht die Angst vor einem bestimmten Objekt oder einer bestimmten Situation im Vordergrund, die im Allgemeinen ungefährlich ist.
Die Typen der emotionalen Störungen des Kindesalters (F 93) werden unterschieden nach Trennungsangststörung (F 93.0), phobische Störung des Kindesalters (F 93.1), soziale Angststörung des Kindesalters (F 93.2) und der Geschwisterrivalität (F 93.3).
Die folgenden Seiten werden als erstes definieren, was „Emotionen“ sind und wie diese in der frühkindlichen Entwicklung herausgebildet werden. Des Weiteren werden die emotionalen Störungen des Kindesalters thematisiert, mit den Untertypen der Trennungsangststörung, der phobischen Störung des Kindesalters, der sozialen Angststörung des Kindesalters und der Geschwisterrivalität. Hier sollen die Leitsymptome, die Ursachen und die Folgen der jeweiligen emotionalen Störungen näher beleuchtet werden. Als letzten Betrachtungspunkt sollen die möglichen Behandlungsmethoden der Störungen vorgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2. 1 Emotionen
2. 1. 1 Definition
2. 1. 2 Frühkindliche Entwicklung der Emotionen
2. 2 Emotionale Störungen des Kindesalters (F93)
2. 2. 1 Trennungsangststörung (F93.0)
2. 2. 2 Phobische Störung des Kindesalters (F93.1)
2. 2. 3 Soziale Angststörung des Kindesalters (F93.2)
2. 2. 4 Geschwisterrivalität (F93.3)
3. Schlussteil
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das Phänomen der emotionalen Störungen im Kindesalter zu definieren, die zugrunde liegenden Ursachen sowie die Symptomatik näher zu beleuchten und mögliche therapeutische Behandlungsansätze aufzuzeigen.
- Definition und frühkindliche Entwicklung von Emotionen
- Klinische Einordnung emotionaler Störungen nach ICD-10 (F93)
- Differenzierte Analyse von Trennungsangst, Phobien und sozialer Angst
- Problematik der Geschwisterrivalität
- Ansätze der kognitiven Verhaltenstherapie und Familienberatung
Auszug aus dem Buch
2. 2. 1 Trennungsangststörung (F93.0)
Fallbeispiel:
„Die achtjährige Paula ist in letzter Zeit kaum wiederzuerkennen. Sie weicht ihrer Mutter nicht mehr von der Seite. Am liebsten würde sie sie auf Schritt und Tritt begleiten, denn sie hat Angst, dass ihrer Mutter etwas Schlimmes passieren könnte. […] Oft träumt sie auch davon, dass sie gewaltsam von ihrer Mutter getrennt wird, wacht nachts auf und kann sich nur schwer wieder beruhigen. Morgens weigert Paula sich oft, zur Schule zu gehen, denn sie will nicht so lange von ihrer Mutter getrennt sein. Sie klagt auch über Bauchschmerzen und Kopfschmerzen, und häufig wird ihr schwindelig, aber der Arzt konnte keine körperliche Ursache dafür feststellen. Die Mutter muss ihre ganze Überzeugungskraft einsetzen, damit Paula überhaupt zur Schule geht, aber auch das klappt nicht immer. Ihre Freundinnen, mit denen sie früher am Nachmittag gerne spielte, geht sie auch nicht mehr besuchen. Sie befürchtet, dass ihrer Mutter in der Zwischenzeit etwas Schlimmes zustoßen könnte.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über emotionale Störungen des Kindesalters und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie die zu behandelnden Untertypen.
2. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert zunächst theoretische Grundlagen zu Emotionen und deren Entwicklung und widmet sich dann detailliert den verschiedenen Störungsbildern nach ICD-10 sowie deren therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten.
3. Schlussteil: Der Schlussteil reflektiert die Ursachen emotionaler Störungen im familiären Umfeld und skizziert ganzheitliche Ansätze für die stationäre Therapie und die Wiederherstellung eines gesunden Lebensumfeldes.
Schlüsselwörter
Emotionen, Kindesalter, Angststörungen, ICD-10, Trennungsangst, Phobische Störung, Soziale Angststörung, Geschwisterrivalität, Verhaltenstherapie, Frühkindliche Entwicklung, Familienangstmanagement, Psychische Störungen, Therapieansätze, Angstbewältigung, Symptomatik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Definition, der Symptomatik und den Behandlungsmöglichkeiten emotionaler Störungen im Kindesalter gemäß ICD-10.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die emotionale Entwicklung in der Kindheit, spezifische Angststörungen wie Trennungs- und soziale Ängste sowie die Dynamik der Geschwisterrivalität.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das Verständnis für emotionale Störungen bei Kindern zu schärfen und aufzuzeigen, wie Leitsymptome, Ursachen und Folgen dieser Störungen therapiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und theoretischen Aufarbeitung klinischer Lehrmeinungen sowie psychologischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Emotionen und eine detaillierte klinische Betrachtung der F93-Störungsbilder inklusive konkreter Behandlungsmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen emotionale Entwicklung, Angststörungen, ICD-10, Verhaltenstherapie und Familienangstmanagement.
Was unterscheidet eine phobische Störung von einer normalen kindlichen Entwicklung?
Eine Störung liegt vor, wenn die Angst in Intensität und Dauer ungewöhnlich ist und zu einer deutlichen Beeinträchtigung des alterstypischen Lebens führt.
Warum ist das Familienumfeld laut Autor so bedeutend für den Heilungsprozess?
Da emotionale Störungen oft im näheren familiären Umfeld verwurzelt sind, ist die Wiederherstellung eines geordneten und gesunden familiären Klimas die Grundvoraussetzung für normales Verhalten.
- Quote paper
- Alina Heberlein (Author), 2009, Emotionale Störungen des Kindesalters, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133277