„Die Gründung des Deutschen Ordens während des Kreuzzugsgeschehens im Heiligen Land 1189/1190 gab Antwort auf eine konkrete Notlage des Ortes und der Zeit“: die Pflege der verwundeten Kreuzfahrer. Mit diesen Worten wird auf der Homepage des Deutschen Ordens der „Auftrag des Ordens aus seiner Geschichte“ beschrieben. Dieser „Auftrag“ änderte sich mit dem Beginn der Herrschaft des Staufers Friedrich II.: Nun spielte der Orden die Vermittlerposition im Konflikt zwischen dem Kaiser und den Päpsten Innozenz III., Honorius III. und Gregor IX..
Dieses Thema behandelt die vorliegende Hausarbeit, mit besonderem Blick auf die Rolle des Deutschen Ordens in der Kontroverse des Kaisers mit den Päpsten und den Konsequenzen dieser Position, sei es mit positiver oder negativer Ausrichtung.
Der Gegenstand der Hausarbeit verbindet mehrere Themenkomplexe, die man in einem Proseminar „Krieg, Unruhe und Fehde“ zur Einführung in die mittelalterliche Geschichte behandelt: Man findet den Wandel des Berufsstandes „Ritter“ zu einem „Diener Gottes“ wieder, ebenso stößt man auf die „Formen der gütlichen Konfliktbeilegung“ durch den Einsatz eines Mediators und beobachtet, wie der Papst die Anwendung von Gewalt legitimiert, indem er von dieser Gebrauch macht.
Im Folgenden erwartet den Leser eine kurze Vorstellung des Deutschen Ordens, eine Zusammenfassung der Studienergebnisse über den Konflikt des Kaisertums mit dem Papsttum, wobei die Hausarbeit bei der Konkretisierung des Konflikts des Kaisers Friedrich II. mit den Päpsten eher auf den Zeitraum seiner Amtszeit als Kaiser (1220 – 1250) eingeht, und als schließlich stößt man auf die Beantwortung der Fragestellung, wie sich der Deutsche Orden zwischen den Fronten verhalten hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Der Deutsche Orden
2.1.1 Entstehung und Ausbreitung
2.1.2 Inneres Leben
2.2 Konflikt zwischen Kaiser und Papst
2.2.1 Konflikt als staufisches Erbe?
2.2.2 Konflikt zwischen Friedrich II. und den Päpsten
2.3 Deutscher Orden zwischen den Fronten
2.4 Deutscher Orden – ein staufischer Hausorden?
3. Schlussteil
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Deutschen Ordens während der Kontroverse zwischen Kaiser Friedrich II. und dem Papsttum im Zeitraum von 1220 bis 1250. Dabei liegt der Fokus auf der Vermittlerfunktion des Ordens sowie den Konsequenzen seiner engen Bindung an das staufische Herrscherhaus unter der gleichzeitigen Abhängigkeit vom päpstlichen Schutz.
- Die historische Entwicklung des Deutschen Ordens vom Hospital- zum Ritterorden.
- Die Ursachen und Dynamiken des Konflikts zwischen Kaisertum und Papsttum im Hochmittelalter.
- Die Rolle von Hermann von Salza als politischer Akteur und Vermittler.
- Die kritische Auseinandersetzung mit der These eines "staufischen Hausordens".
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Entstehung und Ausbreitung
Nachdem das Heilige Land 1187 bis auf die nördlichen Gebiete den Christen verloren ging, entschloss man sich 1190 zu einem Kreuzzug gegen die Heiden. Die von Friedrich Barbarossa angeführten Kreuzfahrer aus dem Deutschen Reich splitteten sich in zwei Lager: Das deutsche Ritterheer wählte den beschwerlichen Landweg mangels des Schiffraumes zur Überfahrt über das Mittelmeer und das Niederdeutsche den Seeweg. Diese trafen als die ersten 1189 im Orient ein und bekriegten die Heiden im Kampf um Akkon achtzehn Monate lang. In diesen Monaten wüteten Lagerseuchen unter den Truppen und man entschied sich zur Errichtung eines Zeltspitals für den deutschen Abschnitt Mitte des Jahres 1190. Die Gründer des Zeltspitals waren Bürger aus Bremen und Lübeck, die sich intensiv der Pflege der Kreuzfahrer hingaben. Die Position des Spitals festigte sich im Laufe des Gründungsjahres, man weitete es zur einer „Hospitalbruderschaft“ aus und gab ihr den Namen „Deutsches Hospital St. Mariens von Jerusalem“.
Die Hospitalbruderschaft konnte sich im Kreuzzugsgeschehen behaupten und somit stimmte Papst Cölestin II. 1196 der Erhebung der Hospitalbruderschaft zu einem Hospitalorden zu. Es sollte nicht lange dabei bleiben, nach nur drei Jahren erhob Papst Innozenz III. den Hospitalorden zu einem Ritterorden und somit zum dritten Ritterorden neben den Johannitern und den Templern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Aufgabenstellung des Deutschen Ordens im Kontext des Staufer-Konflikts ein und benennt das Ziel, die Vermittlerrolle des Ordens zu beleuchten.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Ordens, den zugrundeliegenden Machtkonflikt zwischen Kaiser und Papst sowie die spezifische Positionierung des Ordens zwischen diesen Fronten.
2.1 Der Deutsche Orden: Dieses Kapitel erläutert die Genese des Ordens vom Zeltspital zum anerkannten Ritterorden und beschreibt seine innere Struktur sowie Rekrutierung.
2.1.1 Entstehung und Ausbreitung: Hier wird der historische Ursprung der Gründung während des Kreuzzugs 1190 und die nachfolgende räumliche Expansion des Ordens detailliert beschrieben.
2.1.2 Inneres Leben: Dieses Unterkapitel beschreibt die moralischen Ideale, die Regelsetzung sowie die Ämterstruktur innerhalb der Führungsebene des Ordens.
2.2 Konflikt zwischen Kaiser und Papst: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Kontext des staufischen Machtanspruchs gegenüber der päpstlichen Autorität.
2.2.1 Konflikt als staufisches Erbe?: Hier wird erörtert, inwieweit der Konflikt bereits in früheren Herrschaftsepochen (Heinrich IV. bis Friedrich I.) angelegt war.
2.2.2 Konflikt zwischen Friedrich II. und den Päpsten: Dieses Kapitel analysiert die Eskalation der Feindseligkeiten zwischen Friedrich II. und den Päpsten, insbesondere ab der Kaiserkrönung 1220.
2.3 Deutscher Orden zwischen den Fronten: Dieses Kapitel untersucht die schwierige diplomatischer Rolle des Hochmeisters Hermann von Salza, der trotz Staufernähe um Vermittlung zwischen den Parteien rang.
2.4 Deutscher Orden – ein staufischer Hausorden?: Dieses abschließende Kapitel des Hauptteils widerlegt die These eines institutionellen Hausordens und betont die individuelle Natur der Bindung.
3. Schlussteil: Das Fazit stellt zusammenfassend fest, dass der Orden zwar von der Staufernähe profitierte, aber dennoch versuchte, seine Balance als Vermittler zu wahren.
Schlüsselwörter
Deutscher Orden, Kaiser Friedrich II., Papsttum, Staufer, Hochmittelalter, Kreuzzug, Hermann von Salza, Investiturstreit, Vermittlerrolle, Ritterorden, Hospitalwesen, Reichspolitik, Exkommunikation, Mittelalterliche Geschichte, Konfliktbeilegung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die historische Rolle des Deutschen Ordens im Spannungsfeld zwischen dem staufischen Kaisertum unter Friedrich II. und dem Papsttum im 13. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Ordensgeschichte, die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Kaiser und Papst sowie die politische Positionierung des Deutschen Ordens als Mediator.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, wie der Deutsche Orden agierte, als er sich zwischen den widersprüchlichen Ansprüchen von Kaiser und Papst positionieren musste.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine historische Hausarbeit, die auf der Analyse von Sekundärliteratur, Quellenberichten und Fachaufsätzen zur staufischen Geschichte basiert.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Neben einer allgemeinen Einführung in den Orden liegt der Schwerpunkt auf der Entstehung des Konflikts zwischen Staufern und Päpsten sowie den konkreten Handlungsspielräumen des Ordens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Deutscher Orden, Friedrich II., Staufer, Vermittlerrolle, Ritterorden und die diplomatische Tätigkeit des Hochmeisters Hermann von Salza.
Warum wird der Begriff "Hausorden" in Bezug auf den Deutschen Orden kritisch betrachtet?
Der Autor führt an, dass der Orden eigene Ziele verfolgte, die nicht immer mit den kaiserlichen Plänen übereinstimmten, und dass die Bindung eher auf persönlichen Beziehungen basierte als auf einer institutionalisierten Unterordnung.
Welche Rolle spielte der Bannfluch für die Position des Ordens?
Der Bannfluch gegen Friedrich II. zwang den Orden in eine schwierige Zerreißprobe, da er sich zwischen der loyalen Bindung an den Kaiser und der notwendigen päpstlichen Unterstützung entscheiden musste.
- Quote paper
- Alina Heberlein (Author), 2005, Der Deutsche Orden zwischen Kaiser und Papst unter Friedrich II., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133296