Die Erfahrungen älterer Menschen in internationalen Freiwilligendiensten

Eine empirische Studie


Diplomarbeit, 2008

146 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1) Motivation zur Themenfindung
1.2) Aufbau dieser Arbeit

2. Ältere Menschen als Potenzial für die Bürgergesellschaft
2.1) Demografische Veränderungen
2.2) Flexibilisierung der Lebensläufe
2.3) Die Rolle gegensätzlicher Altersbilder in der Gesellschaft
2.4) Ältere Menschen als Akteure der Bürgergesellschaft
2.4.1) Bürgerschaftliches Engagement im Alter
2.4.2) Ehrenamt und Freiwilligenarbeit
2.5) Zusammenfassung

3. Ältere Menschen im Feld der internationalen Freiwilligendienste

3.1) Begriffe und Unterschiede
3.2) Angebot der internationalen Dienste
3.2.1) Workcamps und Familienworkcamps
3.2.2) Senior Experten Service, Werkhaus „Anti Rost“ und Co
3.2.3) Internationale Friedensdienste
3.3) Das Modellprojekt „Internationale Freiwilligendienste für unterschiedliche Lebensphasen“ (IFL)
3.3.1) Dauer des Dienstes und mögliche Einsatzländer
3.3.2) Trägerschaft
3.3.3) Konzeption und Zielsetzung
3.3.4.) Teilnahmevoraussetzungen
3.3.5) Bewerbung als internationaler Freiwilliger
3.3.6) Pädagogische Begleitung
3.3.7) Finanzierung
3.3.8) Weiterführung des Programmes
3.4) Gründe für einen internationalen Einsatz Älterer
3.5) Zusammenfassung

4. Methodik der empirischen Ermittlung
4.1) Wahl der Forschungsmethodik und ihre Grundlagen
4.1.1) Interpretative Sozialforschung
4.1.2) Wahl der narrativen Interviewmethode
4.1.3) Grundlagen des narrativen Interviews
4.2) Zugang zum Feld und Kontaktaufnahme
4.3) Gestaltung und Durchführung der Interviewsituationen
4.3.1) Verwendung eines Leitfadens
4.4) Art der Auswertung
4.5) Erfahrungen mit der Forschungsmethode
4.6) Zusammenfassung

5. Analyse der durchgeführten Interviews
5.1) Kurzportraits der Befragten
5.2) Motivation
5.3) Zugänge
5.4) Schwierigkeiten während des Einsatzes bzw. danach
5.5) Positive Erfahrungen während des Einsatzes bzw. danach
5.6) Generationsbezogene Spezifika
5.7) Persönlichkeitsentwicklung und Erkenntnisgewinn
5.8) Einschätzungen und Ausblicke der Freiwilligen für die Zukunft
5.9) Zusammenfassung

6. Diskussion und Interpretation der eigenen Ergebnisse
6.1) Die Gruppe der Interviewten
6.2) Wandel der Motive oder Entwicklung der Freiwilligen?
6.3) IFD für Ältere – nur für Gutsituierte?
6.4) IFD - Weg aus der Arbeitslosigkeit?
6.5) Trends der Freiwilligenarbeit?
6.6) Zusammenfassung

7. Forderungen zur Förderung von Möglichkeiten der IFD für Ältere
7.1) Abbau vorhandener Zugangsbarrieren
7.1.1) Verbesserung der Beratungs- und Informationsangebote
7.1.2) Flexibilisierung der Dienstdauer
7.1.3) Entwicklung neuer Finanzierungskonzepte
7.2) Sinnvolle Nutzung der Kompetenzen Älterer
7.3) Ausblick auf weitere Untersuchungen
7.4) Zusammenfassung

8. Quellen- und Literaturverzeichnis

1.Einleitung

1.1) Motivation zur Themenfindung

Die Motivation zu meiner Themenwahl entwickelte sich durch ein Projekt, welches von uns, den Studierenden im Studienschwerpunkt „International Social Work“ am Fachbereich Soziale Arbeit der Otto-Friedrich Universität Bamberg von den vorhergegangenen Jahrgängen aufgenommen und (nach Änderung der anzusprechenden Zielgruppe) weitergeführt hatten. In diesem Projekt mit dem Namen „Compass“ ging es darum, Schülern, die mit diesem Thema bisher eher weniger in Berührung gekommen waren, mittels Informationsveranstaltungen (an deren Schulen) die Möglichkeiten internationaler Freiwilligendienste näher zu bringen.

Hier informierten wir unsere junge Zielgruppe über die gängigen und aktuellen (kurz- und langfristigen) Formen der Jugendfreiwilligendienste, über die auch bereits zahlreiche Publikationen vorhanden sind, wie z.B. Internationale Workcamps, Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) im Ausland, das Freiwillige ökologische Jahr (FÖJ) im Ausland, der Andere Dienst im Ausland (ADiA) als grenzübergreifende Alternative für Zivildienstleistende, den sehr beliebten Europäischen Freiwilligendienst (EFD) und dessen Erweiterung im Rahmen des EU-Programmes „Jugend in Aktion“ sowie den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit namens „Weltwärts“.

Während unserer bzw. meiner vorausgehenden Recherchen zu der bestehenden Angebotsstruktur stieß ich wiederholt auf die Altersgrenze 28 bzw. 30 Jahre, die bei den meisten der Programme für alle potenziellen Teilnehmer festgesetzt ist. Ich hatte selbst zuvor auch nur von Freiwilligendiensten für Jugendliche bzw. jungen Erwachsene gehört und in Erwägung gezogen, ob ich nicht noch vor meinem Studium selbst einen solchen im europäischen Ausland absolvieren sollte, was ich jedoch aus verschiedenen Gründen wieder verworfen hatte.

Als ich mich dann im Rahmen unseres Studienprojektes näher mit diesem Thema befasste, stellten sich mir folgende Fragen: Welche Möglichkeiten haben Interessierte, die diese (meines Erachtens nach oberflächliche) Voraussetzung nicht mehr erfüllen, die vielleicht auch „schon“ 40, 50, 60 oder 70 Jahre alt sind, dabei aber eine genauso weltoffene Einstellung besitzen und denen daran gelegen ist, sich auf ehrenamtlicher Basis im Ausland zu engagieren? Warum liegt der Fokus nur auf den jungen Leuten, wo doch Ältere ganz andere Ressourcen und Fähigkeiten mit- und einbringen können?

Schließlich stieß ich auf einen Dokumentarfilm von der Entsendeorganisation EIRENE, in dem über ein Bundesmodellprogramm berichtet wurde (welches ich u.a. später im zweiten Gliederungspunkt vorstellen möchte), das sich zum Ziel gesetzt hat, die Teilnahme speziell auch von Leuten der mittleren und höheren Altersklasse zu fördern. Dies fand ich - nicht zuletzt vor dem Hintergrund der deutschen Bevölkerungsentwicklung - sehr innovativ und durch die zu der Zeit noch laufende Modellphase auch sehr aktuell. Also nahm ich mir schließlich vor, mich im Rahmen meiner Diplomarbeit intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Konkret untersuchen möchte ich dabei die individuellen Beweggründe älterer Menschen, sich für einen internationalen Freiwilligendienst zu entscheiden und welche Erfahrungen sie dabei machen konnten.

Die von mir in dieser Arbeit verwendete Bezeichnung „älterer Menschen“ ist als relativ anzusehen. Im ersten Gliederungspunkt wird die Definition des Statistischen Bundesamtes aufgegriffen. Damit werden alle Menschen ab 65 Jahre als „Ältere“ bezeichnet. Für den Rest meiner Ausführungen bezieht sich der Terminus der „Älteren“ jedoch auf den bereits erwähnten Umstand, dass Entsendeorganisationen bzw. Projekte des Freiwilligensektors, die sich vor allem auf die Arbeit mit Jugendlichen ausrichten, in der vielfältigen Landschaft der kulturübergreifenden Freiwilligendienste derzeit die Regel sind. Folglich wird die Teilnahme von über 28- bzw. 30-Jährigen Interessierten meist von vornherein ausgeschlossen.

Meine Definition dieser Personengruppe meint daher im weitesten Sinne nicht nur Ruheständler oder (noch) Berufstätige[1], sondern umfasst alle, die sozusagen aus dem Raster der herkömmlichen Programme fallen und somit „älter als 30 Jahre“ alt sind.

1.2) Aufbau dieser Arbeit

Den Aufbau meiner Arbeit möchte ich nun in einigen Sätzen umreißen, um dem Leser eine kurze Übersicht über die gegebene Themenstellung zu verschaffen.

Die Gliederungspunkte 2 und 3 beinhalten den theoretischen Teil dieser Arbeit. Ersterer umfasst damit eine kurze Einführung zur gesellschaftlichen Diskussion um das Alter(n), die mit statistischen Daten untermauert wird. Es soll herausgearbeitet werden, warum die Thematik des freiwilligen/ehrenamtlichen Engagements Älterer im Allgemeinen gegenwärtig an gesellschaftlicher Attraktivität gewinnt. Deshalb werde ich in den dazugehörigen Kapiteln die künftige Veränderung von Lebensläufen beschreiben, die Bedeutung unterschiedlicher gesellschaftlicher Konstrukte über das Alter aufzeigen sowie den Begriff des ehrenamtlichen bzw. freiwilligen Engagements mit älteren Menschen in Zusammenhang bringen. Auch möchte ich kurz auf aktuelle und innovative Formen des Freiwilligenengagements Älterer eingehen, zu denen auch deren Einsatz in Auslandsprojekten gezählt werden kann.

Gliederungspunkt 3 verfolgt das Ziel, einen Überblick über die Möglichkeiten der älteren Zielgruppe im Hinblick auf freiwilliges Engagement im internationalen Kontext zu verschaffen. Nach einer kurzen Vorstellung verschiedener Dienstarten möchte ich dann konkret den Teil eines vom Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend[2] geförderten Modellprogrammes vorstellen, auf das ich mich im Verlauf dieser Arbeit und in der Diskussion meiner geführten Interviews mit ehemaligen sowie noch aktiven Freiwilligen[3] immer wieder beziehen werde. Darin werden unter anderem Zielsetzung, Rahmenbedingungen und Zukunftsperspektiven des Programmes aufgeführt.

Gliederungspunkt 4 habe ich den Erläuterungen zur Methodologie dieser Diplomarbeit gewidmet. Dargestellt werden darin das angewandte Forschungsdesign sowie Auswahl und Begründung meiner Heran- und Vorgehensweise. Des Weiteren wird erläutert, wie in Bezug auf die Kontaktaufnahme mit den Gesprächspartnern vorgegangen wurde und die Gestaltung der Interviewsituationen beschrieben. Auch wie die Auswertung des Datenmaterials umgesetzt wurde, ist hier nachzulesen.

Gliederungspunkt 5 beschäftigt sich ausschließlich mit der deskriptiven Auswertung der geführten Interviews, wobei ich bei den dargestellten Ergebnissen zwischen den Themen der Motivation, der Zugänge, der gemachten Erfahrungen (positiv wie negativ), generationsspezifischen Besonderheiten sowie der individuellen Persönlichkeitsentwicklung unterscheiden werde.

Gliederungspunkt 6 widmet sich der Interpretation der vorgestellten Ergebnisse. Dazu werden vereinzelt Vergleiche zu ähnlichen Diskussionen in der konsultierten Literatur gezogen sowie versucht, Zusammenhänge in den Aussagen der Befragten herzustellen. Argumentationen zu Thematiken wie beispielsweise der Freiwilligenmotivation sowie aktuell zu beobachtende Trends der Freiwilligenarbeit werden hier gegenübergestellt.

Im vorletzen Gliederungspunkt 7 werden entsprechende Folgerungen zur Förderung von internationalen Freiwilligendiensten für Ältere formuliert. Diese Folgerungen beziehen sich auf die erforschten Ergebnisse der einzelnen Interviews und werden durch vergleichbare Resultate anderer Untersuchungen untermauert. Unter anderem werden zeitliche und finanzielle Aspekte sowie die Praxis der Freiwilligenvermittlung als Anhaltspunkte für künftige Optimierungsansätze angeführt.

2. Ältere Menschen als Potenzial für die Bürgergesellschaft

„Die Ideen zur Bürgergesellschaft […] fußen auf der Vorstellung, dass auf der Grundlage verbriefter Grundrechte und im Kontext einer demokratischen Verfassung das Gemeinwesen durch selbstorganisiertes Engagement entscheidend mitgeprägt werden kann“ (Schroeter/Zängl, 2006: 7). „Das Konzept […] meint eine Ordnung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft, die sich durch möglichst viel Selbstorganisation der Gesellschaft sowie durch Eigeninitiative und Eigenverantwortung bei den Menschen auszeichnet“ (Dettling, 2001: 16). Bürgerschaftliche Aktivitäten beschränken sich dabei nicht nur auf die Teilnahme bei Wahlen, sondern umfassen die Teilhabe an der Gesellschaft selbst (vgl. ebd.).

Die Kapazität der staatlichen Mittel und Wege (im Wesentlichen bestehend aus Geld und Recht) zur Erreichung gesetzter Ziele sind nicht unbegrenzt. Es ist durchaus möglich, dass zukünftige Entwicklungen der Gesellschaft (die im Folgenden aufgeführt werden) auf diese Weise nicht mehr zu bewältigen sein werden. Die Befriedigung von Bedürfnissen nach (wieder an Bedeutung und Wert gewinnenden) Gütern, die man auf dem Markt nicht kaufen und vom Staat nicht erhalten kann, muss dann auf anderen Wegen gewährleistet werden (vgl. ebd.: 17f).

2.1) Demografische Veränderungen

Es dürfte inzwischen allgemein bekannt sein, dass unsere Gesellschaft bereits seit geraumer Zeit in einem erheblichen demografischen Wandlungsprozess begriffen ist. Diese Thematik wurde jedoch lange Zeit ignoriert bzw. verdrängt, da sie eine „existenzielle Unausweichlichkeit ins Bewusstsein bringt, mit der man nichts zu tun haben will“ (Winkler/ Zander, 2007: 135) . Als Beispiel sei hier das öffentliche Desinteresse genannt, das den Ergebnissen der von der deutschen Bundesregierung beauftragten Enquête-Kommission Demografischer Wandel entgegengebracht worden war, welche sich über drei Legislaturperioden mit dem Zusammentragen entsprechender Fakten und der Diskussion zukünftiger Trends beschäftigt hatte (vgl. ebd.).

Doch über den deutlichen Anstieg der Zahl älterer bzw. alter Menschen in unserer Gesellschaft (sowohl in relativer wie absoluter Hinsicht) ist kaum mehr hinwegzusehen und gewinnt deshalb in der öffentlichen Diskussion, der Politik, der Wissenschaft und Wirtschaft (genannt sei an dieser Stelle das Stichwort der Silver economy [4] ) ebenso an Bedeutung wie die hinsichtlich der mit dem Alter und Altern[5] einhergehenden strukturellen Veränderungen, mit denen es sich zu befassen gilt. Zu ihnen gehören z.B. die ausgedehnte Altersphase im Lebenslauf und jene Altersgrenze, die für den Austritt aus dem Erwerbsleben steht (vgl. Schroeter/Zängl, 2006: 63).

„Die aktuelle Bevölkerungsstruktur weicht schon lange (seit Beginn des 20. Jahrhunderts) von der idealen Vorstellung ab, die sich in Form der klassischen Bevölkerungspyramide darstellen lässt: in jenem Strukturmodell stellen die stärksten Jahrgänge die Kinder und verringern die Besetzungszahlen der jüngeren Jahrgänge sich allmählich als Folge der Sterblichkeit […]. Im Vergleich zu den Statistiken der Vergangenheit ähnelt der Bevölkerungsaufbau unseres Landes heute jedoch eher einer ´zerzausten Wettertanne´[…]“ (Statistisches Bundesamt, 2006: 17). Am stärksten besetzt ist heute das mittlere Alter, die Älteren und Jüngeren sind weniger vertreten. Jedoch werden sich bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts die stark besetzten Jahrgänge weiter nach oben verschieben und von zahlenmäßig kleineren ersetzt werden, was den Altersaufbau unserer Gesellschaft weiter verändern wird.

Bevölkerungsvorausberechnungen, wie sie der Bundesregierung inzwischen regelmäßig vom Statistischen Bundesamt vorgelegt werden, sind zwar nicht als Prognosen zu verstehen, verdeutlichen jedoch die Auswirkungen heute bereits angelegter Strukturen und erkennbarer Veränderungen auf die künftige Bevölkerung.

Zu Beginn dieses Kapitels sollen nun einige für diese Arbeit relevanten Annahmen bzw. Ergebnisse kurz vorgestellt und (vereinfacht) durch folgende Abbildung veranschaulicht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2006: 16

Nach den jüngsten Erkenntnissen werden im Jahre 2050 rund 23 Millionen Menschen in Deutschland älter als 64 Jahre sein – das sind sieben Millionen mehr als noch im Jahr 2005 (vgl. ebd: 7). Im gleichen Zeitraum wird der Bevölkerungsanteil der Generation „50-Plus“ in den Industrieländern auf mehr als 44 Prozent und darunter in Deutschland sogar auf ca. 47 Prozent anwachsen (vgl. Meier/Schröder, 2007: 15). Ähnlich wie für die gesamte Bevölkerung zeichnen sich für den Anteil der Menschen im Erwerbsalter (von 20 bis 64 Jahren) ein deutlicher Rückgang und eine Alterung ab. Dieser wird bis zur Jahrhundertmitte um 22 Prozent gesunken sein (vgl. Statistisches Bundesamt, 2006: 20).

Auch das Verhältnis zwischen Jung und Alt wird sich stark verändern. Ende 2005 war noch ein Fünftel der Bevölkerung jünger als 20 Jahre, der Anteil der 65-Jährigen und Älteren entsprach 19 Prozent. Die restlichen 61 Prozent entfielen auf Personen im so genannten Erwerbsalter. Die Prognose für 2050 sieht jedoch so aus, dass nur etwa die Hälfte der Bevölkerung im Erwerbsalter sein wird, knapp ein Drittel über 65 Jahre oder älter und ca. 15 Prozent jünger als 20 Jahre alt sein werden (vgl. ebd.: 5) .

Neben diesem heute bereits spürbaren Wandel der Bevölkerungsstruktur werden sich im Verlauf der nächsten Jahre und Jahrzehnte weitere Veränderungen vollziehen, die sich seit längerem ankündigen. Im Folgenden soll eine kurze Darstellung bedeutender Entwicklungen gegeben werden, die sowohl einerseits in der zukünftigen Zusammensetzung der Altersgruppen begründet liegen sowohl andererseits deren Verlauf auf nicht unerhebliche Weise mitbestimmen.

2.2) Flexibilisierung der Lebensläufe

Seit jeher strukturierte die Gesellschaft ihre Bevölkerung nach zwei Kategorien: in die Gruppe der Erwerbstätigen und in diejenige der Nicht-Erwerbstätigen. Der Lebenslauf an sich wird im Allgemeinen in drei am Erwerbsleben orientierte Phasen aufgeteilt. Diese sind erstens die Ausbildung bzw. Phase des Lernens, dann die Erwerbsarbeit und schließlich der Zeitraum des Ruhestandes (vgl. Westerhof, 2001: 195). Doch „seit einigen Jahren ist beobachtbar, dass Lebensläufe sich nicht mehr nur an eine so genannte ´Normalbiografie´ anlehnen, sondern zunehmend auch Wandlungsprozessen unterliegen, die zu einer ´Destandardisierung von Lebensläufen´ führen“ (Ehlers et. al., 2006: 8). Alle drei früher als klar voneinander abgegrenzten Lebensphasen haben sich bis zum heutigen Tag derart verändert, dass es das Festhalten an fixen Altersgrenzen geradezu unmöglich macht. Dieser Wandel wird vor allem durch eine zeitliche Ausweitung sowohl der vor- als auch der nachberuflichen Phase deutlich sowie durch die Notwendigkeit kontinuierlichen Lernens in der Erwerbsarbeitsphase (vgl. ebd.). Kruse betont hierbei die Bedeutung lebenslangen Lernens und begründet sie damit, dass am Fortschritt (sozial, kulturell und technisch) ältere Menschen genauso partizipieren sollten wie jüngere. Dies erfordere natürlich Bildungsaktivitäten, aber auch entsprechende Angebote für die ältere Zielgruppe (vgl. Kruse/Schmitt, 2005: 9-12).

Auch die gegenwärtige Bundesfamilienministerin betonte anlässlich des Europäischen Kongresses „Demografischer Wandel als Chance – wirtschaftliche Potenziale der Älteren“ im April 2007 die Notwendigkeit eines Perspektivenwechsels: „Die drei starren Blöcke […] wird und kann es so nicht mehr geben. Es wird Arbeitszeiten geben, Vaterzeiten und Mutterzeiten, Pflegezeiten und Weiterbildungszeiten. Alle diese werden sich in Zukunft bis ins hohe Alter abwechseln“ (BMFSFJ, 2007d, http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Kategorien/ Presse/reden,did=97112.html).

Chronologische Standardmuster werden so zunehmend aufgeweicht, das Alter vor dem Hintergrund des demografischen Wandels neu definiert und das Ziel gesetzt, stärker an der Inklusion Älterer in das Erwerbssystem zu arbeiten. Die Aufgabe der Politik ist es dabei, der Leistungsfähigkeit Älterer durch passende arbeitsorganisatorische, -gestalterische und bildungspolitische Maßnahmen einen positiven Anstoß zu geben (vgl. Meier/Schröder, 2007: 31). „Ein evolutionäres Verständnis von Wirtschaft und Gesellschaft wird für einen Wandel der Lebensbiografien der Menschen mit ihren jeweiligen Kompetenzmustern im zivilisatorischen Prozess offen sein müssen“ (Ehlers et al, 2006: 8).

Vor allem Erwerbsbiografien verändern sich heutzutage gegenüber früher besonders durch sog. „Ausfransungen“ zu Beginn und auch Ende dieses Lebensabschnittes. Als Beispiele seien hier die Übergänge zwischen dem schulischen und beruflichen Bildungs- in das Erwerbssystem genannt, welche sich weniger geradlinig gestalten als noch vor ein paar Jahrzehnten. Es muss vermehrt mit Unterbrechungsperioden und Phasen der Arbeitslosigkeit gerechnet werden. Zudem sind Bildung, Ausbildung und Arbeit von diversen Mischformen dieser Bereiche gekennzeichnet (vgl. Ehlers et al, 2007: 16). Durch die steigende Anzahl befristeter Beschäftigungsverhältnisse wird die Arbeitsstelle häufiger gewechselt, was die Erforderlichkeit mit sich bringt, sich selbst weiterzubilden und die (Aus-)Bildungsphase sich dadurch gewissermaßen auf den gesamten Lebenslauf erstreckt. „Bildung, so eine überraschende Erkenntnis dieser Zeit, findet nicht nur in Bildungsinstitutionen statt, sondern in den Betrieben, im Urlaub und im Alltagsleben. Sie ist nicht auf einen Ort und eine Lebensphase festgeschrieben, sie begleitet den Lebenslauf und ist entsprechend zeitlich und räumlich entgrenzt“ (Böhnisch, 2001³: 248).

Um mit jenen durch strukturelle Rahmenbedingungen teilweise erzwungenen Brüchen in der Erwerbsarbeitsphase auf produktive Weise umgehen zu können und den eigenen Marktwert in der Arbeitswelt auf möglichst hohem Niveau zu halten bzw. zu steigern, wird es immer notwendiger, Eigeninitiative zu zeigen und das Ziel des Erwerbs neuer Kompetenzen zu verfolgen. „Jeder Einzelne muss in jeder Lebensphase bedarfs- und begabungsgerechte Weiterbildungsangebote wahrnehmen können, um sich flexibel auf neue Herausforderungen im Beruf einstellen zu können“ (Deutscher Bundestag, 2002b: 85). Allgemein steigt daher die gesellschaftliche Akzeptanz bewusst genommener und z.B. durch das oben beschriebene Phänomen der befristeten Arbeitsverhältnisse auch erst ermöglichter beruflicher „Auszeiten“[6]. Denn die zunehmend von der Arbeitswelt vorgegebene Unbeständigkeit beruflicher Verpflichtungen führt gleichzeitig zu einer erhöhten Selbstgestaltung und neuen Freiheiten des Arbeitnehmers über die (Re-) Organisation seiner Lebensarbeitszeit. „Die psychischen und physischen Energien, das Interesse an Neuem, sind gleichzeitig bei vielen so ausgeprägt, dass Handlungsalternativen – auch zur ggf. (noch) ausgeübten Erwerbsarbeit und weiter bestehenden familialen Aufgaben – erwogen und entwickelt werden“ (Backes, 2006: 88). Eine Notwendigkeit unserer Zeit und die Folge von gesellschaftlichen Individualisierungsprozessen ist es deshalb, dass das Individuum zum „Planungsbüro“ (Beck zit. in: Scherger, 2007: 30) seiner Biografie werden muss, da mit der Auflösung von Standes- bzw. Klassenbindungen gesellschaftlich-normative Vorgaben bezüglich zu treffender Entscheidungen kaum mehr gegeben sind. Daraus folgt, dass heute Individuen über eine wesentlich größere Zahl an realisierbaren Alternativen zur Wahl steht. Scherger fasst zusammen: „Biografien werden selbstreflexiv“ (Scherger, 2007: 30).

Zum anderen werden sich die Übergänge in den Ruhestand flexibler gestalten, beispielsweise durch altersteilzeitliche Regelungen. Zur gleichen Zeit kann eine so genannte Biografisierung beobachtet werden: Dieser Prozess beinhaltet, dass immer mehr ältere Menschen nicht mehr die traditionellen, gesellschaftlichen Vorgaben bezüglich der Rollenverteilungen als erstrebenswert erachten. Vielmehr wird versucht, eigene Lebensperspektiven und –stile in der Altersphase hervorzubringen (vgl. Böhnisch, 2001³: 254). „Gestützt wird diese Entwicklung durch die sozialdemografische Prognose, welche das Alter als eine der dominanten Lebens- und Sozialformen in den Industriegesellschaften des nächsten Jahrhunderts aufziehen sieht“ (ebd.).

„In der Vergangenheit stand lange Zeit die Frage der individuellen Bewältigung des Übergangs in den ´Ruhestand´ und des damit in arbeitszentrierten Gesellschaften für den einzelnen älteren Menschen verbundenen Verlustes an sozialer Integration, Anerkennung und Partizipationsmöglichkeiten im Vordergrund […] Diese auf das einzelne Individuum ausgerichtete Problemsicht weicht heute zunehmend einer Betrachtungsweise, die auf die damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen abhebt und verstärkt durch Überlegungen hinsichtlich der künftigen Rolle der älteren Generation in der Gesellschaft geprägt ist“ (Naegele/ Rohleder: 1, http://www.tup-online.com/media/md2677D.pdf).

Das Alter ist eine relative Größe, da es keine allgemeingültige Übereinstimmung zwischen kalendarischem Alter und Persönlichkeitsmerkmalen gibt (vgl. Adenauer, 2002: 24). „Keineswegs eindeutig sind die Bestimmungen dessen, was als ´älter´ oder ´alt´ in einer Gesellschaft gilt; noch weniger klar sind das mit der Situation des Alterns verbundene Lebensgefühl, mithin auch die Bereitschaft und Fähigkeit, in wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Prozessen mitzuwirken. Undeutlich sind umgekehrt auch Ausmaß und Verbreitung des Willens, die ´fitten´ Alten mitwirken und teilhaben zu lassen“ (Winkler/Zander, 2007: 138).

Das menschliche Alter ist vielmehr als ein individueller Zustand des Seins zu verstehen, der persönlich sehr unterschiedlich erlebt wird und im gesellschaftlichen Kontext zur Konstruktion verschiedener und (wie im Folgenden dargestellt werden soll) auch durchaus gegensätzlicher Altersbilder beiträgt (vgl. ebd.: 28f).

2.3) Die Rolle gegensätzlicher Altersbilder in der Gesellschaft

„Vorurteile und Diskriminierungen gegenüber älteren Menschen bildeten von Beginn an den zentralen Gegenstand der wissenschaftlichen Untersuchung von Altersbildern (Kruse/Schmitt, 2005: 11). Das BMFSFJ verfolgte mit der Veröffentlichung des Fünften Berichts zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland das Ziel, die weitgehend durch ökonomische Belastungsargumente[7] geprägte Diskussion einer differenzierten Beschreibung der Folgen des demografischen Wandels vorzunehmen (vgl. BMFSFJ, 2005a: 27). „Dass dieser […] eintreten wird, ist seit Jahrzehnten bekannt. Dennoch ist er erst seit wenigen Jahren ein Thema, das nun aber umso prägnanter und gleichzeitig beklemmender den politischen und medialen Diskurs beherrscht. Thematisieren heißt in diesem Kontext oft ausschließlich problematisieren: Wenn Politik und Medien den Blick auf die kommenden Jahrzehnte richten, beschränken sie sich meist auf negative Aspekte[8]. Bis zu einer ausgewogenen Auseinandersetzung mit dem demografischen Wandel scheint es noch ein langer Weg zu sein“ (Ehlers et. al., 2007: 7).

Dies mag zu einem gewissen Maß an den sich im Laufe der Jahrzehnte entwickelten Altersbildern[9] (gesellschaftlichen Vorstellungen vom Altern und den ihnen implizierten Kompetenzrollen) liegen. Diese betonten lange Zeit ausschließlich die Belastungs- und Kostenperspektive des Alters und hatten deshalb auch negative Prognosen für die Zukunft der Gesellschaft zur Folge. Ein Beispiel solcher abwertender Konstrukte ist z.B. das sog. Defizitmodell, welches das Denken in etwa den 1960er Jahren dominierte. Das Bild des Alters ging hier von einem allgemeinen Abbau bzw. Verlust intellektueller, emotionaler, psychischer und körperlicher Leistungsfähigkeit im Verlaufe dieser Lebensphase aus, was ausschließlich auf biologische und somit natürliche Abbauprozesse zurückgeführt wurde und damit als unaufhaltbar angesehen wurde. Das etwas später entstandene Altersbild des Disengagementmodells vertrat mit seiner Bezeichnung Disengagement[10] die Aussage, dass mit zunehmendem Alter ein Rückzug des Individuums aus den Rollen und Aktivitäten der mittleren Jahre stattfände. Als Ursache bzw. Folge von Persönlichkeitsveränderung des Einzelnen wurde die verminderte Interaktion und wachsende Auseinandersetzung mit sich selbst angesehen (vgl. Meier/Schröder, 2007: 24ff).

Wenn das Alter jedoch ausschließlich aus der benachteiligten und isolierten Perspektive betrachtet wird, gestaltet es sich als schwierig, sich in dieser Phase an persönlichen Ziel- und Wertvorstellungen zu orientieren, wodurch bestehendes Potenzial[11] kaum genutzt werden bzw. sich entfalten kann (vgl. BMFSFJ, 2005a: 34). „Wenn Altern primär mit einer Abnahme der Lern-, Leistungs- und Umstellungsfähigkeit assoziiert wird, werden ältere Menschen ihre individuellen Möglichkeiten in vielen Fällen weder zu erkennen noch zu nutzen in der Lage sein“ (ebd.). Mittlerweile wird sich deshalb bemüht, eine andere, der aktiven Seite des Alter(n)s zugewandte Sichtweise hervorzuheben. „Diese lange Lebensphase ist heute von einer solchen Vielfalt geprägt, die es nicht mehr rechtfertigt, das Alter generell als negativ im Sinne von kontaktarm, zurückgezogen, einsam, inaktiv, krank und hilflos zu etikettieren“ (Kolland, 2008: 15, vgl. auch Schroeter/Zängl, 2006: 63f.)

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen dozierte auf dem Europäischen Kongress Demografischer Wandel als Chance: Wirtschaftliche Potenziale der Älteren 2007 in Berlin: „Wir müssen uns bewusst machen, dass die Potenziale des Alters darin bestehen, dass das längere Leben ´gewonnene Jahre´ sind, die bei guter Gesundheit, geistiger und körperlicher Fitness verbracht werden können.“ (BMFSFJ, 2007c, o.S[12] ). Das Altersbild müsse sich dabei in folgenden Dimensionen ändern: Erstens müsse man das aktive, produktive und innovative Alter entdecken und zweitens sei es ungemein bedeutend, den sozialen Erfahrungsschatz eines ganzen Lebens nicht einfach verkümmern zu lassen (vgl.: ebd.). „Wenn heutzutage jemand in Rente oder Pension geht, hat er noch ein Viertel seines Lebens vor sich, eine Zeit, auf die viele Ältere und ihre Umgebung nicht vorbereitet sind […]. Es ist dieser Erfahrungsschatz eines gelebten Lebens, den es für alle zu nutzen gilt. Die Gruppe der 60-70-Jährigen entwickelt sich zurzeit zu der Gruppe mit der höchsten Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement.“ (ebd.) Neben dem ermittelten Durchschnittsalter der Ehrenamtlichen, welches bei etwa 53 Jahren liegt, sind besonders stark die 40-60-jährigen Frauen vertreten (vgl.: Backes, 2006: 79).

Die Thematik der Altersfrage hat auch international einen hohen politischen Stellenwert inne. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verabschiedete Anfang der 1980er Jahre ihren ersten Weltaltenplan und legte im Jahr 2002 Vorschläge für das neue Paradigma des „aktiven Alters“ vor, dessen Grundlage ein generationsübergreifendes Konzept vorsieht, um „Ältere und ihre Leistungen aktiver in das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben zu integrieren und ein positives Altersbild zu entwickeln“ (Meier/Schröder, 2007: 17). Der sechste Altenbericht, der von der Sachverständigenkommission bis spätestens im Jahr 2010 vorgelegt werden wird, hat ebenfalls die Aufgabe, sich mit dem Thema der „Altersbilder in der Gesellschaft“ intensiv auseinanderzusetzen und dazu eine öffentliche Debatte anzuregen (vgl. BMFSFJ, 2007b).

2.4) Ältere Menschen als Akteure der Bürgergesellschaft

„Das Leben […] hängt (vertikal) […] von der sozialen Leiter ab, auf der sich Menschen befinden, und es hängt (horizontal) auch von der Qualität der Gemeinschaften ab, deren Teil sie sind“ (Dettling, 2001: 19). Sie leben nicht allein oder noch nicht einmal in erster Linie von Erwerbsarbeit, sondern immer noch „hauptsächlich von Dingen und Tätigkeiten, die sich jenseits des kapitalistischen Marktes befinden. […] für ihre umfassende materielle Versorgung, aber vor allem für ihre Versorgung mit sozialen Beziehungen und Sinn sind Menschen mehr auf die unbezahlte Arbeit angewiesen als auf die bezahlte“ (Baier et. al., 2007: 13f) .

2.4.1) Bürgerschaftliches Engagement im Alter

Die Forderung nach einer stärkeren Nutzung von Potenzialen älterer Menschen für die Gesellschaft, welches sich am Prinzip der Solidarität orientiert, beschränkt sich nicht auf die Arbeitswelt, sondern gilt in gleicher Weise für das bürgerschaftliche Engagement (vgl. BMFSFJ, 2005a: 40). Die gesellschaftliche Thematik der Förderung von Engagement in allen (nicht nur den jungen) Altersklassen steht in den Bereichen der Politik, der Wohlfahrtsverbände, der Kommunen, der Wirtschaft etc. gegenwärtig ganz oben auf der Agenda, wenn es um die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft geht. Denn sie hängt davon ab, ob und inwiefern der Bürger aktiv in die Gestaltungsprozesse der Demokratie eingebunden werden kann (vgl. Fänderl, 2005: 7). „Beteiligung schafft Verantwortung, und Verantwortung sichert ein langfristiges Engagement für die Gesellschaft“ (ebd.). Hierbei geht es um die Entlastungsfunktionen für Politik und Staat, aber vor allem um die Reserven und Kapazitäten zur gesellschaftlichen Selbstorganisation (vgl. Nitschke, 2005: 9).

„Die Wahl des Begriffs ´Bürgerschaftliches Engagement´ macht den Zusammenhang von Engagement und Bürgerschaft deutlich; er ermöglicht es, Bürgerschaftlichkeit als eigenständige Dimension für Engagement der verschiedensten Art – politisches, soziales und geselliges – zu verstehen“ (Deutscher Bundestag, 2002a: 24). Es wird im Allgemeinen definiert als „Aktivitäten oder eine Arbeit, die von einem Menschen aus freiem Willen zugunsten anderer Menschen […], ohne Bezahlung (allenfalls bis auf ein kleines Entgelt und/oder einem Ausgabenersatz) ausgeführt werden“ (Gaskin et. al., 1996: 31). Mit anderen Worten findet bürgerschaftliches Engagement in sozialen Räumen statt, „in denen Menschen freiwillig, jedoch nicht privat; öffentlich, jedoch nicht unter staatlicher Regie; im überschaubaren sozialen Nahbereich, jedoch nicht im Binnenraum der Familie tätig sind“ (Dettling, 2001: 17).

Im Gegensatz zum Zeitraum vor den 1980er Jahren, in dem Menschen über 65 Jahren in weiten Bereichen vor allem des sozialen Engagements reserviert behandelt wurden, setzte danach ein umfängliches Werben um die zeitlichen und fachlichen Ressourcen älterer Menschen ein (vgl. Backes, 2006: 84). Die Angebote kirchlicher oder freigemeinnützger Träger zu nutzen, waren früher klassische Formen der Altersaktivität, später kamen öffentliche Angebote im Bildungsbereich hinzu. Doch erst seit den 1980er Jahren werden erweiterte Handlungsspielräume in den Kategorien der nachberuflichen Tätigkeitsbereiche gefördert (vgl. ebd.: 83).

Heute werden die im Vergleich zu früheren Geburtsjahrgängen besseren Lebensbedingungen wie z.B. Gesundheit, Bildung, finanzielle und zeitliche Ressourcen als Potenziale angesehen, die dazu führen könnten, in Zukunft eine größere Zahl älterer Menschen zur Übernahme entsprechender Aufgaben anzuregen (vgl. BMFSFJ, 2005a: 5) . Der in den vorliegenden Bevölkerungsstatistiken verzeichnete Anstieg der Lebenserwartung hat zur Folge, dass ältere Leute insgesamt an „aktiver Lebenszeit“ gewinnen, jene Phase, in der sie weitestgehend selbstständig und eigenverantwortlich leben können. Kommende Generationen älterer Menschen werden wohl länger dazu fähig sein, sich aktiv und positiv an der Gesellschaft zu beteiligen (vgl. ebd.: 29).

Dass Engagement nicht altert, wird nur allzu deutlich, wenn man die Daten der in Deutschland durchgeführten Freiwilligensurveys gegenüberstellt. Im ersten kam man im Jahr 1999 zu dem Ergebnis, dass in Gesamtdeutschland das Engagement der 60-69-Jährigen quantitativ keinesfalls geringer sei als das anderer Altersgruppen ( vgl. Rosenbladt, 2001: 26ff). Der zweite Survey (aus dem Jahr 2004) verzeichnet im Vergleich zum ersten eine Steigerung des freiwilligen Engagements, welches bei den älteren Menschen am deutlichsten ausfiel (vgl. BMFSFJ, 2005b: 5). Spätestens durch das 2001 von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Freiwilligen (IJF) und die Enquete-Kommission des deutschen Bundestags Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements 2002 erlebt die Thematik des freiwilligen bzw. bürgerschaftlichen Engagements Hochkonjunktur (vgl. Schroeter, 2006: 7) .

Der Beitrag und die Aufgabe einer sozial aktiven Bürgergesellschaft ist es, Individualismus und soziales Engagement in neuem Licht zu sehen (vgl. Dettling, 2001: 19) . „Bürgerschaftliches Engagement gilt heute als wichtiger Schlüssel zur Erhaltung und Förderung der Selbstständigkeit, Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe und Mitwirkung der älteren und jüngeren Generationen“ (Vogt-Janssen, 2008: 32). Neben gesellschaftlichem und ökonomischem Wert des bürgerschaftlichen Engagements nimmt es also auch eine große Bedeutung für das Individuum ein und kann der richtige Weg dazu sein, um die eigene Lebenszufriedenheit zu steigern. Denn die auszuführende und als sinnvoll erlebte Aufgabe beinhaltet die Möglichkeit, die jeweilige Lebensphase selbst zu gestalten und die vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen – für sich selber und andere - einzusetzen (vgl. Backes, 2006: 83).

2.4.2) Ehrenamt und Freiwilligenarbeit

Nicht selten werden die Termini „Ehrenamt“ und „Freiwilligentätigkeit“ synonym verwendet. Trotzdem werden unterschiedliche Gewichtungen zwischen den beiden Arten von bürgerschaftlichem Engagement deutlich: Der wesentlich ältere Begriff des Ehrenamtes rührt naheliegender Weise daher, dass zum einen ehrenamtlich tätige Personen Ämter innehaben (in die sie im Regelfall gewählt wurden) bzw. über einen längeren Zeitraum hinweg Aufgaben an der Basis (Bsp. Als Vereinsmitglieder) ausüben (vgl. Deutscher Caritasverband, www.caritas.de/2085.html).

Als Freiwillige hingegen werden zunehmend Personen bezeichnet, die projektbezogene Aufgaben, meist von kurzer Dauer, übernehmen. „Gerade im Gefolge des aktuellen gesellschaftlichen Strukturwandels entstehen veränderte Motivlagen[13], die allenfalls dem traditionellen Ehrenamt Verluste bescheren, die aber zugleich als Quelle für neue Formen des freiwilligen Engagements begriffen werden können“ (Keupp, 2001: 13). Als Freiwilligendienste werden unentgeltliche Einsätze von sechs Monaten bis zu zwei Jahren bezeichnet. Diese werden in sozialen, kulturellen, ökologischen, sozial-pastoralen oder anderen Bereichen im In- und Ausland angeboten.

In Deutschland werden erst seit den letzten paar Jahren Hilfen zur Förderung selbstbezogenen Engagements von öffentlichen Institutionen angeboten, meist im Rahmen von Modellprogrammen, finanziert von Landes- oder Bundesministerien. Das Bundesmodellprojekt der „Seniorenbüros“, welche als Anlaufstellen für ältere Menschen gedacht ist, ist nur eines von ihnen. Andere innovative Konzepte wurden beispielsweise mit dem Programm „SeniortrainerInnen – Erfahrungswissen für Initiativen“ realisiert, in denen sich ältere Freiwillige in Kompetenzteams zusammenschließen und mit ihrem Engagement vernachlässigte Bedarfslagen in ihren Kommunen aufgreifen, neue Projekte aufbauen, Initiativen starten und bestehende Einrichtungen unterstützen (vgl. BMFSFJ, 2006: 7).

In den verschiedenen Foren des achten Deutschen Seniorentages 2006 in Köln, bei dem es um das Thema „Alter als Chance“ ging, wurde u.a. der Frage nach den sich ändernden Beziehungen zwischen den Generationen nachgegangen. „Solidarität der Generationen lebt davon, dass Jung und Alt voneinander wissen, miteinander reden, einander zuhören.“ (BAGSO, 2006: 9, http://bagso.de/fileadmin/Aktuell/ Publikationen/Endgueltige_Kurzfassung_DST.pdf). Als eine der Antworten darauf startet ab Beginn 2009 das Bundesmodellprogramm „Freiwilligendienste aller Generationen“, nachdem im Juni 2008 die dreijährige Laufzeit des Vorläuferprogrammes „Generationsübergreifende Freiwilligendienste“ ausgelaufen war. Beide haben zum Ziel, dass Menschen jeden Alters sich in unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen für andere engagieren, dabei die produktive Nutzung des Erfahrungswissens älterer Teilnehmer zu gewährleisten sowie die Heranführung der jüngeren Bevölkerungsgruppe an bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Im Gegenzug wird den Teilnehmern Möglichkeiten der Weiterbildung geboten (vgl. BMFSFJ, 2008: http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Politikbereiche/Freiwilliges-Engagement/freiwilligendienste-fuer-jedes-alter.html). Vor allem durch diese Wechselseitigkeit entsteht zwischen bürgerschaftlichem Engagement und Bildung im Alter ein positiver Bezug: Durch die Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen wird die Chance gefördert, dass ältere Menschen sich auch anderweitig engagieren. Gleichsam ist bekannt, dass bürgerschaftliches Engagement immer auch wieder das Bedürfnis weckt, zu lernen und sich weiterzubilden (vgl. Köster, 2007: 85).

Vor einem vergleichbaren Hintergrund wurden in den letzten Jahren auch Angebote konzipiert, welche die nötigen Voraussetzungen schaffen, einen Einsatz älterer Freiwilliger auch außerhalb Deutschlands zu ermöglichen.

2.5) Zusammenfassung

Im zweiten Gliederungspunkt wurde erläutert, wie sich die gegenwärtige bzw. zukünftige gesellschaftliche Situation darstellt im Hinblick auf die Umverteilung der Gewichtung der unterschiedlichen altersbezogenen Bevölkerungsanteile. Hierbei ist klar, dass der Gesellschaft dadurch auf unterschiedlichen Ebenen gewisse Belastungen entstehen. Gleichzeitig werden und müssen jedoch neue Ressourcen entstehen und Lösungsansätze entwickelt werden. Durch eine optimistische Sichtweise auf das Alter wird es erst ermöglicht, der Entwicklung des demografischen Wandels auch etwas Positives abzugewinnen und sie als eine Chance zu sehen, bedeutende Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken.

„Das Alter selbst [verläuft] nicht eindimensional als allgemeiner Abbau und Rückzug […], sondern es gibt verschiedene Sozialformen und Praktiken des Alterns, die nebeneinander existieren. Mit dieser Pluralisierung des Alterns sind verschiedenartige Altersstile verbunden. In solchen Lebensstilen ist der Anspruch vermittelt, sich im Alter nicht zurückziehen zu müssen, sondern sozial präsent zu sein“ (Böhnisch, 2001³, 258). Es gilt Wege zu finden, wie ältere Menschen für die Bürgergesellschaft stärker als bisher aktiviert und eingesetzt werden können. Insbesondere wird es darauf ankommen, ihre Möglichkeiten, Fähigkeiten und ihr Interesse an freiwilligem Engagement für die Gesellschaft fruchtbar und nutzbar zu machen. „Wir müssen die Steinzeitbilder in unseren Köpfen zerstören. Für den Einzelnen ist das eine seelische, für die Gesellschaft aber auch eine ökonomische Notwendigkeit. Wir fürchten uns vor dem Alter und der Vergreisung – und zugleich verschmähen wir ungeheure Ressourcen an Jugendlichkeit, indem wir so tun, als hätten die 40-, 50-, 60-Jährigen noch die Lebensrhythmen der Steinzeit“ (Seidl, 2005: 9).

Nur durch das Umdenken aller gesellschaftlichen Akteure können die Aufgaben, die der demografische Wandels mit sich bringt, bewältigt werden. Es gilt, eine altersintegrierende Kultur zu entwickeln, die auf die Einbringung der Potenziale älterer Menschen in die Gesellschaft setzt und es sich zum Ziel setzt, politische, rechtliche und gesamtgesellschaftliche Strukturen altersgerecht zu gestalten. Ein solch verändertes Strukturgefüge sollte es ermöglichen, den Nutzen der Beiträge älterer Menschen bezüglich des Gemeinwohls zu optimieren (vgl. BMFSFJ, 2005a: 27).

In dieser einführenden Darstellung war zunächst in erster Linie von nationalen Engagementzusammenhängen die Rede. Diese besitzen in Deutschland bereits eine lange Tradition und haben eine jahrzehntelange Entwicklungsgeschichte durchlaufen, in der sich Wirkungsfelder wie auch allgemeine gesellschaftliche Zusammenhänge gewandelt haben.

Eine interessante Variante des Engagements älterer Menschen ist - nicht zuletzt im Zeitalter der Globalisierung, in dem globale Verantwortung und interkulturelle Zusammenarbeit immer mehr an Bedeutung gewinnen - der Einsatz in internationalen Kontexten. Diese Thematik, die sich mit älteren Menschen beschäftigt, die über die Grenzen unseres Landes hinweg auf freiwilliger sowie unentgeltlicher Basis in Aktion treten, soll in dieser Arbeit im Vordergrund stehen und in den folgenden Kapiteln ausführlich behandelt werden. Diesen wird man entnehmen können, dass hier auch durchaus eine Nachfrage durch die ältere Bevölkerung im Hinblick auf eine Partizipation an dieser besonderen Form des Freiwilligendienstes besteht.[14]

3. Ältere Menschen im Feld der internationalen Freiwilligendienste

Konzentrieren möchte ich mich in diesem Kapitel auf konkrete Möglichkeiten für Menschen ab 30 bzw. 40 Jahren, die entweder noch im Berufsleben stehen oder bereits in Ruhestand sind und für einige Zeit ins Ausland gehen und freiwillig arbeiten möchten. Fragestellungen nach den jeweiligen Rahmenbedingungen und Zielsetzungen sollen hierbei behandelt und beantwortet werden.

3.1) Begriffe und Unterschiede

Normalerweise wird „Internationaler Freiwilligendienst“ (in Bezug auf die genannte Zielgruppe[15] ) verwendet als Sammelbegriff für Workcamps, Friedensdienste, Versöhnungsdienste, etc. Doch einheitliche Bezeichnungen existieren hier nicht. Oft verwendet jede (Entsende-)Organisation einen eigenen Namen für das angebotene Programm (vgl. Christ/Fischer, 2002: 13).

Ein Wesentlicher Gesichtspunkt zur Unterscheidung der verschiedenen Dienstarten ist zum einen deren Dauer: es gibt kurzfristige internationale Freiwilligendienste (Workcamps, die nur einige Wochen dauern), mittelfristige (drei bis zwölf Monate) und längerfristige (bis zu 24 Monaten). Ein weiteres Kriterium ist, ob bzw. inwieweit das Ganze durch (rechtliche) Rahmenbedingungen geregelt ist.

3.2) Angebot der internationalen Dienste

Im Folgenden werden unterschiedliche Engagementfelder, Dienstarten und deren Besonderheiten aufgeführt. Diese Darstellung soll dem Leser lediglich einen Überblick verschaffen, wobei ein Programm (das vom BMFSFJ geförderte Modellprojekt „Internationale Freiwilligendienste für unterschiedliche Lebensphasen“, kurz IFL) genauer vorgestellt wird. Es besteht keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Schließlich ist es das Hauptanliegen dieser Gesamtarbeit, in den darauffolgenden Gliederungspunkten die eigene durchgeführte, empirische Untersuchung vorzustellen und zu analysieren.

3.2.1) Workcamps und Familienworkcamps

Wenn man Interesse an freiwilligem und sozialem Engagement im Ausland hat, dafür jedoch aus unterschiedlichen Gründen (Beruf, Familie etc.) nicht übermäßig viel Zeit erübrigen kann oder will, bietet sich die Teilnahme an einem internationalen Workcamp an. Dort arbeiten Gruppen von etwa 10 bis 20 Leuten aus unterschiedlichen Ländern zusammen in einem gemeinnützigen Projekt. Für die meisten Einsatzländer gilt die Altersgrenze „bis 30“, welche allerdings nicht mehr so strikt gehandhabt wird. Einige Träger haben sogar damit begonnen, offensiv für die ältere Zielgruppe zu werben. Welche Einsatzländer dabei möglich sind, hängt von der jeweiligen Entsendeorganisation ab.

In Worcamps zu arbeiten bietet eine gute Gelegenheit, seine eigene Arbeitskraft für etwas Sinnvolles zur Verfügung zu stellen. Normalerweise werden keinerlei (berufliche) Qualifikationen vorausgesetzt, doch vorhandene spezifische Kenntnisse und Fähigkeiten sind natürlich immer von Vorteil.

Eine spezielle und innovative Form internationaler Workcamps ist das Familienworkcamp. Dieses gibt es offiziell seit dem Jahr 2006. Es ist offen für alle Freiwillige mit Kindern (bis 14 Jahren). Diese werden, soweit möglich, in die Camp-Aktivitäten mit einbezogen (vgl. IJGD, http://www.ijgd.de/Family-Camps.597.0.html). Zurzeit sind folgende Einsatzländer möglich: Deutschland, Estland, Italien, Japan, Slowakische Republik, Türkei, und die USA (vgl. hierzu auch IBG(b), http://www.ibg-workcamps.org/programme/o30.htm). Es besteht die Möglichkeit, Familien aus anderen Ländern kennenzulernen, wobei alle Teilnehmer gemeinsam arbeiten, leben und ihre Freizeit verbringen. Wie bei den anderen Workcamps ist für Unterkunft und Verpflegung gesorgt, manchmal wird auch eine Kinderbetreuung angeboten. Die gemeinsame Sprache ist meist Englisch.

Die Kosten bei internationalen Workcamps belaufen sich meist auf 120 Euro pro Erwachsenen, Kinder zahlen je die Hälfte[16] (vgl. IBG(a), http://www.ibg-workcamps.org/vef.htm).

3.2.2) Senior Experten Service, Werkhaus „Anti Rost“ und Co

Der allgemeine Grundsatz, nachdem jedes freiwillige und ehrenamtliche Engagement nicht auf einer professionellen Grundlage basiert ist und keine formalen Qualifikationen zur Voraussetzung hat (vgl. Backes, 2006: 76), trifft bei diesen Diensten nicht zu. Der Gedanke des „aktiven Ruhestandes“ (SES: Wer sind wir?, http://www.ses-bonn.de/) und das Bewusstsein um den Wert von Lebens- und Berufserfahrung älterer Menschen für andere sind bereits Grundlage neuer Ideen in der Freiwilligenlandschaft unseres Landes geworden. Unter dem Credo „Zukunft braucht Erfahrung!“ werden Menschen, die bereits aus dem Erwerbsleben ausgetreten sind und eine spezifische Berufsausbildung durchlaufen haben, schon seit Mitte der 1980er in gemeinnützigen Organisationen wie z.B. dem Senior Experten Service oder dem Werkhaus Anti-Rost e.V. gezielt als Experten ihrer Fachrichtung auf unentgeltlicher Basis national wie international vermittelt und entsendet[17]. Dabei wird das Ziel verfolgt, Fach- und Führungskräfte im jeweiligen Land in diesem oder einem ähnlichen Beruf aus- bzw. weiterzubilden. Damit wird den Freiwilligen die Möglichkeit gegeben, selbstbestimmt und auf kreative Art und Weise ihren Erfahrungsschatz aus Leben und Beruf weiterzugeben und so gegenüber anderen Menschen, denen dies zugute kommt, auf lange Sicht Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und die wirtschaftliche Entwicklung des jeweiligen Einsatzlandes zu fördern.

Susanne Nonnen, Geschäftsführerin des SES, konstatiert eine durchweg positive Resonanz: „Weltweit wird die langjährige Berufserfahrung der Senior Experten, verbunden mit Engagement und hoher Motivation, gesucht und sehr geschätzt. Sie sind im Ruhestand und bei ihrer Tätigkeit im In- und Ausland unabhängig von wirtschaftlichen Interessen. Das ermöglicht ihnen, als Außenstehende eine andere Sicht auf Probleme zu entwickeln. So können die ´Auftraggeber´ ihre Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Dadurch haben mehr Menschen die Möglichkeit, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften und ihren Lebensstandard zu verbessern“ (SES, 2006: 3, http://www.ses-bonn.de/aktuelles-presse/presseinfos/jahresbericht.ht ml).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Einsätze 1983 - 2007

(Quelle: SES, 2007, Jahresbericht: 8, http://www.ses-bonn.de/index.php?eID=tx_nawsecuredl&u= 0& file=fileadmin/user_upload/Redakteure/Dokumente/Jahresbericht_2007.pdf&t=1227359974&hash=ed0b2b1af53bc64e68808b6408f7c33f)

Die Einsatzfelder sind je nach Berufsfeld sehr vielfältig und reichen von der Industrie über die Entwicklung von Infrastruktur bis hin zum Agrarwesen. Die Verteilung der Senior Experten auf die verschiedenen Einsatzländer ist im Verlauf der Jahre 1983 bis 2007 in Abbildung 2 dargestellt.[18] Wie man an der inzwischen sehr hohen Anzahl der entsendeten Senior Experten erkennen kann (siehe Grafik), wird diese Art von internationalen Freiwilligendiensten für berufserfahrene Weiterbildungskräfte durch die entsprechende Zielgruppe durchaus in Anspruch genommen.

3.2.3) Internationale Friedensdienste

Stellvertretend für andere Organisationen sei hier der ökumenische und internationale Friedens- und Entwicklungsdienst EIRENE (griech.: „Frieden“) genannt, der bereits seit Anfang der 1990er Jahre einen „Friedensdienst für Ältere“ anbietet, in dem Freiwillige ab 40 Jahren ins Ausland entsendet werden.

Dieser Freiwilligendienst hat ebenso wie die anderen internationalen Freiwilligendienste keine besonderen (rechtlichen wie formalen) Rahmenbedingungen. Er ist erstmals in Organisationen entstanden, die schon länger IFD für Jugendliche angeboten und irgendwann bemerkt hatten, dass auch eine Nachfrage nach Angeboten für ältere Teilnehmer bestand.

Nun wirbt EIRENE mit der „Einladung zur Neuorientierung im Alter“ (Christ/Fischer. 2002: 102). Durch diese Organisation wurde es Angehörigen der älteren Generationen erstmals ermöglicht, durch Einsatz der jeweiligen Erfahrungen und des Wissens (auch in einem bisher berufsfernen Arbeitsfeld) sich für Menschen in Not, Benachteiligte und den Frieden international einzusetzen (vgl. ebd.).

EIRENE ist gleichzeitig auch eine der elf (entsendenden) Organisationen im bestehenden Trägerverbund des IFL-Pilotprojekts, welches im Folgenden kurz mit seiner Zielsetzung und Rahmenbedingungen vorgestellt werden soll.

3.3) Das Modellprojekt „Internationale Freiwilligendienste für unterschiedliche Lebensphasen“ (IFL)

Das IFL ist Bestandteil des Bundesmodellprogramms „Generationsübergreifende Freiwilligendienste (GüF)“ und damit eines von rund 50 vom BMFSFJ geförderten Projekten, die das langfristige Ziel verfolgen, neue und innovative Formen des freiwilligen Engagements zu entwickeln und auszubauen.

Im Rahmen dieses bundesweit einmaligen Modellprogramms, das wie geplant im Zeitraum von 2005 bis 2008 vom Ministerium finanziert wurde, können Interessierte ab dem Alter von 18 Jahren einige Zeit im Ausland verbringen (derzeit in über 50 Ländern) und sich dort in sozialen, ökologischen, politischen oder kulturellen Einrichtungen und Projekten sinnvoll betätigen (vgl. IFL (b), http://www.internationale -freiwilligendienste.org/ifl_projekt.html,). Dieses so genannte „Outgoing-Programm“ steht dem sog. „Incoming-Programm“[19] gegenüber, in dem Menschen aus anderen Ländern unter den gleichen Rahmenbedingungen einen Freiwilligendienst in Organisationen in Deutschland leisten können. Das Ziel dieser beiden Bausteine ist der stärkere und gleichwertigere interkulturelle Austausch.

Statistischen Erhebungen zufolge leisteten seit dem Start des Pilotprojekts im Sommer 2005 insgesamt gut 400 Freiwillige im Alter von 18 bis 71 Jahren einen Freiwilligendienst mit dem IFL.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Altersverteilung der Freiwilligen

Quelle: IFL(d), 2008, Eigene Darstellung. http://www.internationale-freiwilligendienste.org/ fileadmin/ user_upload/redakteure/Presse/IFL_in_Zahlen.pdf

Dem gegenüber stehen 100 Menschen aus 33 Ländern, die sich in diesem Zeitraum in deutschen Organisationen und Projekten engagierten.

Einen konkreten Anlass bekam der Start des IFL-Projektes durch einen Bericht der Kommission „Impulse für die Zivilgesellschaft“ in dem dazu aufgerufen wurde, freiwilliges Engagement vermehrt Menschen der mittleren und höheren Altersstufe näher und gleichzeitig auch den – heute durchaus nicht mehr selbstverständlichen - Generationendialog wieder ins Rollen zu bringen (vgl. IFL(m), www./ifl/test.internationale-freiwilligendienste.org/index79ff.html?id=112).

3.3.1) Dauer des Dienstes und mögliche Einsatzländer

Die Teilnahme an einem IFL kann innerhalb der Mindestdauer von drei Monaten bis zur Höchstdauer von zwei Jahren zeitlich sowohl für Freiwillige des Incoming - als auch des Outgoing -Programmes individuell und je nach Bedarf gestaltet werden. Für (noch) Berufstätige kommt oftmals nur die kürzeste Einsatzdauer in Frage, da sie von ihrem jeweiligen Arbeitgeber nur begrenzte Zeit Urlaub erhalten und/oder aufgrund ihrer eigenen Familie nicht länger als drei Monate „ausfallen“ können.

Jede Entsendeorganisation hat ihre eigenen geographischen oder inhaltlichen Schwerpunkte. Daher ist das Angebot an Einsatzländern vielseitig. Schwerpunkte des „Outgoing“-Programmes liegen, wie in der folgenden Abbildung zu sehen ist, in Lateinamerika, Asien und Europa (IFL(d), 2008: 2, http://www.internationale-freiwilligendienste.org/fileadmin/user_upload/redakteure/Presse/IFL_in_Zahlen.pdf).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Länderübersicht. Verteilung der Freiwilligen weltweit.

Quelle: IFL(d), 2008: 1, (www.ifl/test.internationale-freiwilligendienste.org/fileadmin/user_upload/ redakteure/Presse/IFL_Statistik_Feb_2008.pdf

3.3.2) Trägerschaft

Der Träger des IFL-Projekts ist ein Zusammenschluss von 17 deutschen Organisationen, von denen elf aus dem Bereich der internationalen Personalentsendung (mit langjähriger Erfahrung in Bezug auf die Vermittlung von Fachkräften und Freiwilligen) stammen, fünf weiteren deutschen Organisationen sowie einem Teilprojekt in Lateinamerika. Koordinierende und übergeordnete Stelle ist der Arbeitskreis "Lernen und Helfen in Übersee e.V." (AKLHÜ), über den alles Finanzielle und Organisatorische abgewickelt wird. Er vertritt die IFL auch nach außen, ist also für Beratung und Information der Öffentlichkeit zuständig.

3.3.3) Konzeption und Zielsetzung

Der Grundgedanke, der hinter dem IFL steckt, ist schnell formuliert: Es soll damit ein internationaler Freiwilligendienst geschaffen werden, der keine obere Altersgrenze hat und damit gleichzeitig unterschiedliche Kulturen und Generationen zusammenführt. Letzterer Punkt durchzieht das Projekt in verschiedenen Ebenen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Generationenaspekte in der IFL-Projektplanung

Quelle: IFL(c), 2007: 2. Eigene Darstellung. http://www.internationale-freiwilligendienste.org/ uploads/ media/Die_Generationenaspekte_in_den_IFL-Freiwilligendiensten.pdf

3.3.3.1) Generationsoffenes Element

Bei dem IFL-Freiwilligenprojekt kommt es darauf an, Angehörige möglichst unterschiedlicher Altersgruppen für die Idee eines Auslandseinsatzes zu begeistern. Da gibt es zum einen die klassische Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die nach der Schule oder vor dem Studium sich eine Zeit lang im Ausland aufhalten und sich vielleicht auch in Bezug auf ihre spätere Berufswahl erst einmal orientieren möchten. Oder aber auch Erwachsene mittleren Alters, die sich im Rahmen eines Sabbaticals oder (un-) bezahlten Urlaub von Familie und Alltag eine Auszeit nehmen und sich vielleicht – beruflich oder privat – neu orientieren möchten. Und schließlich werden in diesem Programm explizit auch Senioren (während und nach der Berufs- und Familienphase) angesprochen, denen es Freude bereitet, die individuell erworbenen Erfahrungen in ihrem Beruf bzw. ihrem Leben an Menschen im Ausland weiterzugeben. Von diesem gegenseitigen Austausch, welchem der Gedanke zugrundeliegt, dass die gemeinsame Arbeit von Leuten unterschiedlichen Alters einen ergänzenden Charakter besitzt, können dann alle Seiten profitieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Anteil der älteren Freiwilligen innerhalb der Projektjahre 2005 bis 2008

Quelle: IFL(d), 2008: 3. Eigene Darstellung. (www.ifl/test.internationale-freiwilligendienste.org/ fileadmin/user_upload/redakteure/Presse/IFL_Statistik_Feb_2008.pdf)

Auch wenn der Anteil der über Fünfzigjährigen in Relation zu den anderen beiden Altersgruppen (noch) recht gering erscheinen mag, so ist er doch in den drei Jahren kontinuierlich angestiegen. Auch ist in Abbildung 5 zu sehen, dass bereits ab dem zweiten Jahr mehr als 50 Prozent jenseits der klassischen Altersgruppe der 18 bis 27-Jährigen liegen.

3.3.3.2) Generationsbezogenes Element und mögliche Einsatzstellen

Zwar bestätigen die Ergebnisse des neuesten Freiwilligensurveys, dass die Bereitschaft, sich freiwillig zu engagieren in Deutschland in den vergangenen Jahren angestiegen ist. Gleichzeitig zeigt die umfangreiche Befragung deutlich, dass das geleistete Engagement vermehrt der jeweils eigenen Altersgruppe zugute kommt (vgl. IFL(l): 1, http://www.internationale-freiwilligendienste.org/uploads/media/BBE-News letter_22.03.2007_01.pdf).

Innovativ an IFL und damit Teil einer gesellschaftlichen und politischen Strömung, die derzeit an Stärke gewinnt, ist also die Zusammenführung der nach oben hin offenen Altersgrenze mit dem generationsbezogenen Aspekt und der internationalen Ebene. Auf nationaler Ebene wurde dieses Konzept bereits mehrfach umgesetzt und erprobt, z.B. durch die so genannten „Mehrgenerationenhäuser“, in denen sich Jung und Alt in einer Art modern strukturierter Großfamilie unter einem Dach treffen, Erfahrungen austauschen und sich im Alltag durch sich ergänzende Interessen und Fähigkeiten gegenseitig helfen können. Auch hier wird das Ziel der Anerkennung, Weiterentwicklung und Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements verfolgt sowie die Förderung des gemeinsamen Füreinanders von Jung und Alt (vgl. BMFSFJ, 2007a, o.S.). Zielgruppen sind hier insbesondere diejenigen, die i.d.R. volljährig sind, Berufstätige oder Arbeitslose, Studierende, (Vor-)Ruheständler, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderung und Personen, die gerade von der Ausbildung in den Beruf wechseln.

Diese Idee des Generationenzusammenhalts soll nun auf internationaler Ebene fortgesetzt werden.

Im IFL-Programm arbeiten Ältere zumeist in Jugend- oder Kinderprojekten, sind unter anderem als Lehrer in Schulen tätig, helfen bei der Aufklärung Jugendlicher bei Aidskampagnen mit oder werden in SOS-Kinderdörfern eingesetzt (wo familienähnliche Strukturen eine bedeutende Rolle spielen). Jugendliche hingegen können z.B. bei der Arbeit mit Senioren mitwirken, in Einrichtungen für Obdachlose oder Behinderte arbeiten usw. Die Tätigkeitsbereiche sind vielfältig, wobei es auch möglich ist, dass junge und ältere Freiwillige gemeinsam ein Team bilden (vgl. IFL(a), o.S.). Der Schwerpunkt der Einsatzstellen liegt im sozialen Bereich. Es gibt aber auch Engagementmöglichkeiten und Projekte im Bereich Naturschutz oder Gedenkstätten, in Geschäftsstellen von Nongovernmental Organizations (NGO´s) oder politisch sensible Orte zur Beobachtung der Menschenrechtssituation, um nur einige zu nennen.

[...]


[1] Diese Altersgruppe von 28-60-Jährigen wird im Rahmen der Freiwilligenthematik auch oftmals als „Die Mittleren“ bezeichnet, die im Berufsleben stehen und deren Lebenssituation in besonderer Weise von familiären und beruflichen Verpflichtungen geprägt ist (vgl. ZZE, 2007, S. 9)

[2] Im weiteren Verlauf dieser Arbeit mit BMFSFJ abgekürzt

[3] Von den sechs befragten Freiwilligen wurde die Hälfte im Rahmen des genannten Programmes „Internationale Freiwilligendienste für unterschiedliche Lebensphasen“ (kurz „IFL“) entsendet

[4] Mit dem Grundsatz der zunehmenden Orientierung der Märkte an den Wünschen und Bedürfnissen des in der Zukunft an Kaufkraft gewinnenden älteren Bevölkerungsanteils

[5] Das Alter (eine gesellschaftlich-systemische Definition, beispielsweise die Bevölkerungsgruppe ab 60 Jahren) ist zu unterscheiden vom Altern (dem biografischen Prozess) (vgl. Böhnisch, 2001³, 253)

[6] Diese Arbeitszeitmodelle werden meist in Anspruch genommen, um eigene Interessen zu verfolgen. Darunter können auch die berufliche Weiterbildung, der Erwerb einer Promotion, die Aufnahme eines Studiums oder allgemein einer Ausbildung Gründe für die Entscheidung darstellen, sich für eine gewisse Zeit aus dem Erwerbsarbeitsleben zurückzuziehen und danach wieder einzusteigen (siehe dazu

[7] Vor allem durch das entstehende Ungleichgewicht zwischen der Anzahl der Erwerbstätigen und Nicht-Erwerbstätigen (alte und junge Menschen, Nicht-Erwerbspersonen, Erwerbslose)

[8] Hier wird zumeist die finanzielle (In-)Stabilität der staatlichen, sozialen Sicherheitssysteme sowie das Thema der Rentenfinanzierung in den Vordergrund gestellt (vgl. Ehlers et. al., 2007: 20)

[9] „Altersbilder umfassen Ansichten von Gesundheit und Krankheit im Alter, Vorstellungen über Autonomie und Abhängigkeiten, Kompetenzen und Defizite, über Freiräume, Gelassenheit und Weisheit, aber auch Befürchtungen über materielle Einbußen und Gedanken über Sterben und Tod […]“ (BMFSFJ, 1997: 64)

[10] Engl. Für Abkoppelung, Loslösung

[11] „Der Begriff Potenzial wird allgemein im Sinne einer noch nicht verwirklichten Möglichkeit definiert. Unter ´Potenzialen des Alters´ sind sowohl vom Individuum oder der Gesellschaft präferierte Lebensentwürfe und Lebensformen, die zur Wirklichkeit werden können, als auch die den älteren Menschen für die Verwirklichung von Lebensentwürfen und Lebensformen zur Verfügung stehenden Ressourcen zu verstehen“ (BMFSFJ, 2005a: S. 2)

[12] Ohne Seitenangabe

[13] Die Diskussion über einen Wandel der Motive ist im 6. Gliederungspunkt dieser Arbeit aufgeführt

[14] „Internationaler Freiwilligendienst“ wird Im Verlauf dieser Arbeit häufig mit IFD abgekürzt werden

[15] Jugendliche: siehe Einleitung

[16] Hierbei handelt es sich um zu entrichtende Gebühren an die ausländische Organisation. Meist kommen noch Vermittlungskosten der deutschen Entsendeorganisation hinzu.

[17] Die jeweiligen ausländischen Organisationen, Institutionen und Betriebe fungieren dabei als „Auftraggeber“, die ihre Anfrage nach einem entsprechenden Senior Experten an den SES stellen. Diese Auftraggeber müssen Reise- und Aufenthaltskosten aufbringen. Bei Bedarf kann auch ein Teil der Kosten durch öffentliche Mittel projektbezogen übernommen werden ( Interview mit Herrn G.).

[18] Y-Achse: Zahl der Senior Experten, X-Achse: Entsendejahr

[19] Da die für diese Diplomarbeit durchgeführte empirische Ermittlung sich ausschließlich mit Freiwilligen befasst, die einen Freiwilligendienst im Ausland leisteten, wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit das „Incoming“-Programm vernachlässigt.

Ende der Leseprobe aus 146 Seiten

Details

Titel
Die Erfahrungen älterer Menschen in internationalen Freiwilligendiensten
Untertitel
Eine empirische Studie
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
146
Katalognummer
V133303
ISBN (eBook)
9783668080782
ISBN (Buch)
9783668080799
Dateigröße
1228 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diplomarbeit: Erfahrungen älterer Menschen in internationalen Freiwilligendiensten
Arbeit zitieren
Michaela Steiner (Autor), 2008, Die Erfahrungen älterer Menschen in internationalen Freiwilligendiensten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133303

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