Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage: "In welchem Maße werden in der Debatte über die Silvesternacht 2015/16
rassistische Argumentationsmuster verwendet?"
In der Silvesternacht 2015/16 waren in der Gegend um den Kölner Dom und Hauptbahnhof Hunderte von Frauen von sexualisierter Gewalt betroffen. Sowohl vereinzelt als auch in größeren Gruppen belästigten männliche Täter
die Frauen und verhielten sich ihnen gegenüber aufdringlich. Im Zuge dessen kam es vermehrt zu sexuellen Übergriffen.
Die Geschehnisse sind auffällig zögerlich an die Öffentlichkeit gelangt. Erst durch Nachforschungen und Interviews verschiedener Journalist*innen wurden nähere Details dazu bekannt, wie die Polizei die Domplatte evakuiert hat und ab wann die ersten Anzeigen eingereicht wurden.
Im Nachhinein gab es weitreichende Debatten und eine große mediale Präsenz des Themas. Zentraler Bestandteil dieses Diskurses waren die Darstellung der männlichen Täter und ihrer Herkunft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
3. Methodisches Vorgehen
3.1 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
3.2 Meine Vorgehensweise
4. Analyse des Materialkorpus
4.1 „Etliche Übergriffe auf Frauen zu Silvester in Köln“
4.2 „Polizei und Politik schockiert über Missbrauch an Silvester“
4.3 „Übergriffe an Silvester: De Maizière übt massive Kritik an Kölner Sicherheitskonzept“
4.4 „Nicht zu fassen“
5. Codebuch und Worthäufigkeitstabelle
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring, inwieweit rassistische Argumentationsmuster und Konzepte der Ethnisierung von Sexismus die mediale Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung über die Kölner Silvesternacht 2015/16 prägen und wie dabei Täter sowie Opfer diskursiv konstruiert werden.
- Qualitative Inhaltsanalyse von vier Zeitungsartikeln
- Analyse der Verknüpfung von Rassismus und Sexismus (Ethnosexismus)
- Darstellung und Homogenisierung männlicher Tätergruppen
- Rolle der Opfer im medialen Diskurs
- Kritische Reflexion journalistischer Darstellungspraktiken
Auszug aus dem Buch
3.1 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
Methodisch werde ich mich an der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring orientieren.
Die Qualitative Inhaltsanalyse ist eine Auswertungstechnik, die der Forscherin oder dem Forscher dazu dient, „fixierter Kommunikation“ (Mayring & Brunner), wie zum Beispiel Zeitungsartikel oder Dokumente, Daten zu entnehmen. Diese Daten werden schrittweise anhand von Kategorien ausgewertet und tragen zur Beantwortung einer Forschungsfrage bei (vgl. Mayring/Brunner 2007: 673; vgl. Qualitative Sozialforschung - Vor- und Nachteile o. J.)
Bei der Anwendung muss zuerst das Material ausgewählt, dann die Richtung der Analyse festgelegt und sich schließlich für eine Form der Inhaltsanalyse entschieden werden. Im nächsten Schritt werden die Ergebnisse interpretiert, indem ein Kategoriensystem erstellt und das Material eingeordnet wird. Die Forschungsergebnisse sollten gültig, nachvollziehbar und reproduzierbar sein (vgl. Pfeiffer 2020).
Die Kategorienbildung kann nach einer induktiven und/oder deduktiven Verfahrensweise erfolgen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Ereignisse der Silvesternacht 2015/16 ein, thematisiert das mediale Echo und definiert die Forschungsfrage bezüglich rassistischer Argumentationsmuster und der Rollenbilder von Tätern und Opfern.
2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Sexismus, sexualisierte Gewalt sowie Rassismus und erläutert wissenschaftliche Konzepte wie „Ethnosexismus“ und „sexualisierten Rassismus“ als theoretische Basis für die Analyse.
3. Methodisches Vorgehen: Hier wird der methodische Ansatz der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring dargelegt sowie die Auswahl und Vorgehensweise bei der Untersuchung der vier Online-Presseartikel aus der Süddeutschen Zeitung begründet.
4. Analyse des Materialkorpus: In diesem Kapitel werden vier ausgewählte Zeitungsartikel chronologisch analysiert, wobei die Darstellung der Täter und Opfer sowie die diskursive Verknüpfung mit dem Flüchtlings- und Sicherheitsthema untersucht werden.
5. Codebuch und Worthäufigkeitstabelle: Das Kapitel bietet eine systematische Übersicht der erarbeiteten Ober- und Unterkategorien sowie der Ankerbeispiele und präsentiert eine Tabelle zur Häufigkeit relevanter Begriffe im Material.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen, reflektiert die ethnosexistischen Tendenzen in der Berichterstattung und ordnet die Bedeutung der Untersuchung für den kritischen Journalismus ein.
7. Literaturverzeichnis: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendeten wissenschaftlichen Quellen, Artikel, Gesetze und Online-Ressourcen auf, die für die Erarbeitung der Hausarbeit herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
Silvesternacht 2015/16, Köln, Medienanalyse, Süddeutsche Zeitung, Inhaltsanalyse, Mayring, Rassismus, Sexismus, Ethnosexismus, Täterdarstellung, Opferrolle, Flüchtlingsdiskurs, Ritualisierung, Kulturalisierung, Diskursanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der medialen Berichterstattung über die Kölner Silvesternacht 2015/16 und untersucht, ob und wie rassistische und sexistische Argumentationsmuster in Zeitungsartikeln zum Einsatz kamen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse diskursiver Strategien im Journalismus, der Verknüpfung von Sexismus mit ethnischer Herkunft sowie der Darstellung marginalisierter Gruppen im Kontext der Berichterstattung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist herauszufinden, in welchem Maße rassistische Argumentationsmuster verwendet wurden und wie Akteure sowie Opfer in der Debatte konstruiert wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Anwendung findet die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, die eine systematische Auswertung von Textdokumenten ermöglicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Analyse von vier Artikeln der Süddeutschen Zeitung sowie die Erstellung eines Codebuchs und eine Auswertung von Worthäufigkeiten zur Belegung der Thesen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Ethnosexismus, Kölner Silvesternacht, Rassismus, Diskursanalyse, Flüchtlingsdiskurs und Täterdarstellung.
Warum wurde gerade die Süddeutsche Zeitung zur Analyse ausgewählt?
Die Entscheidung fiel auf diese Zeitung, da sie als größte überregionale Qualitätszeitung Deutschlands gilt und somit einen repräsentativen Ausschnitt des medialen Diskurses bietet.
Welche Rolle spielt der Begriff „Ethnosexismus“ im Kontext der Arbeit?
Der Begriff dient als analytisches Werkzeug, um zu verdeutlichen, wie sexistische Haltungen bestimmten ethnischen Gruppen zugeschrieben und damit als „fremdes“ Importprodukt markiert werden.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Die Kölner Silvesternacht 2015/2016. Die mediale Berichterstattung über das Ereignis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1333388