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Récit de filiation und Klasse. Literarische Reflexionen in "La Place" von Annie Ernaux

Título: Récit de filiation und Klasse. Literarische Reflexionen in "La Place" von Annie Ernaux

Trabajo , 2022 , 15 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor)

Estudios franceses - Literatura
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In dieser Hausarbeit stelle ich literarische Reflexionen zu dem Thema Klasse in Ernaux‘ récit de filiation "La Place" an. Mich interessieren die Schreibstrategien der Autorin sowie die Darstellung der Rolle der Literatur im Leben des Vaters und der Tochter. In dem ersten Teil der Ausarbeitung widme ich mich den Themen Sprache und Klasse, indem ich die Rolle der Emotionen und der Sprache in der Konstruktion der Zugehörigkeit ermittle. Im zweiten Teil untersuche ich die Distanz zwischen Vater und Tochter und den Schreibstil Ernaux‘. Ich stelle mir die Frage, welche Rolle Dokumente für die Beschreibung der sukzessiven Entfremdung spielen und welche Auswirkungen die Entfremdung auf das Schreiben hat.

Annie Ernaux zählt derzeit zu einer der berühmtesten Schriftsteller:innen Frankreichs und hat bereits zahlreiche Literaturpreise gewonnen. Sie ist im Jahr 1940 in Frankreich in Lillebonne geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Yvetot in der Normandie, wo ihre Eltern einen Lebensmittelladen führten. Die Autorin besuchte ein Mädchenpensionat, absolvierte das Abitur, studierte in Paris Literaturwissenschaften und promovierte anschließend. Sie verließ das elterliche Milieu und führte als Erwachsene ein bürgerliches Leben; denn ab 1967 arbeitete Ernaux als Dozentin und Gymnasiallehrerin und von 1977 bis 2000 an der Fernuniversität "Centre national d’Enseignement à Distance". Seit Mitte der 1970er Jahre widmete sich Ernaux dem Schreiben, verfasste mehr als ein Dutzend Bücher. In ihrem Schaffensprozess wurde Ernaux von Pierre Bourdieu beeinflusst, der sich mit Klassenunterschieden und sozialer Gerechtigkeit beschäftigte. Sie schreibt in ihren Werken meist über eigene biografischen Erfahrungen, gesellschaftliche Unterschiede, über das Leben der "einfachen" Leute in Frankreich oder die Thematik der weiblichen Unabhängigkeit. 1983 veröffentlicht Annie Ernaux den récit de filiation "La Place", in dem sie anlässlich des Todes ihres Vaters über sein Leben schreibt. Dieser wuchs in einer Bauernfamilie auf und wurde, als er zwölf Jahre alt war, von der Schule genommen, damit er bei seinen Eltern auf dem Hof mitarbeiten kann. Als Erwachsener war er in einer Seilerei tätig, in der er seine spätere Frau kennenlernte. Mit ihr zusammen erfüllte er sich den Traum eines gemeinsamen Lebensmittelgeschäfts. Der Vater, zuerst Bauer und später Besitzer eines kleinen Lebensmittelladens, war froh über seinen gesellschaftlichen Aufstieg. Er lebte jedoch mit der ständigen Angst, seinen Platz zu verlieren und wieder in die "Unterschicht" zurückzufallen. Das Leben des Vaters bestand in erster Linie aus Arbeit und war gekennzeichnet von dem Kampf, die soziale Stellung nicht zu verlieren. Seine Tochter Annie Ernaux hingegen, welche 1940 als Kriegskind geboren wurde, schlug nach dem Abitur eine akademische Laufbahn ein. Der Klassenwechsel ins bürgerliche Milieu machte ihren Vater zwar stolz, trieb gleichzeitig aber auch einen Keil zwischen die beiden. Die Erzählung beschreibt eine Tochter-Vater-Beziehung, die zwar liebevoll ist, jedoch ebenfalls von einer Entfremdung und Distanz geprägt ist. Die Themen des Verrats, der Zugehörigkeit und der Entfremdung sowie die Emotionen innerer Spaltung, Zuneigung und des Schams ziehen sich durch den gesamten récit de filiation.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

3. Analyse des Werkes

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit analysiert die literarischen Reflexionen über das Thema Klasse in Annie Ernaux' Werk „La Place“, wobei insbesondere die Schreibstrategien der Autorin sowie das komplexe Verhältnis zwischen Vater und Tochter im Kontext sozialer Mobilität und Entfremdung untersucht werden.

  • Die literarische Gattung des récit de filiation
  • Soziale Mobilität und das Konzept der "transclasse" nach Chantal Jaquet
  • Die Rolle der Literatur in Bezug auf Klassenunterschiede
  • Die Analyse von Emotionen wie Scham, Wut und das Streben nach Zugehörigkeit
  • Der Einfluss von Dokumenten auf die Rekonstruktion von Familienbiografien

Auszug aus dem Buch

Par la suite, j’ai commencé un roman dont il était le personnage principal. Sensa-tion de dégoût au milieu du récit. Depuis peu, je sais que le roman est impossible. Pour rendre compte d’une vie soumise à la nécessité, je n’ai pas le droit de prendre d’abord le parti de l’art, nie de chercher à faire quelque chose de ‘passionnant’, ou d’émouvant’. Je rassemblerai les paroles, les gestes, les goûts de mon père, les faits marquants de sa vie, tous les signes objectifs d’une existence que j’ai aussi partagée. (Ernaux 1993 : 23 f.)

Um ihrem Vater seine Würde zurückzugeben, möchte die Autorin weder einen Roman über ihren Vater schreiben, noch auf eine spannende oder rührende Art und Weise einen Text über ihn verfassen. Sie möchte seine Figur so authentisch wie möglich darstellen, indem sie die Gesten, Vorlieben und Worte ihres Vaters zusammenträgt, sowie alles, was sein Leben geprägt hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Biografie von Annie Ernaux ein, erläutert den Entstehungskontext von „La Place“ und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das Vorgehen der Arbeit.

2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die literaturwissenschaftlichen Konzepte des récit de filiation nach Dominique Viart sowie die soziologischen Thesen zur transclasse von Chantal Jaquet dargelegt.

3. Analyse des Werkes: Das Kernstück der Arbeit untersucht anhand verschiedener Kriterien wie Schreibstrategie, Umgang mit Dokumenten, Rolle der Literatur und emotionaler Distanz die Vater-Tochter-Beziehung innerhalb des Werks.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt, wie die untersuchten Aspekte zur Entfremdung und zur komplexen familiären Bindung zwischen der Tochter und ihrem zum Milieuaufstieg neigenden Vater beitragen.

5. Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf, die zur Unterstützung der Argumentation herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Annie Ernaux, La Place, Récit de filiation, Klasse, Soziale Mobilität, Transclasse, Entfremdung, Ecriture plate, Literaturwissenschaft, Vater-Tochter-Beziehung, Identität, Bourdieu, Identitätskonstruktion, Klassengesellschaft, Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Auseinandersetzung von Annie Ernaux mit dem Thema soziale Klasse und ihrer eigenen Familiengeschichte in dem Werk „La Place“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die soziale Mobilität, die damit verbundene Entfremdung zwischen den Generationen sowie die spezifische literarische Darstellungsweise von Biografien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, zu analysieren, wie Ernaux durch spezielle Schreibstrategien das Leben ihres Vaters darstellt und welche Auswirkungen der soziale Aufstieg auf die Beziehung zwischen Vater und Tochter hat.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Werkanalyse, die zentrale Konzepte wie das récit de filiation und soziologische Theorien zur Klassenmobilität integriert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden unter anderem die Schreibstrategie Ernaux', die Rolle der Literatur, die emotionalen Spannungsfelder und die Bedeutung von Dokumenten für das Werk detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Récit de filiation, Transclasse, Klassenzugehörigkeit, Ecriture plate und Entfremdung.

Wie spielt das Konzept der „transclasse“ eine Rolle im Verständnis des Vaters?

Das Konzept hilft zu verstehen, warum der Vater als Klassenaufsteiger trotz seines sozialen Erfolgs unter ständigen Versagensängsten und Schamgefühlen litt.

Welche Funktion erfüllen die im Buch erwähnten Dokumente?

Die Alltagsgegenstände und Fotos dienen der Erzählerin als Gedankenstütze, um die Vergangenheit zu rekonstruieren, fungieren aber auch als Symbole für die Distanz zwischen der akademischen Tochter und dem Arbeiter-Vater.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Récit de filiation und Klasse. Literarische Reflexionen in "La Place" von Annie Ernaux
Universidad
Free University of Berlin
Calificación
1,3
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
15
No. de catálogo
V1333374
ISBN (PDF)
9783346832900
ISBN (Libro)
9783346832917
Idioma
Alemán
Etiqueta
récit klasse literarische reflexionen place annie ernaux
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2022, Récit de filiation und Klasse. Literarische Reflexionen in "La Place" von Annie Ernaux, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1333374
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