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Männer-Bilder als Herausforderung religionspädagogischer Arbeit

Title: Männer-Bilder als Herausforderung religionspädagogischer Arbeit

Diploma Thesis , 2006 , 159 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Yvonne Dix (Author)

Didactics - Theology, Religion Pedagogy
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Ein Blick in das Hannoversche Wochenblatt vom 23. August diesen Jahres zeigt, welche „Kraft“ in „Männer-Bildern“ steckt: Eine mittelgroße Anzeige lädt Männer und Frauen dazu ein „echte Männer im Stadtpark“ zu besichtigen. Bei den „echten“ Männern handelt es sich um Sportler und Politiker, die von der Neuen Presse eingeladen wurden, um über ihre Erfolgskarrieren in der Öffentlichkeit zu berichten. Wenn es nach Aussage dieser Zeitung „echte“ Männer gibt, müsste es demnach auch „falsche“ Männer geben. Besonders diese hier aufgezeigte normierte Wertung über Männer hat mich inspiriert, mehr über die Lebenswelt von Jungen und Männer in Erfahrung zu bringen. Mit verschiedenartiger Literatur im wissenschaftlichen aber auch populären Bereich ist diese Arbeit als ein Versuch anzusehen, sich einen Zugang „zum Land der Männer“ zu verschaffen, denn als Frau fällt es mir nicht immer leicht mich mit Empathie Jungen und Männern zu widmen. Zwar habe ich als Pädagogin bereits vereinzelte positive Erfahrungen mit Jungengruppen sammeln können, doch sind diese meist ohne fundierte Hintergrundinformationen über das männliche Geschlecht geschehen. Daher möchte ich in dieser Arbeit herausfinden, welche Chancen sich in der Arbeit mit Jungen und Männern für mich als Frau ergeben können, ohne ihnen geschlechtlich ab- oder aufwertend zu begegnen. Daraus ergibt sich auch die für diese Arbeit erkenntnisleitende Fragestellung, welche Voraussetzungen für ein gleichwertiges und geschlechtsdemokratisches Miteinander zwischen Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Männern in der religionspädagogischen Arbeit von wesentlicher Bedeutung sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eine Annäherung an die Geschlechterforschung

2.1 Geschlechtsunterschiede aus biologischer Sicht

2.1.1 Der männliche Organismus

2.2 Gender Studies

2.2.1 Gender Mainstreaming

2.2.2 Gender mit Blick auf „den“ Mann

2.3 Die kritische Männerforschung

2.3.1 Männer und Männlichkeiten

2.3.2 Männlichkeiten und die hegemoniale Männlichkeit

3. Die Entwicklung von Männlichkeit

3.1 Das männliche Leitbild als gesellschaftliche Vorgabe

3.2 Die historisch prägende Ausbildung der männlichen Geschlechtsrolle

3.3 Die Entwicklung der männlichen Geschlechtsidentität

4. Die gegenwärtige Krise der Männlichkeit

4.1. Die Krisenanfälligkeit innerhalb der Macht- und Produktionsbeziehungen sowie emotionaler Bindungsstrukturen

4.2 Männer als gesellschaftliche Risikogruppe

4.2.1 Männer und ihre Gesundheit

4.2.2 Männliche Gewalt und Straftaten

5. Männer auf dem Weg zu einem neuen Selbstverständnis

5.1 Neue Männerbewegungen im literarischen Überblick

5.2 Männerbewegung und Geschlechterdemokratie

6. Die „Spezies“ Mann in der empirischen Befragung

6.1 Heutige Männertypen, ihre Lebensinszenierung und Entwicklung

6.2 Heutige Männer zwischen Familie, Haushalt und Beruf

6.2.1 Scheidungsväter

6.2.2 Pflegende Männer

6.3 Die Nichtverantwortung des Staates

6.4 Mögliche Veränderungsperspektiven von Männlichkeit

7. Männer im religiösen Kontext

7.1 Statistische Erkenntnisse über das Verhältnis von Männern zu Religion und Kirche

7.1.1 Männer und die Evangelische Kirche

7.1.2 Männer in der Beschäftigungsstatistik der Evangelischen Kirche

7.2. Statistische Erkenntnisse über die Religiosität Jugendlicher

8. Ein Versuch zur Bestimmung von Religionspädagogik

8.1 Die Geschichte der Religionspädagogik

8.2 Gegenstand, Profil und normativer Bezug

8.3 Selbstverständnis, Wissenschaftsbezug bzw. Verortung

8.4 Wesentliche Aspekte religiösen Lernens

8.4.1 Entwicklung und Entstehung von Religiosität

8.4.2 Religionsdidaktische Grundprinzipien

8.5 Religionspädagogik und Genderperspektive

8.5.1 Religiöse Sozialisation

9. Die (religions-)pädagogische Arbeit mit Jungen und Männern als Krisenintervention (?) und Orientierungshilfe

9.1 Die Anfänge der Jungenarbeit

9.2 Jungenarbeit heute - eine Standortbestimmung

9.2.1 Modelle und Ansätze von Jungenarbeit im Überblick

9.3. Zielhorizonte in der praktischen (religions-)pädagogischen Arbeit mit Jungen

9.3.1 Methoden und Zielgruppenmotivation in der Jungenarbeit

9.4 Männerarbeit in der Evangelischen Kirche

9.4.1 Neuanfänge kirchlicher Männerarbeit

9.4.2 Konzeptionelle Neuorientierung

9.5 Chancen und Grenzen von Frauen in der (religions-)pädagogischen Arbeit mit Jungen und Männern

9.5.1 Einfluss- und Vermittlungsmöglichkeiten als Pädagogin auf Jungen und Männer

9.6 Kritische Aspekte zum Konzept der geschlechtshomogenen Jungen- und Männerarbeit

9.7 Genderkompetenz in der pädagogischen Arbeit

9.8 Institutionelle Rahmenbedingungen

10. Männer-Bilder in der praktischen religionspädagogischen Arbeit

10.1 Biblische Männer-Bilder in der Arbeit mit Kindern

10.1.1 Die Abrahamgeschichte im Kindergottesdienst

10.2 Männer-Bilder und ihre Vielfalt in der Arbeit mit kirchenfernen Männern

10.2.1 Manns-Bilder - ein Fotowettbewerb als Chance zur Auseinandersetzung mit der Vielfalt männlicher Lebenswelten

11. Schlussbemerkung

12. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen, die "Männer-Bilder" für die religionspädagogische Praxis darstellen, und strebt danach, Voraussetzungen für ein geschlechtsdemokratisches Miteinander zwischen den Geschlechtern zu klären.

  • Analyse von Geschlechterforschung und Männlichkeitskonstruktionen.
  • Untersuchung der aktuellen Krisentendenz der Männlichkeit.
  • Empirische Betrachtung heutiger Männertypen und deren religiöser Praxis.
  • Bestimmung religionspädagogischer Aufgaben in der Jungen- und Männerarbeit.
  • Reflexion institutioneller Rahmenbedingungen für Genderkompetenz in kirchlichen Kontexten.

Auszug aus dem Buch

2. Eine Annäherung an die Geschlechterforschung

Die moderne Geschlechterforschung ist aus der Frauenforschung hervorgegangen. Im Jahr 1949 veröffentlichte die Philosophin und Schriftstellerin Simone de Beauvoir ein Buch mit dem Titel „Das andere Geschlecht“ und arbeitete die Geschlechterverhältnisse, die historisch unüberwindbar - weil natürlich - schienen, heraus. Ihre Aussage: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es“, betont das soziale und kulturelle „Werden und Gewordensein“ des Geschlechts als konstruiert und kann nach heutigen Erkenntnissen ebenso auf das männliche Geschlecht übertragen bzw. angewendet werden und ist bei vielen Geschlechterforscherinnen und – forschern Ausgangslage für weitere Überlegungen und Untersuchungen.

Seit Mitte der 70er Jahre betrachtet nun die Geschlechterforschung das Verhältnis zwischen Männern und Frauen als soziale, geschlechtsspezifische Beziehung und untersucht unter diesem Sachverhalt die historische Herausbildung und kulturellen Darstellungen von Geschlechterrollen. Als Ansatz der Forschung gilt das „Konzept der sozialen Konstruktion von Geschlecht“ mit dem Gegenstand der wahrgenommenen Ungleichheit in den Geschlechterbeziehungen - in Anlehnung an Beauvoirs, welches in diesem Kapitel näher betrachtet wird.

Als interdisziplinär angelegte Wissenschaftsdisziplin nimmt die moderne Geschlechterforschung Ergebnisse verschiedener Lehr- und Forschungsgebiete auf. Dazu gehören im Wesentlichen die Geschichtswissenschaft, die historische Anthropologie, die Kulturwissenschaften, die Ethnologie, die Philosophie, die Psychologie, die Religionswissenschaft, die Soziologie als auch die Politikwissenschaft. Die aktuellen und zum Teil auch umstrittenen Erkenntnisse dieser Forschungsrichtungen können hier nur in geringer Form, auf Grund des immensen Umfangs, berücksichtigt werden. In Bezug auf das männliche Geschlecht sollen im weiteren Verlauf dieses Kapitels wesentliche Anhaltspunkte aus der Geschlechterforschung einen groben Überblick verschaffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit hinterfragt die normierte Wertung von "echten Männern" und sucht nach Grundlagen für ein geschlechtsdemokratisches Miteinander in der religionspädagogischen Arbeit.

2. Eine Annäherung an die Geschlechterforschung: Dieses Kapitel fundiert das Verständnis von Geschlecht als soziale Konstruktion und führt in wichtige Konzepte wie Gender Mainstreaming und die kritische Männerforschung ein.

3. Die Entwicklung von Männlichkeit: Hier werden historisch geprägte männliche Leitbilder sowie die Ausbildung von Geschlechtsrollen und Identitäten analysiert.

4. Die gegenwärtige Krise der Männlichkeit: Das Kapitel beleuchtet strukturelle gesellschaftliche Veränderungen, die zu Identitätskrisen bei Männern führen und sie teils als Risikogruppe positionieren.

5. Männer auf dem Weg zu einem neuen Selbstverständnis: Es werden verschiedene Ansätze der Männerbewegung und deren Auswirkungen auf die Geschlechterdemokratie diskutiert.

6. Die „Spezies“ Mann in der empirischen Befragung: Basierend auf statistischen Untersuchungen werden unterschiedliche Männertypen und ihr Verhalten in Familie, Beruf und bei persönlichen Krisen wie Scheidungen dargestellt.

7. Männer im religiösen Kontext: Das Kapitel analysiert das oft spannungsreiche Verhältnis von Männern zur Religion und zur Kirche auf Basis statistischer Daten.

8. Ein Versuch zur Bestimmung von Religionspädagogik: Es erfolgt eine theoretische Bestimmung der Religionspädagogik als Disziplin sowie eine Betrachtung ihrer Bedeutung für das religiöse Lernen.

9. Die (religions-)pädagogische Arbeit mit Jungen und Männern als Krisenintervention (?) und Orientierungshilfe: Hier werden Modelle, Methoden und Zielhorizonte für eine geschlechtsbewusste pädagogische Praxis diskutiert.

10. Männer-Bilder in der praktischen religionspädagogischen Arbeit: Abschließend werden konkrete didaktische Möglichkeiten, wie die Arbeit mit biblischen Bildern oder Fotowettbewerben, vorgestellt.

Schlüsselwörter

Geschlechterforschung, Männlichkeit, Gender Mainstreaming, Jungenarbeit, Religionspädagogik, Geschlechterdemokratie, Sozialisation, Identität, Geschlechterrolle, Kritische Männerforschung, Kirchenferne, Lebenswirklichkeit, Transformation, Patriarchat, Bibeldidaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Konstrukt „Männlichkeit“ und dessen Auswirkungen auf das tägliche Leben von Männern und Jungen, insbesondere im Kontext der religionspädagogischen Arbeit und Kirche.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die soziale Konstruktion von Geschlecht, die sogenannte Krise der Männlichkeit, Männerbewegungen, empirische Erkenntnisse zu Männertypen sowie die Herausforderungen für die moderne Jungen- und Männerarbeit in kirchlichen Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Voraussetzungen für ein gleichwertiges und geschlechtsdemokratisches Miteinander zu identifizieren und konkrete religionspädagogische Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, um Männer und Jungen professionell zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer, psychologischer und theologischer Theorien sowie der Auswertung empirischer Studien (u.a. Zulehner/Volz).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil spannt den Bogen von theoretischen Grundlagen der Geschlechterforschung über die Analyse der Männlichkeitskrise bis hin zu spezifischen praktischen Ansätzen wie der Jungenarbeit und der Arbeit mit biblischen Texten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe umfassen Männlichkeit, Geschlechterforschung, Jungenarbeit, Religionspädagogik, Gender Mainstreaming und Geschlechterdemokratie.

Warum wird die „Abrahamgeschichte“ als biblisches Beispiel gewählt?

Die Abrahamgeschichte dient als Beispiel, um aufzuzeigen, wie biblische Texte in einem patriarchalen Kontext stehen, und wie diese didaktisch so umgestaltet werden können, dass eine geschlechtergerechte Wahrnehmung gefördert wird.

Welche Rolle spielt die Kirche in dieser Arbeit?

Die Arbeit versteht die Kirche als Institution, die sich angesichts gesellschaftlichen Wandels kritisch reflektieren muss, um Männer wieder als Zielgruppe für religiöse Bildungsangebote zu gewinnen und Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern vorzuleben.

Excerpt out of 159 pages  - scroll top

Details

Title
Männer-Bilder als Herausforderung religionspädagogischer Arbeit
College
University of Applied Sciences Hanover
Grade
1,5
Author
Yvonne Dix (Author)
Publication Year
2006
Pages
159
Catalog Number
V133360
ISBN (eBook)
9783640400294
ISBN (Book)
9783640400102
Language
German
Tags
Männer-Bilder Herausforderung Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yvonne Dix (Author), 2006, Männer-Bilder als Herausforderung religionspädagogischer Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133360
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